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Stadtmodell zeigt Dorsten zur Zeit Merians

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Im Gebäude der Volkshochschule (VHS) in Dorsten steht den Besuchern nun eine besondere Attraktion im Stadtarchiv zur Verfügung. Dort können sie ab sofort ein Stadtmodell von Dorsten aus dem Jahr 1647 bewundern. Es entspricht den berühmten Stichen von Matthäus Merian.

Diese einzigartige Bereicherung des Stadtarchivs wurde von Klaus Grapow, einem 85-jährigen Architekten aus Dreieich bei Frankfurt, geschaffen. Klaus Grapow hat seit seinem Ruhestand das Hobby entdeckt, Modelle von Städten nach den Vorlagen der Merian-Stiche anzufertigen.

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Berühmter Künstler schuf viele Stadtbilder

Matthäus Merian war ein Schweizer Verleger und Kupferstecher. Berühmt machten ihn vor allem seine Darstellungen vieler deutscher Städte. Diese Werke sind oft die ältesten erhaltenen Bilder vieler Gemeinden. Eine bemerkenswerte Eigenheit seiner Bilder ist die Vogelperspektive. Für uns ist diese in Zeiten von Flugzeugen und Satelliten ein gewohnter Anblick, aber im 17. Jahrhundert musste Merian auf derartige Hilfsmittel verzichten.

Mit diesem Stich zeigt Matthäus Merian die Stadt Dorsten im Jahr 1647. Gut zu erkennen ist die Stadtmauer mit den vorgelagerten Bastionen und dem Grabensystem.

Klaus Grapow baut Merians Modelle detailliert nach

Klaus Grapow ist von Merians Werken fasziniert. Im Laufe der Zeit hat er bereits über 25 Modelle erstellt, darunter von Städten wie Frankfurt, Köln, Bonn und Neuss. Das Dorstener Modell, das von zahlreichen Wehranlagen umgeben ist, stellte für ihn eine besondere Herausforderung dar. Auf 73 x 77 cm Fläche sind Häuser, Mauern und Topographie exakt nachgebaut.

Stadtmodell Merian
Stadtarchivar Martin Köcher hat das Stadtmodell bei Architekt Klaus Grapow in Dreieich abgeholt. Foto: Stadt Dorsten

Die Arbeitszeit für dieses aufwändige Modell beläuft sich nach Aussage des Architekten auf etwa 120 bis 150 Stunden. Als Material wurde Polysterol verwendet, und großzügigerweise hat Klaus Grapow das Modell dem Stadtarchiv Dorsten geschenkt.

Stadtarchivar holte Modell persönlich ab

Stadtarchivar Martin Köcher hatte Klaus Grapow mit historischen Unterlagen unterstützt. Die beiden standen während des Modellbaus in ständigem Kontakt. Schließlich reiste Köcher persönlich nach Dreieich, um das fertige Modell entgegenzunehmen.

Modell ist nun im Stadtarchiv zu sehen

Interessierte können das Stadtmodell im Stadtarchiv montags, dienstags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie an jedem ersten Donnerstag im Monat von 15 bis 18 Uhr besichtigen. Darüber hinaus ist eine Besichtigung nach persönlicher Terminvereinbarung möglich.

Bürgermeister Tobias Stockhoff freut sich darüber, dass große und kleine Besucher nun durch das Modell einen lebendigen Eindruck von Dorsten im 17. Jahrhundert gewinnen können. Das Modell wird durch einen Plexiglaskasten geschützt.

Das Modell ist nun im Stadtarchiv zu sehen. Foto: Stadt Dorsten

Als Anerkennung für das besondere Engagement erhielt Klaus Grapow vom Bürgermeister das Buch „Dorsten – eine Zeitreise“ zugesandt. Damit verbunden war eine Einladung nach Dorsten.

Auch der Meister machte Fehler

Merians Darstellung der Stadt im 17. Jahrhundert ist übrigens zwar realitätsnah, aber nicht in allen Einzelheiten genau. Einige Details, wie die Anzahl der Türme in der Stadtmauer, lassen sich im Katasterplan von 1822 nicht bestätigen. Dennoch bleibt Merians Bildnis der Stadt eine bedeutende und geschätzte Darstellung in der vielseitigen Geschichte Dorstens.

Weitere Informationen zum Stadtarchiv Dorsten finden sich online.

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