Bei strahlendem Sonnenschein machte sich eine kleine Gruppe des Verkehrsvereins für Dorsten und die Herrlichkeit e.V. per Rad auf den Weg zum Pferdegestüt „Freudenberg“ in Schermbeck. Anlass des Besuchs war eine Einladung von Ferdinand Sax – einem echten „alten Dorstener“, wie ihn viele in der Region noch in guter Erinnerung haben.
Ferdinand Sax, heute 87 Jahre alt, war nicht nur leidenschaftlicher Traber, sondern gemeinsam mit seiner verstorbenen Frau Gertrud auch langjähriger Inhaber der einst angesehenen Metzgerei „Sax“ am Markt 3. Vielen älteren Dorstenerinnen und Dorstenern dürfte der Name noch ein Begriff sein. Heute lebt er mit seiner Lebensgefährtin auf dem idyllischen Gestüt in Schermbeck – umgeben von Pferden, Natur und unzähligen Geschichten aus einem bewegten Leben.
Ferdinand Sax. Foto: Verkehrsverein
Der Nachmittag bot nicht nur kulinarische Genüsse mit selbstgebackenen Torten, Schnittchen und erfrischenden Getränken, sondern vor allem Zeit für persönliche Gespräche. Sax berichtete mit bemerkenswerter Lebhaftigkeit aus seinem Leben – von der Traberbahn bis zur Jagdleidenschaft, von den Anfängen in Dorsten bis zum heutigen Alltag auf dem Hof.
Ein anschließender Rundgang über die weitläufigen Stallungen und Weiden rundete den besonderen Besuch ab. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig: Diese Begegnung war ein Geschenk – authentisch, herzlich und geprägt von gegenseitigem Respekt.
„Das Stück ‚Video‘ ist die neue Musik von Trilogy seit 26 Jahren“, erzählt mir Martin Breuer. „Komponiert wurde es von Jochen, Guido und mir im letzten Jahr und wir haben es auch direkt im August 2024 erstmals live bei unserem Revival in der Oude Marie gespielt. Der Begriff ‚Video‘ spannt für uns den Bogen von den glanzvollen 1980ern, als Musikvideos populär waren, bis zur heutigen Zeit, in der Videos auf Social Media als wichtigste Kommunikationsmittel dienen“, fährt er fort.
Die drei Teenager Jochen Kirstein am Keyboard, Ludger „Sammy“ Samson an der Bassgitarre sowie Drummer Martin Breuer gründeten die Band Ende 1976. Den Namen „Trilogy“ wählten sie bewusst, da die Band aus drei Musikern bestand und darüber hinaus als Hommage an das gleichnamige vierte Album von Emerson, Lake & Palmer gedacht war, das die Jungs musikalisch sehr stark beeinflusst hatte.
Erster Liveauftritt in Dorsten
Ihren ersten Liveauftritt hatte die Schülerband am 24. Oktober 1977 in ihrer Heimatstadt Dorsten. „Neben der kleinen Lichtanlage, die wir dabei einsetzen, sorgte nur noch Sammy mit seinem extrovertierten Auftreten im weißen Overall für die nötigen Showelemente“, erinnert sich Jochen. Weitere Auftritte in Stadthallen und Jugendheimen in ganz NRW sowie im Westfalenpark in Dortmund folgten.
Trilogy beim Auftritt im Westfalenpark Dortmund 1980. Foto: privat
Richtig Fahrt nahm ihre Künstlerkarriere jedoch auf, als sie 1978 den ersten Platz bei Vest Rock, dem Vorläufer des Sparkassen Club Contests, ebenfalls gesponsert von der Sparkasse Vest, belegten. Guido Harding, der dort mit seiner damaligen Band „Topas“ ebenfalls an diesem Wettbewerb teilnahm, zog es musikalisch als zweiter Keyboarder nach diesem Auftritt zu den „Trilogys“. Der fünfte Mann, Detlef Deeken an der Gitarre, verstarb leider früh, das Quartett machte dennoch unter dem Namen „Trilogy“ weiter Musik.
„Dieser Sieg war unser Sprungbrett und brachte uns die nötigen Kontakte in der Szene. Unser Stil Musik zählte zum Progressive Rock und kam gut bei unseren Fans an“, berichtet mir Guido und Ludger ergänzt: „Das sah wohl auch Merlin W. Frank, Herausgeber und Inhaber eines Musikmagazins, sowie glücklicherweise Mitglied der Jury des Vest-Rock-Wettbewerbs, ähnlich und ließ unser Debütalbum ‚Here It Is‘ produzieren.“
Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google übermittelt.
Trilogy in den 80ern: Treibsand und Nachtlichter
1981 steuerte die Band das bisher unveröffentlichte Stück „Treibsand“ zu einem Schallplattenprojekt der Rockinitiative Dorsten bei, und schon 1982 kündigte sich eine neue Ausrichtung an „Wir entschieden uns zunächst für eine neue musikalische Richtung, die kommerzieller und zugänglicher war“, erzählt Ludger weiter. „Da meine Hand nach einem Verkehrsunfall gelähmt war, ersetzte mich für diese Zeit Hartmut Kracht. So war ich dann 1984 auch nicht im Studio, als die zweite ‚Trilogy‘ LP ‚Nachtlichter‘ aufgenommen wurde. Ein weiterer Sieg bei einem Musik-Contest, der „WDR Stadtmusik“ in Köln, führte die Band 1984 noch einmal ins Studio, in dem sie mit dem WDR vier neue Tracks produzierten, von denen zwei auf der „Trilogy“ CD „Callback“ veröffentlicht wurden.“
Mit dem Ende des Studiums der Musiker klang die Hochphase des Progressive Rock allmählich aus. „Wir spielten dennoch bis 1987 weiter, allerdings reduzierten wir unsere Auftritte. Verdient haben wir nicht viel, aber es reichte immer für Pizza, Bier und für unser Equipment“, schmunzelt Guido. „Aus den Augen verloren haben wir uns jedoch nicht. Wir sind weiterhin Freunde geblieben. Zu unseren 50. und 60. Geburtstagen spielten wir für unsere Gäste und als ich 60 wurde, interpretierten die Hornisten des Duisburger Symphonieorchesters ein Stück von uns auf Alphörnern. Das war schon sehr speziell“, erinnert sich Jochen an das Highlight.
