Am vergangenen Samstag reiste eine Abordnung des Löschzugs Dorsten-Holsterhausen zur Freiwilligen Feuerwehr Norderney. Sechs Kameraden nahmen die Einladung der Inselwehr an und nutzten den „Tag der offenen Tür“, um hinter die Kulissen zu blicken und zugleich den fachlichen wie auch den persönlichen Austausch zu pflegen.
Das Programm bot ein breites Spektrum an Vorführungen. Demonstriert wurden unter anderem die Rettung einer Person mit der Drehleiter sowie die technische Hilfeleistung nach einem simulierten Verkehrsunfall. Auch für die jüngsten Besucher war gesorgt: Kinder konnten spielerisch erleben, was Feuerwehrarbeit bedeutet und welche Bedeutung ehrenamtliches Engagement hat.
Wertvoller Erfahrungsaustausch
Im Zentrum des Besuchs stand der Erfahrungsaustausch. Besonders eindrucksvoll waren die Unterschiede in den Strukturen. Während die Feuerwehr Dorsten mit acht freiwilligen Löschzügen und einer hauptamtlichen Wache aufgestellt ist, muss die Feuerwehr Norderney bei größeren Einsätzen Unterstützung vom Festland anfordern. Diese erreicht die Insel ausschließlich über den Seeweg, was erheblichen Aufwand bedeutet. Daher verfügt die Inselwehr über einen besonders vielseitigen Fuhrpark mit zwei Drehleitern und zahlreichen geländegängigen Fahrzeugen, die den besonderen Anforderungen des Dienstes auf Norderney gerecht werden.
„Der Erfahrungsaustausch ist für uns sehr wertvoll. Gerade die unterschiedlichen Strukturen geben neue Einblicke und Denkanstöße“, erklärte Stadtbrandmeister Ralf Jürrens von der Freiwilligen Feuerwehr Norderney.
Auch Brandinspektor Jan Müller, Löschzugführer in Holsterhausen, zog ein positives Fazit: „Der Besuch bot uns die Chance, die besonderen Einsatztaktiken und Geräte der Inselwehr kennenzulernen und eigene Erfahrungen einzubringen. So entstand ein echter Austausch über die Grenzen der Bundesländer hinweg, der auch die Kameradschaft gestärkt hat.“
Traditionelles Ritual zwischen Dorsten und Norderney
Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit war der Austausch von Dienstabzeichen. Dieses traditionelle Ritual unterstrich die Freundschaft zwischen beiden Wehren, die jeweils auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken. Bereits jetzt ist ein Gegenbesuch der Feuerwehr Norderney in Dorsten vereinbart.
Dorsten pflegt seit langem enge Freundschaften im Feuerwehrwesen. Ein Beispiel ist der Löschzug Hervest I, der seit 1979 partnerschaftlich mit der Feuerwehr im französischen Ernée verbunden ist. Regelmäßige Treffen zeigen bis heute, dass Feuerwehrarbeit weit mehr ist als reine Einsatzbereitschaft. Sie schafft Brücken zwischen Städten, Regionen und Ländern.
31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 13 an die Kandidaten: Wie möchten Sie die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an kommunalen Entscheidungsprozessen verbessern?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Wie möchten Sie die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an kommunalen Entscheidungsprozessen verbessern?
Tobias Stockhoff
„Der Ausbau der Bürgerkommune Dorsten ist mir von Anfang an ein Herzensthema gewesen. Wir haben unsere Stadtteilkonferenzen, haben Beteiligungsformate zu vielen Spezialthemen wie Spielplatzausbau, haben mit den Bürgerbudgets und dem Verein „Dorsten dank(t) Dir“ Projekt-Finanzierungen installiert.
Mit dem aktuellen Leitlinenprozess erarbeiten wir transparente und verlässliche Regeln für das Miteinander von Bürgerschaft, Politik und Verwaltung“.
Julian Henning Fragemann
„Die Stadtteilkonferenzen sind derzeit sehr unterschiedlich aufgestellt. Daher fordern wir, dass das Ehrenamt-Management die Ehrenamtlichen in den Stadtteilkonferenzen weitergehend unterstützt. So müssten beispielsweise Schulungen für ehrenamtlich Aktive kostenfrei angeboten werden.
Außerdem sollten die Sprecherinnen und Sprecher der Stadtteilkonferenzen als sachkundige Einwohnerinnen und Einwohner in Ausschüsse entsandt werden, über die der Rat der Stadt entscheidet“.
