Unbekannte haben in einem Waldstück am Tüshausweg eine große Menge Asphalt illegal entsorgt. Die Stadt Dorsten muss nun für die aufwändige Beseitigung zahlen – und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Für sachdienliche Hinweise ist eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.
Asphalt-Ladung im Wald entsorgt
Etwa 40 Meter von der Straße entfernt haben Unbekannte in der Nacht auf Samstag eine Lkw-Ladung Asphalt in ein Waldstück am Tüshausweg gekippt. Nach ersten Schätzungen handelt es sich um 10 bis 20 Kubikmeter. Fachleute vermuten, dass die Masse in mindestens zwei Teilmengen abgekippt wurde.
Illegale Asphalt-Entsorgung Tüshausweg. Foto: Stadt Dorsten
Spaziergänger entdeckten die Ablagerung
Spaziergänger stießen am Samstagmorgen auf den illegal entsorgten Asphalt und meldeten den Vorfall umgehend. Die Polizei nahm noch am selben Tag eine Strafanzeige gegen Unbekannt auf.
Müllentsorgung kostet mehrere Tausend Euro
Mitarbeiter des Kommunalen Servicebetriebes Dorsten (KSD) sollen den inzwischen ausgehärteten Asphalt abfahren und einer spezialisierten Verwertungsanlage zuführen. Je nach Menge rechnet die Stadt mit Kosten im hohen vier- bis niedrigen fünfstelligen Bereich. Zusätzlich muss der betroffene Waldboden mehrere Zentimeter tief abgetragen werden.
Stadt setzt auf Hinweise aus der Bevölkerung
Asphalt sei ein wertvoller Baustoff, der in der Regel aufbereitet und wiederverwendet werde, so die Stadt. Ob Teile der aktuellen Ablagerung noch nutzbar sind, werde derzeit geprüft. Um den oder die Verursacher zu finden, setzt die Stadt Dorsten eine Belohnung von 1000 Euro aus – vorausgesetzt, die Hinweise führen zweifelsfrei zur Ermittlung der Täter.
Hinweise nimmt die Stadt per E-Mail unter [email protected] entgegen.
Wegen Sanierungsarbeiten werden die Bahnübergänge Burenkamp und Köhler Straße in Dorsten-Wulfen vom 26. bis 28. Juli 2025 vollständig gesperrt. Eine Umleitung wird eingerichtet.
Was: Sperrung der Bahnübergänge Burenkamp und Köhler Straße
Wann: Samstag, 26. Juli, bis Montag, 28. Juli 2025
Wo: Stadtteil Wulfen, Dorsten
Warum: Sanierungsarbeiten an den Bahnübergängen
Hinweis: Umleitungen sind ausgeschildert
Einschränkungen für Verkehrsteilnehmende in Wulfen
In der Zeit vom 26. bis zum 28. Juli 2025 werden im Dorstener Stadtteil Wulfen gleich zwei Bahnübergänge wegen dringend notwendiger Sanierungsarbeiten voll gesperrt. Betroffen sind die Übergänge an der Köhler Straße sowie Burenkamp. Die Maßnahme beginnt am Samstag und endet voraussichtlich am Montag.
Eine örtlich ausgeschilderte Umleitung wird eingerichtet, um den Verkehrsfluss so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren oder entsprechend mehr Fahrzeit einzuplanen.
Mit einer schwungvollen Matinee setzte die Bürgerrunde Feldmark ein musikalisches Ausrufezeichen zum Stadtteilgeburtstag. Das junge Blasmusikensemble „Kiss My Brass“ zog über 100 Gäste an und sorgte für ausgelassene Stimmung. Nächstes Wochenende endet das Jubiläum mit dem Abschlussfest im Johanneshaus.
Foto: Christian Haug
Blasmusik für die Feldmark
Der Stadtteilgeburtstag der Feldmark geht in die letzte Runde. Bevor der Staffelstab an Hervest übergeben wird, sorgte die Bürgerrunde Feldmark am Sonntagvormittag noch einmal für ein echtes Highlight: Die Formation „Kiss My Brass“ spielte eine rund einstündige Matinee am Dorstener Bürgerbahnhof, und das vor voll besetzten Reihen.
