Die Stadt Dorsten informiert über ein wichtiges Angebot für geflüchtete Menschen. Seit Kurzem erhalten sie jeden Dienstag von 9 bis 11 Uhr direkte Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen. Die Beratung findet in der städtischen Unterkunft An der Molkerei 24 bis 28 im Erdgeschoss statt. Der Zugang liegt am mittleren Eingang neben dem Schaukasten.
Zwei ehrenamtliche Helfer stehen bereit, um Fragen zu beantworten und beim Ausfüllen von Unterlagen zu unterstützen. Bei speziellen Anliegen vermitteln sie auf Wunsch an weitere Träger, Vereine oder Einrichtungen aus dem Netzwerk Integration. Ziel ist es, den Zugang zu wichtigen Verwaltungswegen zu erleichtern und Geflüchtete im Alltag zu entlasten.
Die neuen Räume bieten zusätzlich Platz für weitere Beratungsangebote. Bereits jetzt ist der Verein Donum Vitae mit einer Schwangerschafts und Schwangerschaftskonfliktberatung vertreten. Geflüchtete Frauen erhalten dort im Rahmen eines Bundesprogramms auch kostenlose Verhütungsmittel. Bald ergänzt die Ausreise und Perspektivberatung des ASD Marl das Angebot.
Für weitere Auskünfte steht die Integrationsbeauftragte der Stadt Dorsten bereit. Hildegard Hemmers ist telefonisch unter 02362 66 5250 oder per E Mail an [email protected] erreichbar.
Dieses Angebot stärkt die Unterstützung für Geflüchtete in Dorsten und macht Beratung leichter zugänglich.
Ein 19-jähriger Auszubildender steht im Verdacht, ein Kind an einer Dorstener Grundschule während der Hausaufgabenbetreuung sexuell missbraucht zu haben. Wie die Polizei Recklinghausen mitteilte, wurde am 26. November 2025 Haftbefehl gegen den jungen Mann erlassen. Er befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.
Der Fall wurde bekannt, nachdem sich ein Mädchen seiner Mutter anvertraut und von Übergriffen berichtet hatte. Die Mutter informierte umgehend die Verantwortlichen der Schule und erstattete gemeinsam mit diesen Anzeige. Noch am selben Tag, dem 25. November, nahm die Polizei den Tatverdächtigen fest.
Die Ermittler prüfen derzeit, ob neben dem betroffenen Kind weitere Schülerinnen oder Schüler Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sein könnten. Eine speziell eingerichtete Ermittlungskommission des Fachkommissariats der Polizei Recklinghausen führt die Untersuchungen. Eltern, deren Kinder möglicherweise ebenfalls betroffen sein könnten, erhalten direkt von der Polizei Nachricht.
Die Schule wird im Umgang mit dem Vorfall durch den polizeilichen Opferschutz unterstützt. Weitere Informationen will die Polizei bekanntgeben, sobald es der Ermittlungsstand zulässt.
In sozialen Medien verbreitet sich derzeit ein Aufruf zu einem bundesweiten Schulstreik gegen die geplante Reaktivierung der Wehrpflicht. Der Protest richtet sich angeblich gegen eine drohende Zwangsverpflichtung junger Menschen zum Dienst an der Waffe. Eine genaue Betrachtung der Initiative, ihrer Unterstützer und der rechtlichen Grundlagen zeigt jedoch ein deutlich komplexeres Bild.
Herkunft und politische Einordnung der Kampagne
Die Initiatoren stellen den für den 5. Dezember geplanten Schulstreik als überparteiliche Jugendbewegung dar. Viele Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass der Anstoß aus klar linken und teilweise linksradikalen politischen Kreisen stammt. Flyer und Onlinegrafiken sowie der Instagram-Auftritt nutzen Symbole, die traditionell im linksradikalen Spektrum verortet werden, darunter ein roter Stern oder Che Guevara-Portraits.
Auffällig ist auch die Unterstützung durch politisch links positionierte Gruppen und Medien wie die marxistische „junge welt“ sowie durch das Bündnis Sahra Wagenknecht, das in der öffentlichen Wahrnehmung häufig als russlandfreundlich gilt. Diese ideologische Nähe löst zusätzliche Debatten über die politische Zielrichtung der Aktion aus.
Offene Fragen zur Transparenz
Irritationen entstehen auch wegen der im Impressum genannten Kontaktperson. Zu dem Namen „Moritz Nagel“ aus Hamburg finden sich öffentlich keine verifizierbaren Informationen, die auf eine koordinierende Rolle in einer bundesweiten Bewegung schließen lassen. Die mangelnde Transparenz ist ungewöhnlich für eine Initiative, die sich als professionell organisiert präsentiert.
Unklare Wirkung an Schulen
Während die Kampagne online stark präsent ist, zeigt sich an Schulen ein anderes Bild. Nachfragen bei Dorstener Schulen ergaben, dass vielerorts keine Informationen über den Streik vorlagen. Weder Schulleitungen noch einige Schülervertretungen hatten den Aufruf erhalten. Dies deutet darauf hin, dass der Mobilisierungseffekt bisher vor allem digital und weniger in tatsächlichen Schulstrukturen stattfindet.