Claas Römer
„Ich möchte alle Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, sich selbst in der Kommunalpolitik zu engagieren. Dies ist die beste Gelegenheit, an Vorgängen und Entscheidungen der Stadtverwaltung teilzuhaben.
Wer hierfür keine Kapazitäten hat, soll aber leichter als bisher durch einen städtischen Internetauftritt und ein modernisiertes Ratsinformationssystem in die laufenden Prozesse eingebunden werden“.
Jürgen Chmielecki
„Mehr Bürgersprechstunden.“
Boris Benkhoff
„Menschen sollen per Losverfahren für die Ratsarbeit verpflichtet werden. Sie würden für mindestens ein Jahr voll bezahlt und von ihrer Arbeit dafür freigestellt. Der bisherige Rat mit seinem herkömmlichen Parteiensystem, das die Diversität der Menschen in unserer Stadt nicht abbilden könne, soll abgeschafft werden.“
Maurice Fröhlich
„Die bereits etablierten Stadtteilkonferenzen weiter ausbauen und dafür sorgen das diese mehr Gehör finden. Mehr Austausch zwischen den Bürgschaften und der Verwaltung.“
Morgen stellen wir die Frage: Welche Maßnahmen planen Sie, um die digitale Verwaltung in Dorsten weiter auszubauen?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.
Die Stadt Dorsten informiert über die Anmeldung der Schulneulinge für das Schuljahr 2026/27. Alle Kinder, die zwischen dem 1. Oktober 2019 und dem 30. September 2020 geboren wurden, werden zum 1. August 2026 schulpflichtig.
Eltern und Erziehungsberechtigte erhalten Ende August 2025 Post vom Amt für Schule und Weiterbildung mit allen wichtigen Informationen zur Schulpflicht und den Anmeldemöglichkeiten.
Frist für die Anmeldung
Die Anmeldung muss bis spätestens 15. November 2025 an der gewählten Grundschule erfolgen. Eltern können dabei frei entscheiden, welche Schule ihr Kind besuchen soll, da die Grundschulbezirke in Dorsten aufgehoben wurden. Sollte die gewünschte Schule mehr Anmeldungen als verfügbare Plätze haben, besteht ein gesetzlicher Anspruch auf den Besuch der wohnortnächsten Grundschule innerhalb der festgelegten Aufnahmekapazität.
Vorzeitige Einschulung möglich
Kinder, die nach dem genannten Zeitraum geboren wurden, können auf Antrag vorzeitig eingeschult werden, sofern sie schulfähig sind. Der Antrag muss direkt bei der zuständigen Grundschule gestellt werden. Über die Aufnahme entscheidet die jeweilige Schulleitung.
Grundschulen in Dorsten
Die Anmeldung erfolgt nach Terminvereinbarung an einer der folgenden Grundschulen:
Urbanusschule, katholische Bekenntnisgrundschule, Erler Straße 41, Dorsten-Rhade, Tel. 02362/28435600
Wilhelm-Lehmbruck-Schule, Gemeinschaftsgrundschule mit katholischem Teilstandort Deuten, Gahlener Straße 284, Dorsten-Östrich, Tel. 02362/28433520
Wittenbrinkschule, katholische Bekenntnisgrundschule, Großer Ring 73, Dorsten-Wulfen, Tel. 02362/28436100
Maria-Montessori-Schule, private Grundschule, Kleiner Ring 2, Dorsten-Wulfen, Tel. 02369/2022870
Unterstützung und Kontakt
Alle Anmeldeformalitäten werden direkt an der gewählten Grundschule erledigt. Bei Fragen stehen sowohl die Schulleitungen als auch die Schulverwaltung der Stadt Dorsten zur Verfügung:
Die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen von Hervest gehen weiter. Am Samstag, 23. August, trafen sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher an der Streuobstwiese im Marienviertel zu einem Sommerfest mit Würstchen und Getränken.
Auch die Feuerwehr und die Pimpani Health Academy waren dabei. Besonderes Interesse weckte die Initiative „Zukunft Marienviertel“, die über ein großes Bauvorhaben informierte und noch tatkräftige Unterstützung sucht.