Rückkehr im neuen Jahrtausend
2005 kehrten die vier Rockmusiker für ihren ersten großen Live-Gig nach vielen Jahren auf die Bühne im Treffpunkt Altstadt zurück. Dort begeisterten sie ihr Publikum und bewiesen, dass sie nichts verlernt hatten. Dies stellten sie auch weitere fast 20 Jahre später in der Oude Marie unter Beweis. Auch wenn Jochen, Martin, Guido und Ludger mittlerweile alle eine 6 vor ihrem Alter stehen haben, so haben sie ihr Publikum mitgenommen wie früher. Vielleicht lag es an der Musik, vielleicht auch an Sammys weißem Overall, der an dem Tag jedoch eine Latzhose war, vielleicht auch an der Atmosphäre. Für viele der 1200 Zuhörer war es jedenfalls wie ein Klassentreffen, wie sie den Bandmitgliedern später erzählten. „Jedenfalls hat es auch uns einen Riesenspaß bereitet“, sind sich die „Senior-Rocker“ einig.
Harte Bühnenarbeit
Doch auf der Bühne zu stehen bedeutet harte Arbeit. „Damit unsere Stück live gespielt werden können – erst recht nach so vielen Jahren, müssen wir intensiv üben“, betont Jochen und Martin ergänzt zum kreativen Prozess: „Nach einigen Diskussionen werden wir uns immer einig und entscheiden, welcher Weg musikalisch der Beste wäre. So kann sich jeder etwas ausleben“, bringt es Ludger noch auf den Punkt.
Trilogy heute, von vorne nach hinten: Guido Harding, Martin Breuer, Jochen Kistein und Ludger Samson. Foto: Sklenak
So auch in der aktuellen Komposition „Video“, in der verschiedene musikalische Einflüsse zu hören sind: Synthetische Klänge der 70er und 80er, Klangfarben aus der Klassik und eine rockorientierte rhythmische Struktur schaffen eine kleine musikalische Zeitreise in einem modernen Gewand. „Video“ malt ein Bild, das kontinuierlich in Bewegung ist, so wie auch die Musik der Band von einer anhaltenden Dynamik geprägt bleibt.
Noch in diesem Jahr ist geplant, das Stück auf einer Vinyl-LP als limitierte Sammler-Edition zu veröffentlichen. Für die Rückseite ist ein clubtauglicher Remix des Stückes vorgesehen. Später wird das Stück dann auch auf fast allen Streaming-Plattformen als Download zur Verfügung stehen.
Die große Chance auf das Bundesliga-Finale ist vorerst dahin – doch der Stolz über die bisherige Saison überwiegt. Im Spitzenspiel der Herren 30 Bundesliga Nord unterlag der Dorstener TC Jüntgen dem favorisierten TC Bredeney aus Essen mit 2:7. Ein Ergebnis, das auf dem Papier deutlich wirkt, aber den spannenden und engen Verlauf vieler Matches nicht widerspiegelt.
„Das war ein Spiel auf Augenhöhe. Wer nur das Ergebnis sieht, glaubt vielleicht an eine klare Sache – aber das war es nicht“, sagte DTC-Kapitän Marcel Schröder nach der Partie. „Wir sind natürlich enttäuscht, aber jeder hat alles gegeben.“
Knappe Matches, große Tennis-Kulisse
Auf der heimischen Anlage entwickelte sich von Beginn an ein intensiver Spieltag. Salvatore Caruso sorgte für den ersten Punkt des DTC mit einem starken Zweisatzsieg gegen den Ägypter Mohamed Safwat. Gleich drei Einzel – von Massara, Hidalgo und Werner – gingen allerdings erst im Match-Tiebreak verloren, teils nach dramatischen Wendungen. So stand es 1:5 nach den Einzeln.
In den Doppeln konnte lediglich das Duo Meijer/Mak punkten. Die beiden anderen Partien entschieden die Gäste aus Essen für sich, sodass es am Ende 2:7 stand.
„Gratulation an Bredeney – sie haben eine sehr starke Mannschaft und zurecht gewonnen“, so Schröder. „Ein riesiges Dankeschön geht aber auch an die vielen Zuschauer, die uns so leidenschaftlich unterstützt haben.“
Zwei Spiele noch – Ziel: Vizemeisterschaft
Die Saison ist für den Dorstener TC Jüntgen damit aber noch nicht beendet. Am kommenden Samstag steht das Auswärtsspiel beim HTC Peißnitz in Halle an. Eine Woche später folgt dann das große Saisonfinale zuhause gegen den TC Rechen Bochum.
„Wir werden uns jetzt nicht hängen lassen, sondern diese Saison mit Anstand zu Ende spielen“, betont Schröder. „Unser Ziel ist es, Tabellenzweiter zu werden – das wäre ein Riesenerfolg für unseren Verein.“
Die letzten beiden Saisonspiele des DTC Jüntgen: 📅 Samstag, 22. Juni 2025 – Auswärtsspiel beim HTC Peißnitz (Halle) 📅 Samstag, 29. Juni 2025 – Heimspiel gegen TC Rechen Bochum 🕐 Beginn jeweils 13:00 Uhr 🎟️ Eintritt zum Heimspiel in Dorsten frei
Der Sommer steht vor der Tür – und mit ihm die passende musikalische Begleitung. Mit „Don’t Break My Heart“ legen Leroy Daniels und DJ Tom einen tanzbaren Titel vor, der alte Erinnerungen wachruft und gleichzeitig frische Beats liefert. Die beiden Musiker haben sich für eine Neuauflage des 1987 erschienenen Italo-Pop-Hits entschieden, der einst unter dem Projektnamen „Den Harrow“ bekannt wurde.
Das damalige Original war in den späten Achtzigern ein echter Chartstürmer. Platz 4 in den deutschen Media-Control-Charts, ein goldener Otto der Jugendzeitschrift Bravo – trotz (oder gerade wegen) der ungewöhnlichen Produktionsgeschichte, bei der Model Den Harrow zwar das Gesicht, aber nicht die Stimme hinter dem Song war. Sänger war nämlich Tom Hooker, während im Rampenlicht jemand anderes stand.
