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Altstadtkonferenz stellt zukünftige Projekte vor

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Die Altstadtkonferenz wurde von Brigitte Manske, Frank Hesse und Wolfgang Baldauf (v.l.n.r.) moderiert. Foto: Borgwardt

Bei der Stadtteilkonferenz „Wir machen Altstadt“ gab es einiges zu besprechen. Die Anwesenden stimmten für zwei neue Projekte, die die Innenstadt verschönern sollen.

Am Anfang der abendlichen Altstadtkonferenz im Treffpunkt Altstadt stand die förmliche Zertifizierung durch Tobias Stockhoff. Der Bürgermeister überreichte dem Sprechergremium um Brigitte Manske, Frank Hesse und Wolfgang Baldauf eine Urkunde. Damit war die Konferenz ganz offiziell dazu ermächtigt, über die Verwendung des Bürgerbudgets des Stadtteils zu entscheiden. Rund 3300 Euro Fördergelder dürfen als Förderung für Projekte verwandt werden, die der Altstadt und ihren Einwohnern zugute kommen.

„Dorsten zeigt Gärten“ findet eine Fortsetzung

Bevor es aber zur Vorstellung der Projekte kam, konnte Ulrike Baldauf ein positives Resümee der Aktion „Dorsten zeigt Gärten“ ziehen. Im Juni war diese Aktion als Nachfolgeveranstaltung für „Mitte macht Gärten“ erstmals gestartet (mehr dazu hier). Neben den Bewohnern der Altstadt konnten sich nun auch Gartenbesitzer aus den anderen Dorstener Stadtteilen beteiligen. Das Interesse gerade an den neu hinzugekommenen Gärten sei groß gewesen, freute sich Ulrike Baldauf. Auch die Rikschas der Dorstener Arbeit hätten als Seniorentaxis gute Arbeit geleistet. Daher soll die Aktion der offenen Gartenpforten im kommenden Jahr nicht nur wiederholt, sondern auch noch ausgeweitet werden. „Wir denken über ein ganzes Wochenende nach, damit die Besucher auch Zeit haben, alle Gärten in Ruhe anzusehen“, erklärt Ulrike Baldauf. Die genaue Planung stehe aber noch bevor.

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Ulrike Baldauf freute sich, dass die Aktion „Dorsten zeigt Gärten im Juni so gut angenommen worden war.

Projekt Nummer 1: Bunte Punkte in der Innenstadt

Als erstes Projekt stellte Brigitte Manske in Vertretung des erkrankten Bernd Pape die Idee „Bunte Punkte in der Innenstadt“ vor. Geeignete Flächen in der Altstadt sollen mit Blumenzwiebeln bepflanzt werden und so in den kommenden Jahren für schöne blühende Hingucker sorgen. Die Zwiebeln sollten dabei von lokalen Händlern erworben oder durch Spender beigesteuert werden. Wichtig bei der Auswahl der Flächen soll dabei sein, dass diese von der Öffentlichkeit sichtbar und begehbar sind. Als Kostenpunkt wurden hier rund 1000 Euro Gesamtkosten veranschlagt. Der Eigenanteil von 250 Euro sei dabei schon gesichert.

Bürgermeister Tobias Stockhoff wies darauf hin, dass dieses Projekt durch die sogenannte Vestische Mischung, eine vom Kreis Recklinghausen kostenlos angebotene Wildblumenmischung, ergänzt werden könnte. Das Projekt wurde von den Anwesenden auf der Altstadtkonferenz angenommen.

Projekt Nummer 2: Kultur-Litfaßsäulen

Das zweite Projekt wurde von Frank Hesse vorgestellt. Der studierte Architekt hatte in anderen Städten umgewidmete Litfaßsäulen entdeckt, die nach einer optischen Aufwertung exklusiv für städtische Kulturveranstaltungen warben. Solche Werbeträger könnte sich Hesse auch für Dorsten gut vorstellen. „Sie könnten als Infoträger für die breite kulturelle Vielfalt in unserer Stadt dienen“, erklärte Hesse. Als mögliche Standorte hatte er den Bahnhof, den Platz am Lippetor nahe des neuen Stadthauses, und das ehemalige Franziskanerkloster ausgemacht.

Der Architekt Frank Hesse (r.) stellte seine Idee „Kultur-Litfaßsäulen“ vor.

Der Vorschlag wurde zunächst mit Interesse aufgenommen. Für ein Raunen im Plenum sorgte dann aber die Schätzung der möglichen Kosten für drei neue Säulen von rund 2000 Euro pro Stück. Damit würde das zur Verfügung stehende Budget deutlich gerissen, und die Zustimmung zu dem Projekt schien zu schwinden.

Der Knoten konnte sich dann aber durch einen Vorschlag von Bürgermeister Tobias Stockhoff lösen. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Stadt Eigentümerin von mehreren bestehenden Litfaßsäulen ist, die an eine Anzeigenfirma vermietet sind. Stockhoff bat die Ideengeber, diesen Ansatz zu nutzen und zu klären, ob eine der Säulen für ein Pilotprojekt freigegeben werden könnte. Damit wäre das Ziel sehr viel kostengünstiger zu erreichen, zumal die Litfaßsäulen derzeit ohnehin nur schwach belegt seien. Die Anwesenden auf der Altstadtkonferenz stimmten diesem Ansatz mit einem deutlich kleineren Budget zu.