Der Gesetzentwurf. Was wirklich geplant ist
Der Entwurf des Wehrdienst Modernisierungsgesetzes reagiert auf die sicherheitspolitische Lage in Europa. Ziel ist ein besserer Überblick über die wehrpflichtigen Jahrgänge und eine Stärkung der Reserve. Dafür werden Erfassung und Musterung wieder eingeführt. Betroffen sind Männer ab 18 Jahren beginnend mit dem Geburtsjahrgang 2008.
Zunächst bleibt der neue Wehrdienst freiwillig. Die Befragung zur Bereitschaftserklärung und die Musterung sind jedoch verpflichtend. Zusätzlich erhält die Bundesregierung die Möglichkeit, mit Zustimmung des Bundestages auch außerhalb eines Spannungs- oder Verteidigungsfalls eine verpflichtende Einberufung zum Grundwehrdienst anzuordnen, falls die sicherheitspolitische Lage dies zwingend erfordert und freiwillige Bewerbungen nicht ausreichen.
Damit wird ein rechtlicher Rahmen geschaffen, der unter bestimmten Bedingungen eine Rückkehr zu einem verpflichtenden Dienst ermöglicht. Solche Maßnahmen wären erheblich, bleiben aber klar an parlamentarische Zustimmung gebunden.
Rechtliche Bewertung. Wird jemand gezwungen, eine Waffe zu tragen?
Unabhängig von allen Änderungen bleibt Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes voll wirksam. Dieser garantiert das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung. Jeder Betroffene kann den Dienst an der Waffe verweigern. Der Staat muss eine zivile Alternative bereitstellen. Der Entwurf selbst weist ausdrücklich darauf hin, dass das Recht auf Verweigerung im Ernstfall aktiv gewährleistet werden muss. Auch Minderjährige sind nicht betroffen.
Die oft verbreitete Sorge vor einem Zwang zum Waffendienst für Schüler hält einer rechtlichen Prüfung daher weiterhin nicht stand.
Was bedeutet das für die Kritik der Bewegung?
Der Gesetzentwurf zeigt, dass verpflichtende Elemente tatsächlich wieder erweitert werden. Die Erfassung, Befragung und Musterung werden real. Auch die Möglichkeit einer verpflichtenden Einberufung ist vorgesehen. Diese Punkte lassen sich sachlich kritisieren, da sie einen Schritt in Richtung einer reaktivierten Wehrpflicht darstellen.
Gleichzeitig bleibt der Kernvorwurf der Kampagne unzutreffend. Niemand kann gezwungen werden, Waffen zu tragen. Auch der Entwurf zielt nicht auf eine solche Verpflichtung. Die Warnung vor einem Dienst an der Waffe ohne Ausweg ist daher weiterhin alarmistisch und überzeichnet. Sie erweckt ein Bedrohungsszenario, das nach geltendem Verfassungsrecht ausgeschlossen bleibt.
Der Schulstreik – Was bleibt?
Der Schulstreik richtet sich gegen reale Pläne, die Wehrpflicht strukturell vorzubereiten und wieder handlungsfähig zu machen. Die Kritik an verpflichtender Erfassung und Musterung ist dabei legitim und von der Meinungsfreiheit gedeckt.
Die zugespitzte Behauptung eines drohenden Zwangs zum Waffendienst ist allerdings nicht haltbar. Der Entwurf bestätigt vielmehr, dass das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung uneingeschränkt weiter gilt. Der Protest basiert daher auf einem Gemisch aus berechtigten Sorgen und überzogenen Darstellungen. Was bleibt ist die Frage, ob hier nicht Jugendliche mit einem freien Schultag geködert und für politische Zwecke instrumentalisiert werden sollen.
Auf der Mittelstraße müssen sich Anwohner und Verkehrsteilnehmer im Dezember auf Einschränkungen einstellen. Wie das Tiefbauamt der Stadt mitteilt, wird eine Spezialfirma in der zweiten Dezemberwoche rund 130 Meter der dortigen Kanalisation sanieren. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Breslauer Straße und der Plisterbecker Straße.
Die Arbeiten erfolgen in einem besonderen Verfahren, das die Bauzeit deutlich verkürzt. Anstatt die Fahrbahn großflächig aufzubrechen, wird der Kanal im sogenannten Schlauchliner-Verfahren von innen erneuert. Dabei wird ein mit Harz getränkter Glasfaserschlauch in die bestehende Leitung eingebracht und anschließend mittels UV-Licht ausgehärtet. So entsteht ein neues Rohr im alten, das den Kanal dauerhaft abdichtet.
Um die Abwasserentsorgung für die Anlieger möglichst wenig zu beeinträchtigen, fräst ein Roboter noch am selben Tag die einzelnen Hausanschlüsse wieder frei. So kann das Wasser schnell wieder wie gewohnt abfließen.
Trotz der schnellen und vergleichsweise schonenden Technik sind Verkehrsbehinderungen unvermeidlich. Bereits ab dem 1. Dezember beginnen die vorbereitenden Arbeiten. Rund um die eigentliche Sanierungsphase kann es zeitweise auch zu Vollsperrungen kommen.