Fast 40 Jahre später bekommt der Song neuen Schwung. Produzent Jens Ophälders, alias Jens O., hat aus der gefühlvollen Ballade eine zeitgemäße Dance-Nummer gemacht. Moderne Sounds treffen dabei auf treibende 80er-Elemente. Unterstützung erhielt das Duo im Studio von Axel Scheuer, bekannt als Axel S., der auch für einen eigenen Remix verantwortlich zeichnet.
Die neue Version von „Don’t Break My Heart“ erscheint in drei Varianten: als Radio-Version, Extended-Mix und im „Axel S Groove-Hearts-Remix“. Seit Kurzem ist der Titel auf allen gängigen Streaming- und Download-Plattformen verfügbar. Zudem gibt es ein Musikvideo auf YouTube.
Wer sich in der Sommer-Saison mit aktuellen Party-Hits eindecken möchte, findet „Don’t Break My Heart“ auch auf dem kommenden Ballermann 6 Balneario Sampler, der am 4. Juli europaweit erscheint. Mit dabei sind zahlreiche bekannte Namen der Partyszene – und laut DJ Tom „der Mega-Hit 2025 Wackelkontakt“ als weiteres Highlight.
Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google übermittelt.
Zwei große Jubiläen, ein ganzer Jahreszyklus voller Veranstaltungen – und ein fulminanter Auftakt: Vom 27. bis 29. Juni verwandelt sich der Bürgerpark Maria Lindenhof in eine bunte Festmeile. Das Doppeljubiläum „50 Jahre kommunale Neuordnung“ und „775 Jahre Stadtrechte“ startet mit einem Familien- und Kulturwochenende, bei dem Dorstens Stadtteile gemeinsam zeigen, was in ihnen steckt.Auch der beliebte Sparkassen-Familientag ist Teil dieses Angebots.
Den musikalischen Startschuss gibt die Big Band Dorsten am Freitagabend im Amphitheater – gemeinsam mit Jazzsängerin Romy Camerun. Am Samstag folgt dann der beliebte Sparkassen-Familientag, der in diesem Jahr besonders vielseitig und lebendig daherkommt.
Zahlreiche Dorstener Vereine, Initiativen, Schulen und Organisationen bringen sich ein: Von Feuerwehr bis Fußball, von Bastelstation bis Bühnenprogramm – das Angebot richtet sich an alle Generationen. Über 30 Stände, Walking Acts und Mitmachaktionen sorgen für ein abwechslungsreiches Erlebnis im Grünen.
Highlights beim Sparkassen Familientag
Mit dabei sind erneut die Dorsten Reapers, die Einblicke in die Welt des American Football geben. Auch Walking-Acts wie Elsa, Anna und Spiderman sorgen für leuchtende Kinderaugen. Die BG Dorsten lädt zum Körbewerfen ein und bringt gleich zwei Hüpfburgen sowie – bei gutem Wetter – ein Planschbecken mit. Für die passende Stärkung gibt es Popcorn, Zuckerwatte und vieles mehr.
Laden beim Familientag wieder zum Körbewerfen ein: Die BG Dorsten. Foto: Archiv / Borgwardt
Ein Magnet dürfte auch der Stand der Montessori-Schule werden, die erstmals dabei ist – mit einer großen Tombola und dem kreativen Angebot, Taschen zu bemalen. Zu gewinnen gibt es nicht nur Spielsachen, sondern auch Restaurantgutscheine – ideal für die ganze Familie.
Die Jugendförderung Dorsten ist mit mehreren Pavillons vertreten, in denen Armbänder und weitere kreative Projekte gebastelt werden können. Auch Mr. Trucker Kinderhilfe steuert mit sechs Spielstationen ein starkes Kinderprogramm bei.
Die Altstadt-Schützen und Rot-Weiß Dorsten bieten ein Fußballangebot für Kinder, während der THW Dorsten für Technik und Action sorgt: Mit Entenangeln im Wasserbecken eines Einsatzbootes und einer großen Fahrzeugschau – gemeinsam mit dem Löschzug Altstadt. Auch DLRG und Feuerwehr sind vertreten, inklusive Informationen, Vorführungen und Stand-up-Paddling auf dem Kanal.
Das beliebte Angeln im Einsatzboot darf nicht fehlen. Foto: Archiv / Borgwardt
Für den Gaumen sorgen u.a. die türkischen Gemeinden mit Spezialitäten aus ihrer Heimat, der Förderverein des THW mit Currywurst und Getränken, „Dorstener Arbeit“ mit dem Speisewagen sowie „Hohe Mark Eis“.
Flohmarkt, Oldtimer und kostenloses Wasser
Am Sonntag findet der große Kinderflohmarkt statt – mit über 70 gemeldeten kleinen Verkäufern. Die „Oldtimerfreunde Lembeck“ sorgen zudem für nostalgisches Flair mit ihren liebevoll gepflegten Fahrzeugen. Auf der Hauptbühne läuft den ganzen Tag über ein dicht getaktetes Programm mit Musik, Tanz und Showeinlagen.
Die Oldtimerfreunde Lembeck unterstützen mit ihren historischen Landmaschinen. Foto: Archiv / Borgwardt
Zusätzliche Schattenplätze und eine kostenlose Wasserversorgung durch „Stiftsquelle“ sorgen für Erfrischung an heißen Tagen. Auch logistisch ist vorgesorgt: Die Straße wird erneut für das Fest gesperrt. Unterstützt wird der Auf- und Abbau u.a. von der B-Jugend des SuS Hervest Dorsten und BVH Dorsten-Holsterhausen.
Ein Jahr – elf Stadtteile – unzählige Ideen
Der große Festsonntag beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst im Amphitheater (ab 11 Uhr). Danach heißt es: entdecken, mitmachen, genießen – bis 18 Uhr.
Doch das ist nur der Anfang: Mit dem Festsonntag startet ein Jubiläumsjahr, das ganz Dorsten einbezieht. Monat für Monat steht ein anderer Stadtteil im Fokus. Los geht es am 4. Juli in der Feldmark. Es folgen elf Monate mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen – von Sport über Kultur bis zu kulinarischen Entdeckungen. „Dorsten ist eine Stadt aus Stadtteilen – und das feiern wir“, bringt es die Stadtverwaltung auf den Punkt.
Der Wuppertaler Künstler Simon Mehling zeigt in der Tisa-Stiftung Dorsten vom 22 Juni bis zum 31 August seine Ausstellung „Geländeinspektion“. Eröffnung: Samstag, 21. Juni 2025, 17:00 Uhr. Ein Gespräch über gefundene Materialien, Statik und die Romantisierung des Industrieerbes.
