Dorsten. „Gute Geschäfte – was kommt nach dem Einzelhandel?“ Eine Ausstellung zu diesem Thema können Interessierte jetzt in der Hauptstelle der Sparkasse Vest in Dorsten anschauen, zu der Holger Lohse die Anwesenden bei der Eröffnung begrüßte.
War hier nicht einmal..?
Hier wurde eines deutlich: Mehr und mehr Leerstände prägen das Bild der Städte. Läden kommen und gehen. Auch in Dorsten verschwindet manch ein Laden. In aller Stille – und doch spürbar. Alteingesessene Dorstener Einzelhändler schließen mit einem Mal ihr Geschäft. Ein leiser Nachhall bleibt: „War hier nicht mal ein Buchladen?“ Vage Erinnerungen im Vorbeigehen. Geschäfte mit Geschichte und Tradition. Mit einem Mal verschwunden.

Doch was tun gegen den Leerstand? Florian Heinkel der Landesinitiative Stadtbaukultur NRW 2020 findet klare Worte, die vielleicht nicht jeder gerne hören mag: „Es wird weiterhin Leerstände geben. Sie werden künftig zum Stadtbild dazugehören.“ Kein schöner Gedanke, durch eine Geisterstadt zu schlendern. Aber soweit müsse es nicht kommen.
So gehen Konzepte der Zukunft dahin, aus dem monothematischen Schwerpunkt des reinen Einzelhandels eine Vielfalt zu schaffen: In der Vision stehen Gewerbe, Dienstleistungsunternehmen, Gastronomen, Arbeitsraum und der Einzelhandel nebeneinander. Vor allem brauche eine Stadt stabile Strukturen innerhalb des Strukturwandels.

Ein Konzept, was anderswo aufgeht, muss nicht auch in Dorsten funktionieren. Oft heißt es, dass der Online-Handel alles kaputt mache. Das sei aber nur ein Teil des Problems. „Hinzu kommt der demografische Wandel“, erläutert Heinkel. Durch diesen bleiben Kunden aus, die einst kamen. Eine Dynamik gerate ins Stocken, wenn alte Kunden ausbleiben.
Vermieter müssten ihre Immobilien künftig möglicherweise für günstigere Mieten anbieten, um ihre Geschäfte auch weiterhin mit Leben zu füllen. Raum kann als Ressource genutzt werden. Eine Herausforderung, Räume anders zu begreifen. Ähnlich, wie schon Kirchen mancherorts anders genutzt werden, könne der Leerstand mit Kultur, Kunstprojekten, Veranstaltungen gefüllt werden.
Gemeinsam aktiv werdend. Zeitlich begrenzt. Keine Garantie für ein Gelingen. Allenfalls ein Ansatz. Aber einer mit Substanz. „Wir müssen Eigentümer dafür sensibilisieren, ihre Denkbarrieren abzubauen, dass der Einzelhandel wiederkehrt“, meint Florian Heinkel weiter.
Herausforderung und Chance
Politik und Verwaltung Zivilbevölkerung und Eigentümer – sie alle sind Menschen einer Stadt, die vor einer großen Herausforderung stehen, um die Leerstände der Zukunft möglichst gering zu halten. So ist es schon heute wichtig, die Diskussion anzustoßen.

Mit der Ausstellung ist ein erster Schritt getan. 35 Städte hatten sich für die Ausstellung beworben, in 18 Städten ist sie zu sehen. Darunter auch in Dorsten. Noch ist die Fußgängerzone hier gut aufgestellt, trotz Baustelle. Eine Baustelle bleibt wohl vorerst auch das Thema rund um die Zukunft des Einzelhandels. Doch auf einer Baustelle kann auch viel entstehen. So geht es jetzt darum, frühzeitig Antworten und Ideen zu entwickeln.
Mit dem Projekt „Wir machen Mitte“ ist in Dorsten schon viel in Bewegung. Hier sind Ideen stets willkommen, um auch künftig das trostlose Bild von Leerständen weitestgehend zu vermeiden.
Wer selbst vorbeischauen möchte: Die Ausstellung ist in der Sparkasse noch mindestens in den kommenden zwei Wochen zu sehen.




























