Frühsommer-Meningoenzephalitis in Deutschland und Europa weiter auf dem Vormarsch. Mit der Wärme kommen auch die Zecken

(djd). Endlich naht die warme Jahreszeit. Doch über die milderen Temperaturen freut sich nicht nur der Mensch – zu dieser Jahreszeit läuft auch die Zecke zur Hochform auf.

Ihr Stich erfolgt meist unbemerkt, dabei können jedoch Krankheitserreger wie die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen werden.

Zeckenzeit
In der warmen Jahreszeit läuft auch die Zecke zur Hochform auf. Bereits bei Temperaturen ab fünf Grad Celsius wird das Spinnentier aktiv und sucht einen Wirt. Foto: djd/www.gsk.com/Butch – Fotolia

Auch außerhalb der bekannten Risikogebiete sind 2017 einige Erkrankungsfälle aufgetreten. In Deutschland wurde 2017 die höchste Fallzahl seit mehr als zehn Jahren verzeichnet, und auch in Europa steigen die Fallzahlen.

Bei aller Begeisterung für die Natur ist es daher sinnvoll vorzusorgen. Die rechtzeitige Immunisierung durch eine Impfung, wie sie die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, kann vor der Erkrankung schützen.

Die FSME verläuft oft in zwei Phasen

Zwischen sieben und vierzehn Tage vergehen gewöhnlich vom Zeckenstich bis zum Ausbruch einer FSME-Erkrankung. Die Anzeichen der ersten Phase, wie Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und leichtes Fieber, können mit einer Grippe verwechselt werden.

Schwere Schäden

In einer möglichen zweiten Phase befällt das Virus das zentrale Nervensystem. Heftige Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Schwindel und Übelkeit sowie Lichtscheu können auftreten. Hohes Fieber mit neurologischen Anzeichen wie Hirnhautentzündung (Meningitis), Entzündung des Rücken- oder Knochenmarks oder Entzündung des Gehirns sind mögliche Folgen. Ein Befall des zentralen Nervensystems kann schwere Schäden hervorrufen – und im schlimmsten Fall bei etwa ein bis zwei von 100 Erkrankten zum Tode führen.

Zeckenstich

Bei einem Zeckenstich können Krankheitserreger wie die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen werden. Eine Impfung kann vor einer Infektion schützen.
Foto: djd/www.gsk.com/Carsten Stolze-Fotolia

Rechtzeitige Impfung kann vor FSME schützen

Zecken halten sich bevorzugt in Büschen und Gräsern auf und werden dort im Vorbeigehen abgestreift. Die Auwaldzecke krabbelt sogar aktiv auf den Menschen zu. Aus dem Mittelmeerraum ist eine Zeckenart eingewandert, die im Verdacht steht, FSME übertragen zu können. Über die Speicheldrüsen der Tiere gelangen die Viren beim Stich unmittelbar in den Menschen.

Körper nach Zecken absuchen

Dies unterscheidet die FSME von anderen durch Zecken verbreiteten Krankheiten. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man den Körper direkt nach Zecken absuchen. Da das Entfernen eines schon saugenden Tiers jedoch nicht vor FSME schützen kann, empfiehlt sich eine Impfung.

Das gilt vor allem für Personen, die in Risikogebieten leben oder sich viel im Freien aufhalten. Mit drei Impfdosen innerhalb weniger Monate kann eine Immunisierung erreicht werden. Eine erste Auffrischung sollte nach drei Jahren erfolgen. Für Kinder gibt es einen Impfstoff, der ab Vollendung des ersten Lebensjahres zugelassen ist. Kurzentschlossene Reisende können innerhalb weniger Wochen einen Impfschutz aufbauen.

In der warmen Jahreszeit läuft auch die Zecke zur Hochform auf. Bereits bei Temperaturen ab fünf Grad Celsius wird das Spinnentier aktiv und sucht einen Wirt.

Krankheitserreger

Bei einem Zeckenstich können Krankheitserreger wie die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen werden. Eine Impfung kann vor einer Infektion schützen.

Bei einem Zeckenstich können Krankheitserreger wie die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen werden. Eine Impfung kann vor einer Infektion schützen.

 

Zeckenstiche: Welche Körperstellen sollte man besonders gut schützen?

– Die Zecke sticht nicht sofort zu. Sie sucht sich eine geschützte Stelle, um nicht vom Wirt entdeckt oder abgestreift zu werden. Dies kann eine Stunde oder länger dauern.

– Die Zecke bevorzugt dünne, gut durchblutete Hautregionen wie Kniekehlen, Achselhöhlen und den Intimbereich. Hände, Unterarme und Füße sind durch ihre dickere Hautschicht weniger anfällig.

– Ruhe bewahren und eine gefundene Zecke vollständig entfernen: Die Gefahr geht nicht von der Einstichstelle, sondern von Krankheitserregern aus, die eine Zecke in sich tragen kann. Ist sie mit FSME-Viren infiziert, kann sie diese direkt beim Einstich mit dem Speichel übertragen. Den zuverlässigsten Schutz gegen FSME bietet eine Impfung.

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