Foto: Christian Haug
Die junge Blasmusikgruppe um Dirigent Hendrik Stockhoff präsentierte Klassiker wie „Auf der Vogelwiese“ und „Griechischer Wein“. Das Publikum klatschte begeistert mit. Die Formation hatte erst 2024 einen Nachwuchswettbewerb für Blasmusiker gewonnen und bewies eindrucksvoll, wie schnell sie Menschen begeistern kann.
Foto: Christian Haug
„Am Anfang waren es 75 – am Ende über 120“
Dieter Dreckmann von der Bürgerrunde Feldmark ist sehr glücklich darüber, wie das Konzert von Statten ging: “Wir dachten erst: “Es wäre schön, wenn noch mehr kommen würden. Am Anfang hatten wir 75 Besucher, am Ende ist die Anzahl auf 120 gestiegen. Natürlich angezogen von der tollen Musik, die Kiss My Brass gespielt hat”.
Foto: Christian Haug
Bereits vor elf Monaten habe es erste Überlegungen zur Matinee gegeben, so Dreckmann weiter: „Die Idee kam von Bernd Saalfeld. Er hat beim ersten Treffen zum Stadtteilgeburtstag vorgeschlagen, am Bürgerbahnhof ein Konzert zu organisieren. Wir fanden das klasse, und Bernd hat direkt mit der Planung begonnen.“ Ein besonderer Dank gelte den vielen Helferinnen und Helfern: „Nur gemeinsam lässt sich so etwas auf die Beine stellen.“
Foto: Christian Haug
Finale im Johanneshaus
Am kommenden Wochenende endet der Feldmarker Stadtteilgeburtstag mit einer Abschlussveranstaltung im Johanneshaus. „Alle Beteiligten und Helfer sind herzlich eingeladen“, sagt Dreckmann. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Jubiläums und bedanken uns bei unserem großartigen Orga-Team.“
30 Jahre alte Band Zuco 103 bringt „Brazilectro“ ins Oude Marie
Mit einer Mischung aus brasilianischen Rhythmen, Funk, Jazz und elektronischen Sounds heizte die Band Zuco 103 am Samstagabend das Publikum im Oude Marie ein. Zwei Stunden lang sorgten sie mit tanzbaren Beats und energiegeladener Bühnenpräsenz für ausgelassene Stimmung im Schermbecker Bürgerpark.
Foto: Christian Haug
Vier Alben und zwei Singles veröffentlicht
Die Gruppe um Sängerin Lilian Vieira, Schlagzeuger Stefan Kruger, Keyboarder Stefan Schmid, Bassist Lesley Kühr, Percussionist Claus Tofft und Gitarrist Alvin Lewis wurde in den 1990er Jahren in Amsterdam gegründet. Dort starteten sie mit lokalen Auftritten, bevor sie auch international bekannt wurden. Bis heute hat Zuco 103 vier Alben und zwei Singles veröffentlicht – und sich mit ihrem ganz eigenen „Brazilectro“-Stil eine feste Fangemeinde erspielt.
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Mit der traditionellen Vorparade haben die Rhader Schützen am Sonntag den offiziellen Auftakt zum Schützenfest 2025 gefeiert. Vom Antreten an der Gaststätte Finke bis zum Biwak am Hof Schulte begleiteten zahlreiche Zuschauer den festlichen Umzug. Unsere Fotostrecke zeigt die Eindrücke des Tages.
Wer heute Nachmittag durch Rhade spazierte und sich über die fröhlichen Marschklänge wunderte, der wurde Zeuge der Vorparade zum Schützenfest und die hatte es in sich. Von der Gaststätte „Zur Mühle“ zum Vereinslokal Nienhaus Venhoff von dort zum Kirchplatz mit Ansprache und anschließender Parade ging es schließlich zum gemütlichen Biwak auf dem Hof Schulte.
