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Sommer in der Stadt: Freizeit vor der Haustür in der Region

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Freizeit vor der Haustür muss nicht klein gedacht werden: Rund um Dorsten, Haltern am See, Schermbeck und Raesfeld-Erle liegen Natur, Wasser, Radwege, Ausflugsziele und Industriekultur oft nur wenige Kilometer auseinander.

Wer in den Sommerferien nicht für mehrere Wochen verreist, entdeckt manchmal erst auf den zweiten Blick, wie viel Abwechslung direkt in der Region wartet. Zwischen Lippe, Wesel-Datteln-Kanal, Hohe Mark und den Nachbarorten lassen sich freie Tage ruhig, aktiv oder mit kleinen Abenteuern füllen.

Natur pur zwischen Lippe und Hohe Mark

Nördlich der Lippe beginnt eine Landschaft, die viel Raum für Ruhe, Bewegung und Entdeckungen bietet. Der Naturpark Hohe Mark reicht von Olfen bis nach Wesel und verbindet Wälder, Heideflächen, Wege und Gewässer. Ein Picknick unter alten Bäumen, Tierbeobachtungen oder ein Spaziergang durch den Wald können aus einem normalen Ferientag schnell eine kleine Auszeit machen.

Gerade für Familien, Paare oder kleinere Gruppen ist der Reiz oft die Nähe: Wer morgens spontan losmöchte, braucht keine lange Planung. Eine Wanderung zwischen Dorsten und Haltern am See, ein Abstecher in die Hohe Mark oder eine Runde entlang vertrauter Wege reichen oft schon, um den Alltag hinter sich zu lassen.

Radfahren und Wandern rund um Dorsten und die Region

Auch mit dem Fahrrad lässt sich die Region gut entdecken. Eine Tour von Dorsten über Schermbeck oder von Haltern am See in Richtung Reken und Raesfeld-Erle verbindet Bewegung mit kleinen Zielen unterwegs. Ebenso reizvoll ist es, die eigene Stadt einmal entlang der Außengrenzen zu umrunden oder die Nachbarorte bewusst neu wahrzunehmen.

Lippe und Wesel-Datteln-Kanal bieten dafür ideale Linien durch die Landschaft. An vielen Stellen laden Uferbereiche zu einer Pause ein. Wer eine Fähre, ein Picknick oder einen Eisstopp einplant, macht aus der Strecke schnell einen Ferientag mit eigenem Rhythmus.

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Pausen, Hofläden und Biergärten

Zu einem gelungenen Sommertag gehört oft auch eine gute Pause. In der Region finden sich Imbisse, Cafés, Hofläden, Biergärten und Restaurants, die aus einer Tour mehr machen als reine Bewegung. Besonders Hofläden und Hofcafés bringen dabei regionale Spezialitäten ins Spiel und passen gut zu kurzen Ausflügen ohne großen Aufwand.

Das muss nicht teuer oder groß geplant sein. Manchmal reicht ein Ziel mit Schatten, ein Getränk, ein Stück Kuchen oder ein Eis, damit aus einer Radtour ein kleiner Urlaubstag wird.

Freizeit mit und ohne Eintritt

Nicht jede Ferienidee kostet Eintritt. Große Spielplätze, Naturwege, Uferbereiche oder ein Nachmittag im Wald funktionieren oft ohne großen finanziellen Aufwand. Gleichzeitig gibt es in der Umgebung viele Ziele, bei denen Kinder und Erwachsene bewusst mehr erleben wollen: Freizeitparks, Spaßbäder, Ausstellungen oder besondere Freizeitangebote.

Damit bleibt die Region flexibel. Je nach Wetter, Budget und Alter der Kinder kann der Tag ruhig, sportlich oder voller Action werden. Genau diese Mischung macht das Freizeitspezial aus.

Industriekultur südlich der Lippe

Wer gerne auf Entdeckungsreise geht, findet südlich der Lippe außerdem viele Spuren der Industriekultur. Ehemalige Zechen, Bergbauorte und Denkmäler erzählen von Kohle und Stahl, sind heute aber oft auch Freizeitorte mit Gastronomie, Ausstellungen, Escape Rooms oder kreativen Angeboten.

Ein Beispiel für diese Perspektive ist der Blick vom Förderturm des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum. Solche Ziele zeigen, wie sehr sich ehemalige Arbeitsorte verändert haben und wie nah Geschichte und Freizeit in der Region beieinanderliegen.

Wasser, Freibäder und Stausee

Für viele Kinder gehören Sommerferien und Wasser zusammen. Freibäder, Spaßbäder, der Silbersee, das Naturbad in Olfen oder der Halterner Stausee bieten Abkühlung und Urlaubsgefühl in erreichbarer Entfernung. Auch Lippe und Kanal eröffnen mit Boot, Kanu, Tretboot oder SUP-Board neue Perspektiven auf die Heimatregion.

Am Ende zeigt sich: Rund um Dorsten liegt weit mehr, als viele im Alltag wahrnehmen. Oft sind es gerade die nahen Ziele, die spontane Ferientage möglich machen. Noch konkreter wird es im Familienartikel mit Tipps für Sommerferien in Dorsten und Umgebung.

Mehr aus dem Freizeitspezial

Das komplette Special gibt es als Hub, Familienartikel und PDF zum Durchblättern.

Freizeitspezial-Hub öffnen Familientipps öffnen PDF des Specials öffnen

Lokallust Dorsten: Die Juni-Ausgabe ist da

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Unsere aktuelle Ausgabe der Lokallust Dorsten lädt mit einem bunten Mix aus Dorstener Geschichten zum Schmökern im Garten, im Schwimmbad oder auch im Urlaub ein.