Die Sonne brennt auf das Gelände der Tisa-Stiftung in Dorsten, als Simon Mehling die letzten Handgriffe an seiner Skulptur vornimmt. Metallrohre, Holzplanken und Planen fügen sich zu einer eigenwilligen Konstruktion zusammen, die mit dem nahegelegenen Förderturm zu korrespondieren scheint. „Ich bin froh, wenn es steht“, sagt der 29-jährige Künstler und wischt sich den Schweiß von der Stirn.
Beim Betrachten des Werks entdeckt man die Auseinandersetzung mit dem Ort. Foto: Alexander Fichtner
Seine Ausstellung „Geländeinspektion“ zeigt zwei großformatige Skulpturen und zwölf Zeichnungen im Innen- und Außenbereich der Stiftung. Was auf den ersten Blick wie eine Ansammlung von Bauschrott wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als durchdachte künstlerische Auseinandersetzung mit Materialität, Nachhaltigkeit und dem Umgang mit Ressourcen.
Kunst aus dem Straßengraben
„Ich arbeite nur mit gebrauchten Material“, erklärt Mehling während er eine Plane über die Konstruktion spannt. „Eventuell kriege ich es geschenkt und es wurde noch gar nicht benutzt. Über die Jahre hat sich das dann rumgesprochen und jetzt kriege ich oft etwas angeboten.“ Manchmal muss er aber auch selbst aktiv werden: „Klar, manchmal muss ich auch in die Hecke kriechen oder so, aber es ist dann auch wert.“
Letzte Hangriffe an der Skulptur. Foto: Alexander Fichtner
Dabei hat der Künstler klare ethische Grenzen: „Ich würde jetzt nicht so ein Material irgendwie abziehen oder so, weißt du? Irgendwie uncool, das vermissen andere Leute. Aber wenn da irgendwie am Straßenrand fünf Bretter liegen und das erste ist durchgegammelt und die unteren zwei auch, dann habe ich auch nicht so viele Hemmungen und nehme die zwei mittleren mit. Wenn man merkt, okay, die liegen da schon drei Jahre.“
Architektur als Inspiration von Simon Mehling
Die Inspiration für seine Arbeiten bezieht Simon Mehling hauptsächlich aus der Architektur. „Vor allem aus der Architektur“, bestätigt er. „Mich interessiert vor allem die Architektur und der körperliche Einfluss auch dahinter.“ Als Beispiel nennt er das Gefühl, das große Räume auslösen können: „Dass man irgendwie in eine Halle geht mit viel Hall oder vielleicht eine christliche Kirche, wo man reingeht und man ist automatisch ruhiger, also leiser, man spricht leiser, weil das Gebäude einem einfach das Gefühl gibt, dass man die Klappe halten sollte.“
Simon Mehling beim Aufbau. Foto: Alexander Fichtner
Besonders geprägt haben ihn Reisen nach Osteuropa. „Vor allem Osteuropa, das dann zu vergleichen mit vor allem im Landleben oder Marokko“, zählt er auf. In Georgien erlebte er die Improvisation der sozialistischen Architektur: „90 Prozent der Bevölkerung lebt in Plattenbauten.“ Diese Erfahrung der Improvisation und Wiederverwertung findet sich auch in seiner Kunst wieder.
Statik als Spiel
„Und dann mag ich halt das Statikspiel“, sagt Mehling und deutet auf seine Skulptur. „Weil es so überhängt?“ – „Genau, und das ist hier dann im Endeffekt auch der Fall.“ Die Leiste unten sei nur temporär eingebaut: „Aber im Endeffekt wird das Ganze.“
Seine Materialien haben oft eine lange Geschichte. „Dieses Vierkantrohr zum Beispiel, das hier vorne liegt oder was da hinten rausschaut, drauf liegt. Die habe ich seit 2019 und die habe ich schon so unfassbar oft verbaut. Die habe ich bestimmt, ohne zu übertreiben, mindestens in zehn, zwölf Arbeiten immer wieder eingesetzt.“
Luxus der Verschwendung
Mehling sieht in seiner Arbeit auch eine Kritik an der Wegwerfmentalität. „Verrückt, dass die Leute das wegschmeißen. Schau dir die Rohre an. Das ist halt definitiv kein Müll. Und das ist halt irgendwie, da sieht man den Luxus Deutschlands, das ist doch irgendwie traurig.“
Die Ausstellung im Ruhrgebiet hat für Mehling eine besondere Bedeutung. „Zum Ruhrgebiet mache ich mir ja eh schon sehr lange Gedanken. Ist ja auch zugestopft mit Architektur, die einen begeistern kann und die ganz fürchterlich ist. Gerade deshalb mich begeistert es mich vielleicht.“
Hängung der Bilder in der Halle. Foto: Alexander Fichtner
Gleichzeitig reflektiert er kritisch über die Romantisierung der Industriekultur: „Das schwingt so viel Romantik bei den Leuten mit. Die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, weil das die ganze Zeit ja auch einfach ein unfassbares Leid gebracht hat. Wie viele Menschen gestorben sind durch diesem Kohleabbau, viele Menschen die immer noch erkrankt sind deshalb.“
Dabei ist er sich seiner Rolle als Außenstehender bewusst: „Wenn ich merke, okay, ich will auf so eine Thematik eingehen, das ist mir aber auch vollkommen klar, ich bin ein Beobachter. Ich bin da nicht Teil von. Ich bin nur Nutzen dieser. Von der Energie, die hier erzeugt wurde oder die Dinge, die hier produziert werden.“
Vergänglichkeit als Programm bei Mehling
Ein zentraler Aspekt seiner Arbeit ist die Vergänglichkeit. „Die großformatige architektonische Bauweise der Skulpturen ermöglicht keine längere Lagerung im Atelier des Künstlers“, heißt es im Ausstellungstext. Mehling bestätigt: „Deshalb zerlegt Simon Mehling besonders großformatige Werke nach dem Ende einer Ausstellungsreihe und verarbeitet das zurückgewonnene Material wieder in neuen Skulpturen.“
Diese Praxis entspricht seiner Philosophie: „Ich kann die natürlich nicht lagern. Die wird ja wahrscheinlich auch nie wieder exakt so aufgebaut werden, wie sie jetzt ist. Ich habe auch noch nie eine Arbeit zweimal gezeigt.“
Kritik an Greenwashing
Neben den Skulpturen zeigt Mehling zwölf Buntstiftzeichnungen auf DIN A1-Format. „Haben halt irgendwie so ein bisschen was Naives, Buntstift. Aber es geht auch um ähnliche Thematiken, ähnliche Fragen. Gerade was Ökologie angeht, Ökonomie angeht, wo das immer Hype ist, von Umweltfreundlichkeit zu sprechen und so, das ärgert mich so ein bisschen.“
Blick in die Mappe von Mehling. Foto: Alexander Fichtner
Seine Kritik richtet sich gegen das Marketing: „Alleine das Wort Umweltfreundlichkeit, weil im Endeffekt entweder verhalten wir uns, wie man sich in der Umwelt verhält oder halt nicht. Aber umweltfreundlich ist man nicht.“
Künstlerische Entwicklung
Mehling, der 1995 in Würzburg geboren wurde, kam über Umwege zur Kunst. Nach einer Ausbildung zum Veranstaltungstechniker studierte er ab 2015 an der Kunstakademie Münster, ab 2016 bei den Professoren Maik und Dirk Löbbert, ab 2019 als deren Meisterschüler. 2023 schloss er sein Studium ab und ist aktueller Träger des Ida-Gerhardi-Förderpreises 2025.