Marschieren bei gefühlten 30 Grad? Na klar
Trotz drückender Temperaturen ließ sich die Schützenkapelle Rhade, die mit 70 Musikern und Musikerinnen aufspielte, nicht lumpen. Zu modernen Klängen wippte das Publikum begeistert mit. Ob Zuschauer oder Mitmarschierende, es wurde geschwitzt, gelacht und applaudiert. Wer braucht schon ein Fitnessstudio, wenn man bei fast 30 Grad in Uniform durch den Ort marschiert?
Die Majestäten und ihre Ehrencrew
Mit dabei das royale Dreamteam: Schützenkönig Lukas Pieper und seine strahlende Königin Lena Rekers. An ihrer Seite standen die Ehrendamen Christina Boes und Katharina sowie die Ehrenherren Frederic Stockhoff und Philipp Hark. Ein Auftritt mit Stil und Witz und dass trotz hoher Temperaturen.
Ein Dorf in Feierlaune
Der Ausklang auf dem Hof Schulte war dann genau das, was man nach so viel Marschleistung braucht: Schatten, kühle Getränke, Musik und ein bisschen Dorftratsch. Die Stimmung war gelöst und wunderbar herzlich. Man spürte, wie sehr Rhade das Schützenwesen lebt, mit Herz und einem Augenzwinkern.
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Die Oude Marie im Dorstener Bürgerpark wurde am Freitagabend zur Tanzfläche: Das sechsköpfige Salsa-Orchester Marcando brachte das Publikum mit mitreißenden Rhythmen in Bewegung.
Die Band kombiniert Latin Jazz, klassische Salsa und afrokubanische Elemente – und sorgte damit für ausgelassene Stimmung.
Marcando spielte nicht nur bekannte Stücke, sondern präsentierte auch eigene Songs. Die Musiker standen bereits mit Größen wie Cheo Feliciano, Larry Harlow und La India auf der Bühne – ihre Erfahrung war deutlich spürbar.
Zahlreiche Dorstener tanzten stundenlang mit und genossen einen Abend voller Lebensfreude, Energie und musikalischer Klasse.
Die Dorstener Schriftstellerin Dörthe Huth schreibt Bücher rund um die Lebensfreude, Geschichten, Gedichte und mehr. Sie ist eine exzellente Beobachterin und Erzählerin. Für Dorsten-Online macht sie sich auf Erkundungsgänge durch unsere Heimat.
Zu Beginn des Spaziergangs haften meine Gedanken noch an dem, was zu tun und zu erledigen ist. Mit jedem Meter, den ich der Lippe näherkomme, nehme ich die Welt um mich herum bewusster wahr und Alltagsgedanken rücken in den Hintergrund. Mit jedem Atemzug öffnen sich meine Sinne weiter für das Wunder der Natur um mich herum.
Der Himmel zieht in einem milchigen Hellblau gemächlich über mir hinweg. Die Luft duftet nach feuchter Erde, altem Laub und Sommerblüten. Manchmal, wenn ein starker Windzug vorbeizieht, bringt er den Duft von wilden Kräutern mit sich. Träge erkunden die Hummeln die Blüten der Äste am Wegesrand und aus den Bäumen klingt weithin das Tschilpen der Spatzen. Als wir den Weg hinuntergehen, kann ich die Fähre schon sehen.
Die Baldur, eine bewegliche Brücke zwischen den Stadtteilen
Geduldig wartet sie am Ufer, immer in Bereitschaft, Spaziergänger, Radfahrer oder zu Neugierige mit an Bord zu nehmen und sie ans andere Ufer zu bringen. Nicht größer als ein Floß, verbindet die Baldur als bewegliche Brücke die Stadtteile.
Kleine, fast scheue Wellen plätschern gegen die Anlegestelle. Eine Libelle surrt in über das Wasser und aus dem Gras erklingt der Sound einer Heuschrecke. Man riecht modrige Süße faulenden Laubs und die feine Bitterkeit nassen Holzes.