Unser Monatsmagazin kommt frisch aus der Druckerei und wartet darauf, ab morgen in Ihre Briefkästen gesteckt zu werden. Auch diese Ausgabe ist wieder bunt, vielfältig, informativ, aktuell und natürlich weiterhin gratis.

Wir beginnen unsere Ausgabe mit der Titelgeschichte über Johannes Düpmann. Bereits vor drei Jahren schrieb Martina Jansen schon einmal über den Holsterhausener, als er bis ins Schwarze Meer paddelte. Nun radelte er über 2200 Kilometer mit dem Rad in 27 Tagen nach Griechenland.

Jan Heppner liebt es dagegen lieber heimatnah. In Dorsten engagiert er sich bei der Feuerwehr, in der Kirche, der CDU sowie im Schützenverein. Martina Jansen hat sich mit Dorstens erstem stellvertretendem Bürgermeister für die Reihe „Auf einen Kaffee mit …“ getroffen.

Der Dorstener 24-Stunden-Spendenlauf steht kurz bevor. Christian Sklenak weckt in seinem Text die Vorfreude darauf.

Parallel dazu startet in Wulfen das Fest „Kulturgarten anne Wassertreppe“, eine Woche später wartet in Östrich ein weiteres buntes Programm auf Besucher. Auch hier gibt Christian Sklenak Infos zu den beiden Festen des diesjährigen Kultursommers.

Davon, dass Rainer Frenzer vom DWG-Serviceteam das Herz am richtigen Fleck hat, konnte sich Christian Sklenak in einer weiteren Geschichte überzeugen.

Sommer in der Stadt: Auf sechs Seiten geben wir Tipps für die Sommerferien in und rund um Dorsten.

Sind wir unsterblich? Warum Sterben biologisch gesehen kein Auslöschen bedeutet, damit hat sich Martina Jansen in ihrem Text über Sternenstaub befasst.

Was natürlich bei uns im Magazin nicht fehlen darf, sind weitere Informationen rund um Dorsten, wie zum Beispiel die Fritz-Kolumne und Oliver Borgwardts Serie „Damals in Dorsten“, die Angebote unserer Werbekunden, und Sie können zudem lesen, was in Dorsten passiert ist und welche Veranstaltungen noch anstehen.

Bis Montag sollten Sie unser Monatsmagazin in Ihren Briefkästen haben, ansonsten melden Sie sich bitte bei uns. Sollten Sie Werbeverweigerer sein, können Sie die neue Ausgabe unseres beliebten Monatsmagazins an den bekannten Auslagestellen mitnehmen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen das Team der Lokallust.

Public Viewing zur WM: Was läuft in Dorsten und im Umkreis?

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Die WM läuft – und damit stellt sich auch in Dorsten wieder die Frage: Wo schaut ihr Fußball am liebsten? Zu Hause im Familienkreis, in kleiner Runde in der Kneipe oder doch lieber mit vielen anderen beim großen Public Viewing?

von Andreas Heuser

In Dorsten selbst gibt es aktuell kein großes Public Viewing wie bei früheren Turnieren. Wer in Dorsten gemeinsam schauen möchte, sollte eher bei Kneipen, Pubs oder Gastronomien in den einzelnen Stadtteilen nachfragen. Dort werden Spiele teilweise kleiner und gemütlicher übertragen – also eher Fußballabend in vertrauter Runde als große Fanmeile.

Ein großes Public Viewing im Kreis Recklinghausen findet auf der Zeche Ewald in Herten statt. Dort wird in besonderer Ruhrgebietskulisse geschaut: ehemalige Zeche, große Fläche, Biergarten, Gastronomie und zusätzliches Rahmenprogramm. Wir waren heute selbst live vor Ort, um uns beim Deutschland-Spiel gegen die Elfenbeinküste einen Eindruck zu verschaffen. Trotz des späten Anstoßes war die Veranstaltung sehr gut besucht. Auch sportlich blieb es spannend: Deutschland gewann knapp mit 2:1, und bis zur letzten Minute wurde gemeinsam mitgefiebert. Der Ablauf vor Ort wirkte gut organisiert und professionell, der Eintritt lag bei 2 Euro. Für alle, die Public Viewing in größerem Rahmen mögen, ist Herten auf jeden Fall eine interessante Adresse.

Foto: Andreas Heuser

Rund um die WM finden auf Ewald auch Live-Events und Konzerte statt, unter anderem mit bekannten Namen wie Mickie Krause, Ronan Keating oder Vanessa Mai. Viele Spiele sind frei, bei Deutschland-Spielen wird eine Sicherheitsgebühr von 2 Euro genommen.

Auch Recklinghausen ist mit der KIA-Arena auf dem Rathausplatz wieder dabei. Dort wird der Platz vor dem Rathaus zur Fanmeile mit großer Leinwand, Gastronomie, VIP-Bereich und Partyprogramm. Neben Fußball gibt es Musik und Unterhaltung rund um die Deutschland-Spiele. Auch hier kostet der Eintritt bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft 2 Euro Sicherheitsgebühr.

Für Dorstener gibt es also verschiedene Möglichkeiten: direkt vor Ort eher klein und gemütlich, im Umkreis dafür auch größer und mit mehr Veranstaltungscharakter.

Nostalgie-Zug „Reviersprinter“: Was kann ein Zug aus den 1950ern?

Der Stolz des Eisenbahnvereins „OnWheels“ ist knapp 75 Jahre alt. Der rote Reviersprinter fährt nach einer umfangreichen Sarnierung wieder auf den Schienen des Rhein-Ruhr Verbandes. So auch am vergangenen Sonntag. OnWheels und viele weitere Eisenbahnfreunde fuhren mit dem Kult-Zug nach Dortmund. Das Ziel: Ein Nahverkehrsmuseum.

