TransSilvania-Tagebuch (3): Eine Chance für Kinder

Unsere Reporterin Petra Bosse berichtet aus Rumänien über die Hilfsprojekte des Dorstener Vereins TransSilvania. Am dritten Tag gab es stolze Absolventen und einen emotionalen Besuch im Kindergarten.

Die stolzen Absolventen der Berufsausbildung an der Qualifizierungswerkstatt in Rupea. Foto: Petra Bosse

Der dritte Tag begann wieder in der Qualifizierungswerkstatt in Rupea. Lambert Lütkenhorst, Horst Schönweitz und Petra Bosse hatten sich dabei schon auf diesen Termin gefreut. In ihrem Beisein konnten acht Schülerinnen und Schüler nach erfolgreicher Ausbildung endlich ihre Abschlusszertifikate übernehmen. Als Anerkennung für ihre Leistung bekamen die jungen Absolventen auch ein nützliches Geschenk von TransSilvania überreicht. Ein Satz grundlegender Werkzeuge soll sie fortan an ihre Ausbildung in der Werkstatt erinnern. Zudem sind sie ein praktischer Begleiter für ihren weiteren Weg in ihre berufliche Zukunft. 

In der Werkstatt haben die Jugendlichen eine fundierte Ausbildung im Holzhandwerk absolviert. Video: Petra Bosse

Nach der Ehrung der Absolventen besuchten die Dorstener das Lyzeum St. Josif. Hier findet der theoretische Teil der beruflichen Ausbildung statt. Als kleines Dankeschön für das Engagement von TransSilvania gab hier ein kleiner Schulchor ein Beweis ihres Könnens. „Ich bin froh, dass es uns auch in diesem Jahr durch Spendengeldern gelungen ist, jungen Menschen eine Chance für die berufliche Zukunft in ihrem Heimatland zu geben“, freute sich Lambert Lütkenhorst. 

Im Kindergarten helfen die Spenden den Kindern direkt

Am Nachmittag ging es wieder nach Kronstadt. Hier stand dabei die Ukraine-Hilfe im Mittelpunkt. Und das war ein sehr emotionaler Termin für alle Beteiligten.

Im Gretel-Kindergarten in Kronstadt werden nämlich ukrainische Kinder betreut, die mit ihren Müttern auf der Flucht sind. Und das ist ebenfalls eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Pfarrer Hannes Stefanie und Cristian Macedonschi hatten es dennoch mit der Hilfe von TransSilvania geschafft, eine schnelle und gute Lösung zu finden. Über den Gretel-Kindergarten werden 120 Kinder an sechs Kita-Standorten betreut. Die Betreuungskosten werden dabei zunächst für die nächsten drei Monate von TransSilvania übernommen.

Der Gretel-Kindergarten ist ein ganz wichtiger Baustein in der Ukrainehilfe, die von TransSilvania unterstützt wird. Video: Petra Bosse

Hier zeigt sich ganz deutlich, welchen großen Unterschied die Spenden machen können. Für die Flüchtlingskinder kommen nur Betreuerinnen in Frage, die ukrainisch oder russisch sprechen können. Könnte TransSilvania die Gehälter für diese Frauen nicht bezahlen, müssten sie sich einen anderen Job suchen. Daher steht und fällt das Projekt mit der finanziellen Unterstützung von freundlichen Spenderinnen und Spendern aus Deutschland.

Die Mitarbeiterinnen der Kita Gretel werden durch TransSilvania unterstützt. Foto: Petra Bosse

Kinder sind hier sicher vor Krieg und Tod

Besonders berührend war für die Gäste ein Gespräch mit einer ukrainischen Erzieherin. Sie stammt aus der Region Odessa. Jeden Tag nimmt sie Kontakt zu ihren Verwandten in der Heimat auf. „Sie lebt in permanenter Angst um ihre alten Eltern“, so Horst Schönweitz. Diese würden dabei ständig von Bombenalarmen und der Angst vor Raketenbeschuss berichten. Ein krasser Gegensatz zu dem Bild im Kindergarten: Ganz leise schauten die Besucher zu, wie die Kinder unter fürsorglicher Betreuung zur Mittagsruhe friedlich schlummerten – weit weg von Krieg und Tod.

Ukrainische Kinder bei der Mittagsruhe im Kindergarten Gretel. Foto: Petra Bosse