Hell erleuchtete Kirchen, Denkmäler und grelle Straßenbeleuchtung – die Nacht zum Tag machen, das war einmal. Seit 1. September ist damit auch in Dorsten Schluss, vielleicht auch damit die fatalen Folgen für die Tierwelt?
Lichtverschmutzung – die dauernde Abwesenheit völliger Dunkelheit. Ein Problem, das inzwischen auch auf dem Land angekommen ist. Mit der Energiekrise und den damit zunehmenden Energiekosten hat das Bundeskabinett weitere Energiesparmaßnahmen beschlossen. Büros werden ab jetzt weniger geheizt und Gebäude, Denkmäler und Werbeflächen sollen zu bestimmten Zeiten nicht mehr beleuchtet werden.
Auswirkung auf die Wildtiere
Die meisten unserer heimischen Wildtiere sind nachtaktiv. „Das Licht überstrahlt das Mondlicht und stört so die Orientierung vieler Tiere“, sagt Katja Pietsch, Diplom-Biologin der biologischen Station Recklinghausen. Das künstliche Licht stört diese in ihren nächtlichen Aktivitäten. Da wären die Igel bei Ihrer Futtersuche, sowie die Insekten bei der Bestäubung und natürlich auch alle anderen Tiere bei der Reproduktion. Das Licht blendet und irritiert die Tiere.

Wildtiere außer Takt
Die innere Uhr der Tiere wird durch Lichtverschmutzung durcheinander gebracht. Es kommt zu Verhaltensänderungen, der Lebensraum wird immer kleiner. Fledermäuse sind durch das Licht geblendet und erschrecken sich. Für Insekten wird Licht zur tödlichen Falle. Das künstliche Licht einer Straßenlaterne zieht viele Insekten an, welche die um Lichtquellen herumschwirren und dann ermüden oder verbrennen.
Alles eine Frage der Zeit
Mit den Maßnahmen zum Energiesparen der Regierung gibt es neue Hoffnung. Die Tiere könnten sich mit der Zeit wieder am Licht des Mondes und der Sterne orientieren und wieder neue Partnerschaften eingehen.
Eine neue Hoffnung für Wildtiere?
„Die Beruhigung der Natur, gibt den Tieren eine bessere Lebensqualität“ betont Katja Pietsch. „Aber reicht so eine kurzfristige Abschaltung der Lichter aus oder brauchen wir eine dauerhafte Lösung?“, fragt Katja Pietsch. Aktuell kann man jedoch nur vermuten, wie sich die neu entdeckte nächtliche Dunkelheit auf unsere Wildtiere auswirken wird. Würden wir dauerhaft nachts die Lichter abschalten, könnten wir sogar nachhaltig dem Insektensterben gegensteuern.
Text: Anna Cäcilia Waterkotte




























