Mitten in der politischen Debatte über eine mögliche Olympia-Nutzung und die umstrittenen Deponiepläne auf der Hürfeld-Halde bringt eine neue Pressemitteilung der CDU Altendorf-Ulfkotte eine weitere Dimension in die Diskussion. Es geht dabei um mögliche Schäden an der Basisabdichtung der Halde und steigende Salzwerte im Grundwasser.
Der Ortsverband hat bei der Bezirksregierung Arnsberg Analysedaten zum Grundwasser rund um die Halde angefordert. Er sieht darin Hinweise auf eine deutliche Belastung.
Auffällige Salz- und Sulfatwerte im Grundwasser
Nach Angaben der CDU zeigen vorgelegte Analysen aus den Jahren 2008 bis 2018 eine erhebliche Zunahme der elektrischen Leitfähigkeit des Grundwassers westlich der Halde. Während die Werte östlich bei 300 bis 900 Mikrosiemens pro Zentimeter liegen, erreichen sie westlich Werte von bis zu 2930 Mikrosiemens.
Auch die Sulfatwerte liegen laut CDU mit 230 bis 370 Milligramm pro Liter teilweise über Grenzwerten, die für Trinkwasser oder Mineralwasser gelten. In Einzelfällen seien Chloridwerte von über 600 Milligramm pro Liter gemessen worden.
Der Ortsverband warnt daher, Brunnenwasser in diesem Bereich nicht mehr zu Nahrungszwecken zu nutzen.
Verdacht auf undichte Basisabdichtung
Als mögliche Ursache nennt die CDU eine beschädigte oder durchlässige Basisabdichtung der Halde. „Für uns die einzige Erklärung: die Basisabdichtung der Halde ist wasserdurchlässig geworden und der Regen, der das stark salzhaltige Bergematerial ausgewaschen hat, fließt als Sickerwasser direkt ins Grundwasser“, heißt es in der Stellungnahme. „Unsere schlimmsten Befürchtungen, dass neben der unzuverlässigen Basisabdichtung auch die Mergelschichten unter der Halde spätestens durch Bergsenkungen – hervorgerufen durch Abbautätigkeiten – ihre Undurchlässigkeit verloren haben, scheint sich leider zu bewahrheiten.“
Der Ortsverband verweist darauf, dass es bereits in den 1980er-Jahren Zweifel an der hydrologischen Unbedenklichkeit des Untergrunds gegeben habe.
Offene Fragen an Behörden und RAG
Die CDU Altendorf-Ulfkotte kritisiert zudem, dass Analysedaten nach der Auflösung des Bergamtes Marl teilweise nicht mehr auffindbar seien. Sie stellt die Frage, wie eine wirksame Kontrolle möglich sei, wenn wichtige Messdaten nicht vorlägen.
Unklar sei zudem, warum die regelmäßige Beprobung des Grundwassers nach Einstellung des Haldenbetriebs 2018 nicht fortgeführt wurde.
Neue Dimension in der Halden-Debatte
Die Veröffentlichung fällt in eine Phase intensiver politischer Diskussionen über die Zukunft der Hürfeld-Halde. Während CDU, SPD und Grüne eine nachhaltige Nutzung im Sinne der Haldenverträge fordern und die Olympia-Idee als mögliche Perspektive prüfen lassen wollen, verfolgt die AGR weiterhin Deponiepläne.
Sollten sich die Hinweise auf eine Grundwasserbelastung bestätigen, könnte dies die Debatte grundlegend verändern. Fragen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes würden stärker in den Mittelpunkt rücken und die Anforderungen an jede zukünftige Nutzung erheblich verschärfen.
Forderung nach Aufklärung
Die CDU Altendorf-Ulfkotte fordert nun eine umfassende Aufklärung der möglichen Umweltbelastungen und eine transparente Kommunikation der Messergebnisse. Nur auf dieser Grundlage könne über die Zukunft der Halde verantwortungsvoll entschieden werden.




