Wir ziehen an der Kette, bis die Fähre so nah ist, dass wir sie betreten können. Als wir gerade ablegen wollen, gesellen sich noch zwei Radfahrer dazu. Hier treffen schon mal Fremde aufeinander, die nur der Wunsch vereint, ans andere Ufer zu gelangen. Für den Zeitraum der Überfahrt werden sie zu einer Zweckgemeinschaft, die kurbelt, zieht und lacht. Die Baldur ist damit auch ein Symbol für das, was Menschen möglich machen, wenn sie gemeinsam anpacken: Sie macht den Fluss erlebbar, überwindet das Trennende und schafft Nähe.
Die Überfahrt, immer wieder ein kleines Abenteuer
Die Überfahrt selbst ist immer wieder ein kleines Abenteuer. Man steht auf einem schwankenden Stück Metall, das nur vom Wasser getragen wird. Mehr braucht es nicht. Kein Beton, keine Brücke, kein Lärm. Die Hände umschließen das kalte Metall, die Muskeln spannen sich, mit jeder Umdrehung gleiten wir ein Stück weiter auf das Wasser hinaus.
Die Lippe unter uns wirkt gemächlich, fast schläfrig, und spricht zu uns mit der Geduld von Jahrhunderten. Ihr Wasser schwappt gegen den Rumpf, begleitet vom rhythmischen Klackern der Kette, die sich um die Winde legt.
Sanft schaukelt die Baldur vor sich hin und die Zeit scheint stillzustehen. Ein Innehalten zwischen den Ufern, zwischen Alltag und Ausflug, zwischen Hier und Dort.
Lippefähre „Baldur“. Foto: Lippeverband
Die Lippe, ein Ort zum Staunen
Bei jedem Zug an der Kette zittert die Wasseroberfläche. Das Wasser gurgelt, gluckst, schlürft an Wurzeln, stupst an Steine, schnalzt gelegentlich ans Ufer. Es berichtet von allem, was einmal war. Von den Bauern, die früher ihre Kühe durch den Fluss trieben, von den Kindern, die hier Fische fingen, und den Römern, die kamen und gingen.
Benannt nach dem strahlenden Gott Baldur, dem Schönen und Friedlichen, ist sie ein leiser Gegenentwurf zum Getöse unserer Zeit. Alles Laute, Hektische bleibt zurück. Die Zeit, sonst scharf und drängend, geht hier in den Chillmodus. Auch in mir verlangsamt sich etwas, wird weicher, ruhiger, geduldiger. Wieder einmal nehme ich das wunderbare Gefühl mit ans andere Ufer, dass die Welt trotz all ihre Widrigkeiten, ein Ort zum Staunen ist.
Das Jüdische Museum Westfalen setzt gegen steigenden Antisemitismus mit einem Workshop für Polizeibeamte ein Zeichen gegen diese Entwicklung.Eine aktuelle Evaluation bestätigt die Wirksamkeit des Projekts: Die Teilnehmer zeigten sich sensibilisiert und gut informiert über jüdisches Leben und Antisemitismus.
Gewalt gegen Jüdinnen und Juden in NRW nimmt weiter zu
Die Zahl antisemitischer Angriffe in Nordrhein-Westfalen steigt weiter an. 2024 wurden laut RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus) insgesamt 940 Vorfälle dokumentiert – darunter 18 Fälle körperlicher Gewalt, 61 gezielte Sachbeschädigungen und 549 Fälle diskriminierenden Verhaltens. Besonders häufig geschehen die Taten in der Öffentlichkeit, etwa auf der Straße, in Bussen oder an Gedenkorten. Alexander Sperling vom Landesverband der jüdischen Gemeinden in Westfalen-Lippe findet deutliche Worte: „Unbeschwertes jüdisches Leben ist fast nur noch in geschützten Räumen möglich.“
Foto: Christian Haug
Präventionsprojekt im Jüdischen Museum Westfalen
Um dem entgegenzuwirken, bietet das Jüdische Museum Westfalen seit mehreren Jahren Workshops für Polizeibeamte an. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für jüdisches Leben zu schaffen und das Bewusstsein für Antisemitismus zu schärfen.
