Dominik Schad ist neuer Kreisdirektor. Die Kreisverwaltung Recklinghausen gewinnt das Eilverfahren, das der ehemalige Kreisdirektor Roland Butz gegen die erneute Kreisdirektor-Wahl im Oktober 2023 eingereicht hatte. Rechtsmäßigkeit der Wahl bestätigt.
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat den Eilantrag des ehemaligen Kreisdirektors Roland Butz gegen die Kreisdirektor-Wahl im Oktober 2023 abgelehnt. Die Kreisverwaltung Recklinghausen kann damit den Wahlsieger Dominik Schad offiziell als neuen Kreisdirektor einsetzen.
Beschluss vom 12. Januar 2024
Das Gericht befand, dass das Stellenbesetzungsverfahren ordnungsgemäß und ohne Fehler durchgeführt wurde. Dies teilte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in einem Beschluss heute mit. Das Gericht vertritt die rechtliche Auffassung, dass das zweite Stellenbesetzungsverfahren ordnungsgemäß und fehlerfrei durchgeführt wurde.
Keine Verletzung der Chancengleichheit
Es sei für das Gericht, entgegen der Auffassung des ehemaligen Kreisdirektors, nicht ersichtlich, dass der Kreis Recklinghausen den Anspruch auf chancengleiche Behandlung verletzt habe, indem er die im Rahmen des ersten Stellenbesetzungsverfahrens über den ehemaligen Kreisdirektor geäußerten Werturteile der Personalagentur nicht widerrufen habe. Der Kreistag habe sich im Rahmen des Stellenbesetzungsverfahrens in geeigneter Weise einen umfassenden Eindruck von Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung der Bewerber verschaffen können.
Dominik Schad als neuer Kreisdirektor
Nach dem positiven Ausgang des Gerichtsverfahrens steht nun fest, dass die Stelle des Kreisdirektors im Kreis Recklinghausen mit dem Wahlsieger Dominik Schad besetzt werden kann. Landrat Bodo Klimpel äußerte sich dazu folgendermaßen: „Der Kreistag hatte in zwei Wahlen unmissverständlich seinen ausdrücklichen Wunsch nach einem Wechsel auf der Position des Kreisdirektors deutlich gemacht. Mehrheitlich hatte man sich für einen Kandidaten entschieden, der im Verfahren durch sein Engagement, seine Ideen und seine Persönlichkeit überzeugt hat. Ich bin dankbar, dass das Verwaltungsgericht nun Klarheit geschaffen hat und eine sehr bedeutsame Position in der Kreisverwaltung endlich besetzt werden kann.“
In Bezug auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen hat der ehemalige Kreisdirektor Roland Butz die Möglichkeit, innerhalb einer Frist von zwei Wochen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen einzulegen.
Hintergrund:
Die Neubesetzung der Position des Kreisdirektors im Kreis Recklinghausen wurde durch einen Beschluss des Kreistags vom 19. September 2022 initiiert. Am Ende des sorgfältigen Auswahlverfahrens erfüllten drei Kandidaten die formalen Anforderungen für das Amt des Kreisdirektors.
Im darauf folgenden März erzielte Dominik Schad in einer Wahl des Kreistags eine beeindruckende Mehrheit und wurde somit für acht Jahre zum allgemeinen Vertreter des Landrates gewählt. Bei dieser geheimen Wahl unterstützten 52 Mitglieder des Kreistags Schad, zwei enthielten sich der Stimme, und es gab lediglich eine Gegenstimme.
Nur 13 Stimmen für Butz
Nur 13 Stimmen gingen an Roland Butz, der zu diesem Zeitpunkt noch als Kreisdirektor im Amt war. Darüber hinaus hatte der Kreisdirektor zusätzlich die Rolle des vom Kreistag ernannten Kämmerers des Kreises Recklinghausen. Roland Butz, der ehemalige Kreisdirektor, legte gegen das Ergebnis dieser Wahl erfolgreich einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht ein, was eine erneute Durchführung der Wahl notwendig machte.
48 Kreistagsmitglieder für Schad
In einer weiteren Sitzung am 16. Oktober entschied sich der Kreistag erneut mehrheitlich dafür, Dominik Schad für die gleiche Dauer zum allgemeinen Vertreter des Landrates zu bestellen. In dieser geheimen Wahl stimmten 48 Kreistagsmitglieder für Schad, während acht Stimmen an Roland Butz gingen. Es gab eine Enthaltung und zwei Gegenstimmen. Auch gegen dieses Wahlergebnis reichte der ehemalige Kreisdirektor Roland Butz einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein.
Vita von Dominik Schad
Frühe Karriere und Ausbildung
Dominik Schad, ursprünglich aus Waltrop, trat 2010 in die Dienste des Kreises Recklinghausen ein. Er absolvierte sein Studium der Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum, mit dem Schwerpunkt auf „Management und Regulierung von Wirtschaft, Arbeit und Organisationen“. Vor seiner Tätigkeit im Kreis war er bei der Stadt Herten beschäftigt.
Berufliche Stationen im Kreis Recklinghausen
Schads Karriere im Kreis Recklinghausen begann als Büroleiter des Landrats. Ab 2015 engagierte er sich im Jobcenter des Kreises, zunächst als Projektverantwortlicher und dann als Fachdienstleiter für Personal und Organisation. Seine letzte Position dort war die des Fachbereichsleiters und somit des leitenden Kopfes des Jobcenters.
Aktuelle Tätigkeiten und Nebenengagements
Seit Juli 2022 leitet Schad den Fachdienst Finanzen in der Kreisverwaltung. Zusätzlich war er Leiter des Krisenstabs „Ukraine“ und ist Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft NRW der Jobcenter. Neben seiner Haupttätigkeit wirkt er als Referent für Changemanagement und Verwaltungsdigitalisierung beim Studieninstitut Westfalen-Lippe und beim Institut für Kooperative Systeme.




























