31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 9 an die Kandidaten: Wie wollen Sie Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltige Entwicklung in Dorsten fördern, auch über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Es antworten:
- CDU – Tobias Stockhoff, amtierender Bürgermeister
- SPD – Julian Henning Fragemann
- Bündnis 90/Die Grünen – Claas Römer
- AfD – Jürgen Chmielecki
- Die PARTEI – Boris Benkhoff
- Die LINKE – Maurice Fröhlich

Nachhaltigkeit und Umwelt
Wie wollen Sie Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltige Entwicklung in Dorsten fördern, auch über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus?
Tobias Stockhoff

„Da sind wir auf einem guten Weg. Rechnerisch kann Dorsten schon heute zu fast 100 % mit Ökostrom und Biogas versorgt werden.
Unser mittelfristiges Ziel ist: Photovoltaik auf allen städtischen Dächern. Die Stadt profitiert von der Energiewende: Die städtischen Beteiligungen an Windkrafterlösen etwa gehen zu einem Drittel in Natur- und Umweltprojekte. Und wir fördern die Biostation in Lembeck für Projekte zur Umweltbildung.
Eine mittel- bis langfristige Herausforderung ist der Umbau unserer Stadt, um den nicht mehr abzuwendenden Folgen des Klimawandels zu trotzen. Wir brauchen zum Beispiel mehr Flächen für Versickerung, um Starkregen auffangen zu können“.
Julian Henning Fragemann

„Hier sind wir schon ganz gut aufgestellt. Im Fokus steht dabei die klimaneutrale Energieversorgung.“
Claas Römer

„Mit der auch auf unsere Initiative hin geschaffenen Stabsstelle für Umwelt-, Klima-, Natur- und Verbraucherschutz haben wir in Dorsten bereits einen wichtigen Schritt unternommen, um mehr für den Klima- und Umweltschutz zu tun. Die Position der Stabsstelle muss aber noch weiter gestärkt werden. Dies gilt auch für die Stelle des Klimamanagers bzw. der Klimamanagerin. Außerdem ist die konsequente Umsetzung des Mobilitätsentwicklungsplanes auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes besonders wichtig.“
Jürgen Chmielecki

„Wir brauchen mehr Aufforstung durch Mischwälder. Wir brauchen keine weiteren Windräder, denn dadurch entstehen immer mehr abgeholzte und gerodete Flächen.“
Boris Benkhoff

„So, wie wir das bereits in der vergangenen Legislaturperiode im Rat versucht haben. Da waren unsere mannigfaltigen, sehr guten Anträge zum Klimaschutz und zur Klimaresilienz Dorstens (Schottergärten, ÖPNV, Entsiegelung, Fassadenbegrünung, um nur einige Beispiele zu nennen), die durch die Bank – sogar von den Olivgrünen – abgelehnt wurden. So etwas könnte man auch mit der Brechstange durchsetzen. Leider wird uns der Klimakollaps erst mit voller Wucht ins Gesicht schlagen müssen, damit die herkömmliche Politik anfängt zu arbeiten.“
Maurice Fröhlich

„Dorsten muss auf die immer heißer werdenden Sommer vorbereitet werden. Das bedeutet mehr Schatten spendende Bäume an Fußwegen, mehr Wasser und Trinkbrunnen etc.. Es kann aber auch etwa an Freigaben für Neubauten angesetzt werden, durch Maßgaben von etwa Fassadenbegrünung, PV-Anlagen oder Maßgaben in Bezug auf die energetische Effizienz. Es muss außerdem eine kommunale Wärmeplanung umgesetzt werden, mit Nah- und Fernwärmekonzepten und der Förderung von genossenschaftlichen Modellen zum Betrieb von lokalen Wärmepumpenfeldern.“
Morgen stellen wir die 10. Frage: Welche Rolle sehen Sie für erneuerbare Energien wie Windkraft und Photovoltaik auf öffentlichen oder stadteigenen Flächen?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.




