Über 100 neue Wohneinheiten im Marienviertel geplant
Die Initiative setzt sich für bezahlbaren Wohnraum im Marienviertel ein. Auf dem Gelände der ehemaligen G-H-Schule sollen mehr als 100 Wohneinheiten entstehen, darunter Mehrgenerationenhäuser, Reihenhäuser und demenzgerechte Wohnungen. Insgesamt sind fünf Baufelder vorgesehen, die jeweils unterschiedliche Wohnformen bieten sollen.
Foto: Christian Haug
Auf Baufeld 1 ist ein genossenschaftliches Mehrgenerationenhaus geplant. „Wir wollen den Wohnraum so bezahlbar wie möglich machen, deshalb haben wir uns für das Modell mit der Genossenschaft entschieden. Es ist sehr wichtig in diesen Zeiten Wohnräume zu schaffen, die sich jeder leisten kann“, erklärt Monika Berendsen von der Initiative Zukunft Marienviertel.
Baufeld 2 wird demenzgerechtes Wohnen mit Betreuung und Pflege umfassen. „Der demografische Wandel in Dorsten ist ein Fakt, den man nicht vernachlässigen kann. In ein paar Jahren ist jeder vierte Dorstener über 65 Jahre alt. Man muss reagieren und demenzgerechtes Wohnen ermöglichen, das ist ein Ziel von uns“, betont Dietrich Sell.
Foto: Christian Haug
Auf den Baufeldern 3 und 4 entstehen Reihenhäuser sowie Atriumhäuser. Realisiert werden sie nach dem Baugruppen-Prinzip. Das bedeutet: Mehrere Baugruppen schließen sich zusammen und finanzieren ihre Häuser selbst, ohne einen Investor einzuschalten. So behalten die zukünftigen Eigentümerinnen und Eigentümer mehr Gestaltungsspielraum und sparen Kosten für einen Bauträger.
Auf Baufeld 5 sind zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen vorgesehen.
Foto: Christian Haug
Helferinnen und Helfer gesucht
Bis zum kommenden Jahr soll die Bauplanung abgeschlossen sein. Damit das Projekt gelingt, sucht die Initiative noch viele engagierte Unterstützerinnen und Unterstützer, insbesondere jüngere Menschen, die tatkräftig mit anpacken. Interessierte können sich über die Internetseite der Initiative informieren und ihre Hilfe anbieten: www.marienviertel.de/zukunft.
Mit mobilen Tempokontrollen geht die Stadt Dorsten weiterhin konsequent gegen Raser im Stadtgebiet vor.Um für mehr Transparenz zu sorgen, werden die Messstellen im Vorfeld bekanntgegeben.
Die Radarwagen der Stadt Dorsten werden in der Woche vom 25. bis 31. August 2025 die folgenden Straßen besonders im Blick haben:
Lindenfelder Straße
Hauptstraße
Weseler Straße
Darüber hinaus müssen Verkehrsteilnehmer natürlich im gesamten Stadtgebiet mit weiteren Geschwindigkeitsmessungen rechnen.
31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 12 an die Kandidaten: Wo sehen Sie konkreten Verbesserungsbedarf bei Kinderbetreuung, Schulangeboten und der digitalen Ausstattung von Bildungseinrichtungen?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Wo sehen Sie konkreten Verbesserungsbedarf bei Kinderbetreuung, Schulangeboten und der digitalen Ausstattung von Bildungseinrichtungen?
Tobias Stockhoff
„Die Engstelle für eine gute und verlässliche Betreuung in Kita, Schule und OGS ist im Moment die Personalsituation. Wir müssen diese Berufe durch faire Bezahlung und gute Rahmenbedingungen attraktiver machen. Denn Kinderbetreuung und Schule lebt nicht von Räumen, sondern von Menschen.
Bei der Digitalisierung haben wir zum Glück schon vor der Corona-Pandemie alle Schulen mit einer digitalen Infrastruktur ausgestattet und damit wertvolle Grundlagen geschaffen, die wir pflegen und ausbauen wollen.“
Julian Henning Fragemann
„Wichtig ist ein zügiger Ausbau der Kinderbetreuung sowie der OGS. Die Digitalisierung muss nicht nur in der Verwaltung sondern selbstverständlich auch in unseren Bildungseinrichtungen vorangetrieben werden. Entscheidend ist hierbei auch, den technischen Stand stetig zu überprüfen und auf dem aktuellsten Stand zu halten.“
Claas Römer
„Die Kita-Gebühren sind zu hoch. Daneben muss die Position der Kindertagespflegepersonen weiter gestärkt werden.
