31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 8 an die Kandidaten: Wie wollen Sie Nahversorgung, Mobilität und medizinische Versorgung im gesamten Stadtgebiet stärken, insbesondere in den Außenbereichen?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Es antworten:
- CDU – Tobias Stockhoff, amtierender Bürgermeister
- SPD – Julian Henning Fragemann
- Bündnis 90/Die Grünen – Claas Römer
- AfD – Jürgen Chmielecki
- Die PARTEI – Boris Benkhoff
- Die LINKE – Maurice Fröhlich

Wie wollen Sie Nahversorgung, Mobilität und medizinische Versorgung im gesamten Stadtgebiet stärken, insbesondere in den Außenbereichen?
Tobias Stockhoff

„Städte können dafür vor allem planerische Grundlagen schaffen. Wirtschaftlich attraktiv sind Medizinische Versorgungszentren mit mehreren Facharztpraxen unter einem Dach. In Rhade wollen wir daran mitwirken, dass ein neues „Haus der Gesundheit“ entstehen kann, in dem der Stadtteil auch wieder eine Apotheke bekommt. Ferner könnten wir städtische Räumlichkeiten anbieten, wie wir das in Altendorf-Ulfkotte für eine Arztpraxis in der Mehrzweckhalle bereits getan haben. Beim Thema „Mobilität“ dürfen wir auch die kleinen Dörfer nicht vergessen. So wird aktuell der Bahnhof in Deuten ausgebaut und die Radwegeverbindungen sollen zwischen den Stadtteilen verbessert werden. Nahversorgung wollen wir in möglichst allen Stadtteilen erhalten bzw. optimieren“.
Julian Henning Fragemann

„Wir müssen Anreize für die Ansiedlung von Versorgungsstrukturen schaffen, ähnlich wie wir es in der Innenstadt derzeit tun (zeitlich befristete Zuschüsse für die Ladenmieten gewähren). Dies kann sicherlich sehr gut in allen Stadtteilen funktionieren. Eine weitere Idee sind hier auch sogenannte Nachbarschaftsläden oder ein „kleiner Supermarkt auf 4 Rädern“.
Solche Vorschläge könnte man mit bereits angesiedelten Marktbetreibern besprechen und umsetzen. Im Nahverkehr sollte, neben einer Ausweitung der Angebote von Anrufsammeltaxis, auch in Dorsten ein Bürgerbussystem getestet werden. Es gibt hier bereits einige Beispiele in anderen deutschen Städten, wo sich sogenannte Bürgerbusvereine gegründet haben, um Lücken in den ÖPNV-Fahrplänen in räumlicher und in zeitlicher Hinsicht zu schließen.
Um eine bessere ärztliche Versorgung zu gewährleisten, sind beispielsweise gesonderte Praxiszeiten in den kleineren Ortsteilen denkbar. Dem medizinischen Personal könnten hierfür ohnehin vorhandene Gemeinschaftsflächen wie Pfarr- und Gemeindehäuser (selbstverständlich in Absprache mit den jeweiligen Trägern) zur Verfügung gestellt werden“.
Claas Römer

„Wie bereits erwähnt, soll kein Stadtteil von ÖPNV abgeschnitten sein. Hier sind in jedem Fall Verbesserungen möglich. Bei der Nahversorgung geht es ebenfalls darum, realistisch zu planen. Dass ein Drogeriemarkt nach Lembeck kommt, der auch den Stadtteil Rhade abdeckt, ist eine gute Entwicklung. Bei der medizinischen Versorgung – gerade im Bereich der Hausarztpraxen – sollte sich die Stadt in Zukunft an entsprechenden Förderprogrammen beteiligen“.
Jürgen Chmielecki

„Man muss mehr Anreize geben, niedergelassene Ärzte für Dorsten zu gewinnen. Die Mobilität in Dorsten muss gerade im ÖPNV unbedingt gesteigert werden, damit auch Schichtarbeiter nach 22 Uhr die Möglichkeit haben, ihren Wohnort zu erreichen.“
Boris Benkhoff

„Es wird mehr auf autarke Selbstversorgung gesetzt. Die Stadt wird großzügig Flächen freigeben, auf denen die Menschen zum Beispiel Kartoffeln und andere Feldfrüchte anbauen können.
Mobilität: Der ÖPNV wird massiv ausgebaut. Versuchen Sie mal, an einem Samstagabend mit dem Bus aus Östrich in die Stadt zu fahren, um ein leckeres Bier zu trinken! Und im Vergleich zu anderen Stadtteilen ist Östrich ja schon fast in der Zivilisation.
Medizinische Versorgung: Wir eröffnen das Universitätsklinikum Dorsten-Hünxe und werden weder Kosten noch Mühen scheuen, um in die hinterste Lembecker Treckerfurche die bestmögliche medizinische Versorgung zu tragen“.
Maurice Fröhlich

„Durch mehr und besseren ÖPNV, bessere und angenehmere Radwege, dezentralere Lebensmittelversorgung und kommunale Gesundheitszentren.“
Morgen stellen wir die 9. Frage: Wie wollen Sie Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltige Entwicklung in Dorsten fördern, auch über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.




























