Die Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet (AGR) hat am Montag in einer Pressemitteilung scharf auf die Kritik des CDU-Ortsverbands Dorsten Altendorf-Ulfkotte reagiert. Dieser hatte in einem Schreiben an Anwohner vor möglichen Umweltbelastungen durch das geplante Deponieprojekt auf der Halde Hürfeld gewarnt.
Die AGR weist die Vorwürfe in dem Schreiben vom 27. Januar entschieden zurück. Sie betont, dass sämtliche Sicherheits- und Umweltstandards erfüllt würden. Die Debatte um das Vorhaben entwickelt sich zunehmend zu einem hitzigen Streit, der auch in der Bevölkerung für Protest sorgt.
Die Pläne der AGR
Die AGR plant, die bereits bestehende Bergehalde Hürfeld in Dorsten als neuen Deponiestandort zu nutzen, da die Kapazitäten der Zentraldeponie Emscherbruch (ZDE) in Gelsenkirchen spätestens 2031 erschöpft sein werden. Die neue Deponie soll Abfälle der Klassen I und III aufnehmen – darunter solche, die eine besonders gesicherte Entsorgung erfordern. Laut AGR werden bei der Planung alle notwendigen Gutachten und Umweltprüfungen durchgeführt, um Risiken für die Umgebung auszuschließen. Das Unternehmen verweist darauf, dass eine Genehmigung nur dann erteilt werde, wenn eine Umweltgefährdung ausgeschlossen ist.
Markus Jablonski, Pressesprecher der AGR, betont, dass durch die Nutzung der Halde Hürfeld ein zusätzlicher Flächenverbrauch auf der „grünen Wiese“ vermieden werde. Diese Vorgehensweise entspreche den Vorgaben des Landesentwicklungsplans NRW und sei daher nachhaltig.

Kritik der CDU und rechtliche Bedenken
Der CDU-Ortsverband Dorsten Altendorf-Ulfkotte erhebt starke Vorwürfe gegen das Vorhaben. In einem Schreiben an Anwohner warnt der Ortsverband vor Umweltbelastungen, insbesondere einer Kontamination von Grund- und Oberflächenwasser. Auch die Bezeichnung „Gefahrstoff-Deponie“ wird verwendet, um auf potenzielle Gefährdungen hinzuweisen.
Die AGR widerspricht diesen Darstellungen vehement. Laut dem Unternehmen handele es sich bei der geplanten Deponie nicht um eine „Gefahrstoff-Deponie“. Zudem seien umfassende Abdichtungsmaßnahmen und eine kontinuierliche Überwachung durch die zuständigen Behörden vorgesehen, um jegliche Gefahren für die Umwelt auszuschließen.
Zusätzlich weist die CDU auf rechtliche Hindernisse hin: Der Ortsverband argumentiert, dass bestehende privatrechtliche Verträge zwischen der Stadt Dorsten, der RAG und der AGR aus den 1980er-Jahren einer Nutzung der Halde als Deponie entgegenstehen könnten. Sie kritisiert außerdem, dass das Andienungsrecht der Stadt Dorsten nicht eingehalten worden sei. Diese Vorwürfe wurden bereits Gegenstand von juristischen Auseinandersetzungen.
Öffentlicher Widerstand und Protestaktionen
Der Unmut der Bevölkerung manifestiert sich in Demonstrationen und Bürgerinitiativen. Im Oktober 2024 versammelten sich bis zu 1.000 Menschen zu einer Protestveranstaltung gegen die Deponiepläne unter dem Motto „Dorsten an der Lippe statt an der Müllkippe“. Organisiert wurde die Demonstration von Gruppen wie „Müllfrei Dorsten“ und der Altendorfer Bürgerinitiative. Die Bürger befürchten langfristige negative Folgen für die Region und kritisieren eine mangelnde Transparenz in der Kommunikation der Verantwortlichen.

Einladung zum Dialog
Die AGR sieht die Vorwürfe und Proteste als unbegründet an und lädt die Bevölkerung zu einem offenen Dialog ein. Das Unternehmen möchte Unsicherheiten ausräumen und über die Details des Projekts informieren. „Weitere Deponiekapazitäten in der Region sind unerlässlich, um die Entsorgungssicherheit und Preisstabilität zu gewährleisten“, erklärt Markus Jablonski. „Vor diesem Hintergrund ist es verantwortungslos, wenn der CDU Ortsverband Dorsten Altendorf-Ulfkotte durch irreführende und auch falsche Bezeichnungen wie ‚Gefahrstoff-Deponie‘ für Verunsicherung in der Bevölkerung sorgt“, so der AGR-Pressesprecher.
Das geplante Deponieprojekt auf der Halde Hürfeld zeigt wieder einmal, wie komplex die Balance zwischen Entsorgungsnotwendigkeiten und Umweltverträglichkeit ist. Während die AGR die Pläne als nachhaltige und notwendige Lösung für die Region darstellt, werfen Kritiker wie der CDU-Ortsverband und Bürgerinitiativen Fragen zu Umweltfolgen und rechtlichen Grundlagen auf. Eine transparente und konstruktive Diskussion erscheint zu diesem Zeitpunkt nötig, aber schwierig.




