Vorstellung einzelner Projekte in der Innenstadt

Nachdem die Förderung für die „Bunten Punkte“ und die Kultur-Litfaßsäulen verabschiedet worden waren, gab es Gelegenheit für die Besucher der Altstadtkonferenz, eigene Ideen und Projekte vorzustellen.

Bernd Saalfeld vom Dorstener Kunstverein „Virtuell Visuell“ nutzte die Gelegenheit, um den Kulturraum „franz*“ in der Altstadt zu präsentieren. Der Ausstellungsort im Franziskanerkloster an der Lippestraße 5 geht auf eine Idee aus der Lockdownphase der Corona-Pandemie zurück. Es sollte ein zentraler Raum für Ausstellungen und Workshops geschaffen werden, der nun bereits ausgiebig genutzt werde. Am 4. November wird hier bereits die nächste Ausstellung eröffnet, die sich mit der Geschichte des Dorstener Bahnhofs auseinandersetzt.

Altstadtkonferenz Bernd Saalfeld
Bernd Saalfeld lud alle Dorstener zu einem Besuch im neuen Kulturraum „franz*“ ein.

Stichwort Bahnhof: Hier befindet sich ein großes Wandbildnis, das durch die Umbaumaßnahmen etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Wir konnten die Künstler von damals noch einmal dafür gewinnen, das Bild wieder zu vervollständigen“, erklärte Bernd Saalfeld. Die Kosten von rund 1000 Euro trägt der Verein Virtuell Visuell.

Blühender Garten an der Alleestraße

Bereits seit 2018 hat sich eine ehemalige Freifläche an der Alleestraße zu einem blühenden Gemeinschaftsgarten entwickelt. Eine der rührigen Mitstreiterinnen ist Magret Weyer, die das Projekt noch einmal vorstellte. „Wir möchten damit Biodiversität und Gemeinschaftssinn fördern“, erklärte Weyer und zeigte einige Fotos von den Fortschritten im Garten. Zwar verschwinde immer wieder ein Teil der Gemüseernte, aber von dem befürchteten Vandalismus sei man bisher verschont geblieben. Das feste Team aus vier Frauen würde sich immer über nette Verstärkung freuen. „Wir haben uns hier ein kleines Paradies geschaffen“. Interessenten können sich im Stadthaus melden. (Mehr zu dem Garten findet man hier.)

Magret Weyer betreut den Gemeinschaftsgarten an der Alleestraße.

Ein Sonnensegel für die Innenstadt

Jan Ottensmann und Jonathan Langer vom Stadtteilbüro „Wir machen MITte“ nutzten die Altstadtkonferenz, sich schon einmal zu verabschieden. Nach dem Auslaufen der Fördermaßnahme werden die beiden im kommenden Jahr andere Aufgaben anpacken. Vor ihrem offiziellen Ausscheiden regten die Zwei aber noch ein neues Projekt an, das vor allem im Sommer zur Geltung kommen soll.

Altstadtkonferenz
Jonathan Langer (links) und Jan Ottensmann nutzten die Gelegenheit, um sich zu verabschieden. Foto: Borgwardt

„Wir schlagen ein Sonnensegel für die Altstadt vor“, erklärte Langer. Dafür könne man den vorhandenen Draht nutzen, an dem im Sommer die beliebten Sonnenschirme aufgehängt worden seien. „Die Tücher könnten von örtlichen Kunstgruppen, Schulen oder Kindergärten gestaltet werden“, schlugen Langer und Ottensmann vor. Im Hochsommer wäre das so entstehende Sonnensegel nicht nur ein Hingucker, sondern brächte auch kühlenden Schatten für die Menschen in der Fußgängerzone.

Mit diesem Foto zeigten Ottensmann und Langer, wie ein Sonnensegel in der Innenstadt aussehen könnte.

Altstadt blüht auf

Eine schon bestehende Verschönerung der Innenstadt rief Wolfgang Baldauf noch einmal ins Gedächtnis. Im Zuge der Innenstadtgestaltung durch „Wir machen MITte“ waren in den vergangenen Jahren 20 Hochbeete aufgestellt, Baumscheiben bepflanzt und Apfelbäume im Bürgerpark gesetzt. Diese lebendigen Verbesserungen würden inzwischen von vielen Nachbarn unterstützt und würden auch weiter instand gehalten. Bürgermeister Stockhoff wies darauf hin, dass die neuen Stadtbäume in der Fußgängerzone wesentlich besser mit Trockenheit und Hitze zurecht kämen, als die früheren Exemplare.

Ukraine-Cafe der Lebenshilfe

Zum Abschluss der Altstadtkonferenz stellte Tobias Wessel von der Dorstener Lebenshilfe noch einmal das Projekt „Ankommen“ vor. Dabei würden ukrainische Familien, insbesondere Kinder und Menschen mit Behinderungen, geholfen. Im Moment denke man über die Einrichtung eines regelmäßigen Treffens in Form eines „Ukraine-Cafés“ nach, bei dem sich ukrainische und deutsche Menschen zwanglos austauschen und gegenseitig unterstützen können. Die genaue Umsetzung werde aber noch geplant.

Altstadtkonferenz Tobias Wessel
Tobias Wessel stellte die Arbeit der Lebenshilfe vor. Foto: Borgwardt

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