Weiter geht es mit der Frage 5: Unter welchen Bedingungen wären Sie bereit, neue Schulden aufzunehmen? Für welche Investitionen wären diese Ihrer Meinung nach gerechtfertigt?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Es antworten:
- CDU – Tobias Stockhoff, amtierender Bürgermeister
- SPD – Julian Henning Fragemann
- Bündnis 90/Die Grünen – Claas Römer
- AfD – Jürgen Chmielecki
- Die PARTEI – Boris Benkhoff
- Die LINKE – Maurice Fröhlich

Unter welchen Bedingungen wären Sie bereit, neue Schulden aufzunehmen?
Tobias Stockhoff

„Schulden können als Ausnahme dann vertretbar sein, wenn wir bleibende Werte schaffen, von denen die Generation nach uns profitiert. Das kann man mit dem Eigenheim vergleichen. Wir bauen gerade mein Elternhaus in Wulfen um und unsere Tochter wird es einmal erben. Dafür nehmen wir einen Kredit auf, den wir abzahlen, anstatt Miete zu zahlen. Übertragen auf die Stadt heißt das: Nachhaltige Investitionen in Infrastruktur durch Kredite zu finanzieren, halte ich für vertretbar, weil wir unseren Nachfolgern damit zugleich Werte hinterlassen. Aber wir dürfen nicht heute auf Pump leben und unseren Kindern nur die Schulden vererben, um jetzt damit Vergünstigungen zu finanzieren. Das wäre ein Vergehen an unseren Kindern und Enkelkindern“.
Julian Henning Fragemann

„Siehe auch Nr. 4. Bei einem Sanierungsstau von rund 150 Millionen Euro muss die Sanierung von Kitas, Schulen und Straßen Vorrang haben“.
Claas Römer

„Grundsätzlich brauchen wir eine bessere Finanzausstattung durch das Land und den Bund. Neue Schulden sind dann vertretbar, wenn sie langfristigen Zielen wie dem Klimaschutz oder der Investition in Schulen und Kitas dienen. Denn in diesen Fällen ist es besser, frühzeitig proaktiv zu agieren, als später reagieren zu müssen.“
Jürgen Chmielecki

„Ich möchte möglichst keine neuen Schulden aufnehmen, weil Dorsten schon eine sehr große Schuldenlast hat. Ich möchte neue Schulden vermeiden. Es gibt aber jede Menge, was in Dorsten zu verbessern wäre und wofür ich investieren würde. Zum Beispiel Mobilität ÖPNV, Schule, Bildung, Straßen und so weiter.“
Boris Benkhoff

„a) Nach reiflicher fachlicher Beratung, hoffentlich unter sehr günstigen Bedingungen.
b) Kitas, Schulen, Pflege, Gesundheit, Infrastruktur, Mobilität, Krisenvorsorge – um nur mal ein paar zu nennen“.
Maurice Fröhlich

„Die Grenzen, in denen wir uns überhaupt noch finanziell frei bewegen können, werden von Jahr zu Jahr kleiner. Die Neuaufnahme von Schulden muss ernsthaft durchdacht und geprüft werden, andernfalls machen wir uns durch Zinsabzahlungen noch vollständig handlungsunfähig. Dennoch müssen wir uns auch bewusst machen, dass die Infrastruktur unserer Stadt allmählich unter unseren Füßen wegbricht. Straßen, Schulen, öffentliche Gebäude: Je länger man mit einer Sanierung wartet, umso teurer wird der Neubau. Daher muss als Erstes der Investitionsstau abgegolten werden, und dafür sind auch neue Schulden ein legitimes Mittel. Denn noch länger zu warten bedeutet zwangsläufig deutlich höhere Kosten in der Zukunft.“
Morgen stellen wir die Frage: Wie bewerten Sie den aktuellen Umgang mit Flächenverbrauch, Wohnraumentwicklung und Innenverdichtung in Dorsten?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.




























