Die Fahrzeugflotte des Entsorgungsbetrieb Stadt Dorsten (EBD) wird ab dem 28. Juni für zwei Wochen von einem Spezial-Müllfahrzeug des Herstellers FAUN unterstützt. Es soll den Weg für ein späteres Wasserstofffahrzeug bahnen.

Das Spezial-Müllfahrzeug sammelt nicht nur Abfall, sondern auch jede Menge Betriebsdaten. Der „FAUN-Datensammler“, noch mit konventioneller Dieseltechnik ausgerüstet, ist dabei mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet. Diese können Logistik- und Energiezahlen erfassen. Der Wagen sammelt Informationen über topographische Besonderheiten sowie Fahrwege, Geschwindigkeit und Anzahl der geleerten Behälter. Erkennbar ist er übrigens an der Aufschrift „Wir packen es und fahren bald mit Wasserstoff“.
Müll soll bald umweltfreundlich abgeholt werden
Warum das? Der EBD ist Mitglied im WINDOR-EnergieTisch, in dem sich Dorstener Unternehmen und Logistiker seit 2018 regelmäßig über alternative Antriebe zum Diesel austauschen. Zudem sind sie ein Bestandteil des Projektes HyExperts Region Emscher-Lippe.
Beeindruckend leise und sehr effizient sind elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Die Lastwagen erhalten dabei zusätzlich Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik, um mit hoher Reichweite die schweren Lasten transportieren zu können. Der EBD beabsichtigt mittelfristig, Müllfahrzeuge zu beschaffen, die schließlich mit „grünem“ Wasserstoff und Brennstoffzellentechnik angetrieben werden.
Eine Software wird dafür die Daten des „FAUN-Datensammlers“ auswerten. Im Anschluss können die Experten bestimmen, wie viele Brennstoffzellen ins Fahrzeug müssen und wie groß die Batterien und der Wasserstofftank sein muss, um eine optimale Abfallentsorgung zu gewährleisten. Dann kann der Hersteller ein maßgeschneidertes Fahrzeug für den EBD liefern.
Wasserstofftankstelle soll bald in Dorsten entstehen
Der grüne Wasserstoff kommt 2026 nach Dorsten. Die Open Grid Europe (vormals Ruhrgas) wird dann im Rahmen des Projektes GetH2 grünen Wasserstoff durch Pipelines von Lingen durch Dorsten ins Ruhrgebiet liefern. Wasserstofftankstellen an der Pipeline können diesen grünen Wasserstoff dann beziehen. Die Betreiber von Wasserstofftankstellen errichten diese, sobald der Bedarf ab etwa ein Dutzend Wasserstoff-Lkw zu decken ist. Die Dorstener Unternehmer des WINDOR-EnergieTisches stehen dabei in den Startlöchern, denn die Lkw-Hersteller haben 40-Tonner Wasserstoff-Sattelzüge für 2023 angekündigt. Die ersten Wasserstoff-Lkw und -Müllwagen werden so zunächst aus mobilen Container-Tankstellen mit Wasserstoff versorgt.




