Um 10.02 Uhr fuhr der kleine, aber trotzdem gemütliche Reviersprinter in den Borkener Bahnhof ein. Über Rhade, Dorsten und Gladbeck sprintete der Zug aus den 50ern nach Dortmund Mengede. Die Hinfahrt dauerte rund 90 Minuten. Von Dortmund aus brachte ein ebenfalls historischer Bus die Eisenbahnfreunde ins Museum. Was steckt aber alles in so einem Zug, der Mitte des letzten Jahrhunderts gebaut wurde? Kann er überhaupt noch verlässlich Personen von A nach B bringen?

Reviersprinter mit Eisenbahnfreunden OnWheels
Zugtechniker Michael Jung behielt die ganze Fahrt über die Technik im Blick. Foto: Christian Haug.

Sechs Wagons, über 150 Pferdestärken

Die Antwort ist natürlich ja. Mehr als hundert Besucher wurden sicher ans Ziel gebracht. Und für einen so alten Zug hat der historische Schienenbus eine Ausstattung, die sich wirklich sehen lassen kann. Mehr als neun Liter Hubraum, sechs Wagons und eine maximale Geschwindigkeit von 70 km/h.

Zugtechniker Michael Jung erklärte den vielen Zuggästen die Einzelheiten des Reviersprinters und seiner Arbeit: „Ich bin heute aus Gießen hierher gekommen, um mit OnWheels zusammen nach Dortmund zu fahren. Ich arbeite ehrenamtlich, ich mache hier die Technik und schaue, dass die Fahrt gut klappt.“

100.000 Euro, um Reviersprinter auf Strecke zu bringen

Es ist nicht das erste Mal, dass OnWheels eine solche Fahrt anbietet. Zur Weihnachtszeit organisierten die Eisenbahnfreunde sogenannte Nikolausfahrten. Ein gemütliches Zusammenkommen im warmen Zug, für die Kinder gab es Süßigkeiten und für die Erwachsenen Glühwein.

Reviersprinter mit Eisenbahnfreunden OnWheels
Alle Einsteigen! Der Reviersprinter wurde für 100.000 Euro komplett saniert. Foto: Christian Haug.

Aber zurück zum Reviersprinter. Im Rahmen eines Förderprogramms übergab das Nordrhein-Westfalen 100.000 Euro an „OnWheels“, um den Reviersprinter zu sanieren. „Es ist wichtig zu betonen, dass der Zug nicht unserem Verein gehört, sondern einem Mitglied in unserem Verein. Dann haben wir mit dem Fördergeld zusammen den Zug saniert, um ihn dann gemeinschaftlich für Fahrten nutzen zu können. Wir freuen uns über den großen Andrang heute, das zeigt uns, dass wir in der Zukunft noch viel mehr Ausflüge organisieren können“, erklärt OnWheels Kassierer Hartmut Ulbrich.

Im Folgenden einige Impressionen von der Zugfahrt und dem Dortmunder Museum (Fotos: Johannes Götte):

Nach Maifest-Vorfällen am Wappenbaum: Wulfener Vereine stellen sich gegen Gewalt

Bei einer außerordentlichen Versammlung des Wulfener Wappenbaum Vereins wurde vielen erst das ganze Ausmaß der Vorfälle rund um das Maifest bewusst. Der angekündigte Rückzug von Reiner Schulze-Tenberge ist nach dem Abend nicht mehr in Stein gemeißelt.

Dass es beim vergangenen Maifest am Wappenbaumplatz Probleme gegeben hatte, war den meisten Vereinsvertretern bekannt. Wie massiv die Vorfälle tatsächlich waren, wurde vielen jedoch erst bei der außerordentlichen Versammlung des Wulfener Wappenbaum Vereins bewusst. Dort schilderte der erste Vorsitzende Reiner Schulze-Tenberge erstmals ausführlich, was sich in den späten Abendstunden rund um die Veranstaltung abgespielt hatte, und machte deutlich, wie sehr ihn die Ereignisse persönlich belastet haben.

Die Sitzung fand am Dienstagabend, 23. Juni 2026, im Heimathaus Wulfen statt. Sie war nach den Vorkommnissen beim Tanz in den Mai einberufen worden. Im Mittelpunkt standen die Zukunft des Maifestes, die Sicherheit rund um die Veranstaltung und der angekündigte Rückzug von Schulze-Tenberge zum Jahresende 2026. Nach der Versammlung ist klar: Diese Entscheidung ist nicht mehr endgültig.

„Mir wurden Schläge angedroht“

Schulze-Tenberge schilderte eindringlich, was sich rund um den Wappenbaumplatz abgespielt haben soll. Als er mehrere Jugendliche im Bereich des Ehrenmals aufforderte, den Platz zu verlassen, sei die Situation eskaliert. „Mir wurden Schläge angedroht. Als ich mich weggedreht habe, sind sie hinter mir hergelaufen und haben versucht, nach mir zu treten“, berichtete er.

Auch abseits des Festgeländes soll es zu Gewalt gekommen sein. Nach Angaben des Vorsitzenden wurde eine Frau auf dem Heimweg unvermittelt ins Gesicht geschlagen und später im Rettungswagen versorgt. Weitere Personen hätten Schnittverletzungen im Bereich des Auges erlitten. Besucher seien auf dem Nachhauseweg bedrängt worden. An der Kreuzung B 58/Hervester Straße hätten Jugendliche ein an der Ampel haltendes Auto durchgeschüttelt und anschließend Bierflaschen hinterhergeworfen.

