435.000 Besucher besuchten das Dorstener Freizeitbad Atlantis 2022 – Trotz der Energiekrise blickt Atlantis Geschäftsführer Frank Schellhaus positiv in die Zukunft.
Das Jahr 2023 steht für das Freizeitbad Atlantis ganz im Zeichen, um an die Erfolge bis 2019 anzuknüpfen und wieder zu gewohnter Stärke des Unternehmens zurückzukehren.
Wie geht es weiter? Wie hat das Freizeitbad die Ausfälle in der Pandemie überstanden und was für Erneuerungen stehen in den nächsten Wochen/Monaten im Freizeitbad an?

„Betrachten wir die Geschichte des Freizeitbades Atlantis, ist diese vor allem bis ins Jahr 2019 dadurch zusammenzufassen, dass ein Rekordjahr das nächste gejagt hat. Steigende Besucherzahlen, wachsende Umsätze gepaart mit stetiger Zufriedenheit der Gäste“, so Frank Schellhaus, Geschäftsführer des Atlantis. So steuerte das Atlantis 2020 geradezu auf die nächste Steigerung dieser Parameter zu, bis Corona das Leben auf der ganzen Welt zum Stillstand brachte – auch im Atlantis.
Über die später folgenden Schließungen, Wiedereröffnungen unter strengen Besucherbeschränkungen und Hygieneregeln der darauffolgenden Jahre, haben wir auf Dorsten-Online in jüngster Vergangenheit zur Genüge berichtet. Bis in die ersten Monate des Jahres 2022 dauerten, insbesondere mit Kapazitätsbeschränkungen und Abstandsregeln, diese Vorgaben.
Vom Regen in die Traufe
Mit Abschaffung dieser Maßnahmen galt es dann, an den Erfolgskurs des Jahres 2019 anzuknüpfen. „Nun, wie sagt man so schön, von dem Regen in die Traufe, oder in diesem Fall eine Krise folgte auf die nächste“, so Frank Schellhaus.
Nach Corona kam der Krieg
Die Auswirkungen des Ukrainekrieges breiteten sich schnell auch bis nach Dorsten und das Atlantis aus und ließ die Kosten des Bäderbetriebes in die Höhe schießen. In unterschiedlichsten Bereichen wie beispielsweise dem Frittieröl für die allseits beliebte Schwimmbadpommes, habe sich die Verteuerung bemerkbar gemacht. Doch nirgends sei es so extrem spürbar wie bei den Energiepreisen gewesen.

9,5 Millionen kWh Energie
Ein Freizeitbad dieser Größe mit einem angegliederten Saunabereich zu betreiben, verbrauchte 2019 bereits 9,5 Millionen kWh Energie und verursachte Kosten in Höhe von 385.000 €. Die Prognose für 2022 war also nicht sonderlich erfreulich bei bis zu fünfzehnfachen Gaspreisen im Vergleich zu den Vorjahren, betont Schellhaus.
Noch aus der Coronapandemie erprobt, habe das Atlantis-Team nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern nach Lösungen gesucht, um möglichst erfolgreich aus der Situation hervorzugehen, betont Schellhaus nicht ohne Stolz. Alle 120 Mitarbeiter wurden gebeten, gemeinsam nach Ideen zu suchen, um Energie in ihrem Arbeitsbereich zu sparen.
Viele Dinge wurden optimiert
Neben vielen kleinen Dingen wurden Leuchtmittel getauscht, Ein- und Ausschaltpläne der Saunen und Großgeräte der Gastronomie optimiert sowie Öffnungszeiten angepasst, um eine spätere Inbetriebnahme der Attraktionspumpen zu gewährleisten. Einzelne Mitarbeiter trugen so dazu bei, „sein“ Atlantis durch diese schwere Zeit zu bringen, ohne es hängen zu lassen.
Neben Einsparungen galt es auch, den Wünschen und Bedürfnissen der Gäste nachzukommen. Durch die lange Pandemie habe es viele Kinder gegeben, die durch die fehlenden Möglichkeiten die Chance verpassten, Schwimmen zu lernen. Also wurden Kapazitäten ausgeschöpft und Leerlaufzeiten optimiert, um die Kursplätze der hauseigenen Schwimmschule auszuweiten.

