StartAllgemeinVon wegen Old School: Selbstgestrickte Socken liegen im Trend

Von wegen Old School: Selbstgestrickte Socken liegen im Trend

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Eine Geschichte von Martina Jansen. Foto: Pexels

Elke geht zielstrebig die Einkaufsstraße entlang. Noch zwei Geschenke fehlen ihr in diesem Jahr, dann hat sie alle beisammen. Es war nicht immer einfach, die Geschenke zu besorgen, die sich ihre Liebsten gewünscht haben, aber die Freude der Beschenkten wird sie für ihre Mühe entschädigen.

Bevor sie das Wollgeschäft betritt, sieht sie sich ihr Spiegelbild im Schaufenster an. „Nicht schlecht dafür, dass ich schon eine 13-jährige Enkelin habe“, lächelt sie sich selbst zu. Sie zögert, bevor sie das Wollgeschäft betritt und denkt an früher. Ihre Großmutter und auch ihre Urgroßmutter, die Tick-Oma, wie sie von allen genannt liebevoll wurde, sahen in ihrer Erinnerung dagegen schon immer alt aus. Stets in Schwarz gekleidet, an Sonn-und Feiertagen auch mal mit einer weißen Bluse oder einem weißen Spitzenkragen, waren sie kein Vergleich zu den aktiven und auch attraktiven Großmüttern in der heutigen Zeit.

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Viel weiß sie nicht mehr von damals, hat aber immer noch das Bild im Kopf von ihren beiden Großmüttern, die strickend im Lehnsessel saßen und mit ihren Werken die ganze Familie versorgten. Dass auch sie zu Weihnachten stets selbst gestrickte Socken bekam, daran erinnerte sich Elke auch noch ganz genau. Es waren Strümpfe, die in ihrer Erinnerung kratzig und quitschebunt waren. Die Arbeit und die Liebe, die in den selbst gemachten Geschenken steckten, die sah sie als Kind natürlich nicht. Sie freute sich viel mehr über die Puppe, die „Mama“ sagen konnte, über ihre erste Jeans oder über einen eigenen Kassettenrekorder. Erst viel später wusste sie die warmen Socken zu schätzen, aber da war ihre Uroma längst verstorben.

Der einzige Wermutstropfen: die Musiker müssen leider auch auf die leckeren Kekse und dem ein oder anderen Schnäpschen der Nachbarschaften verzichten und sich stattdessen selbst versorgen.

Die Zeit verging, nun ist Elke selbst Oma. Und seit geraumer Zeit sitzt auch sie im Sessel und hat dabei immer öfter fünf Stricknadeln in der Hand. Es dauerte lange, bis sie sich traute, ihrer Tochter handgestrickte Socken unter den Weihnachtsbaum zu legen. Aber mittlerweile freut sich Julia jedes Jahr sehr über die kuscheligen Strümpfe, die ihre Füße so mollig warmhalten. Selbstgestrickte Socken erleben seit einiger Zeit ein Comeback. Sie sind keine Verlegenheitsgeschenke mehr, wenn man gar nicht weiß, was man schenken soll und möchten auch keinen Preis mehr in der Parade der „Ugly Christmas Sweats and Socks“ gewinnen, bei der Hässlichkeit Trumpf ist. Socken haben etwas von Herzlichkeit und von der guten alten Zeit an sich. Sie müssen nicht einmal originell oder aufwendig verpackt sein. Mit einer schönen, selbst gebastelten Banderole oder einer schlichten Schleife drumherum wirken sie für sich.

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