Am Freitag wurde in den Räumen des Museums die Evaluation des Projekts vorgestellt. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff, die Recklinghausener Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen sowie Einsatzkräfte aus Recklinghausen, Coesfeld und Dortmund teil.
RIAS-Daten zeigen Handlungsbedarf
Museumleiterin Dr. Kathrin Pieren betonte in ihrer Einführung: „101 Gedenkorte wurden gezielt angegriffen. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig Antisemitismusprävention ist.“ Die Zahlen seien ein deutlicher Hinweis auf die Zunahme antisemitischer Gewalt – allein im Vergleich zum Vorjahr sei ein Anstieg von über 40 Prozent verzeichnet worden.
Foto: Christian Haug
Projektidee: Polizisten wollten verstehen, was sie schützen
Die Idee für das Projekt entstand vor zwei Jahren, als verstärkt Polizeikräfte das Museum besuchten. “Wir haben viele Anfragen von Polizisten bekommen, die das Museum besuchen wollten. Sie wollten wissen, was sie eigentlich hier beschützen. Das war der Ausgang für die Projektidee. Das Projekt soll Jüdisches Leben vermitteln und zeigen, wie man Antisemitismus erkennt”, erklärt die Projektleiterin Anja Mausbach.
Workshop mit fünf Modulen – Theorie, Reflexion und Praxis
Der eintägige Workshop dauerte rund vier Stunden und bestand aus fünf Modulen:
Reflexion: Eigene Vorstellungen vom Judentum und persönliche Assoziationen.
Kurzfilm „Hast du keine Angst?“: Betroffene berichten über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus.
Führung durch die Dauerausstellung: Einblick in jüdisches Leben und Traditionen.
Vortrag zur Geschichte des Antisemitismus.
Bewertung von Fallbeispielen: Die Teilnehmer sollten antisemitische Aussagen erkennen und deren strafrechtliche Relevanz einschätzen.
Foto: Christian Haug
Positive Rückmeldungen – mehr Sicherheit im Umgang mit Antisemitismus
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus. Die Sozialwissenschaftlerin Elisabeth Funk, die das Projekt evaluierte, sagte: „58 Prozent aller Teilnehmer stimmen zu, dass Judenfeindschaft in Deutschland ein besorgniserregendes Problem ist. Der Workshop konnte nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch demokratische Resilienz stärken.“
Insgesamt bewerteten 61 Prozent der Teilnehmenden den Workshop mit der Schulnote „2“, weitere 28 Prozent vergaben eine „1“. Besonders positiv wurde der hohe Praxisbezug und der gezeigte Kurzfilm hervorgehoben.
Glosse von Anke:Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Glückstour durch Wismar
Wismar steht schon seit einiger Zeit ganz oben auf meiner Reisewunsch-Liste. Wie schön, dass sich kürzlich die Gelegenheit ergab, diese wundervolle Backsteinstadt Mecklenburg-Vorpommerns gemeinsam mit einer Bekannten zu besuchen – und dann überraschenderweise auch noch als Premium-Gast: „Sie sind heute tatsächlich die einzigen Teilnehmer“, begrüßte uns die sympathische Stadtführerin, und auf ging’s zur Entdeckungstour durch den historischen Stadtkern der mittelalterlichen Hansestadt, die 2002 gemeinsam mit Stralsund in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.