Reiner Schulze-Tenberge berichtete, wie sehr ihn die Vorkommnisse persönlich aufgewühlt haben. Foto: Bludau

Auch Anwohner waren nach den Schilderungen betroffen. Es sei zu beschädigten Dachpfannen, einem kaputten Zaun sowie Verunreinigungen auf Grundstücken und an Autos gekommen. Eine nahegelegene Tankstelle habe zeitweise früher schließen müssen, weil sich dort eine große Gruppe Jugendlicher aufgehalten habe.

Für Schulze-Tenberge war damit eine Grenze erreicht. „Wenn ich Menschen zu einem friedlichen Fest einlade, muss ich auch dafür sorgen können, dass sie sicher kommen und wieder nach Hause gehen können“, sagte er sinngemäß. Wenn man das nicht mehr gewährleisten könne, müsse man die Reißleine ziehen.

Vereine zeigen klare Haltung

In der Aussprache wurde deutlich: Die anwesenden Wulfener Vereine stellen sich geschlossen gegen Gewalt, Bedrohungen und Randale. Zugleich machten mehrere Redner klar, dass die Verantwortung für solche Vorfälle nicht allein beim Wappenbaum Verein liegen könne. Gruppen, die gezielt anreisen, um Stress zu machen, hätten am Wappenbaumplatz nichts zu suchen.

Mehrfach betonten die Anwesenden, dass sie Schulze-Tenberge mit den Folgen nicht alleine lassen. „Wir müssen als Vereine eine geschlossene Haltung zeigen“, sagte ein Teilnehmer. Ein anderer machte deutlich: „Du musst das nicht alleine ausbaden. Es sind genug Leute da, die dir den Rücken stärken.“

Auch der zweite Vorsitzende Thorsten Schadwinkel sprach sich dafür aus, dass Schulze-Tenberge im Amt bleibt. „Wir wollen, dass du weitermachst. Aber dann müssen wir dir auch die Hilfe geben, die du brauchst“, sagte er.

Rückzug nicht mehr in Stein gemeißelt

Schulze-Tenberge hatte nach den Ereignissen seinen Rückzug zum 31. Dezember 2026 angekündigt. Bei der Versammlung zeigte sich jedoch, dass er diese Entscheidung noch einmal überdenken könnte. Der Vorsitzende machte deutlich, dass der Wappenbaum für ihn weiterhin eine Herzensangelegenheit ist. „Der Wappenbaum ist mein Baby und mein Herzblut“, sagte er.

Besonders die Aktionen zu Ostern und Nikolaus wolle er auf jeden Fall weiter begleiten. Diese Angebote gehören längst fest zum Vereinsleben in Wulfen. Bei der Nikolausaktion im vergangenen Jahr kamen 205 Kinder zum Wappenbaumplatz. Auch das zeigt, welche Bedeutung der Verein über das Maifest hinaus für den Ort hat.

Für eine Fortsetzung an der Spitze formulierte Schulze-Tenberge aber klare Wünsche. Die Arbeit müsse breiter verteilt werden. Organisation, Sponsoren, Genehmigungen, Toilettenwagen, Zelt, Grillstand, Getränkestand, Auf- und Abbau sowie die Betreuung während der Veranstaltung dürften nicht wieder überwiegend an einzelnen Personen hängen bleiben.

Auch die Vereine selbst sollen stärker eingebunden werden. In der Versammlung wurde angeregt, Aufgaben künftig besser zu verteilen und Verantwortlichkeiten klarer zu regeln. Zudem wurde der Wunsch geäußert, dass die Wulfener Vereine insgesamt enger zusammenrücken, sich gegenseitig stärker unterstützen und bei Veranstaltungen präsenter sind.

Neues Konzept kommt auf den Prüfstand

Ein „Weiter so“ beim Maifest scheint nach den Schilderungen kaum vorstellbar. Zugleich soll die Veranstaltung nicht vorschnell aufgegeben werden. Sie ist für den Wulfener Wappenbaum Verein nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens, sondern auch eine zentrale Einnahmequelle für Pflege, Unterhaltung und Aktionen rund um den Wappenbaumplatz.

Zur Diskussion kamen verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehören ein Familientag mit Frühschoppen, ein früherer Beginn, ein klares Ende am Nachmittag oder frühen Abend, ein anderer Termin oder ein kleinerer Rahmen. Auch die Frage, ob der bisherige abendliche Partycharakter verändert werden sollte, wurde angesprochen.

Entschieden ist damit aber noch nichts. Die Versammlung gab lediglich die Richtung vor, dass über eine Veränderung des Veranstaltungskonzeptes ernsthaft nachgedacht werden soll. Eine Arbeitsgruppe soll nun Vorschläge sammeln, Vor- und Nachteile prüfen und ein tragfähiges Konzept vorbereiten. Erst danach will der Wulfener Wappenbaum Verein entscheiden, wie das Maifest künftig aussehen kann.

Am Ende des Abends stand deshalb kein fertiger Maßnahmenkatalog. Aber es gab ein klares Signal: Die Wulfener Vereine wollen zusammenstehen, sich gegen Gewalt stellen und den Wappenbaumplatz als friedlichen Treffpunkt für Wulfen erhalten.

Bundesweite Bahn-Störung: Zugverkehr auch in Dorsten massiv betroffen

Der Bahnverkehr in Deutschland ist seit Dienstagabend von einer bundesweiten Störung betroffen. Nach Angaben der Deutschen Bahn kommt es aufgrund eines Ausfalls des digitalen Zugfunks GSM-R zu erheblichen Einschränkungen. Züge werden derzeit an Bahnhöfen zurückgehalten und können vielerorts nicht weiterfahren.

Bereits am Nachmittag Probleme auf der Strecke nach Dorsten

Schon mehrere Stunden vor der bundesweiten Störung hatte die Bahn eine Beeinträchtigung auf einer wichtigen Strecke im Dorstener Raum gemeldet. Um 14.35 Uhr informierte die Bahn über Einschränkungen zwischen Wanne-Eickel Hauptbahnhof und Dorsten.