Schulschwimmen und 150 aktive Reha-Sportler
Mit genau 2134 Plätzen im Jahr 2022 wurde 900 Kindern mehr als noch 2019, die Möglichkeit geboten einen Schwimmkurs zu besuchen. Schulschwimmen konnte endlich wieder in gewohnter Form stattfinden, genau wie das allseits beliebte Vereinsschwimmen. Ebenfalls wurde auch ein Stückweit der hohen Nachfrage nach Reha-Sport nachgegangen. Knapp 150 aktive Reha-Sportler mehr als noch drei Jahre zuvor, verzeichnet der Fitnessbereich des Atlantis.

Besucherandrang in den Sommermonaten
Viele Kinder nutzen wieder das Angebot den schönsten Tag des Jahres im Atlantis zu verbringen und ihren Kindergeburtstag zu feiern. Besonders in den warmen Sommermonaten sorgte der große Besucherandrang hin und wieder für Einlassstopps. Regelmäßig wurden den wartenden Gästen durch das Personal kostenlose Getränke ausgeschenkt, um die Wartezeit angenehmer zu gestalten.

Mit 435.000 Besuchern gelang es trotz teilweise schwierigeren Bedingungen annähernd an das Ergebnis von 2019 mit 480.000 Gästen anzuknüpfen. Die Entscheidung seit Mitte April einen Aufschlag zum regulären Eintrittspreis zu kassieren, ist bei allen Gästen auf Verständnis getroffen und hat ebenfalls mit 380.000 € dazu beigetragen, den entstehenden Verlust durch gestiegene Preise etwas aufzufangen.
Frank Schellhaus: „Auch wenn diese schwierige Situation nicht freiwillig entstand, lädt sie dennoch dazu ein, perspektivisch zu handeln und in die Zukunft zu investieren. Die Beschaffung einer Abdeckung für das Außensolebecken, bringt pro Jahr eine Energieeinsparung von rund 150.000 kWh, indem sie verhindert, dass Wärme entweicht. Bei aktuellen Energiepreisen hat sich diese Anschaffung bereits nach 2 Jahren amortisiert“.

Anschaffung von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen geplant
Für das laufende Jahr ist die Anschaffung von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen auf den Flachdachflächen geplant, was wiederum eine weitere Energieeinsparung von bis zu 3 Millionen kWh im Jahr bedeutet. Auch hier zeige sich, dass sich diese Investition bereits nach drei Jahren vollständig rentiert hat.
Ende 2022 konnte durch die bereits umgesetzten Maßnahmen so eine Einsparung von 16,5 % Gas sowie von 1,5 Millionen kWh Energie vorgenommen werden. Gemessen am privaten Verbrauch ist dies in etwa so viel wie 500 4-Personen-Haushalte in einem Jahr verbrauchen oder 75 Bundesligaspiele in einem professionellen Fußballstadion.

Angebote wie Animationen, Kindergeburtstage und Saunanächte
Und so stehe das Jahr 2023 ganz im Zeichen an diese Erfolge anzuknüpfen und wieder zu gewohnter Stärke des Unternehmens zurückzukehren. „Das Angebot der Animation und der Kindergeburtstage wird ausgeweitet, die äußerst beliebten Saunanächte starten wieder in gewohntem Umfang und Sortimentserweiterungen im Bereich der Gastronomie sind nur ein Teil dessen, auf was sich die Gäste freuen dürfen“, verrät der Geschäftsführer.
Neugestaltung der Fitnessräumlichkeiten
Eine Neugestaltung der Fitnessräumlichkeiten bietet ebenfalls bald neue Angebote für Jung und Alt. So blickt das Atlantis auf turbulente vergangene Jahre zurück und schreibt sich auf die Segel weiterhin alles in der eigenen Macht stehende zu realisieren, um Dorsten und dem Umland eine Bereicherung und Mehrwert zu bieten.




