Wir bestaunten die historischen Bauwerke rund um den Wismarer Marktplatz, der mit seiner Fläche von 10.000 Quadratmetern zu den größten Marktplätzen in Norddeutschland zählt. Das spätgotische Giebelhaus mit dem volkstümlichen Namen „Alter Schwede“ erinnert an die Wismarer Schwedenzeit. Und was hat es mit dem freistehenden Pavillon in der Marktplatzmitte auf sich? „Das ist die ,Wasserkunst‘“, erklärt uns die Führerin das Wahrzeichen der Stadt, „sie diente noch bist 1897 zur Trinkwasserversorgung.“
Jeder Stein erzählt Geschichten
Monumentale Kirchenbauten, wehrhafte Tore und trutzige Türme – jeder Stein erzählt Geschichten aus der wechselhaften Vergangenheit. Dass allerdings die Heiligen-Geist-Kirche von Touristen so stark nachgefragt ist, liegt eher an „Soko Wismar“: Das Tor zum Kirchhof dient nämlich als Kulisse für die Einfahrt zum Polizeirevier der Fernsehserie!
Schließlich reckten wir unsere Hälse vor einer Häuserreihe, aus der eine bemerkenswerte, wunderbar restaurierte Backsteinfassade heraussticht: „Das ist das älteste Haus der Stadt, frühes 13. Jahrhundert“, erklärte unsere Stadtführerin, während sie verschmitzt einen Schlüssel aus ihrer Handtasche angelte, „und wenn Sie wollen, können wir auch mal hineingehen, denn hier wohne ich.“
Dieses einmalige Angebot ließen wir Glückspilze uns natürlich nicht entgehen, wussten wir doch, dass wir diese Einladung bei 25 Tour-Teilnehmern sicherlich nicht bekommen hätten.
Wismar ist ein Besuch wert
Nach zweieinhalb Stunden Stadtführung mussten wir diese großartigen Eindrücke erst einmal bei einer hervorragenden Fischplatte im Alten Hafen verdauen. Aber in einer Sache waren wir uns sofort einig: Wismar ist einen Besuch wert, nicht nur wegen des beeindruckenden historischen Stadtkerns, sondern auch wegen der netten Leute, die ihn bewohnen!
Zum dritten Mal fand in Dorsten der 24-Stunden-Lauf statt – ein sportliches Event, das weit mehr ist als nur ein Wettkampf.
Vereine, Schulen, Freundeskreise und Einzelstarter gingen gemeinsam auf die Strecke, um Spenden zu sammeln und ein Zeichen für Zusammenhalt zu setzen. Ob bei Tageslicht oder mitten in der Nacht – die Motivation blieb hoch.
Besonders beeindruckend: Der nächtliche Auftakt durch rund 30 Feuerwehrleute in voller Montur. Musik, Lichter und zahlreiche Unterstützer am Streckenrand sorgten rund um die Uhr für eine besondere Atmosphäre.
Auch spontane Besucher konnten mitlaufen – denn jede Runde zählte. Am Ende standen nicht nur die gelaufenen Kilometer im Mittelpunkt, sondern vor allem das Gemeinschaftsgefühl und das Engagement für den guten Zweck.
Hendrik und ich treffen uns im Garten seiner Eltern in Hervest. Schon von Weitem sehe ich seine „Orchidee“ auf dem Rasen stehen. Mit ihren drei Metern Höhe ist sie eine prachtvolle Erscheinung, aber erst beim Näherkommen sehe ich, wie viel Arbeit und Leidenschaft Hendrik in diese Holzskulptur gesteckt hat.
Erst kürzlich ist der talentierte Künstler wieder nach Dorsten zurückgekehrt. Nachdem er zwei Jahre in Australien lebte und dort sein Publikum mit Feuer-Jonglagen verzauberte, zog es ihn für sieben Jahre nach Kambodscha. „Dort traf ich auf einen Bekannten, der mit Feuershows sein Geld auf Events und Festivals verdiente. Das war meine Chance“, erzählt mir Hendrik.