In der Meldung hieß es: „Die Strecke ist zwischen Wanne-Eickel Hbf und Dorsten beeinträchtigt. Das Ende können wir leider noch nicht abschätzen. Der Grund dafür ist die Reparatur an einem Signal.“

Von der Störung betroffen war unter anderem die Linie RB 43 zwischen Dortmund und Dorsten. Ob die Signalstörung vom Nachmittag mit den späteren bundesweiten Problemen zusammenhängt, ist derzeit nicht bekannt.

Bundesweite Störung ab 21.29 Uhr

Um 21.29 Uhr veröffentlichte die Deutsche Bahn dann eine bundesweite Warnmeldung. Demnach führte eine Störung des digitalen Bahnfunks GSM-R dazu, dass Züge vorläufig an Bahnhöfen zurückgehalten werden mussten.

Die Bahn teilte mit:

„Aufgrund einer bundesweiten Störung des digitalen Bahnfunks GSM-R werden vorläufig alle Züge an Bahnhöfen zurückgehalten. Die Techniker sind mit Hochdruck daran, die Störung zu beheben.“

Nach aktuellem Stand rechnet die Bahn mit Einschränkungen mindestens bis 1 Uhr in der Nacht. Techniker arbeiten an der Behebung des Problems.

Dorsten ebenfalls betroffen

Für Dorsten hat die Störung unmittelbare Auswirkungen. Betroffen sind unter anderem die Linien:

  • RE 14 (Coesfeld/Borken – Dorsten – Bottrop – Essen)
  • RB 43 (Dortmund – Wanne-Eickel – Dorsten)
  • S 9 (Haltern am See – Recklinghausen – Gladbeck-West – Bottrop – Essen – Wuppertal – Hagen)

Pendler und Reisende müssen mit erheblichen Verspätungen, Zugausfällen und längeren Wartezeiten rechnen.

Zahlreiche Regional- und S-Bahn-Linien betroffen

Die Störung betrifft nahezu den gesamten Regional- und S-Bahn-Verkehr in Nordrhein-Westfalen. Neben den Dorstener Verbindungen sind zahlreiche RE-, RB- und S-Bahn-Linien im Ruhrgebiet, Münsterland, Rheinland und Ostwestfalen betroffen.

Auch Fernverkehrszüge können von den Auswirkungen beeinträchtigt sein.

Bahn bittet Reisende um Geduld

Die Deutsche Bahn empfiehlt Fahrgästen, sich vor Fahrtantritt über die aktuellen Verbindungen zu informieren. Wann der Zugverkehr wieder vollständig aufgenommen werden kann, steht derzeit noch nicht fest.

Sobald weitere Informationen vorliegen, wird der Bericht aktualisiert.

Lebensfest im artpark: Abschied, Aufbruch und die Kathedrale der Namenlosen

Das Sommerfestival im artpark Hoher Berg wurde nach dem Tod seines Mitbegründers Bernd Caspar Dietrich zu einem bewegenden Lebensfest. Freunde, Kunstschaffende und Weggefährten nahmen Abschied und machten zugleich deutlich: Seine Vision wird weiterleben.

Langsam setzte sich die Gruppe in Bewegung. Künstlerinnen und Künstler, Freunde, Weggefährten und Besucher gingen gemeinsam über das Gelände des artparks Hoher Berg. Ihr Ziel war die Kathedrale der Namenlosen, jene große Installation, die sich inzwischen sichtbar in den Himmel erhebt.

Die Prozession war Trauerzug und Lebensbejahung zugleich. Sie führte an einen Ort, auf den Bernd Caspar Dietrich noch in seinen letzten Tagen geblickt hatte. Sein Krankenbett war so ausgerichtet worden, dass er die entstehende Kathedrale sehen konnte. Erst als das Gerüst stand und für ihn erkennbar wurde, dass seine Vision Wirklichkeit werden würde, habe er sich verabschiedet, berichteten seine engsten Vertrauten.

In diesem Moment verdichtete sich die Bedeutung des Sommerfestivals. Aus einem Fest der Kunst war ein Lebensfest geworden. Eines, das den Tod nicht verschwieg, ihm aber die Kraft gemeinsamer Erinnerung entgegensetzte.

Ein Fest zwischen Alpha und Omega

Vom 16. bis 21. Juni 2026 hatte der artpark zu Film, Kunst, Musik, Workshops und Begegnungen eingeladen. Bernd Caspar Dietrich hatte das Programm noch gemeinsam mit seiner Frau Hella Sinnhuber vorbereitet. Am 2. Juni starb der Künstler, Ausstellungsmacher und Mitbegründer des artparks im Alter von 68 Jahren. Das Festival fand dennoch statt. Nicht wegen seines Todes, sondern auch als Zeichen seines Wirkens.

Fotos von Bernd Caspar Dietrich waren im gesamten Artpark zu finden. Foto: Alexander Fichtner

„Es soll ein Lebensfest werden“, hatte Hella Sinnhuber angekündigt. Am vergangenen Wochenende wurde dieser Gedanke spürbar. Das Fest markierte ein Ende und zugleich einen Anfang. Alpha und Omega. Abschied von einem Menschen, der diesen Ort geprägt hatte, und Aufbruch in eine Zukunft, in der seine Ideen weitergetragen werden sollen.

Kunst, Natur, Musik und Gespräch verbanden sich dabei zu jener offenen Form der Begegnung, die Dietrich gemeinsam mit Hella Sinnhuber über Jahre entwickelt hatte.