Das Tiefbauamt bittet daher alle Anwohner, sich frühzeitig auf mögliche Einschränkungen einzustellen. Besonders wichtig sei es, die Bereiche um die Schachtdeckel freizuhalten, da dort Spezialgeräte eingesetzt und in die Kanalisation abgesenkt werden müssen.
Für das Schuljahr 2026/2027 wurden in Dorsten 762 Schulneulinge angemeldet. Im Vorjahr waren 831 Kinder gemeldet. Das bedeutet, dass die Dorstener Grundschulen im kommenden Schuljahr mit 69 Schulneulingen weniger starten als im laufenden Jahr.
Auf Grundlage der kommunalen Klassenrichtzahl können 33 Eingangsklassen gebildet werden. Im aktuellen Schuljahr sind es 35 Klassen. Somit wird das kommende Schuljahr mit zwei Klassen weniger geplant.
Einen besonderen Grund für die Zahlen sieht die Stadt allerdings nicht. „Das sind normale demographische Schwankungen“, so Stadtsprecher Ludger Böhne dazu. Nicht alle Geburtsjahrgänge seien gleich stark.
Aktuelle Anmeldezahlen und Vergleich zur Anmeldung 2025/2026 in Klammern
Agathaschule
95 (2025/2026: 102)
Albert-Schweitzer-Schule
55 (2025/2026: 52)
Antoniusschule
68 (2025/2026: 77)
Augustaschule
78 (2025/2026: 83)
Bonifatiusschule
60 (2025/2026: 70)
Don-Bosco-Schule
38 (2025/2026: 59)
Grüne Schule an der Talaue
92 (2025/2026: 89)
Pestalozzischule mit kath. Teilstandort Altendorf-Ulfkotte: 41+25 (2025/2026: 79+25)
Urbanusschule: 53 (2025/2026: 48)
Wilhelm-Lehmbruck-Schule mit kath. Teilstandort Deuten: 27 + 12 (2025/26: 26 + 12)
Wittenbrinkschule: mehr Anmeldungen als Plätze
124 angemeldete Kinder (2024/2025: 93) Für das Schuljahr 2026/2027 sind 88 Schulneulinge angemeldet. Hinzu kommen 36 Kinder, die weiterhin die Schuleingangsphase besuchen. Insgesamt stehen somit 124 Kinder auf der Liste. Die Schule kann jedoch 110 Kinder aufnehmen.
Seit dem Schuljahr 2024/2025 gibt es an der Wittenbrinkschule jahrgangsübergreifendes Lernen. Drei Lerngruppen arbeiten dabei mit Kindern aus den Jahrgängen 1 und 2, zusätzlich gibt es jahrgangsbezogenen Unterricht. Im kommenden Schuljahr werden fünf Lerngruppen gebildet. Die Schule suche derzeit nach Lösungen, um möglichst viele Aufnahmewünsche zu berücksichtigen.
Maria-Montessori-Schule
Für das Schuljahr 2026/2027 haben 12 Schulneulinge aus Dorsten eine Aufnahmebestätigung der Maria-Montessori-Schule erhalten. Im vorherigen Anmeldeverfahren waren es 15 Dorstener Kinder.
Der Saal im Jüdischen Museum Westfalen ist an diesem Dienstagabend bis auf den letzten Platz gefüllt, als Ben Salomo das Mikrofon in die Hand nimmt. Der israelisch deutsche Rapper und Autor, bekannt als erster offen jüdischer Akteur in der deutschen Rap Szene und Gründer des Formats „Rap am Mittwoch“, ist nach Dorsten gekommen, um aus seinem Buch „Sechs Millionen, wer bietet mehr? Judenhass an deutschen Schulen“ zu lesen – und vor allem, um zu erzählen.
Eingeladen und ermöglicht wurde der Abend von der Konrad Adenauer Stiftung. Durch das Programm führte Vivianne Dörne, die mit ruhiger, präziser Moderation den Raum immer wieder öffnete für Nachfragen und Diskussion.
Vor der Lesung. Foto: Alexander Fichtner
500 Schulen, 50.000 Jugendliche, ein Muster des Hasses
Zu Beginn zeichnet Ben Salomo den Weg nach, der zu seinem Buch geführt hat. Sechs Jahre lang, berichtet er, sei er mit Vorträgen durch die Republik gereist: bis zu 150 Veranstaltungen im Jahr, oft zwei an einem Tag, in Spitzenzeiten sogar drei. Über 500 Schulen, mehr als 50.000 Schüler eine Dichte, aus der sich, wie er sagt, „Muster, Tendenzen und eklatante Wissenslücken“ herauskristallisieren.
Begrüssung der Gäste. Foto: Alexander Fichtner
Vor dem 7. Oktober 2023, also vor den Terrorangriffen der Hamas auf Israel, habe er in etwa jeder fünften Schule antisemitische Ausbrüche während seiner Veranstaltungen erlebt. Viel zu viel und doch blieb die Bilanz für ihn damals noch hoffnungsvoll, weil dem etwa 80 Prozent positives Feedback gegenüberstanden.