Hendrik Soggeberg als Feuerkünstler. Foto: privat
Als „Trippy Jimmy“ sorgte er für Furore in Asien
Er nahm sie wahr, entwickelte sich weiter und trat als Feuerkünstler und Videojockey (VJ) mit Lichtanimationen in Asien auf. „Dadurch erhielt ich meinen ersten großen Auftrag und baute meinen Bambus-Phönix für ein Musikfestival auf einer Insel Kambodschas. Das Publikum war begeistert, die Skulptur gefiel den Besuchern offensichtlich und so kamen schnell neue Aufträge in Asien dazu“, erinnert sich Hendrik und fährt fort: „In Kambodscha war diese Art von Kunst neu und wenn du Talent hast, dann kannst du dir schnell einen guten Namen schaffen. Festivals dauern in Asien manchmal Monate, da sind Kunstobjekte sehr gefragt und so lohnt sich auch der längere Aufbau meiner Skulpturen.“ Auf diese Weise kamen seine aufwändigen Kunstobjekte bestens zur Geltung und er wurde unter seinem Künstlernamen „Trippy Jimmy“ gefeiert.
Bunt beleuchtete Kunst. Foto: privat
Noch einmal Glück im Unglück
Nur knapp entging Hendrik einem Schicksalsschlag, der sein künstlerisches Leben abrupt hätte beenden können: Tausendmal gesägt und aufgepasst, beim 1001. Mal ging es dann schief. „Ich war einfach nur unkonzentriert und nachlässig, und schon hing mein Daumen nur noch an einem seidenen Faden“, erinnert sich Hendrik. „Gedanklich hatte ich mich bereits von meinem Daumen verabschiedet, aber die OP in Kambodscha ist einigermaßen gelungen. Meine Künstlerkarriere hätte sonst auch ein jähes Ende gefunden.“
Doch gerade in Europa plant Hendrik sie auszubauen. Auf einem Festival in Deutschland war er als Künstler bereits vertreten, drei weitere in Deutschland und der Schweiz werden folgen.
Foto: privat
Hendrik Soggeberg zurück in Dorsten
Anfang des Jahres zog es ihn zurück nach Dorsten zu seinen Wurzeln und musste hier erkennen, dass das Leben in Kambodscha viel entspannter und unkomplizierter ist. „Die Menschen sind sehr zurückgelehnt, manchmal ein wenig zu sehr“, schmunzelt er.
Ein Seepferdchen aus Bambus. Foto: privat
So musste Hendrik beim Bau seiner oben beschriebenen Orchidee erst einmal wieder lernen, Regeln einzuhalten und beispielsweise die Genehmigungshöhe seiner Skulptur zu beachten. Nach einem Monat intensiver Planung am Computer sägte er sämtliches Holz, das sein Vater Hans ihm zur Verfügung stellte, millimetergenau zurecht. Nach einer Bauzeit von zwei Monaten wurde das Prachtstück fertig und zierte einige Zeit den heimischen Garten. „Mir liegt sehr viel an Nachhaltigkeit, daher arbeite ich ausschließlich mit Bambus und Holz, das ich wiederverwerten kann.“
Hendrik Soggeberg im heimischen Garten. Foto: Christian Sklenak
Hendrik, der, so wie es aussieht, das Künstlerische von seiner Mutter Rosi und das handwerkliche Geschick vom Vater Hans geerbt hat, konstruierte seine drei Meter hohe fleischfressende Orchidee so, dass sie auseinandergebaut für den Transport zu Festivals in einen Caddy passt. Bereits jetzt wirkt die imposante Statur, aber der 35-Jährige hat weitergehende Pläne mit ihr. Schon vor dem Bau entwarf er am PC Lichtprojektionen, schaute, wo Schatten entstehen, die die Illumination stören, und optimierte jeden Winkel, damit die Illumination später perfekt wirkt. Erst dann baute er sein Meisterwerk passgenau Stück für Stück auf.
Hendrik Soggeberg mit seinen gigantischen Spinnen. Foto: privat
Blick in die Zukunft
Hendrik erinnert sich an die Zeit, als er sich Gedanken über seine zukünftigen Lichtshows und Lichtinstallationen machte. Mit Begeisterung beschreibt er, wie die Lichtstrahlen in der Dunkelheit seine Skulptur in eine lebendige, pulsierende Welt verwandeln sollten und es mittlerweile auch machen.