Die digitale Ausstattung der Bildungseinrichtungen hat sich deutlich verbessert; hier geht es jetzt darum, einen Schwerpunkt auf den Umgang mit digitalen Medien zu setzen.“
Jürgen Chmielecki
„Wir benötigen unbedingt mehr Personal, damit die Kitas eine bessere Betreuung gewährleisten können. In den Schulen sieht es ähnlich aus. Die Ausstattung von Kitas und Schulen sind unbedingt verbesserungswürdig.“
Boris Benkhoff
„Kostenlose U3-Betreuung, kostenlose Kitas, komplett kostenloses Schulmaterial, reparierte Schultoiletten, wahlweise die aktuelle PlayStation- oder Switch-Konsole für jede Schüler*in, um nur mal meine ersten paar bildungspolitischen Maßnahmen aufzuzählen.“
Maurice Fröhlich
„Sicherung von Kitaplätzen für den bestehenden Bedarf, langfristigere Schulplanung und Förderung der Digitalkompetenz vom Lehrkorpus.“
Morgen stellen wir die Frage 13: Wie möchten Sie die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an kommunalen Entscheidungsprozessen verbessern?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.
Mit einem festlichen Konzert im Gemeinschaftshaus Wulfen fand am Samstagabend die 30. Wulfener Musikwoche ihren Höhepunkt. Unter dem Motto „Vivaldi meets Jenkins“ präsentierten Chor, Orchester und Solistin ein Programm, das barocke Klangfülle mit moderner Spiritualität verband – und das Publikum bis weit über Dorsten hinaus anlockte. Schon die vielen Autokennzeichen aus Münster, Essen und dem Ruhrgebiet zeugten von der Strahlkraft dieser traditionsreichen Musikwoche, die längst ein fester Bestandteil des Dorstener Kulturlebens ist.
Die Wulfener Musikwoche ist mehr als ein Konzert: Sie ist ein jährlich stattfindender Ferienkurs für Chormusik, bei dem sich Sängerinnen und Sänger unterschiedlicher Generationen eine Woche lang intensiv einem Werk widmen. Dass sich zum Jubiläumschor viele „altbekannte Gesichter“ aus vergangenen Jahren einfanden, verlieh der Aufführung einen familiären Charakter – eine lebendige Tradition, die seit 30 Jahren trägt.
Foto: Alexander Fichtner
Barocke Strahlkraft: Vivaldis „Gloria“
Eröffnet wurde das Jubiläumskonzert durch Antonio Vivaldis berühmtes „Gloria in excelsis Deo“. Der venezianische Komponist, einer der prägenden Meister des Barock, verband in diesem Werk strahlende Chöre mit kantablen Melodien und lebendiger Rhythmik. Unter der musikalischen Leitung von Markus Karch, der bereits zum vierten Mal den Taktstock in Wulfen führte, entfalteten Chor und die Philharmonia Frankfurt eine energiegeladene, präzise Interpretation. Sopranistin Annette Regnitter setzte mit ihrer klaren, hellen Stimme glanzvolle Akzente und überzeugte durch emotionale Intensität.
Foto: Alexander Fichtner
Jenkins’ „Cantate Domino“ – Klangbrücke in die Gegenwart
Nach der Pause des Jubiläumskonzert führte die Reise in die Moderne: mit Karl Jenkins, einem walisischen Komponisten. Er ist für seine genreübergreifenden Werke bekannt ist. Sein „Cantate Domino“ – lateinisch für „Singet dem Herrn ein neues Lied“ – knüpft an die jahrhundertealte Tradition geistlicher Chormusik an. Dabei verbindet es aber klassische Strukturen mit zeitgenössischen Harmonien und rhythmischer Frische. Jenkins schafft es, alte liturgische Texte in eine musikalische Sprache zu übertragen, die auch heutige Zuhörer unmittelbar anspricht. Der Chor meisterte die anspruchsvollen Wechsel zwischen getragenen, fast mystischen Passagen und strahlenden Höhepunkten souverän.
Foto: Alexander Fichtner
Begeisterung im Publikum beim Jubiläumskonzert
Das Zusammenspiel von Chor, Orchester und Solistin wurde vom Publikum im vollbesetzten Saal begeistert aufgenommen. Lang anhaltender Applaus war der verdiente Lohn für eine intensive Probenwoche. Ein Konzert, das eindrucksvoll bewies, wie lebendig und verbindend Chormusik wirken kann.