Seit dem 7. Oktober hat sich das Bild dramatisch gewandelt. Die Zahl der offenen antisemitischen Zwischenfälle habe sich mindestens verdoppelt, schildert Salomo, teilweise sei der Anteil positiver Rückmeldungen auf 50 bis 60 Prozent gesunken. Vor allem aber habe sich die Qualität dieser Ausfälle verändert: Sie seien aggressiver, provokanter geworden, Jugendliche kämen bewusst mit Symbolen und Bildern in seine Vorträge, die er als eindeutig dschihadistisch einordnet.
Diese Entwicklung bleibe nicht ohne Folgen, erzählt er offen. Psychisch habe ihn das zunehmend belastet, sodass er seine Einsätze von vier auf drei Tage pro Woche habe reduzieren müssen. Selbst Moderatorinnen und Moderatoren, die ihn begleiteten, hätten nach besonders heftigen Szenen erklärt, sie hielten diese Arbeit nicht mehr aus. „Ich als Betroffener kann mir diesen Luxus nicht leisten“, sagt Salomo. Für ihn sei der Kampf gegen Antisemitismus eine Frage der Existenz der jüdischen Existenz in Deutschland.
Wie aus Sprachaufnahmen ein Buch wurde
Aus dieser Dauererfahrung entstand schließlich das Buch, über das er an diesem Abend spricht. Ein Literaturagent habe ihn nach einem Interview angesprochen und ermutigt, seine Beobachtungen aufzuschreiben. Gemeinsam mit dem Co Autor Christoph Lemmer entwickelte Salomo eine Arbeitsweise, die der Dringlichkeit des Themas entspricht.
Einleitende Worte durch Dr. Kathrin Pieren. Foto: Alexander Fichtner
Nach besonders drastischen Vorfällen an Schulen nahm er unmittelbar danach Sprachnachrichten auf, schilderte die Situation so frisch und ungefiltert wie möglich. Diese wurden transkribiert, anschließend analysierte und kontextualisierte er die Erlebnisse. So entstanden Fallgeschichten, in denen konkrete Szenen, persönliche Reflexion und gesellschaftliche Einordnung ineinandergreifen.
„Ich biete sechs Millionen“ – ein Titel und seine Geschichte
Besonders eindrücklich schildert Salomo an diesem Abend die Szene, die dem Buch seinen Titel gab. Regelmäßig frage er in seinen Veranstaltungen ab der achten, neunten Klasse, was die Jugendlichen über Nationalsozialismus, Holocaust und Antisemitismus wissen. Immer wieder falle dabei auf, wie wenig solides Wissen vorhanden sei und wie stark Halbwahrheiten den Unterricht ersetzen.
Wenn er die Zahl der von den Nationalsozialisten ermordeter Juden abfragt, reichen die Antworten oft von einer Million bis zu völlig überzogenen Schätzungen. In einer Schule rief ein Schüler schließlich provozierend in den Raum: „Ich biete sechs Millionen!“ als wäre die Zahl Teil einer Viehauktion.
Foto: Alexander Fichtner
Salomo schildert, wie ihn diese Mischung aus Zynismus, Unwissen und Distanz zum historischen Grauen in diesem Moment erschüttert habe. Er reagierte scharf, der Junge wurde still. Zugleich erkannte er darin ein Symptom: Für viele Jugendliche der vierten, fünften Generation nach dem Holocaust scheint die Vernichtung der europäischen Juden so weit weg zu sein, dass sie nicht mehr als realer Bruch wahrgenommen wird. Für Juden dagegen, so Salomo, bleibe der „riesige Riss in der Geschichte“ bis heute spürbar.
Der Verlag sah in dieser Szene den Schlüssel zum gesamten Projekt so wurde „Sechs Millionen, wer bietet mehr?“ zum Titel.
Dorsten als Spiegel: Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft
Wie aktuell und nah das Thema ist, zeigt sich in der Fragerunde am Ende des Abends. Eine Mutter aus Dorsten ergreift das Wort und berichtet von ihrem jüdischen Kind, das bereits in der Grundschule weil es jüdisch ist gemobbt werde. Ihre Schilderung lässt den Raum verstummen. Plötzlich ist Antisemitismus nicht mehr nur eine abstrakte Bedrohung oder ein Problem „irgendwo in Berlin“ oder „in der Rap Szene“ er steht buchstäblich mitten in Dorsten, mitten in der eigenen Nachbarschaft.
Foto: Alexander Fichtner
Der Abend macht schmerzhaft deutlich, was Ben Salomo immer wieder betont: Antisemitismus in Schulklassen, in Jugendkultur und Sozialen Medien ist kein Randphänomen. Er ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, auch in Städten wie Dorsten.