„Feuerjonglage war für mich irgendwann kein Hobby mehr, sondern nur noch ein Job, und ich war nicht mehr mit ganzem Herzen dabei. Feuer verzauberte die Menschen, die ich mit auf die Reise genommen habe. Daran möchte ich anschließen und sie nun durch meine Videoshows mitnehmen in die Nacht, in eine andere Welt“, erzählt Hendrik mit leuchtenden Augen. „Aber ich plane, nicht mehr selbst auf der Bühne zu stehen, sondern zukünftig im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Alternativ verleihe ich daher meine Skulpturen inklusive Aufbau und Beamer mit Videoshow beispielsweise für Festivals.“
Foto: privat
Zurzeit wohnt Hendrik, wie gesagt, bei seinen Eltern in Hervest, seine englische Lebensgefährtin Rachael verbringt aktuell Zeit in ihrer Heimat. „Wir beide werden in Zukunft wahrscheinlich in Europa bleiben und uns hier etwas aufbauen. Aber das ist nicht in Stein gemeißelt. Mal sehen, wohin uns der Wind treibt“, betont er voller Vorfreude, denn er weiß: Die Zukunft hält für ihn unzählige Möglichkeiten bereit.
Noch bis Samstag verwandelt sich das Gelände am Hohen Berg 15 in eine vibrierende Bühne für Farbe, Gesellschaftskritik und künstlerische Freiheit: Mit der Finissage zur Ausstellung „Der Letzte Romantiker“ feiert der artpark Hoher Berg einen kraftvollen Abschluss der Urban Street Art-Schau von Christoph Mandera.
Ab 17 Uhr öffnet das Kulturlabor die Tore des artparks. Der Künstler Christoph Mandera, seit Jahrzehnten ein Grenzgänger zwischen Malerei, Urbanität und gesellschaftspolitischem Statement, wird persönlich anwesend sein. Gemeinsam mit dem Mit-Initiator des artparks, Bernd Caspar Dietrich, diskutiert er über Farbe als Haltung, Kontraste als Ausdruck und Kunst als Raum der Anarchie.
Die Werke des 1988 erstmals ausstellenden Künstlers Christoph Manderas sind nicht nur visuelle Erlebnisse. Sie sind Erzählflächen über eine Gesellschaft im Wandel. Seine leuchtenden Farbflächen, oft inspiriert von den dunklen Konturen kirchlicher Glasmalerei, erinnern zugleich an die rebellischen Bildsprachen von Street-Art-Pionieren wie Keith Haring oder Jean-Michel Basquiat.
Impuls, Gespräch, Musik: Ein vielseitiger Abend
Bereits um 17:30 Uhr führt die Kulturwissenschaftlerin Hella Sinnhuber mit einem Impuls in das Thema „Street Art im urbanen Raum“ ein und spannt damit den Bogen zwischen Theorie und gelebter Praxis.
Ein besonderes Highlight der Finissage von Christoph Manderas ist der musikalische Auftritt von Max Kleinbeck. Der Musiker wird mit gerade einmal 20 Jahren sein Live-Debüt geben. Unter dem Namen „Maxi-44“ präsentiert der junge Künstler aus Bochum eine Indie-Rap-Hommage an seine Heimatstadt. Eine Wanderung zwischen Klang, Kunst und kreativer Entfaltung.
Kunst zum Mitnehmen: Die große Verlosung 2025
Wer nicht nur schauen, sondern auch besitzen möchte, hat bis zum 21. September 2025 die Chance. Gewinne eines von 31 originalen Kunstwerken des artparks. Darunter auch das aktuelle Hauptwerk „Magelone II“. Ein Los kostet 25 Euro und unterstützt gleichzeitig die unabhängige Kulturarbeit des artparks.
Wer Christoph Manderas kompromisslose Bildwelten noch erleben will, hat jetzt die letzte Gelegenheit. Die Finissage ist mehr als ein Ausklang – sie ist ein Statement für die Bedeutung von Kultur in Zeiten gesellschaftlicher Veränderung.