Noch Baustelle. Foto: Alexander Fichtner
„Ich war eigentlich auf der Hauptschule bis zur neunten Klasse. Dann die zehnte Klasse direkt drangehängt. Dann meine Ausbildung nach drei Jahren abgeschlossen. Und dann bin ich nach Münster zum Studium“, erzählt er über seinen Werdegang.
Zeitgeist und Materialität von Mehling
Mehlings Arbeiten treffen den Zeitgeist der Diskussion um Nachhaltigkeit und Ressourcenverbrauch. „Es sei nicht sein Ziel, andere Menschen von bestimmten Vorstellungen zu überzeugen, sondern Orte und Situationen festzuhalten, die Gedankengänge zu Verbrauch und Bedarf auslösen“, heißt es in der Ausstellungsbeschreibung.
Simon Mehling. Foto: Alexander Fichtner
Mit seinen Skulpturen möchte der Künstler unser Bewusstsein für den Umgang mit Lebensraum anregen und fördern. Dabei ist ihm wichtig, den Energieaufwand, die Zeit der Produktion und die Beschaffung des Materials in die Gedankenwelt unserer Gesellschaft zurückzuführen.
Ausstellungsinfo: Simon Mehling: „Geländeinspektion“ Tisa von der Schulenburg-Stiftung, Fürst-Leopold-Allee 65, 46284 Dorsten Laufzeit: 22. Juni bis 31. August 2025 Finissage & Artisttalk: 31. August 2025, 15:00 Uhr
Am Montag, dem 16. Juni, war die Vereinte Volksbank eG zu Gast in der Halle der Spedition Rottbeck in Bottrop. Dort fand die Vertreterversammlung 2025 statt und es standen der Bericht des Vorstandes, Wahlen und Satzungsänderungen auf der Tagesordnung.
Die Zahlen, vorgestellt durch die Vorstände Martin Wissing und Ingo Hinzmann fielen trotz der wirtschaftlichen und politischen Lage sehr positiv aus. „Mit einer Bilanzsumme von 2,05 Mrd. Euro und einem Bilanzgewinn von 2,3 Mio. Euro liegen wir über dem Trend“, so Ingo Hinzmann.
Der MitgliederBonus wurde mit einer Gesamtsumme von 418.000 Euro vorgestellt. „Die Dividende in Höhe von 3 Prozent wird in den kommenden Tagen an die Mitglieder ausgeschüttet“, so Hinzmann.
Noch in diesem Jahr beginnt die Modernisierung der Regionalmarktzentren mit der Hauptstelle Dorsten. Der Neubau des Mitglieder- und Kundenparkplatzes wird in Kürze fertiggestellt.
Im Anschluss an die Modernisierungen in Dorsten folgt Bottrop „und daraufhin Kirchhellen, denn dort sind Modernisierungen noch nicht so eilig wie in Dorsten und Bottrop“, klärte Martin Wissing die Mitglieder der Vertreterversammlung auf.
Foto: Vereinte Volksbank
Des Weiteren verkündete Martin Wissing stolz, dass nicht nur alle Auszubildenden ihre Prüfungen mit Bravour bestanden hätten, sondern auch alle in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen worden sein.
„Das Angebot in der Volksbank den ersten Schritt ins Berufsleben zu wagen, ist weiterhin sehr beliebt. Wenn übrigens Schülerinnen und Schüler aus ihrem Umfeld einen Praktikumsplatz suchen, dann dürfen Sie uns gerne empfehlen“, rief Martin Wissing die Teilnehmer der Vertreterversammlung dazu auf, gerne Kontakte herzustellen.
Einstimmig wiedergewählt für den Aufsichtsrat wurden Oliver Sprungmann, Dirk Richter und Jürgen Lefarth.
Für das leibliche Wohl der Gäste während der Vertreterversammlung sorgte das Team von Nightaffairs – Events and more, das das Catering professionell und geschmackvoll umsetzte.
Ein sonniger Sonntag, offene Gartentore und jede Menge grüne Leidenschaft: Die vierte Ausgabe von „Dorsten zeigt Gärten“ war ein voller Erfolg. Am 15. Juni 2025 präsentierten sich 14 ganz unterschiedliche Gartenparadiese in Dorsten – so viele wie nie zuvor.
Hunderte Besucher nutzten die Gelegenheit, durch blühende Oasen zu schlendern, mit den Gastgebern ins Gespräch zu kommen und sich inspirieren zu lassen. Viele kamen mit dem Fahrrad, einige sogar in kleinen Gruppen. Die Resonanz war durchweg positiv.