Persönliche Erinnerungen an Bernd Caspar Dietrich

Besonders still wurde es, als Hella Sinnhuber und die Filmemacherin Fitore Muzaqi über Bernd Caspar Dietrich sprachen. Muzaqi ist die Regisseurin der Dokumentation „Hella&Bernd“, mit der das Festival eröffnet worden war. Zwischen ihr und dem Künstlerpaar war während der Arbeit an dem Film eine enge, beinahe familiäre Freundschaft entstanden.

Fitore Muzaqi und Hella Sinnhuber. Foto: Alexander Fichtner

Als Dietrichs Zustand sich verschlechterte, reiste Muzaqi aus Cannes zurück, um seine letzten Tage am Palliativbett mitzuerleben. Ihre Erinnerungen zeichneten das Bild eines Menschen, der selbst angesichts der schweren Erkrankung nicht aufgeben oder klagen wollte.

„Niemals sich beklagen“, sei seine Haltung gewesen. Im Krankenhaus habe er vor allem einen Wunsch geäußert: Er wollte nach Hause. Zu seiner Hella und in den artpark.

Dieser Ort war für ihn dazu nicht nur Arbeitsstätte oder Ausstellungsfläche. Er war Lebensraum, Denkraum und gesellschaftliches Experiment. Hier sollten Menschen einander begegnen, unabhängig von Herkunft, Status oder künstlerischer Disziplin. Hier durfte Widerspruch entstehen. Hier sollte Kultur frei sein.

Die Kathedrale als letzte große Vision

Die Kathedrale der Namenlosen erhielt während des Lebensfestes eine besondere Symbolkraft. Es wirkt vielmehr wie ein Versprechen, das sich erst nach und nach erfüllt.

Kathedrale der Namenlosen. Foto: Alexander Fichtner

Dietrich erlebte noch, dass mit der Realisierung begonnen wurde. Von seinem Bett aus konnte er verfolgen, wie die Konstruktion Gestalt annahm. Für seine Freunde und Weggefährten war dies mehr als ein baulicher Fortschritt. Es war die sichtbare Gewissheit, dass sein Denken über den Tod hinaus Bestand haben würde.

Die gemeinsame Prozession zur Kathedrale wurde so zum emotionalen Mittelpunkt des Festes. Niemand musste zwischen Trauer und Freude wählen. Beides durfte nebeneinanderstehen. Das Gedenken an Bernd Caspar Dietrich blieb präsent, während Musik erklang, Menschen miteinander sprachen und das Leben gefeiert wurde.

„Schermbeck verliert einen internationalen Kulturbotschafter“

Auch Schermbecks Bürgermeister Mike Rexforth nahm am Lebensfest teil. Er würdigte dementsprechend Dietrich als Künstler, Netzwerker und kulturellen Impulsgeber weit über die Gemeindegrenzen hinaus.

„Schermbeck verliert einen internationalen Kulturbotschafter“, sagte Rexforth.

Während des Konzertes von Mrs. Pope. Schermbecks Bürgermeister Mike Rexforth mit Hella Sinnhuber. Foto: Alexander Fichtner

Zugleich richtete er dazu seinen Dank an Hella Sinnhuber, die den artpark und die gemeinsame Vision nun weiterführt. Bernd Caspar Dietrich und Hella Sinnhuber hätten einen Ort der Kunst, der Kultur und des Austausches geschaffen, der auch in Zukunft erhalten bleiben solle.

Mit dieser Würdigung wurde deutlich, welche Bedeutung der artpark inzwischen für die Region besitzt. Das Gelände am Hohen Berg ist kein gewöhnlicher Ausstellungsort. Es ist ein Kulturlabor, ein Treffpunkt und ein Raum, in dem Kunst unmittelbar erlebt und mitgestaltet werden kann.

Ein Netzwerker, der Menschen Mut machte

Zu den Gästen gehörte ebenfalls auch Denis Dougban vom Kreativzentrum Art.62 in Herten. Dietrich habe ihm immer wieder Mut gemacht und seinem Projekt neuen Lebenssinn gegeben, berichtete Dougban.

„Dass ich heute hier bin, ist das Mindeste. Bernd hätte es so gewollt“, sagte er.

Dietrich sei ein Mensch gewesen, der Netzwerke miteinander und nicht gegeneinander aufgebaut habe. Genau das habe den Austausch mit ihm so wertvoll gemacht.

„Das hat ihn menschlich bereichert und mich ebenfalls“, erklärte Dougban.

Seine Worte beschrieben eine Seite Dietrichs, die während des gesamten Wochenendes immer wieder zur Sprache kam. Er war nicht nur ein Künstler mit einer unverwechselbaren Materialästhetik. Er war auch genauso ein Ermöglicher. Einer, der Verbindungen herstellte, Ideen ernst nahm und anderen das Gefühl vermittelte, mit ihrer Arbeit nicht allein zu sein.

Kunst als Erinnerung und Verwandlung

Das Programm des Sommerfestivals spiegelte diese Offenheit wider. Die Dokumentation „Hella&Bernd“ eröffnete die Festwoche mit einem persönlichen Blick auf zwei miteinander verbundene Künstlerleben. Führungen durch das Kulturlabor und Workshops luden dazu ein, den artpark als Ort des Experiments kennenzulernen.

Bei der Ausstellung „Momente & Metamorphosen“ wurden Arbeiten von David Eicher, Karl Banski, Luca Bonfanti, Bernd Caspar Dietrich, Hella Sinnhuber und den Kegelrobben gezeigt. Der Titel wirkte im Zusammenhang mit Dietrichs Tod beinahe programmatisch. Momente blieben in Bildern, Materialien und Erinnerungen bewahrt. Zugleich hatte sich der Ort unwiderruflich verwandelt.