Kampf gegen Judenhass als Kampf für die Demokratie
Gleichzeitig zeigt der Abend im Jüdischen Museum Westfalen, was dem entgegengesetzt werden kann. Mit seinem klaren Bekenntnis zum Judentum stellt sich Ben Salomo nicht nur antisemitischen Tendenzen im Deutschrap entgegen, sondern macht den wachsenden Judenhass in Deutschland sichtbar. Seit 2019 hält er bundesweit Vorträge und Workshops zu Antisemitismus in Jugendkultur und Rap Szene, wird als Referent zu Fachtagungen eingeladen und ist inzwischen eine der wichtigsten jüdischen Stimmen in dieser Debatte.
In Dorsten wird spürbar: Der Kampf gegen Antisemitismus ist immer auch ein Kampf für die Demokratie. Wo Juden angefeindet werden, geraten automatisch auch Freiheit, Rechtsstaat und Menschenwürde unter Druck.
Dass die Konrad Adenauer Stiftung gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Westfalen diesen Abend ermöglicht hat, ist deshalb mehr als eine Kulturveranstaltung. Es ist ein Signal, dass Dorsten hinschauen will. Doch die Schilderung der Mutter zeigt: Es reicht nicht, einen Abend lang betroffen zu sein.
Die Botschaft, mit der Ben Salomo das Publikum entlässt, bleibt im Raum: Antisemitismus geht alle an. Jede Schule, jede Stadt, jede Familie muss sich fragen, wie sie auf Judenhass reagiert oder ob sie schweigt. In Dorsten ist diese Frage an diesem Dienstagabend hoffentlich ein Stück lauter geworden.
In einer Kooperation mit dem Central-Kino Dorsten stellen wir jede Woche die neuen Filme im Kinoprogramm vor. Dieses Mal dabei: „Zoomania 2“, „Roofman“und „Mit Liebe und Chansons“.
Diese Woche gibt es im Kino Dorsten den Familien-Animationsfilm „Zoomania 2“, die Gauner-Komödie „Roofman“ und das Drama „Mit Liebe und Chansons“.
„Zoomania 2“
Foto: Disney
Nachdem sie den größten Fall in der Geschichte von „Zoomania“ gelöst haben, stellen die beiden Polizisten Judy Hopps und Nick Wilde fest, dass ihre Partnerschaft doch nicht auf so festen Pfoten steht, wie sie dachten. So befiehlt ihnen Chief Bogo, an der Paartherapie „Partner in Krisen“ teilzunehmen. Und doch dauert es nicht lange, bis das irrwitzige Detektiv-Duo mit dem richtigen Riecher auf die ultimative Probe gestellt wird: Eine verschlungene Spur führt sie zu einem rätselhaften Geheimnis, das eng mit der Ankunft einer giftigen Schlange in der Tiermetropole verknüpft ist…
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Regie führte Jared Bush.
„The Running Man“ läuft im Kino Dorsten täglich um 15 Uhr, 17.30 Uhr und 20 Uhr; Freitag und Samstag zusätzlich um 22.30 Uhr; Sonntag zusätzlich um 12:45 Uhr. FSK: 6.
Der einstige Army Ranger Jeffrey Manchester (Channing Tatum) schlägt nach seiner Entlassung eine kriminelle Karriere ein und beginnt, Fastfood-Restaurants auszurauben, um finanziell über die Runden zu kommen und seine Familie zu ernähren. Bei seinen Raubzügen verschafft er sich Zugang über die Dächer, was ihm bald den Spitznamen „Roofman“ einbringt. Nach einer langen Erfolgsserie mit über 40 Einbrüchen wird er schließlich festgenommen und landet im Gefängnis. Dort tüftelt er prompt an einem Plan zu fliehen. Die Flucht glückt und er findet ein mehr als ungewöhnliches Versteck: ein Spielzeug-Geschäft. Während er gemeinsam mit seinem guten Freund Steve (LaKeith Stanfield) daran arbeitet, das Land so schnell wie möglich zu verlassen, verliebt er sich unverhofft in die alleinerziehende Leigh (Kirsten Dunst). Ein Spiel auf Zeit beginnt, während seine Vergangenheit droht, ihn einzuholen…
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Die Hauptrolle spielen Channing Tatum, Ben Mendelsohn, Peter Dinklage, u.a.. Regie führte Derek Cianfrance.
„Der Hochstapler – Roofman“ läuft im Kino Dorsten täglich um 20 Uhr; Freitag und Samstag auch um 22.30 Uhr. FSK: 12.
Paris in den 1960er Jahren: Esther Perez bringt ihr sechstes Kind zur Welt, den kleinen Roland. Er wird mit einer Fehlbildung am Fuß geboren. Die Ärzte sind sich sicher, dass Roland niemals richtig laufen wird. Doch Esther ist eine starke und sture Frau, die ihrem Kopf und vor allem ihrem Herzen folgt. Entgegen aller Ratschläge verspricht sie Roland, dass er an seinem ersten Schultag wie alle anderen Kinder auf eigenen Beinen in die Schule gehen wird. Roland wird ein glücklicher Mensch sein, dem es an nichts mangelt, dafür werde sie schon sorgen. Basta.
