„Meine Reise ins Übermorgenland“ist in diesem Jahr im Malik-Verlag erschienen. Wortschätze präsentiert den zweiten Roman von Autorin Nadine Pungs. Schnell spürt der Leser ihre Liebe zum Orient.

Allein durch ihre Worte. Wie auch schon in ihrem ersten Roman „Das verlorene Kopftuch. Wie der Iran mein Herz berührte“ gibt sie einen Einblick in eine scheinbar fremde Welt.
Erneut ist sie allein unterwegs. Sie reist durch Wüsten und Städte. Spricht mit Beduinen, Gastarbeitern und Geflüchteten, einem Scheich und einer Prinzessin.
Wortschätze beschreibt: Allein unterwegs in Arabien
Mit Neugier im Gepäck reist Nadine Pungs von Jordanien angefangen über Kuweit bis an die Grenze des Jemen. Ein fremder Betrachter mag das für töricht halten – eine Frau allein auf der Arabischen Halbinsel? Vielleicht ist es einfach mutig. So wirkt die Welt des Orients hierzulande auf viele wie verschleiert.
Seite für Seite entschleiert die Düsseldorferin, was hinter dem Land und ihren Menschen steckt. Sie räumt mit Vorurteilen auf und erzählt die Geschichten der Menschen hinter der schillernden Fassade. Lebensnah, kontrastreich und realistisch.
Teils erschreckend, teils ernüchternd. Schmerzhaft und hoffnungsvoll tröstend. Am Ende des Buches findet sich ein Glossar, in dem sie alle Fachwörter und Übersetzungen aufführt und erklärt.
Kulturelles Verständnis
Mit einem klaren Blick betrachtet sie die Vergangenheit und Gegenwart des Orients. Entwickelt so ein kulturelles Verständnis. Oft versucht Nadine Pungs selbst zu verstehen und kommt doch nicht weiter: „Wunderliche Erdbewohner.“ Sie schreibt verklärt und doch immer klar: „Aladdins Wunderlampe vollbringt keine Wunder mehr. Alles vorbei. In diesen Tagen bestimmen Terror und Tod die Narrative“. Ein Traum trifft auf Wirklichkeit.
Ihre Sehnsucht nach dem märchenhaften Morgenland aus 1001 Nacht steckt dennoch an. Ganz wie die Märchen Arabiens oft beginnen, schreibt sie: „Es war einmal, oder es war nicht“. Und so begibt sich der Leser mit ihr zusammen auf die Suche nach der blauen Blume, diesem Sehnsuchtsort aus der Romantik.
Wortschätze beschreiben Mosaik aus Erzählungen
„Dieses Buch soll ein Mosaik aus Erzählungen werden, aus Schicksalen und Heimlichkeiten aus Nebengeräuschen und Rätseln“, erklärt sie zu Beginn. Und vielleicht mag es das Morgenland aus den Märchen aus 1001 Nacht am Ende nicht mehr geben. Aber das Mosaik Arabiens setzt sich aus vielen Facetten zusammen. Ganz so wie eine blaue Blume, die vielleicht erst übermorgen in voller Blüte steht.
Über die Autorin

Nadine Pungs, 1981 im Rheinland geboren, studierte Literaturwissenschaft und Geschichte. Davor, währenddessen und danach tingelte sie jahrelang als Kleinkünstlerin durch die Dörfer und spielte am Theater. Auf der Suche nach Intensität und Schönheit zieht es sie immer wieder in die Welt. Bei Malik erschien zuletzt „Meine Reise ins Übermorgenland. Allein unterwegs von Jordanien bis Oman“.
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ISBN: 978-3-89029-524-4
€ 18,00 [D], € 18,50 [A]
Erschienen am 02.03.2020
256 Seiten
EAN 978-3-89029-524-4
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