Mitorganisator Jürgen Jansen zeigte sich sehr zufrieden: „Es waren viele Besucher unterwegs, das Wetter war angenehm und die Stimmung großartig. Auch die Gartenbesitzer haben durchweg von interessanten Gesprächen und begeisterten Gästen berichtet.“
Gartenidylle. Foto: Fichtner
Wir haben vier der vierzehn Gärten besucht. Jeder einzelne erzählte eine ganz eigene Geschichte:
Garten mit zweitem Leben – Der „Second-Hand-Garten“
Ein Garten voller Geschichten und geretteter Pflanzen: Im liebevoll gestalteten Second-Hand-Garten von Kerstin Schnädelbach und Harald Netzlaff blüht eine Rose, die einst auf dem Sperrmüll landete. Forsythien, ein Apfelbaum oder ein Himbeerstrauch – viele Pflanzen hatten bereits ein Zuhause, bevor sie hier ein neues fanden.
Kerstin Schnädelbach und Harald Netzlaff geben Pflanzen und Tieren eine neue Chance. Foto: Alexander Fichtner
„Ich gehe einfach mit offenen Augen durch die Welt“, sagt Kerstin. Vieles bekommt das Paar auch gespendet. Neben dem Garten engagieren sich die beiden leidenschaftlich für den Tierschutz: Am Veranstaltungstag sammelten sie Spenden für den Verein „Hassel – tierische Hilfe“, unter anderem mit einem Gartenflohmarkt mit Kleidung, Spielzeug und Deko. Ihr ehrenamtliches Engagement reicht weit: Auch beim Dorstener Lichterfest sind sie aktiv.
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Mediterranes Lebensgefühl
Ein kleines Urlaubsparadies mitten in Wulfen-Barkenberg: Frank Christmann und Claudia Müller haben aus einem verwilderten Grundstück einen mediterranen Garten geschaffen, der an Südfrankreich erinnert. Seit 2012 wird hier ganz in Eigenleistung mit Hingabe gewerkelt.
Frank Christmann und Claudia Müller holen sich die Provence nach Hause. Foto: Alexander Fichtner
„Die Bruchsteinwege habe ich selbst verlegt“, erzählt Claudia stolz. Die Handarbeitslehrerin und ihr Partner, ein Musiker, lieben den Süden – das spürt man in jeder Ecke. Zum ersten Mal bei „Dorsten zeigt Gärten“ dabei, freuten sich die beiden über viele begeisterte Besucher: „Wir wollten einfach mal zeigen, was mit Leidenschaft und Kreativität möglich ist.“
Mediterraner Garten von Frank Christmann & Claudia Müller - Fotos: Alexander Fichtner
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Gärtnerleidenschaft mit Stil – Der Sommerwohnzimmergarten
Ein Garten ohne Rasen, aber mit ganz viel Liebe zum Detail: Steffi Wehmeyer, von Beruf Gärtnerin, hat ihren Garten 2019 komplett neu angelegt, mit geschwungenen Wegen, ausgewählten Stauden und einer Farbwelt in Rosa, Lila, Pink, Weiß und Blau. Gelb und Rot sucht man hier vergeblich – bewusst, wie sie sagt: „Ich wollte mich farblich mal fokussieren.“
Steffi Wehmeyer und Michael Brockmann haben einen tristen Rasen in einen bunten Garten verwandelt. Foto: Fichtner
Ihr Lebensgefährte Michael Brockmann hat als Hobby-Handwerker liebevoll gestaltete Holzelemente beigesteuert. Auch kulinarisch war für die Gäste gesorgt: Familie und Freunde organisierten ein Kuchenbuffet, dessen Erlös dem Streunerkatzenprojekt Dorsten zugutekommt.
Sommerwohnzimmergarten von Steffi Wehmeyer - Fotos: Alexander Fichtner
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Garten mit Geschichte
Seit der ersten Stunde mit dabei: Ulrike und Wolfgang Baldauf gehören zu den Mitorganisatoren von „Dorsten zeigt Gärten“, und öffnen jedes Jahr ihren gemütlichen Hinterhofgarten. Besucherinnen und Besucher konnten bei Kaffee und Kuchen verweilen, der Erlös ging an das Friedensdorf Oberhausen.
Ulrike und Wolfgang Baldauf sind seit Anfang an bei den offenen Gartenpforten dabei. Foto: Fichtner
Ulrike Baldauf erzählte von vielen guten Gesprächen, und kleinen Anekdoten: „Manchmal verschwindet auch mal eine kleine Skulptur. Aber die positiven Erlebnisse überwiegen ganz klar.“ Viele Gäste kommen jedes Jahr wieder, gespannt auf neue Gartenideen und Begegnungen.
Garten von Familie Baldauf - Fotos: Alexander Fichtner
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Fazit: Ein grünes Fest mit Herz
„Dorsten zeigt Gärten“ war auch in diesem Jahr weit mehr als eine Ausstellung gepflegter Beete. Es war ein Tag des Austauschs, des Staunens, und des bürgerschaftlichen Engagements. Viele Gastgeber sammelten Spenden für gute Zwecke, alle zeigten mit viel Offenheit und Herzblut, wie vielfältig Gartenkultur in Dorsten sein kann.
Ob naturnah, künstlerisch, verspielt oder mediterran – die Liebe zum Grünen war überall spürbar.
Wenn am 18. Juni die längsten Tage des Jahres beginnen, verwandelt sich das Kulturlabor artpark am Hohen Berg in Schermbeck-Gahlen in eine lebendige Begegnungsstätte für Kunst und Kultur. Bis zum 22. Juni findet dort das „Summer Solstice“ statt – ein fünftägiges Festival zur Sommersonnenwende, das unter dem provokanten Motto „Demokratie braucht Kultur und Kultur braucht Anarchie“ steht.
Vernissage mit dem „letzten Romantiker“
Den Auftakt der Sommersonnenwende bildet am Mittwoch, 18. Juni, um 19 Uhr die Vernissage der Ausstellung „Der letzte Romantiker“ des Wittener Künstlers Christoph Mandera. Die Kulturwissenschaftlerin Hella Sinnhuber führt in die Werke ein. Dazu eröffnet sie damit ein Festival, das bewusst auf Begegnung und kreativen Austausch setzt.
Christoph Mandera. Foto: Alexander Fichtner
Frühstück, Gespräche und Open Stage zur Sommersonnenwende
Ab Fronleichnam entwickelt das Festival seinen eigenen Rhythmus: Täglich von 10.30 bis 13 Uhr lädt das „artpark Frühstück“ zum ungezwungenen Austausch ein. Das DIY-Konzept (Do It Yourself) ermöglicht Künstlergespräche und offene Begegnungen unter dem Motto „meet the artist & artpark“. Am Nachmittag übernimmt ab 17 Uhr die Open Stage, wo Literaten, Musiker, Tänzer und Chöre ihre Ideen präsentieren können.