Foto: Alexander Fichtner
Mit der 30. Auflage hat die Wulfener Musikwoche nicht nur ihr Jubiläum gefeiert. Es hat aber auch erneut gezeigt, dass sie weit über die Grenzen Dorstens hinaus eine feste Größe im Kulturkalender ist. Es schlägt eine Brücke zwischen musikalischen Epochen schlägt.
Am Samstag begrüßte der Bürgerpark Maria Lindenhof endlich wieder einen großen Familien-Trödelmarkt. Mehr als 120 Stände mit Kleidung, Spielzeug, Dekorationen und vielem mehr luden zum Bummeln ein. Für kleines Geld konnten Besucher zahlreiche Schnäppchen ergattern – oft auch ganz spontan.
„Ich hatte nichts Konkretes im Kopf, dachte aber, dass es ganz nett wäre, mich einfach mal umzuschauen. Am Ende habe ich eine neue Vase mitgenommen“, berichtet eine glückliche Besucherin.
Auch die Stand-Besitzer zeigten sich zufrieden. „Wir dachten immer, dass es gleich anfängt zu regnen. Zum Glück blieb es die ganze Zeit über trocken. Bei dem Wetter verkauft man gerne, da sind viel mehr Leute da“, erklärt eine Verkäuferin.
Schnäppchen auch für kleine Besucherinnen.
Doch nicht nur private Verkäufer waren beim Trödelmarkt vertreten: Auch Vereine und Institutionen nutzten den Markt, um auf ihre Projekte aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln – so auch die Augusta Grundschule. „Wir nehmen Spenden für unseren Förderverein entgegen. Im Gegenzug bieten wir unter anderem Slush-Eis und andere Leckereien an. Wir haben auch schon ein bisschen was entgegengenommen. Hier erreicht man einfach viele Leute und kommt gut ins Gespräch“, erzählt eine Lehrerin.
Bis 16 Uhr wurde getrödelt, gehandelt und gelacht. Viele Besucher gingen mit vollen Taschen – und einem Lächeln – nach Hause.
Wenn Wolfgang Burkhardt in seinem Arbeitszimmer eine Mappe aufschlägt, ist das wie eine kleine Zeitreise. Zwischen säuberlich sortierten Klarsichthüllen blitzen vergilbte Briefe auf, sorgfältig beschriebene Postkarten, kunstvoll verzierte Urkunden.
„Ich sammle seit über 40 Jahren“, sagt der 77-Jährige, und seine Stimme verrät, dass es dabei nicht nur um Papier geht – sondern um Erinnerungen, um Geschichten und um das Bewahren einer Stadtgeschichte, die andernfalls vielleicht verloren ginge.
Alles begann mit einer Postkarte
Vor der Rente war Wolfgang Burkhardt Betriebsfahrer bei Coca-Cola, doch seine zweite Karriere als leidenschaftlicher Sammler begann ganz unspektakulär. In den 1970er-Jahren besuchten er und seine Frau Ria, mit der er seit 1973 verheiratet ist, eine Kirmes im Lippetal. Dort entdeckte er eine alte Ansichtskarte vom Ort, an dem Ria als Kind schwimmen gelernt hatte. „Ich habe meiner Frau die Karte geschenkt und sie war happy“, erinnert er sich lachend.
Bekanntmachungen über Viehmärkte in Dorsten aus den 1860er Jahren. Foto: Borgwardt
Dieser kleine Kauf war der Funke, der eine Sammelleidenschaft entfachte, die bis heute anhält. Aus einer Postkarte wurden viele – sehr viele. Heute besitzt Wolfgang Burkhardt mehr als 1000 historische Ansichtskarten aus Dorsten und Umgebung. „Postkarten, die ich noch nicht habe, sind kaum noch zu finden“, sagt er und klingt dabei weder stolz noch satt, sondern eher wie jemand, der genau weiß: Die Jagd nach dem letzten, besonderen Stück hört nie auf.
