StartServiceSchutz vor Betrug im Internet wird immer wichtiger

Schutz vor Betrug im Internet wird immer wichtiger

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Am 15. März ist der Weltverbrauchertag. Die Verbraucherzentrale Dorsten nutzt den Tag jährlich, um auf aktuelle Themen aufmerksam zu machen. In den vergangenen Jahren ging es etwa um Handyshops und problematische Handyverträge. In diesem Jahr steht ein besonders präsentes Thema im Mittelpunkt: Finanzbetrug im Internet.

Der Weltverbrauchertag ist ein Aktionstag, der auf den früheren US-Präsidenten John F. Kennedy zurückgeht. Er forderte bereits in den 1960er-Jahren mehr Rechte und Schutz für Verbraucher.

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„Im Internet fehlt oft die Sicherheit, die wir aus dem Alltag kennen“, erklärt Ruth Pettenpohl, Leiterin der Verbraucherzentrale in Dorsten. Während man in der Innenstadt ein Produkt im Schaufenster sieht, ins Geschäft geht und die Ware direkt in der Hand hält, sei der Onlinekauf mit mehr Unsicherheit verbunden. „Man muss genau prüfen: Woher kommt die Ware? Gibt es ein vertrauenswürdiges Impressum?“ erklärt sie.

Spontane Klicks können teuer werden

Gerade spontane Käufe über soziale Netzwerke werden zunehmend zum Problem. Viele Menschen scrollen abends durch Social-Media-Plattformen, klicken auf einen vermeintlichen Schnäppchen-Link und bezahlen per Vorkasse. Häufig kommt die Ware dann gar nicht an oder es wird ein anderes Produkt geliefert. Das Geld zurückzubekommen sei in solchen Fällen sehr schwierig.

Betrug wird immer professioneller

Zu den häufigsten Themen in der Beratung zählen Phishing-Mails, das Abgreifen persönlicher Daten, Fake-Shops und Anlagebetrug. Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom haben bereits rund zwei Drittel der Deutschen Erfahrungen mit Cyberkriminalität gemacht. Rund vierhunderttausend Menschen berichten von verdächtigen E-Mails oder Betrugsversuchen.

Viele Betroffene sprechen jedoch nicht darüber. Cyberkriminalität sei vielen Menschen unangenehm. Sie schämen sich, zuzugeben, auf den Betrug hereingefallen zu sein.

Finanzbetrug im Internet (Symbolbild). AI-Foto: Marie Falke

Aktuell beobachtet die Verbraucherzentrale in Dorsten vermehrt Betrugsversuche über manipulierte QR-Codes. Ein Beispiel dafür sind Parkautomaten: Statt der offiziellen Bezahlseite führt der aufgeklebte Code auf eine gefälschte Internetseite. Dort werden sowohl Geld als auch persönliche Daten abgegriffen.

Ein Tipp der Expertin: QR-Code-Scanner verwenden, die vor dem Öffnen anzeigen, auf welche Internetseite der Code führt.

Zusätzlich empfiehlt sie den sogenannten „Fake-Shop-Finder“. Das Online-Tool analysiert verschiedene Merkmale einer Website und bewertet sie anschließend mit einem Ampelsystem nach Vertrauenswürdigkeit.

Anlagebetrug stark gestiegen

Besonders stark gestiegen sei zuletzt der Anlagebetrug. Von 2024 auf 2025 nahm er laut Verbraucherzentrale um 59 Prozent zu. Betrüger kopieren dabei häufig Original-Websites von Banken oder Investmentplattformen und wirken dadurch seriös. „Der Betrug ist heute oft maßgeschneidert“, erklärt Pettenpohl.

Ein Fall sei ihr besonders im Gedächtnis geblieben: Ein Mann legte ein Erbe im sechsstelligen Bereich online an. Drei Jahre später wollte er das Geld für den Kauf eines Hauses nutzen, doch das gesamte Vermögen war verschwunden. Es gab keine Chance, das Geld zurückzubekommen.

Wer fällt besonders häufig rein?

Wer besonders häufig Opfer wird, hängt laut Pettenpohl vom Betrugsmodell ab. Junge Menschen geraten eher über Links in sozialen Netzwerken in die Falle. Ältere Menschen wiederum stoßen häufiger auf Angebote wie kostenpflichtige Formularausfüllhilfen oder angebliche Dienstleistungen rund um Rundfunkgebühren.

Immer auf dem neuesten Stand

Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, arbeitet die Verbraucherzentrale Dorsten eng mit der Geschäftsstelle in Düsseldorf zusammen. Dort gibt es einen eigenen juristischen Bereich, der sich mit neuen Betrugsmaschen beschäftigt.

Die wichtigsten Tipps der Verbraucherzentrale Dorsten

Ein häufiger Auslöser dafür, dass Menschen auf Betrug hereinfallen, sei Zeitdruck. „Wenn etwas sehr dringend wirkt, denken viele nicht mehr in Ruhe nach“, sagt Pettenpohl. Gleichzeitig werde es immer schwieriger, Betrug zu erkennen. Auch durch künstlich erzeugte Stimmen oder Bilder.

Ihr wichtigster Rat lautet deshalb: „Einmal einatmen, ausatmen und den Kopf einschalten.“ Im Zweifel sollten Verbraucher direkt beim Unternehmen nachfragen oder dort anrufen.

Zum Abschluss nennt Ruth Pettenpohl einige grundlegende Schutzmaßnahmen:

  • Fake-Shop-Finder nutzen und Websites prüfen
  • bei Verdacht Konten oder Karten sofort sperren lassen
  • Beweise wie E-Mails oder Screenshots sichern
  • Geräte und Betriebssysteme regelmäßig aktualisieren
  • sichere und unterschiedliche Passwörter verwenden

Passend zum Weltverbrauchertag bietet die Verbraucherzentrale Dorsten außerdem am 17.03.2026 einen kostenlosen Online-Vortrag zum Thema Finanzbetrug an. Zusätzlich wurde eine Sonderseite mit Informationen eingerichtet.

Darüber hinaus fordert die Verbraucherzentrale eine einheitliche Zahlungsrichtlinie sowie strengere Prüfungen von Internetseiten, um Betrugsfälle künftig besser zu verhindern.

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