Viel Material für den Aufbau. Foto: Alexander Fichtner
Prominente Gäste aus Musik und Literatur zur Sommersonnenwende
Das Programm wartet mit namhaften Künstlern auf. Chris Seidler, Komponistin, Jazzsängerin und Leiterin der Opera School in Gelsenkirchen, liest am Samstag, 21. Juni, um 17 Uhr aus ihrem neuen Buch „WIZZ und der Kater aus dem All“.
Künstler Kollektiv Kegelrobben bauen auf. Foto: Alexander Fichtner
Ein besonderer Gast zur Sommersonnenwende ist dabei Zwakkelmann alias Schlaffke Wolff aus Hamminkeln. Früher Frontmann der legendären Punkband Schließmuskel, die von 1983 bis 2000 die deutsche Punkszene prägte. Er kommt gemeinsam mit dem Künstlerkollektiv Kegelrobben aus Wesel. Die Gruppe kommt mit einem Wohnwagen angereist und ist vor Ort als sogenannte „Vollmalisten“ aktiv.
Aufbau Sommersonnenwende mit dem Team Koczy.Mustafa Agim undLaurencjusz Müller. Foto: Alexander Fichtner
Thomas Machoczek komplettiert das Lineup mit einem Sound Requiem, während das Duo Hella&Bernd für weitere künstlerische Akzente sorgt.
Nachhaltigkeit im Fokus
Auch die Anreise wird nachhaltig gedacht. Das Autohaus Kroppen stellt das Elektroauto des Jahres für einen Shuttle-Service vom Hauptbahnhof Dorsten (ZOB) bereit. Interessierte können sich unter [email protected] anmelden.
Blick über das Flachsfeld. Foto: Alexander Fichtner
Freier Eintritt für alle
Das Festival ist bei freiem Eintritt für alle zugänglich. Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich für Open Stage-Beiträge unter [email protected] anmelden. Am Sonntag, 22. Juni, läuft das Programm von 10.30 bis 14 Uhr und bildet den Abschluss des außergewöhnlichen Kulturfests im Grenzgebiet.
Blick in den Ausstellungshalle. Foto: Alexander Fichtner
Der artpark am Hohen Berg 15 in Schermbeck-Gahlen beweist einmal mehr, dass Kultur und Natur eine inspirierende Verbindung eingehen können – besonders zur Zeit der Sommersonnenwende.
Nach dem großen Erfolg im Vorjahr sattelt die katholische Kirchengemeinde St. Matthäus erneut auf: Am Sonntag, 22. Juni, findet der zweite Radwandertag statt. Unter dem Motto „Ablenken“ können Radbegeisterte aller Altersgruppen zwischen drei unterschiedlich langen Routen wählen und dabei Gutes tun.
Das Angebot richtet sich bewusst an alle Fitnesslevel: Zur Auswahl stehen Strecken von fünf, 20 und 40 Kilometern Länge. „Besonders Familien profitieren von der flexiblen Streckenauswahl“, erklärt die Gemeinde. So können auch spontan Routen gewechselt werden, falls die ursprünglich geplante Tour zu lang oder zu kurz erscheint.
Der Start erfolgt flexibel: Am neuen Matthäusheim können Teilnehmer zwischen 10.30 und 15.00 Uhr starten, an der Tüshaus-Mühle Deuten zwischen 11.00 und 15.00 Uhr. Erwachsene zahlen zwei Euro für den Radwanderpass, der gleichzeitig als Tombola-Los fungiert. Kinder unter 14 Jahren fahren kostenlos mit.
Sicherheit und Service im Fokus der St. Matthäus-Gemeinde
Die Streckenführung erfolgt überwiegend auf asphaltierten, sicheren Wegen durch das Gebiet der Matthäusgemeinde. Bei den beiden längeren Routen ist ein Zwischenstopp an der Tüshaus-Mühle Deuten eingeplant, wo der Schützenverein Wulfen für Erfrischungen und frische Waffeln sorgt. Ein besonderer Ehrengast wird gegen 13 Uhr erwartet: Bürgermeister Tobias Stockhoff will einige Radler persönlich begrüßen.
Familienfreundliches Fest am Ziel
Zielpunkt aller Touren ist dabei das neue Matthäusheim, wo ein umfangreiches gastronomisches Angebot zu familienfreundlichen Preisen wartet. Der Pfadfinderstamm St. Barbara und die Messdiener der Gemeinde übernehmen die Verpflegung mit Grillspezialitäten, Kaffee, kühlen Getränken und Waffeln. Für die jüngsten Gäste steht eine Hüpfburg bereit.
Die Veranstaltung verfolgt auch einen sozialen Zweck: Sämtliche Erlöse fließen in die Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde. Ermöglicht wird der Tag durch die Unterstützung regionaler Partner: die Sparkasse Vest Recklinghausen, die Vereinte Volksbank eG Dorsten sowie die Stiftsquelle Dorsten.
Tombola mit Familien-Bonus
Ein Höhepunkt des Tages ist die Tombola, an der alle Inhaber eines Radwanderpasses automatisch teilnehmen. Neben attraktiven Einzelpreisen gibt es Sonderpreise für Familien mit mindestens drei Personen, darunter ein Kind unter 18 Jahren. Die Auslosung beginnt um 17 Uhr am Matthäusheim und beendet die Veranstaltung.
„Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmende und einen gelungenen zweiten Radwandertag mit Bewegung, Begegnung und Freude für alle Generationen“, so die Verantwortlichen der St. Matthäus-Gemeinde. Nach dem erfolgreichen Auftakt im Vorjahr und den vielfach geäußerten Wünschen nach einer Wiederholung dürfte auch die zweite Auflage des Radwandertags auf große Resonanz stoßen.
Drei Tage lang verwandelte sich die Innenstadt in eine lebendige Festmeile: Das Altstadtfest 2025 bot vom 13. bis 15. Juni ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, kulinarischen Genüssen und vielen besonderen Momenten – und wurde am Sonntag zum vollen Publikumserfolg.