Tagebücher und Familiennotizen aus den 1930er Jahren. Foto: Borgwardt
Ein Archiv, das Geschichte atmet
Seine Sammlung ist längst weit mehr als eine Postkartensammlung. Sie umfasst Hunderte Briefe, amtliche Bekanntmachungen, Fotos und Dokumente – manche von unschätzbarem historischen Wert. Da ist zum Beispiel ein Ausgangspass des Königlichen Polizeipräsidiums aus den 1820er-Jahren, der dem Inhaber „ohne Unterschied zwischen Stadt und plattem Lande“ freie Reise gestattete. Oder eine Bekanntmachung von Bürgermeister Schepen aus dem Jahr 1568, die den Betrachter zurück in eine Zeit führt, als Dorsten noch Teil eines völlig anderen politischen Gefüges war.
Urkunde über Zwangsabgaben unter der napoleonischen Besatzung 1814. Foto: Borgwardt
Ein vergilbter Haftbefehl vom Königlichen Amtsgericht aus dem Jahr 1905 erzählt von der Justiz im Kaiserreich, während ein kunstvoll verziertes „Contribution“-Dokument aus dem Jahr 1814 an die napoleonische Besatzungszeit erinnert, als französische Truppen im Raum Dorsten Geld eintrieben. Bewegend ist ein Flugblatt der Alliierten mit dem Titel „Nach Hitlers Sturz – Keine Rache gegen das deutsche Volk“, das Hoffnung in dunklen Tagen verbreitete.
Ein alliiertes Flugblatt zum Ende des 2. Weltkriegs. Deutschen war es damals durch das Regime strengstens verboten, diese Blätter aufzusammeln, so dass diese oft in Verstecken überdauerten. Foto: Borgwardt
Andere Stücke gewähren Einblicke in den Alltag vergangener Generationen. So etwa ein handschriftlich verfasster Marktbericht von 1934, in dem akribisch vermerkt ist, wie viele Rinder, Schweine und Pferde aufgetrieben wurden und zu welchem Preis, oder eine Preisliste aus der Nachkriegszeit, auf der neben Kartoffeln, Heringen und Rindfleisch auch „fetter Auslandsspeck“ verzeichnet ist.
Wochenmarktpreise. Foto: Borgwardt
Und dann gibt es noch die menschlich berührenden Geschichten, wie die Anzeige von 1945 über einen Wirt in Wulfen, der nach einem Streit bei der Gestapo denunziert wurde, oder das Foto eines Unfalls am Forsthaus Freudenberg vom 10. Dezember 1928, exakt morgens um 9.05 Uhr, auf dem ein klassischer Wagen der 20er-Jahre auf der Seite liegt.
Foto von einem Autounfall, 1928. Foto: Borgwardt
Von Sammlern für Sammler
Zwei große Dorstener Sammler, Heinz Kleine-Voßbeck und Walter Biermann, hinterließen Burkhardt ihre Nachlässe. „Das war eine große Ehre für mich“, sagt er. Die Integration dieser Sammlungen in sein eigenes Archiv war akribische Arbeit. Jede Karte, jeder Brief wurde gesichtet, datiert und in systematisch geordneten Ordnern untergebracht.
Anzeige aus dem Jahr 1945. Foto: Borgwardt
Die wissenschaftliche Bedeutung dieser Arbeit ist groß. „Der materielle Wert ist zweitrangig“, betont Burkhardt, auch wenn er für manche Rarität tief in die Tasche gegriffen hat. „Wichtiger ist, dass diese Dokumente erhalten bleiben.“
Preußischer Reisepass aus den 1820er Jahren. Foto: Borgwardt
Familienprojekt mit Zukunft
Seine Frau Ria steht voll hinter seinem Hobby. Wenn ein neues Stück den Weg ins Haus findet, schauen sie es sich gemeinsam an. Manchmal gibt es dabei kleine Wunder. Wie es etwa der Moment war, als die beiden auf einem alten Foto zufällig Rias Großvater als jungen Mann entdeckten.
Haftbefehl aus Dorsten aus dem Jahr 1905. Foto: Borgwardt
Ria selbst ist im Dorstener Kulturleben aktiv, als Laienschauspielerin in der Theatergruppe Phoenix. So haben beide ihre eigene Bühne – er im Archiv, sie auf den Brettern.
Und die Zukunft der Sammlung? Die ist gesichert. Die gemeinsame Tochter hat schon angekündigt, die Arbeit fortzuführen, wenn Wolfgang einmal nicht mehr kann. „Das beruhigt mich sehr“, sagt er.