Und Esther ist eine Mutter, die wahre Wunder vollbringen kann. Alles setzt sie nun daran, ihr Versprechen zu halten und schleppt Roland von Orthopäde zu Heilerin und wieder zurück. Mit unerschütterlichem Optimismus ist sie niemals um eine neue Strategie verlegen, die ihrem Sohn das Glück bescheren kann, auf eigenen Beinen zu stehen, selbst wenn der liebe Gott dabei eine Rolle spielen muss und ihre jüdische Großfamilie dazu verdammt ist, monatelang den heilsamen Klängen französischer Chansons zu lauschen.
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Die Hauptrolle spielen Leïla Bekhti, Jonathan Cohen, Joséphine Japy u.a. Regie führte Ken Scott.
„Mit Liebe und Chansons“ läuft im Kino Dorsten täglich um 18 Uhr. FSK: 0.
Wie geht es weiter mit der Brache am Wulfener Markt? Nachdem der Abriss der alten Ladenzeile nun endgültig abgeschlossen ist und ein Neubau weiterhin nicht absehbar scheint, setzt die Stadt Dorsten auf die Menschen vor Ort. Mit einer offenen Bürgerwerkstatt am 11. Dezember möchte sie herausfinden, wie die große Freifläche in der Zwischenzeit sinnvoll genutzt werden kann – und ob aus der jahrelangen Hängepartie vielleicht doch noch ein gemeinsames Projekt entstehen kann.
Der Abriss der alten Ladenzeile am Wulfener Markt ist inzwischen vollständig abgeschlossen. Zurück bleibt eine große Freifläche in zentraler Lage zwischen Alt-Wulfen und Barkenberg, für die derzeit keine kurzfristige Neubebauung in Sicht ist. Nachdem die Verkaufsverhandlungen mit der Investorengemeinschaft gescheitert sind, konzentriert sich die Stadt Dorsten nun darauf, die Übergangszeit aktiv zu nutzen.
Erste Schritte wurden bereits unternommen. Vor wenigen Wochen entstand eine provisorische Parkfläche für rund 20 Fahrzeuge, um die angespannte Parksituation zu entschärfen. Gleichzeitig erklärte die Stadt Dorsten, gemeinsam mit den Bürgern über weitere Zwischennutzungen nachzudenken.
Luftaufnahme der Brache nach dem Abriss des Wulfener Marktes im Mai 2025. Foto: Stadt Dorsten / Bludau
Einladung zu gemeinsamer Planung am 11. Dezember
Nun folgt der nächste Schritt: Die Stadt Dorsten lädt am 11. Dezember 2025 zu einer Bürger-Gesprächswerkstatt im Gemeinschaftshaus ein. Von 17.30 bis 20 Uhr können Interessierte im Gemeinschaftshaus Wulfen Ideen entwickeln, wie die Brache gestaltet und genutzt werden kann, solange ein neuer Bauanlauf nicht absehbar ist.
Holger Lohse, Technischer Beigeordneter und zugleich Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Wulfen, sieht in der Beteiligung einen wichtigen Impuls. „Wir möchten diese Chance nutzen und zusammen mit den Menschen vor Ort darüber sprechen, was hier entstehen könnte. Jede Idee ist willkommen. Mit der Kreativität und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger kann aus der Fläche bereits in der Übergangszeit ein echter Mehrwert entstehen.“
Was die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt erwartet
Die Werkstatt ist als offener Austausch angelegt. Die Stadt stellt die wichtigsten Eckpunkte vor, anschließend soll gemeinsam gearbeitet werden. Geplant sind:
ein kompakter Überblick zur Geschichte des Wulfener Marktes und zum aktuellen Stand
Informationen über Rahmenbedingungen und bestehende Entscheidungen
offenes Brainstorming mit Raum für eigene Vorschläge
die Möglichkeit, sich an möglichen Initiativen zu beteiligen
Damit möchte die Stadt einen Prozess anstoßen, der die Brache zumindest zeitweise belebt. Denkbar sind Aufenthaltsbereiche, Begrünungen, kulturelle Aktionen oder andere temporäre Nutzungen, die den Platz aufwerten, bis eine dauerhafte Planung möglich wird.
Ein Stadtteil zwischen Fortschritt und Stillstand
Die Einladung zur Bürgerwerkstatt findet in einer Phase statt, in der am Wulfener Markt gleich mehrere Entwicklungen nebeneinanderstehen. Die provisorischen Parkplätze schaffen kurzfristige Entlastung, gleichzeitig stagniert das große Neubauprojekt weiterhin. Hinzu kommt der Kontrast zu kleineren Erfolgen im Umfeld, etwa der Wiederinbetriebnahme der Wassertreppe am Gemeinschaftshaus, die durch bürgerschaftliches Engagement ermöglicht wurde.
Die zentrale Frage bleibt: Wie kann der wichtigste Platz des Stadtteils so genutzt werden, dass er nicht als dauerhafte Brache wahrgenommen wird, sondern als gestaltbarer Raum?
Stadt setzt auf Beteiligung
Die Stadt Dorsten setzt darauf, diesen Prozess gemeinsam mit der Bürgerschaft anzugehen. Sie hofft auf eine breite Beteiligung, damit aus der aktuell offenen Fläche in den kommenden Monaten mehr wird als nur eine Übergangslösung.
