TransSilvania-Tagebuch (4): Dankbarkeit und Hilfe

Unsere Reporterin Petra Bosse berichtet aus Rumänien über die Hilfsprojekte des Dorstener Vereins TransSilvania. Am vierten Tag trafen sie eine Helferinitiative am Kronstadter Bahnhof und besuchten einen Kindergarten.

In Danes besuchten die Helfer einen Kindergarten für ukrainische Flüchtlingskinder. Foto: Petra Bosse

Am vierten Tag der Reise besuchten Lambert Lütkenhorst, Horst Schönweitz und Petra Bosse den Bahnhof in Kronstadt. Und auch hier möchte TransSilvania helfen. An der geschäftigen Station kommen rund um die Uhr Züge aus allen Richtungen rund um die Uhr an. Viele davon kommen auch aus ukrainischen Grenzregionen.

Am Bahnhof warten die Helfer auf die Ankunft eines Zuges mit ukrainischen Flüchtlingen. Foto: Petra Bosse

So auch ein Zug, der über Bukarest im Hauptbahnhof von Kronstadt einläuft. An Bord sind Flüchtlinge aus der Ukraine. Es sind dabei Kinder, Frauen und alte Menschen auf der Flucht vor Putins brutalem Krieg. Die Flüchtlinge sind oft schon tagelang unterwegs. Zu ihrer Hilfe gibt es eine Initiative in Kronstadt mit großem ehrenamtlichen Einsatz. Sie versorgen die Flüchtlinge im Zug mit den Notwendigsten. Dazu zählen etwa Windeln für die Kleinsten oder Spielzeug, aber auch Lebensmittel, Getränke und Süßigkeiten. An diesem Tag können sich die Besucher von TransSilvania selbst über ihren Einsatz ein Bild machen.

Am Bahnhof in Kronstadt unterstützt TransSilvania eine ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuung. Video: Petra Bosse

TransSilvania sagt weitere Hilfe zu

Über Hannes Stefanie und seinem Freund Cristian Macedonschi wurde der Verein TransSilvania auf diese Aktion aufmerksam gemacht. Dabei wurde den Helfern wieder einmal deutlich, wie sehr der brutale Krieg die Menschen an den Rand der Verzweiflung bringt. Die allermeisten Menschen im Zug reisen zwar weiter, aber einige bleiben auch vor Ort in Kronstadt. „Nach diesem ergreifenden Ereignis auf dem Bahnsteig haben wir den Entschluss gefasst, diese Aktion, die wir von Anfang an mit Spendenmitteln unterstützt haben, auch weiterhin zu finanzieren“, so Horst Schönweitz. Dabei gelte der besondere Dank den Ehrenamtlichen, aber auch allen Menschen, die dieses Projekt mit ihren Spenden unterstützt haben.

Besuch im Kindergarten

Auf der viertägigen Reise rund um Rupea, wo TransSilvania zahlreiche Projekte betreut, gab es viele eindrucksvolle Momente. Dazu gehörte auch der Besuch in einem kleinen Kindergarten in dem Dorf Danes. Hier finden nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Mütter und Großmütter eine Unterkunft und liebevolle Betreuung. Dieser Kindergarten abseits aller grossen Städte beeindruckte Lambert Lütkenhorst und Horst Schönweitz besonders. 

Auch der Kindergarten in Danes wird von TransSilvania finanziell unterstützt. Video: Petra Bosse

Berührende Schicksale

Was für Schicksale hier aufeinander treffen, ist kaum in Worte zu fassen. Daher machte es die beiden Dorstener von TransSilvania fast sprachlos, dass eine kleine Privatinitiative dieser kleinen Dorfgemeinschaft sich dieser riesengroßen Aufgabe gestellt hat. Dies ist eigentlich für alle unvorstellbar. „Da gibt es zum Beispiel das Schicksal einer Großmutter, die ihre einzige Tochter im Krieg verloren hat. Sie hat hier nun mit ihren Enkelkindern eine Bleibe gefunden. Die Kinder sind das einzige, was aus der alten Heimat geblieben ist. Das ist ein Schicksal, was für mich nur schwer erträglich ist“, gesteht Lambert  Lütkenhorst. „Wir sind froh, dass unser Partnerverein mit Karl Hellwig diese Privatinitiative bereits mit der Möbelausstattung des gesamten Kindergartens unterstützt hat und wir werden uns hier auch künftig weiter mit der Unterstützung unserer Spender engagieren“, ergänzt Horst Schönweitz.