Brief aus dem Jahr 1911. Foto: Borgwardt
Kooperation mit dem Stadtarchiv
Ein wichtiger Partner für Burkhardt ist das Dorstener Stadtarchiv. Viele seiner Stücke ergänzen und bereichern dortige Bestände, und nicht selten ist er Anlaufstelle für Historiker, Journalisten oder einfach neugierige Bürger. „Das Schönste ist, wenn jemand bei mir etwas entdeckt, das einen persönlichen Bezug zu seiner Familie oder Straße hat.“
Plan für den Umbau eines jüdischen Betriebs in Dorsten. Foto: Borgwardt
Das große Ganze im Blick
Wer Wolfgang Burkhardt zuhört, spürt schnell: Er sammelt nicht aus Nostalgie, sondern mit einem klaren historischen Bewusstsein. Seine Schätze erzählen von Kriegen und Friedenszeiten, von Alltag und Ausnahmesituationen, von menschlichen Dramen und heiteren Begebenheiten.
Urkunde aus dem 16. Jahrhundert. Foto: Borgwardt
So ist aus einer einzelnen Postkarte ein Archiv geworden, das Dorstens Geschichte nicht nur bewahrt, sondern erlebbar macht. „Ich sehe mich ein bisschen als Schatzbewahrer“, sagt Burkhardt – und wer seine Sammlung gesehen hat, weiß: Das ist keine Übertreibung.
Wolfgang Burkhardt, ein Sammler und Archivar. Foto: Borgwardt
Kontakt zum Sammler
Wer selber „verborgene Schätze“ in seinem Bild- oder Kartenarchiv hat, oder Interesse an einer bestimmten Aufnahme hat, kann Wolfgang Burkhardt unter [email protected] kontaktieren.
31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 11 an die Kandidaten: Was wollen Sie tun, um Dorsten für Familien, Jugendliche und junge Erwachsene attraktiver zu machen?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Was wollen Sie tun, um Dorsten für Familien, Jugendliche und junge Erwachsene attraktiver zu machen?
Tobias Stockhoff
„Wir haben in der jüngeren Vergangenheit jedes Jahr zwei neue Kitas fertiggestellt und sanieren Schulen, schaffen also gute Räume für gute Betreuung und Bildung. Der Ausbau der Offenen Ganztags-Schulen wird eine Aufgabe der nächsten Jahre. Mit unserer Spielflächenplanung schaffen wir jedes Jahr drei bis fünf komplett neue und spektakulär schöne Spielplätze. Wichtig ist mir persönlich eine gute Förderung und Unterstützung der Vereine, die sich ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche engagieren, sei es in unseren rund 100 Sportvereinen, sei es in den Bereichen Kultur und Bildung. Außerdem wollen wir Familien vorrangig und vergünstigt beim Verkauf von Baugrundstücken berücksichtigen“.
Julian Henning Fragemann
„Wir brauchen eine finanzielle Entlastung zum Beispiel im Bereich der Kitagebühren. Die komplette Gebührenfreiheit bleibt hierbei das oberste Ziel, welches wir aber ohne die Hilfe des Landes NRW nicht erreichen können“.
Claas Römer
„Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, bezahlbare und gute Kitas und moderne Schulen – hier besteht weiterhin Handlungsbedarf. Ich werde gegenüber dem Land stärker darauf drängen, dass die Kita-Gebühren in Dorsten sinken. Außerdem ist ein vielfältiges Freizeit- und Kulturangebot wichtig. Hier haben wir schon Fortschritte gemacht, können aber noch besser werden“.
Jürgen Chmielecki
„Man muss die Bürger verstärkt in politische Prozesse einbeziehen. Nur unter Einbezug der Meinungen der Bürger ist es möglich, neue Ideen gemeinsam zu erarbeiten und attraktiver für Jugend und Familien zu werden“.
Boris Benkhoff
„Allen Kindern und Jugendlichen, die nicht über unsere U3-Wehrpflicht-Kampagne tauglich gemustert werden, stehen nach der Ausdünnung unserer jungen Bevölkerung deutlich mehr Ressourcen zur Verfügung als jetzt. Je nach Kriegslage lassen sich vielleicht auch einige Schulen ganz schließen“.
Maurice Fröhlich
„Mehr Beteiligungskonzepte, tiefer mit den Menschen in Kontakt treten. Dritte Räume fördern und soziale Räume schaffen, die ohne Kosten genutzt werden können.“
Morgen stellen wir die Frage: Wo sehen Sie konkreten Verbesserungsbedarf bei Kinderbetreuung, Schulangeboten und der digitalen Ausstattung von Bildungseinrichtungen?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.
