TransSilvania-Tagebuch (1): Die Ankunft

Unsere Reporterin Petra Bosse berichtet aus Rumänien über die Hilfsprojekte des Dorstener Vereins TransSilvania. Am ersten Tag gab es eine Begegnung mit Dracula, aber auch mit bitterer Armut.

Horst Schönweitz, Lambert Lütkenhorst und Petra Bosse in Schässburg. Foto: Petra Bosse

Der Flug mit den Helfern von TransSilvania verlief ohne Probleme. Auf dem Weg zum Hotel nach Rupea (deutsch Reps) gab es für Lambert Lütkenhorst, Horst Schönweitz und Petra Bosse einen kurzen Stopp in Sighișoara (Schässburg). Dies ist eine wunderbare alte Stadt, in der sich viele Sagen um den Fürsten Dracula ranken. Dieser touristisch geprägte Ort im Siebenbürgenland bietet viele Attraktionen und ist immer eine kleine Reise wert.

Allerdings ist der Zweck der Reise ja nicht, Urlaubsgebiete zu erkunden. So ging es anschließend zum Treffen mit Karl Hellwig. Der Siebenbürger ist dem Verein TransSilvania schon seit seiner Gründung im Jahr 1990 ein guter Bekannter. Schließlich koordiniert er als Geschäftsführer des Partnervereins NOWERO (Nordrhein-Westfalen-Romania) viele Projekte vor Ort.

Bittere Armut in Katzendorf

Karl Hellwig bat die Dorstener, ihn in das Dorf Cata (Katzendorf) zu begleiten. Hier wollte er für eine kranke Frau dringend benötigte Medikamente übergeben. Katzendorf ist ein Dorf, in dem das soziale Gefälle der rumänischen Gesellschaft besonders deutlich wird. Hier leben die Menschen am Rande des Existenzminimum. Besonders die Kinder und die alten Menschen leben als Teil einer ethnischen Minderheit in schlimmen Zuständen. 

Lambert Lütkenhorst erklärt die Situation vor Ort. Video: Petra Bosse

Neben der Versorgung mit Lebensmittel und notwendigen Medikamenten geht es TransSilvania darum, den Kindern einen guten Zugang zu schulischer und beruflicher Bildung zu ermöglichen. Dazu werden wir in den kommenden Tagen noch ausführlicher berichten.

Doch schon jetzt ist die Arbeit des Vereins TransSilvania vor Ort sichtbar. So hat er etwa eine Ausbildungswerkstatt für Holzbearbeitung und eine Metallwerkstatt eingerichtet. Außerdem unterstützt TransSilvania die Schulen im Ort mit notwendiger EDV-Grundausstattung. Das Bildungsprojekt für Kinder aus sozialen Minderheiten soll weiterhin von dem Verein unterstützt werden. Im Fokus stehen hier bewusst die Kinder und Jugendlichen, die am Rande der Gesellschaft leben müssen. Sie sind früh auf sich selbst gestellt. Oft bekommen Kinder hier schon Kinder. Ohne Hilfe ist es ein Kreislauf der Armut und ohne Ende. 

Die Kinder leben in Katzendorf in bitterer Armut. Video: Petra Bosse