Steigende Infektionszahlen und steigender Unmut im Kreis

Große Belastung für die Teams im Gesundheitsamt

Die Infektionszahlen im Kreis Recklinghausen steigen erwartungsgemäß nach dem Jahreswechsel. Was aber ist der Grund dafür? „Sicher nicht das mangelnde Engagement des Kreisgesundheitsamts“, stellt Landrat Bodo Klimpel klar.

(pd). Während viele Menschen im Kreis die Feiertage und auch den Jahreswechsel entspannt zu Hause mit der Familie oder mit Freunden verbracht haben, galt in den Corona-Teams im Kreisgesundheitsamt auch in den zurückliegenden Wochen: Durcharbeiten, sieben Tage in der Woche. Umso frustrierender ist es für die Kolleginnen und Kollegen, dass sie am Telefon und in Mails momentan sehr häufig angefeindet werden, weil vermeintlich niemand gearbeitet hat.

Persönliche Anfeindungen

„Das ist wirklich belastend für die Kolleginnen und Kollegen, die Heiligabend und an den Feiertagen ebenso gearbeitet haben wie an Silvester und Neujahr. An den Wochenenden wird seit vielen Monaten schon gearbeitet“, so Klimpel. „Die Teams erfüllen eine zentrale Aufgabe während der Pandemie, sind leider auch oft Überbringer schlechter Nachrichten, wenn eine Quarantäne verhängt werden muss. Aber dass sie persönlich angegangen werden, ist inakzeptabel.“

Dass die Infektionszahlen in den letzten Tagen nicht so hoch waren, nun aber stetig steigen, ist darin begründet, dass wieder deutlich mehr getestet wird und dadurch Ansteckungen wieder häufiger erkannt werden. Das Gesundheitsamt rechnet in der nächsten Woche mit einem deutlichen Anstieg der bestätigten Neuinfektionen.

Reiserückkehrer aus Hochrisikogebieten müssen sich für die Einreise testen lassen, in den Schulen werden ab Schulbeginn alle Schülerinnen und Schüler regelmäßig getestet, und auch die Tests in Betrieben, die Betriebsferien hatten, kommen wieder dazu.