Glosse von Anke:Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Gedächtnistraining
Warum kann ich mir bloß diese verdammt lange Telefonnummer meiner Nichte nicht merken? „Versuch es doch mal mit Mnemo-Technik“, rät eine Freundin, „da visualisierst Du Zahlen durch zugeordnete Gegenstände – für die 1 eine Kerze, für die 5 eine Hand, für die 6 einen Elefanten und so weiter. Daraus setzt Du dann ein fantasievolles Bild zusammen, das Dir als Merkhilfe dient, wenn Du diese Zahlenkombination brauchst. Verstehste?“
Okay. Ich hab’s probiert: Wenn ich jetzt mit meiner Nichte sprechen möchte, tippe ich einfach in der Tastatur zwei Schlangen ein, die um eine Hand gewickelt sind, aus der ein Elefant wächst der wiederum zwei Hände trägt, in denen eine Kerze steckt … Es klappt tatsächlich. Und ich bin zuversichtlich: So eine blödsinnige Story vergisst man nie mehr.
Die Sommerferien sind zu Ende – und viele Kinder in Dorsten blicken auf erlebnisreiche Wochen zurück. Ein besonderes Highlight war die Ferienfreizeit an der Biologischen Station in Lembeck. Vom 18. bis 22. August verwandelten sich 15 Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren in die „Wald- und Wiesenbande“.
Unter der Leitung von Natur- und Wildnistrainer Thorsten Maler, seiner Tochter Josephine Meier sowie Heike Kalfhues, Diplom-Landschaftsökologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Biologischen Station, ging es täglich von 9 bis 16 Uhr auf Entdeckungstour.
Schauplatz war der ehemalige Hof Punsmann, mitten im Wald gelegen und umgeben von Streuobstwiesen mit Schafen, einem Teich, Bauerngarten und vielen Lernstationen. Kurz gesagt, die perfekte Umgebung, um Natur hautnah zu erleben.
Auch die Streuobstwiese lud zur Endeckungen ein. Foto: Borgwardt
Kinder wurden zu kleinen Experten
Die Kinder wurden in dieser Woche zu kleinen Experten. Sie lernten das Leben der Wild- und Honigbienen kennen, untersuchten Baumarten im Wald, erfuhren, wie man Brennnesseln richtig anfasst und sogar Brennnesselsalz herstellt. Ein Höhepunkt war der Bau von Fledermauskästen. „Die Kinder haben die Fledermauskästen komplett alleine in Eigenregie gebaut. Sie brauchten kaum Anleitung, was ich nicht gedacht hätte“, sagte Thorsten Maler stolz.
Die Kinder durften Honig direkt aus der Wabe probieren. Foto: Borgwardt
Neben Spielen, die das neue Wissen vertieften, kam auch das Abenteuer nicht zu kurz. Es wurde Feuer gemacht, geschnitzt, Stockbrot gebacken und auf Exkursionen in die Hohe Mark der Wald erkundet. „Einige Kinder wollten zu Hause gleich mit ihren Eltern ein Bienenhotel bauen oder ihre Fledermauskästen aufhängen“, berichtete Heike Kalfhues erfreut.
Selbst gemachtes Brennesselsalz schmeckte den Kindern zusammen mit Schmand und Brot besonders gut. Foto: Borgwardt
Gelungener Abschluss der Ferienwoche an der Biostation
Zum Abschluss präsentierten die Kinder ihren Eltern, was sie in der Woche gelernt hatten. Beim gemütlichen Beisammensein mit Grillwürstchen und Apfelsaft endete eine rundum gelungene Ferienaktion.
Am Ende präsentierten die Kinder ihren Eltern und Großeltern die Ergebnisse ihrer Ferienwoche. Foto: Borgwardt
Die Ferienfreizeit an der Biologischen Station findet jedes Jahr unter einem neuen Motto statt und hat sich längst als fester Bestandteil des Dorstener Ferienspaßes etabliert.
Programm auch im Herbst
Auch in den kommenden Wochen können sich die Besucher über ein buntes Programm an der Biostation in Lembeck freuen. Dabei dreht es sich unter anderem um das Thema Pilze. Mehr Informationen dazu kann man auf der Homepage der Biologischen Station finden.