Dietrichs eigene Arbeiten kreisen um Sand, Beton, Gold, Licht und Oberfläche. In seinen Wheels, seinen kreisförmigen Bildräumen, verdichtete er persönliche Geschichten und gesellschaftliche Konflikte. Serien wie „BetonGold“ oder „Die Urbanisten“ verbanden folgerichtig ästhetische Erfahrung mit Fragen nach Macht, Verstädterung, Krieg und gesellschaftlicher Verantwortung.

Beim Lebensfest waren diese Themen nicht nur in den Werken gegenwärtig. Sie lebten auch in den Gesprächen und Begegnungen weiter.

Musik, Nähe und ein offener Raum

Zahlreiche Musiker und Kunstschaffende machten den Samstag zu einem persönlichen Fest. Nach Klang Qi Gong mit Anne Suchalla und Lu Brincks öffnete sich die Bühne für unterschiedliche musikalische und künstlerische Beiträge.

Chris Seidler und Carlos, Heike Gebhardt und Simon Schmucker, Anna Spohr und Remco Hooijkaas, Mrs. Pope, Zwakkelmann und Vicky Stachowiak, Christoph Clöser, Tycho Schottellius, Kikikustik sowie Thomas Machoczek und Freunde gestalteten das Programm.

Es war dazu kein distanziertes Gedenkkonzert. Viele Beiträge dabei wirkten unmittelbar und persönlich. Sie trugen jene Menschlichkeit und jenes Gefühl in sich, die Bernd Caspar Dietrich wichtig gewesen waren.

Mit Soul, Jazz und Blues von Practise Once klang das Festival am Sonntag aus. Doch ein eigentlicher Schlusspunkt war es nicht.

Die Vision wird weitergebaut

„Demokratie braucht Kultur und Kultur braucht Anarchie“, lautet dabei ein zentraler Gedanke des artparks. Er beschreibt Dietrichs Verständnis von Kunst als notwendige Unruhe innerhalb der Gesellschaft. Kunst sollte nicht bloß schmücken. Sie sollte Fragen stellen, verbinden, irritieren und neue Räume öffnen.

Hella Sinnhuber an der Kathedrale der Namenlosen. Foto: Alexander Fichtner

Nach seinem Tod liegt es nun an den Menschen, die ihm verbunden waren, genauso diese Haltung weiterzutragen. Allen voran Hella Sinnhuber, mit der er den artpark aufgebaut, gestaltet und immer wieder neu gedacht hat.

Das Lebensfest zeigte, dass die Grundlage dafür vorhanden ist. In den Künstlern, die kamen. In den Freunden, die Erinnerungen teilten. In den Besuchern, die sich dazu gemeinsam auf den Weg zur Kathedrale der Namenlosen machten.

Der artpark hat einen seiner beiden prägenden Menschen verloren. Doch er hat nicht seine Richtung verloren.

Die Kathedrale wächst weiter. Die Kunst bleibt. Und aus dem Ende entsteht ein neuer Anfang.

Dorstener Nachwuchstänzerin aus Rhade: Sola Moldenhauer tanzt bei der EM zu Silber

Große Freude im Dorstener Tanzsport: Sola Moldenhauer aus Rhade hat bei der Europameisterschaft in Klagenfurt erneut eindrucksvoll gezeigt, dass sie zu den stärksten Nachwuchstänzerinnen Europas gehört. Die junge Tänzerin holte im Breaking die Silbermedaille und wurde damit Vizeeuropameisterin.

Bei den internationalen Titelkämpfen in Österreich überzeugte Sola Moldenhauer gleich in mehreren Disziplinen. Im Breaking tanzte sie sich bis ganz nach vorne und musste sich am Ende nur einer Konkurrentin geschlagen geben. Für Deutschland bedeutete das eine starke Silbermedaille auf europäischer Bühne. Auch im Popping zeigte sie eine hervorragende Leistung. Dort erreichte sie das Finale und belegte einen starken fünften Platz.

Konstante Erfolge auf höchstem Niveau

Die EM-Ergebnisse sind der nächste große Schritt in einer ohnehin beeindruckenden sportlichen Entwicklung. Bereits bei der Westdeutschen TAF Hip-Hop-Meisterschaft am 2. und 3. Mai 2026 in Emsdetten hatte Sola Moldenhauer gleich dreifach überzeugt. Sie gewann die Titel im Popping Kids Solo, im Allstyle Hip-Hop Battle Kids sowie im Hip-Hop Solo Kids. Damit verteidigte sie ihre Titel bereits zum dritten Mal in Folge.

Auch national hatte die Tänzerin aus Rhade zuvor auf sich aufmerksam gemacht. Bei der TAF Deutschen Meisterschaft in Norderstedt sicherte sie sich in ihrer Altersklasse den Titel im Hip-Hop Solo. Hinzu kamen weitere starke Platzierungen im Hip-Hop Battle und im Popping Solo. Schon davor hatte Sola Moldenhauer unter anderem als dreifache Deutsche Meisterin, Deutschlandcup-Siegerin und bei internationalen Wettbewerben starke Ergebnisse erzielt.

Sola Moldenhauer
Stolz präsentiert die frisch gebackene Vize-Europameisterin ihren Pokal. Foto: privat

Vielseitigkeit als große Stärke

Besonders bemerkenswert ist ihre Vielseitigkeit. Breaking, Popping, Hip-Hop und Battles verlangen ganz unterschiedliche Fähigkeiten. Technik, Musikalität, Ausdruck, Schnelligkeit, Kreativität und mentale Stärke müssen zusammenkommen. Sola Moldenhauer bringt genau diese Mischung mit. Sie überzeugt nicht nur durch Talent, sondern auch durch Trainingsfleiß, Disziplin und große Leidenschaft für den Tanzsport. Sie trainiert der Tanzschule Tanz im Glück (Essen) und Global Dance Studio (Bottrop).