Wer Ideen mitbringt oder sich über den Stand informieren möchte, ist am 11. Dezember im Gemeinschaftshaus willkommen. Die Zukunft des Wulfener Marktes bleibt zwar weiterhin ein langfristiges Projekt. Die Gestaltung der Übergangszeit beginnt jedoch jetzt – mit den Menschen vor Ort.
Schüler der Klassen 10a und 10b des Gymnasium Petrinum haben am Ewigkeitssonntag, dem 23. November 2025, eine besondere Gedenkveranstaltung gestaltet. Sie erinnerten an sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, die während der NS-Zeit in Dorsten ums Leben kamen. Die Präsentation fand auf dem sogenannten „Russenfriedhof“ in Holsterhausen statt, der gegenüber dem städtischen Friedhof Tüshausweg liegt.
Die Jugendlichen hatten mehrere Wochen lang an einem Projekt gearbeitet, das vom Historiker Dr. Marius Seydel vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge begleitet wurde. In dieser Zeit setzten sie sich intensiv mit dem Schicksal der Opfer auseinander. Ihre Ergebnisse stellten sie in Texten und kurzen Beiträgen vor. Dadurch entstand eine feierliche und zugleich sehr persönliche Form des Erinnerns.
Im Anschluss an die Gedenkfeier übergab Dr. Seydel das neu erstellte „Namenbuch der verstorbenen sowjetischen Kriegsgefangenen auf den Friedhöfen in Dorsten“. Zuvor hatte er die umfangreichen Recherchen im Ratssaal der Stadt Dorsten vorgestellt. Die Ergebnisse sind außerdem in der aktuellen 85. Ausgabe des Jahrbuchs der Herrlichkeit Lembeck und Stadt Dorsten veröffentlicht. Das Jahrbuch ist unter anderem in der Stadtagentur erhältlich.
Volksbund will Opfern die Identität zurückgeben
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge arbeitet seit 2020 kontinuierlich daran, Kriegsgräberstätten sowjetischer Gefangener zu rekonstruieren. Ziel ist es, den Opfern ihre Identität zurückzugeben und ihre Schicksale sichtbar zu machen. Dr. Seydel konnte fast 400 zuvor unbekannte Namen von in Dorsten verstorbenen Gefangenen ermitteln. Diese Arbeit gilt als wichtiger Beitrag zur historischen Aufarbeitung.
Der „Russenfriedhof“ in Holsterhausen erinnert noch heute an die Gewalt und das Leid der NS-Zeit. Die Gedenkveranstaltung und das Engagement der Schülerinnen und Schüler machten deutlich, wie wichtig dieser Ort für Dorsten ist. Auch die Übergabe der neu gefassten Gräberliste verstärkte die Bedeutung des Erinnerns.
Bürgermeister Tobias Stockhoff würdigte die Arbeit aller Beteiligten. Er betonte, dass jeder zurückgegebene Name ein Stück wiederhergestellte Würde bedeutet. Er lobte außerdem die Ernsthaftigkeit, mit der sich junge Menschen aus Dorsten mit diesem schwierigen Teil der Stadtgeschichte befassen. „Gedenken ist kein Blick zurück, sondern ein Auftrag für die Zukunft, uns gemeinsam für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit einzusetzen“, so Stockhoff.
Die Veranstaltung zeigte, wie lebendig Erinnerungskultur sein kann. Sie lebt vom Mitwirken der Menschen und besonders vom Engagement junger Generationen, die Verantwortung für die Geschichte ihrer Stadt übernehmen.
In Dorsten warten mehrere Solaranlagenbesitzer seit Monaten auf ihre Einspeisevergütung von Westnetz. IT-Umstellungen und Personalmangel sorgen offenbar für lange Verzögerungen.
Mehrere Betreiber von Solaranlagen in Dorsten melden derzeit deutliche Verzögerungen bei der Auszahlung ihrer Einspeisevergütung durch Westnetz. Nach Angaben eines betroffenen Dorsteners bleiben Zahlungen teils seit Monaten aus, in einigen Fällen sogar seit dem vergangenen Jahr.
Dorstener Kunde droht mit Mahnverfahren
Der Dorstener Werner Kapteinat berichtet, dass Westnetz ihm seit längerer Zeit keine Einspeisevergütung auszahlt. Mehrfach habe er telefonischen Kontakt gesucht, jedoch ohne Erfolg. Als Begründung sei ihm „Personalmangel“ genannt worden.
Nachdem er am 9. November 2025 ein gerichtliches Mahnverfahren angedroht hatte, erhielt er eine Antwort: Westnetz kündigte an, die rückständigen Zahlungen bis zum 15. Dezember 2025 zu überweisen. Bislang sei das Geld jedoch nicht eingegangen.
Kapteinat berichtet außerdem, dass weitere Solaranlagenbesitzer in Dorsten vergleichbare Probleme gemeldet hätten.
Verzögerungen bei Westnetz bundesweit bekannt
Die Schwierigkeiten in Dorsten sind Teil eines umfassenderen Problems. Bundesweite Medienberichte zeigen, dass Westnetz bereits seit Monaten mit erheblichen Verzögerungen bei der Abrechnung von Photovoltaikanlagen kämpft.
