Rapper Danny Fresh hilft bei der Berufsorientierung

Berufsorientierung mit Beats und Bass: Die Jugendberufshilfe lud den Rapper Danny Fresh zum Workshop ans Berufskolleg. Die Jugendlichen setzten sich über die Musik mit ihrer Zukunft auseinander.

Danny Fresh (r.) gab den Schülern die Möglichkeit, ihren eigenen Song zu gestalten. Foto: Stadt

Schüler des Paul-Spiegel-Berufskollegs haben sich in Kooperation mit der Jugendberufshilfe der Stadt Dorsten am Mikrofon versucht. Das spannende Motto des dreitägigen Workshop lautete: „Rap in der Box – Berufsorientierung mit Beats und Bass“. Dabei gestalten die Teilnehmer mit Hilfe von Profi-Rapper Danny Fresh einen eigenen Song. Für Danny Fresh (bürgerlich Daniel Ohler) ist der Einsatz in der Schule übrigens nichts Ungewöhnliches: Der 43-Jährige hat in Mannheim den pädagogischen Einsatz von Musik studiert und ist dort auch Gastdozent.

Die teilnehmenden Jugendlichen befinden sich derzeit in der Ausbildungsvorbereitung. Über das Medium Musik sollten sie sich ganz anders mit der eigenen Biographie und Zukunft auseinandersetzen. So sollten sie positive Rückmeldung erfahren, ihre persönlichen Grenzen sollten erweitert und verdeckte Talente gehoben werden. Bis die Jugendlichen aber tatsächlich mit dem eigenen Song am Mikrofon standen, war es ein spannender Weg.

Sprache als Schlüssel zum Erfolg – auch im Beruf

Nach einer Einführung in Rhythmus und Takt wurde natürlich über Sprache diskutiert. „Was ist der Unterschied zwischen einer WhatsApp-Nachricht und einer Bewerbung?“ fragte der Rapper. „Wie würde der Personaler in einem Bewerbungsgespräch reagieren, wenn ihr mit ihm sprechen würdet, wie ihr WhatsApp-Nachrichten schreibt?“

Gemeinsam suchten die Teilnehmer nach Themen für einen Liedtext. Dabei wurde schnell deutlich, wie sehr die Jugendlichen sich mit ihrer Zukunft, aber auch ihrer Perspektivlosigkeit auseinandersetzen. Manche Teilnehmer brachten sogar ihre Erfahrungen als Flüchtling in den Text ein.

„Es war natürlich ein couragiertes Ziel, in drei Tagen einen eigenen Song aufzunehmen. Aber Danny Fresh hat die Jugendlichen auf seine ganz eigene Art motiviert und angesprochen. Das kam sehr gut an“, berichtet Martina Lissner von der Jugendberufshilfe.

Der Musiker und Dozent schaffte es, die Jugendlichen immer wieder zu motivieren. Foto: Stadt Dorsten

Schüler waren sehr motiviert

Ein Teilnehmer sagt: „Wir haben uns etwas getraut, was wir noch nie gemacht haben“. Ein anderer ergänzte: „Eigentlich wollte ich nicht kommen, hatte gedacht, der ist bestimmt total langweilig. Aber der Danny ist cool, er versteht uns!“  Auch Sebastian Krieg, Lehrer am Paul-Spiegel-Berufskolleg, war sehr angetan dem ungewöhnlichen Workshop: „Ich bin begeistert, wie viel aus den drei Tagen geworden ist. Drei richtig gute Tage und ich freue mich schon aufs nächste Mal!“

Martina Lissners Fazit lautet: „Mich hat die Kreativität der Leute beeindruckt. Ich habe heute einen Satz gehört: `Wir alle haben Augen, aber jeder hat einen eigenen Blick´. Solche Dinge, die da entstanden sind, sind super. So etwas erlebt man im normalen Schulalltag in der Regel nicht.“

Julia Masuhr ist die neue Sozialarbeiterin im Team des Paul-Spiegel-Berufskolleg und ehemalige Schülerin der Schule. Auch sie war begeistert: „Es waren mega coole drei Tage! Es hat richtig Spaß gemacht!“