Es sprudelt nicht mehr – Granatapfelbrunnen nur noch als Skulptur
Altstadt. Im Granatapfelbrunnen am Franziskanerkloster plätschert schon lange kein Wasser mehr. Und so wird es zukünftig auch bleiben.
Das nicht alle „Brünnlein“ in Dorsten fließen, findet der ehemalige Bürgermeister Lambert Lütkenhorst, besonders mit Blick auf den Granatapfel-Brunnen, sehr schade. „Es hätten sich sicherlich Sponsoren gefunden, die hier gerne bereit gewesen wären, für den Unterhalt des Brunnen etwas beizusteuern“.
Übrig bleibt die Skulptur
Fakt ist, dass im Rahmen der Neugestaltung der Innenstadt der Brunnen zugemauert wurde. Übrig bleibt der Granatapfelbrunnen als Skulptur.
Das hängt auch mit der Instandhaltung der Anlagen zusammen, die Kosten verursachen. Denn damit es sprudelt, muss natürlich Wasser fließen. Das verursacht Kosten, für die Dorsten kein Geld hat.
Wünsche werden nicht erfüllt
„Unstrittig sei auf alle Fälle im Vorfeld gewesen, so Christoph Winkel, Pressesprecher der Stadt Dorsten, dass alle es begrüßt hätten, wenn der Brunnen wieder als fließender Brunnen in Betrieb gegangen wäre.“
Dies sei zu Beginn der Planung auch ein Wunsch gewesen und die Stadt habe sich auch darum bemüht. Am Ende sei aber klar gewesen, dass die Kosten erheblich gewesen wären. Aus diesem Grund bleibe der Granatapfelbrunnen nun nur noch als Skulptur erhalten.
Planung wird von Künstler mitgetragen
Das Konzept, den Grantapfelbrunnen als Skulptur zu erhalten sei laut Winckel mit dem Künstler und Bildhauer Paul Brandenburg so besprochen worden. „Die Planung wird von dem Künstler begrüßt und mitgetragen“.
Mit Blick auf die anstehenden Kosten sei der Einbau von der Brunnentechnik vorab mit rund 27 000 EUR kalkuliert worden. Informiert wurde mit der Vorlage 166/17 auch der Umwelt- und Planungsaussschuss im Juli 2017 darüber, dass im Rahmen der Gesamtmaßnahme die Innbetriebnahme des Granatapfelbrunnens möglich sei und angestrebt werde.

„Dies geschah aber unter dem Vorbehalt, dass die Betriebskosten in Höhe von maximal 2.800 Euro pro Jahr durch Sponsoren getragen werden. Die Ausschreibung erfolgte zum Jahreswechsel 2018/2019“, so Winkel.
Während der laufenden Ausschreibung allerdings sei laut Winckel eine Vorschrift (DIN SPEC 31062) eingeführt worden, wonach bei Springbrunnenanlagen- und Wasserattraktionen im öffentlichen Raum Filter- und Dosiertechnik zur Wasseraufbereitung zu installieren seien.
Finanziell zu hoher Aufwand
Diese Ausführungsmerkmale waren in der ursprünglichen Ausschreibung noch nicht enthalten. Das günstigste Angebot für eine Nachrüstung der gemäß Vorschrift geforderten Ausstattung lag knapp 77 Prozent über den kalkulierten Kosten.
Hinzu gekommen sei auch, dass die Vorbereitungen für eine eventuell spätere Inbetriebnahme nur mit hohem finanziellen Aufwand zu stemmen gewesen wären, da die Kosten eines nachträglichen Einbaus der Wassertechnik grob auf insgesamt 100.000 EUR geschätzt wurden.
Ein weiterer Grund den Brunnen stillzulegen, war das Budget für die Erneuerung der Fußgängerzone, die überschritten wurde. Der Wunsch nach Wiederinbetriebnahme des Brunnens musste letztendlich aufgegeben werden, fügt Winkel erklärend hinzu.
Prioritäten müssen gesetzt werden
Die Liste ist lang, für welche Maßnahmen die Stadt Geld ausgeben kann oder darf. Es müssen Prioritäten gesetzt werden.
„Das Stadterneuerungsprogramm „Wir machen MITte“ umfasst rund 30 Projekte mit einem Volumen von 40 Millionen Euro, zum Beispiel für die Umnutzung des Bahnhofs, die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes, die Erneuerung des Treffpunkts Altstadt oder die Reaktivierung des Bürgerparks Maria Lindenhof“, so Winkel.




























