Schauspielerin Cornelia Gutermann-Bauer in der Figur der Kassandra eine über 3000-jährige Geschichte

Turmalin-Theater bringt am 8. Oktober „Kassandra“ auf die VHS-Bühne Eintrittskarten gibt es zum Preis von 10 Euro bei der Stadtinfo. Beginn ist um 19 Uhr

(pd). Auf Einladung der Gleichstellungsstelle gastiert das Turmalin-Theater aus Süddeutschland am 8. Oktober 2021 um 19 Uhr mit dem Stück „Kassandra“ im Forum der VHS in Dorsten. Diese Aufführung, die unter anderem anlässlich der Verleihung des Elisabeth-Langgässer-Preises an Christa Wolf und der Eröffnung der großen Troja-Ausstellung in Stuttgart gespielt wurde, stellt vor historischem Hintergrund die Frage nach der Zerbrechlichkeit des Friedens und des Entstehens von Krieg: Wann beginnt der Vor-Krieg?

In der autorisierten Bühnenfassung nach der gleichnamigen Erzählung von Christa Wolf macht die Schauspielerin Cornelia Gutermann-Bauer in der Figur der Kassandra eine über 3000-jährige Geschichte beeindruckend sichtbar. Kassandra, die behütete trojanische Königstochter, glaubt glücklich zu sein, bis allmählich feine Risse das Bild des Königshauses fragwürdig erscheinen lassen.

Was geht hinter den Fassaden der Macht tatsächlich vor sich? Wer ist der geliebte Vater, der König, wirklich? Kassandra wird hellhörig. Sie wird zur Seherin. Sie entdeckt die heimlichen Zurüstungen für einen Krieg. Sie fragt, gerät in Opposition und Wiederstand. Und sie erkennt sich selbst, erfährt ihre eigene Kraft und Stimme. Es ist ein zeitlos-aktuelles Stück über die Entdeckung der eigenen Kraft, der Freiheit im Widerstand gegen Blendung und Betrug.

Mit dem 1983 erschienenen Stück „Kassandra“ traf die 1929 in Landsberg an der Warthe geborene Schriftstellerin Christa Wolf den Nerv der Zeit. Ihre Erzählung wurde zum Kultbuch der Frauen- und Friedensbewegung. Bis heute ist es das meistgelesene Werk der 2011 verstorbenen Autorin, die zahlreiche nationale und internationale Preise erhielt, darunter den Georg-Büchner-Preis und den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur.

Die eigens für die Bühne geschaffene und von Christa Wolf autorisierte Textfassung stammt von Günter Bauer, der auch Regie führt. Gerade seine Lichtregie schafft eine neue Dimension der Geschichte und macht mit die Faszination des Abends aus. Gleich wo das süddeutsche Turmalin-Theater bisher auftrat – ob im Rahmenprogramm der documenta in Kassel, beim Internationalen Kafka-Festival Augsburg-Prag oder bei den Kleist-Festtagen in Frankfurt – mit seinen Inszenierungen für eine Schauspielerin wurde es von der Kritik begeistert gefeiert.

Eintrittskarten zum Preis von 10 Euro sind in der Stadtinfo in der Recklinghäuser Straße erhältlich.

Die Veranstaltung wird von der Gleichstellungsstelle in Kooperation mit der Stadtagentur und der Lokalen Agenda unter Beachtung der aktuellen Corona-Bestimmungen durchgeführt. Weitere Informationen gibt es bei der Stadtagentur unter der Rufnummer 02362 66-3066

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