Bereits am Freitagabend eröffnete Bürgermeister Tobias Stockhoff offiziell das Fest auf dem Marktplatz. Begleitet von sommerlicher Abendsonne war die Gastronomie rund um das Alte Rathaus frühzeitig gut gefüllt. Auf gleich zwei Sparkassen-Bühnen startete das musikalische Programm: DJ Sam Vegas sorgte mit minimalistischen Beats am Platz der Deutschen Einheit für Strandatmosphäre, während die Band 4 Live Extended das Publikum auf dem Marktplatz mit handgemachter Musik begeisterte.
Besucher auf dem Marktplatz. Foto: Konetzka
Zwischen Altem Rathaus und Agathakirche lockte Honsels Wein- & Käsemarkt Genießer mit Chardonnay und Spezialitäten, während Kinder sich auf Hüpfburg und Karussell austoben konnten. Auch Kunsthandwerker wie Martin Gördes mit seiner „Perlenbude“ trugen zur besonderen Atmosphäre bei.
Der Samstag begann mit buntem Markttreiben und vielfältigen Auftritten: Die Tanzschule Reece, das Dorstener Chor-Festival und junge Musikerinnen wie „The Harmonies“ aus der Rockschule boten ein abwechslungsreiches Programm. Am Abend kamen Musikfans voll auf ihre Kosten. DJ Jan Schapdick eröffnete den Partyabend auf dem Marktplatz, bevor um 21 Uhr DJ Salvatore Mancuso die Bühne übernahm.
Partystimmung am Samstag. Foto: Christian Haug
Der international gefragte Künstler aus dem Ruhrgebiet präsentierte ein energiegeladenes Set aus House, Tech-House und Pop-Elementen – inklusive Eigenproduktionen und Mashups. Trotz eines kurzen Unwetters am frühen Abend blieb die Stimmung ungetrübt. Auch auf der zweiten Bühne sorgte die Live-Band Sloe Gin für einen stimmungsvollen Abschluss des Tages.
Sonntag als Publikumsmagnet: Blasmusik, Hollandmarkt und Ritter Rost
Der Sonntag wurde zum Höhepunkt des Wochenendes. Bei angenehmen Temperaturen – nicht zu heiß und nicht zu kühl – füllte sich die Innenstadt schon am Vormittag. Viele Menschen schlenderten durch die Gassen, genossen Musik und stöberten auf dem beliebten Hollandmarkt. Frischer Käse, günstige Pflanzenangebote wie zwei Blumenampeln für fünf Euro und typische Rufe der niederländischen Händler wie „Lekker, lekker!“ oder „Hallo, hallo!“ verliehen Dorsten internationales Flair.
Freundliche Käsehändler aus den Niederlanden. Foto: Fichtner
Für Kinder gab es in den Mercaden ein buntes Programm rund um „Ritter Rost“ mit Zaubertricks und Ballontieren. Auf dem Marktplatz sorgte die Schützenkapelle Rhade mit Blasmusik für ausgelassene Big-Band-Stimmung. Auch der Honsel Wein- & Käsemarkt war wieder gut besucht.
Das fröhliche Schankteam beim Wein- und Käsemarkt. Foto: Fichtner
Auf dem Platz der Deutschen Einheit konnten sich die Besucher bei PhysioMentor, Bodyconcept und Dr. Schlotmann schon einen Eindruck vom Angebot im kommenden Dorstener Campus machen.
Gemeinsam gaben Bodyconcept, PhysioMentor und Dr. Schlotmann Einblicke in den kommenden Dorstener Campus. Foto: Fichtner
Ein weiteres Erfolgsrezept war die Kombination mit dem verkaufsoffenen Sonntag. Zahlreiche Einzelhändler öffneten ihre Türen und nutzten die Gelegenheit, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. So etwa Marinus Kösters von Intersport Kösters, der sich über reges Interesse an seinem Geschäft freute: „Viele Besucher haben sich Zeit genommen, sich beraten zu lassen – und dank unseres neuen Apparats konnten wir sogar individuell angepasste Schuheinlagen direkt vor Ort anfertigen.“ Die Verbindung von Stadtfest und Einkaufserlebnis kam bei den Gästen sichtlich gut an.
Das Team von Intersport Kösters hatte alle Hände voll zu tun. Foto: Fichtner
Ein gelungenes Fest mit starker Resonanz
Organisator Hans Schuster zog ein positives Fazit: „Es war toll zu sehen, wie gut das Fest angenommen wurde – gerade nach den Jahren der Einschränkungen.“ Auch Bürgermeister Stockhoff betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen für das gesellschaftliche Leben in der Stadt. Unterstützt wurde das Altstadtfest erneut von der Sparkasse Vest als Hauptsponsor.
Die Schützenkapelle Rhade sorgte auf dem Marktplatz für Stimmung. Foto: Fichtner
Trotz kurzer Wetterkapriolen am Samstag blieb die Gesamtstimmung durchweg positiv – vor allem der Sonntag zeigte, wie sehr die Dorstenerinnen und Dorstener ihr Altstadtfest vermisst haben. Mit guter Musik, kulinarischer Vielfalt und vielen kleinen Highlights wurde das Wochenende zu einem echten Sommerfest der Begegnung.
Hier sind noch einige Impressionen vom Sonntag (Fotos: Alexander Fichtner):
Aufgrund des Feiertags Fronleichnam am Donnerstag, 19. Juni 2025, wird der Wochenmarkt in der Altstadt ausnahmsweise vorgezogen. Der Markt findet stattdessen am Mittwoch, 18. Juni 2025, zur gewohnten Zeit statt.
Der Altstadtmarkt ist mit rund 50 Händlerinnen und Händlern der größte Wochenmarkt in Dorsten. Er bietet ein breites Sortiment an regionalen Frischwaren wie Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst, Käse, Backwaren und Blumen. Ergänzt wird das Angebot durch Textilien, Kurzwaren, Modeschmuck, Spielwaren und kunsthandwerkliche Artikel.
Die Wochenmärkte in Dorsten sind ein fester Bestandteil des städtischen Einzelhandels. Neben dem zentralen Markt in der Altstadt finden regelmäßig Märkte in den Stadtteilen Holsterhausen, Hervest und Wulfen statt. Sie tragen zur Belebung der Einkaufszonen bei und bieten eine wichtige Ergänzung zum stationären Handel.
Weitere Informationen zu den Dorstener Wochenmärkten sind online unter www.dorsten.de/wochenmarkt abrufbar.