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Wortschätze: Der rote Apfel – ein Besuch in der Hölle

Veröffentlicht am

Wir sind immer von Worten umgeben. Sie hängen in der Luft, schweben im Kopf, stehen in Büchern, ergeben Sinn und Unsinn. Seit ich lesen kann, malen Wörter Bilder in meinen Gedanken. Hier möchte ich, Marie-Therese Gewert, das besondere Buch vorstellen, das in den einzelnen Genres zu finden ist – denn in Büchern liegt das Wissen der Welt verborgen. In Wort und Bild. Im Fach- und Sachbuch. Immer auf der Suche nach gutem Lesestoff, tauche ich mit meiner Rubrik Wortschätze in die Welt der Literatur ein. Hier lasse ich euch daran teilhaben.

Diesmal beschreibt Wortschätze einen Thriller, der scheinbar harmlos daherkommt: „Der rote Apfel“ von der koreanischen Autorin Mi Ae Seo, ist am Montag, 10. August 2020, im Wilhelm Heyne Verlag München erschienen. Übersetzt wurde das Buch aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee.

»Ich hätte den Raum nicht betreten dürfen. Leider konnte ich meine Neugier nicht bezwingen und ging schließlich hinein. Erst da wurde es mir bewusst. Dass ich das Tor zur Hölle aufgetan hatte.«

Die Autorin baut den Spannungsbogen eher verhalten und zögernd auf. Inhaltlich handelt der Roman von dem Serienkiller Lee Byongdo, der schon längst gefasst ist. Doch er weigert sich, auszupacken.

Er ist nur bereit, mit Kriminalpsychologin Sonkyong zu sprechen. Das erinnert an „Das Schweigen der Lämmer“, dessen Vergleich die Autorin selbst zwischen Clarice Starling und Sonkyong einbaut. Es ist ein moralisches Debakel zwischen Unmenschlichkeit und Menschlichkeit.

Zeitgleich zieht Tochter Hayong von ihrem Mann aus erster Ehe bei Sonkyong ein. Hayong weist Sonkyong zunächst zurück. Durch sie fühlt sich Sonkyong im eigenen Haus nicht mehr sicher.

Immer mehr geht sie der Frage auf den Grund:Wie wird ein unschuldiges Kind zu einem erbarmungslosen Serienkiller? Und lässt sich diese Entwicklung schon im Kindesalter erkennen und aufhalten?

Wortschätze beschreibt das Leben eines Serienkillers

Sie bekommt Bruchstücke aus dem Leben von Serienkiller Lee Byongdo mit, längst wird die Geschichte nicht darauf aufgebaut, all seine Morde im Detail aufzuklären und ihn ausführlich zu befragen.

Vielmehr ist da dieser kleine Riss, dass Lee Byongdo und Stieftochter Hayong Ähnlichkeiten aufweisen. Doch wie weit gehen diese Ähnlichkeiten? Und woran liegt das?

Schleichende Handlung bis zum verstörenden Ende

Das Buch liest sich harmlos dahin, plötzliche Wendungen und Schockelemente sind nicht zu erwarten. Der Leser wird vielmehr schleichend in die Handlung hineingezogen. Zum Ende hin hebt sich der Spannungsbogen noch einmal an.

Manche Erzählstränge bleiben im Dunkeln und werden nicht aufgelöst. Die Geschichte führt immer tiefer hinab in die Abgründe der menschlichen Seele – und lässt den Leser am Ende vielleicht doch ein wenig geschockt und verstört zurück.

Zur Autorin

Mi-Ae Seo wurde in Korea geboren und lebt in Seoul. Ihre Thriller sind in Korea regelmäßig auf der Bestsellerliste, außerdem gehört sie zu den bekanntesten und erfolgreichsten Drehbuchautorinnen des Landes. Sie steht für eine neue Generation von Krimiautor*innen, die westliche Genreliteratur mit der koreanischen Kultur und Lebensweise verschmelzen. Mit „Der rote Apfel“ gelingt Mi-Ae Seo der internationale Durchbruch. Eine Verfilmung ist geplant.

DER ROTE APFEL
Originaltitel: The Only Child
Aus dem Koreanischen von Dr. Ki-Hyang Lee
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Paperback, Klappenbroschur, 352 Seiten
ISBN 978-3-453-42335-0
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 18,90

Im örtlichen Buchhandel erhältlich oder bestellbar.

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