Als Gründe nennt das Unternehmen laut Presse:
eine umfangreiche IT-Umstellung im Jahr 2024
Probleme bei der Übertragung von Kundendaten in das neue System
einen starken Solarboom, der die Bearbeitungskapazitäten überlastet
steigende Antragzahlen für PV-Anlagen, Wärmepumpen und Speicher
Diese Faktoren führen zu einem massiven Bearbeitungsstau.
Bundesnetzagentur schaltet sich ein
Wegen der verzögerten Einspeisevergütungen hat die Bundesnetzagentur ein Aufsichtsverfahren gegen Westnetz eröffnet. Auch Kapteinats Fall wurde der Behörde gemeldet. Laut Bundesnetzagentur kommt es zwar in den meisten Fällen zu reibungslosen Auszahlungen, doch bei Westnetz habe sich die Zahl der Beschwerden zuletzt deutlich erhöht.
Westnetz verweist auf Nachzahlungen – Zeitplan unklar
Westnetz betont in Stellungnahmen gegenüber Medien, dass die Einspeisevergütungen vollständig nachgezahlt würden. Allerdings bleibt unklar, wann alle Abrechnungen wieder regulär erstellt werden können.
Für Dorstener Betreiber bedeutet das: Sie müssen weiter warten – und in vielen Fällen auch auf wichtige Einnahmen verzichten.
Kapteinat bringt die Frustration vieler Betroffener auf den Punkt: „Mehrfache Anrufe führten, trotz Androhung eines gerichtlichen Mahnverfahrens, nicht dazu, dass Zahlungen wieder aufgenommen wurden.“
Mehrere Haushalte im Dorstener Stadtgebiet sowie im Versorgungsbereich des RWW waren gestern (Dienstag) zeitweise ohne Wasser. Betroffen waren nach Angaben des Unternehmens auch Ortschaften bis nach Schermbeck, Erle und Lembeck.
Die Unterbrechung trat nach einem Wasserrohrbruch am Schloss Lembeck auf und führte regional zu Ausfällen und Druckschwankungen.
Weitere Störung in Schermbeck
Zum Störungsbild habe laut RWW zusätzlich ein Wasserrohrbruch in Schermbeck an der Dorstener Straße gehört. In dessen Folge sei es im Bereich der Unterführung am Prozessionsweg zu Unterspülungen gekommen. Die Reparatur der Leitung habe parallel zu den Arbeiten in Lembeck erfolgen müssen, was die Netzbelastung weiter erhöht habe. Der Sprecher sprach von einer unglücklichen Verkettung mehrerer Schäden, die zeitgleich auftraten und sich auf die Versorgung im erweiterten RWW-Gebiet auswirkten.
Reparaturarbeiten in der Nacht abgeschlossen
Laut RWW-Sprecher sei die Hauptleitung in Lembeck in der Nacht erfolgreich repariert worden. Die Versorgung stabilisiere sich seitdem wieder. Ob ein Zusammenhang mit Baumfällarbeiten in Lembeck bestanden habe, könne der Versorger aktuell nicht bestätigen.
Kurzzeitige Ausfälle in Erle
Auch Erle war betroffen. Dort gab es jedoch nur kurzfristige Beeinträchtigungen bei der Wasserversorgung.
Eine Seniorin in Wulfen ist erst vor wenigen Tagen auf eine ähnliche Betrugsmasche hereingefallen. Nun meldet die Polizei einen neuen Fall in Dorsten. Erneut gaben sich Unbekannte als Bankmitarbeiter aus und setzten eine Seniorin unter Druck. Die Ermittlungen laufen.
Betrüger geben sich als Bankmitarbeiter aus
An der Marienstraße waren am frühen Dienstagnachmittag mutmaßliche Betrüger unterwegs. Gegen 13.30 Uhr rief ein Mann bei einer Seniorin an und erklärte, dass es aktuell zu vielen Betrugsdelikten kommen würde. Mehrere Konten seien bereits betroffen. Um die Frau zu verunsichern, gab er sich als Bankmitarbeiter aus.
Der Anrufer setzte die Seniorin nach Angaben der Polizei so stark unter Druck, dass sie ihre PIN-Nummer nannte. Kurz darauf erschien ein zweiter Mann an ihrer Wohnanschrift, der sich ebenfalls als Mitarbeiter der Bank ausgab. Die Seniorin übergab ihm ihre Karte.
Der Abholer war etwa 1,80 Meter groß und hatte eine stabile Statur.
Karte sofort gesperrt
Kurz nach der Übergabe informierte die Seniorin die Polizei. Die Beamten ließen die Karte umgehend sperren. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde kein Geld vom Konto abgebucht.
Polizei warnt vor Betrugsmaschen
Die Polizei weist erneut darauf hin, dass Betrüger mit verschiedenen Methoden versuchen, an Geld und Wertsachen zu gelangen. Angehörige sollen besonders ältere Familienmitglieder regelmäßig über typische Betrugsarten informieren.