31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 17 an die Kandidaten: Wie möchten Sie sicherstellen, dass Menschen mit Behinderung in Dorsten barrierefrei am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, sowohl baulich als auch sozial?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Es antworten:
- CDU – Tobias Stockhoff, amtierender Bürgermeister
- SPD – Julian Henning Fragemann
- Bündnis 90/Die Grünen – Claas Römer
- AfD – Jürgen Chmielecki
- Die PARTEI – Boris Benkhoff
- Die LINKE – Maurice Fröhlich

Gesellschaft und Zusammenhalt
Wie möchten Sie sicherstellen, dass Menschen mit Behinderung in Dorsten barrierefrei am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, sowohl baulich als auch sozial?
Tobias Stockhoff

„Unsere Gesellschaft altert schnell und damit gehen Einschränkungen einher. Noch bis vor 10 oder 15 Jahren hat Planung aber leider nicht barrierefrei gedacht, der Nachholbedarf in diesem Bereich ist enorm. Hier möchte ich, dass wir uns nicht in Klein-Klein verzetteln, sondern immer dann, wenn Gebäude, Straßen, Wege kernsaniert oder neu gebaut werden müssen, unsere Ressourcen auf nachhaltige und langlebige Lösungen konzentrieren. Dabei müssen wir die Expertise von alten oder beeinträchtigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern einbinden: Wir wollen nicht über sie reden, sondern mit ihnen“.
Julian Henning Fragemann

„Die gesetzlichen Vorgaben müssen selbstverständlich umgesetzt werden. Zusätzlich ist es dringend notwendig, dass alle erdenklich möglichen Fördertöpfe diesbezüglich ausgeschöpft werden. Die Teilhabe aller Menschen in unserer Stadt ist für mich ein Anliegen mit hoher Priorität“.
Claas Römer

„Wir müssen die Personen mit Behinderung stärker als bisher in Entscheidungsprozesse einbinden. Hierfür soll der bisherige Beirat der Menschen mit Behinderung gestärkt werden. Denn wer selbst eine Behinderung hat, kann die bestehenden Barrieren realistisch einschätzen. Basierend auf dieser Fachkompetenz können wir dann gemeinsam an Lösungen arbeiten“.
Jürgen Chmielecki

„Baugenehmigungen für barrierefreie Wohnungen müssen schneller erteilt werden. An den meisten Stellen sowie in der Innenstadt gibt es zum Beispiel abgesenkte Bordsteine, damit Rollstuhlfahrer nicht am Bordstein scheitern. Wichtig finde ich eine behindertengerechte öffentliche Toilette in der Innenstadt. Wenn es mehr Begegnungsstätten für Menschen mit Behinderung gäbe, hätte man die Möglichkeit, in Gesprächen die Sorgen und Nöte der Bürger mit Behinderung besser zu erkennen. Dasselbe gilt natürlich auch für unsere Senioren“.
Boris Benkhoff

„Jeder Mensch in Dorsten muss nach Vollendung seines 18. Lebensjahres ein verpflichtendes behindertes Jahr ablegen. Es wird ausgewürfelt, welche Behinderung jeder Mensch bekommt (eine Eins wäre beispielsweise Blindheit, eine Sechs eine Querschnittslähmung). So würden wir gemeinsam ziemlich sicher sehr schnell herausfinden, was es alles zu verbessern gilt“.
Maurice Fröhlich

„Bei allen neuen Bauprojekten sollte Barrierefreiheit eine wichtige Rolle spielen. Es darf nicht sein das Menschen durch Städtische Strukturen ausgegrenzt werden! Für mich als Mitglied der Partei DieLinke ist der soziale Zusammenhalt das A und O für eine funktionierende Gesellschaft bzw. Stadt. Und daher muss jeder Art von Spaltung von oben klar zurückgewiesen werden. Jeder Bürger in unserer Stadt ist gleich viel wert!“
Morgen stellen wir die Frage 18: Was möchten Sie tun, damit sich alleinstehende ältere Menschen oder Zugezogene stärker als Teil der Dorstener Stadtgemeinschaft fühlen?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.




