Für Dorsten ist dieser Erfolg etwas Besonderes. Eine junge Sportlerin aus Rhade vertritt Deutschland auf internationaler Bühne, holt eine Silbermedaille bei einer Europameisterschaft und bestätigt damit ihre starke Entwicklung der vergangenen Jahre.

Blick geht zur Weltmeisterschaft nach Polen

Nach der erfolgreichen Europameisterschaft richtet sich der Blick bereits auf das nächste große Ziel. Im Oktober steht die Weltmeisterschaft in Polen an. Auch dafür hat sich Sola Moldenhauer qualifiziert. In der TAF-Germany-Rangliste steht sie in ihrer Altersklasse auf Platz eins und hat sich damit folgerichtig das Ticket für die WM gesichert.

Nach Westdeutscher Meisterschaft, Deutscher Meisterschaft und dem starken Auftritt bei der Europameisterschaft darf man gespannt sein, was für die Dorstener Nachwuchstänzerin im Oktober bei der Weltmeisterschaft möglich ist.

„Lebende Bücher“ erzählen am St. Ursula-Gymnasium von Glauben und Leben

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Am St. Ursula-Gymnasium in Dorsten ist der Religionsunterricht für den 10er-Jahrgang jetzt auf besondere Weise lebendig geworden. Am 18. Juni 2026 waren dort vier sogenannte „Lebende Bücher“ zu Gast. Sie berichteten von ihrer persönlichen Lebens- und Glaubensgeschichte und kamen anschließend mit den Schülern ins Gespräch.

Das Format funktioniert wie eine besondere Form der Begegnung: Statt in einem Buch zu lesen, hören die Jugendlichen Menschen zu, die aus ihrem eigenen Leben erzählen. Dabei geht es nicht um trockene Theorie, sondern um persönliche Erfahrungen, Glaubenswege, Fragen, Zweifel und den Alltag verschiedener Religionen.

Persönliche Einblicke in drei Religionen

In diesem Jahr waren Vertreter des Christentums, des Judentums und des Islam eingeladen. Zu Gast waren Igor Kuznecov von der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, Canan Kaya vom Verein BiKult Bildungs- und Kulturzentrum Marl, Domkapitular Ludger Bornemann, ehemaliger Leiter des Pilgerhauses in Tabgha in Israel, sowie Schwester Annette Borgmann vom Ursulinenorden in Dorsten.

Sie erzählten den Jugendlichen nicht nur von religiösen Traditionen und Überzeugungen, sondern vor allem davon, welche Rolle der Glaube in ihrem eigenen Leben spielt. Gerade dieser persönliche Zugang machte das Format für die Schüler greifbar.

Dialog statt Vorurteile

Im Mittelpunkt stand der Austausch. Die Schüler konnten Fragen stellen und mit den Gästen über Religion, Zusammenleben und persönliche Erfahrungen sprechen. Ziel des Projektes ist es, Verständnis füreinander zu fördern und Vorurteile abzubauen.

Organisiert wurde die Begegnung in Kooperation mit Mareike Fiedler vom Jüdischen Museum Westfalen. Begleitet wurde das Format am St. Ursula-Gymnasium durch Kai Kaczikowski, Pastoralreferent der Pfarrgemeinde St. Paulus und Schulseelsorger am St. Ursula-Gymnasium.

Sommerhitze in Dorsten: Asphalt wird zur Qual für Hundepfoten

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Wer bei sommerlichen Temperaturen mit seinem Hund unterwegs ist, sollte heiße Asphaltflächen, Bürgersteige und Straßen nicht unterschätzen. Während Menschen ihre Füße durch Schuhe schützen, laufen Hunde mit ihren empfindlichen Pfoten direkt über den aufgeheizten Untergrund.

Was für Zweibeiner lediglich warm erscheint, kann für Vierbeiner schnell zur Qual werden. Asphalt und Pflastersteine können sich bei Sonneneinstrahlung auf weit über 50 Grad aufheizen und schmerzhafte Verbrennungen an den Pfoten verursachen. Experten empfehlen daher, Spaziergänge möglichst in die frühen Morgenstunden oder auf den Abend zu verlegen und schattige Wege sowie Grünflächen zu bevorzugen.

Asphalt wird deutlich heißer als die Luft

Viele Hundebesitzer orientieren sich an der Lufttemperatur. Entscheidend für die Pfoten ist jedoch die Temperatur des Bodens. Nach Angaben der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN kann sich Asphalt deutlich stärker aufheizen als die Umgebungsluft.

LufttemperaturTemperatur auf Asphalt
25 °C52 °C
31 °C62 °C
35 °C65 °C

Bereits wenige Minuten auf einem stark aufgeheizten Untergrund können ausreichen, um Verbrennungen, Blasen oder schmerzhafte Verletzungen an den Ballen zu verursachen.

Einfacher Test für unterwegs

Ob der Boden für einen Spaziergang geeignet ist, lässt sich mit einem einfachen Test prüfen. Experten empfehlen, den Handrücken für etwa sieben Sekunden auf den Asphalt oder das Pflaster zu legen. Ist dies unangenehm oder nicht möglich, ist der Untergrund auch für Hundepfoten zu heiß.

Spaziergänge besser morgens oder abends

Besonders während der Mittags- und Nachmittagsstunden speichern Straßen, Gehwege und Pflasterflächen die Sonnenwärme. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt deshalb, längere Spaziergänge in die frühen Morgenstunden oder auf den Abend zu verlegen.

Wo möglich, sollten Hunde über Wiesen, Waldwege oder andere natürliche Untergründe geführt werden. Auch schattige Strecken bieten eine spürbare Entlastung.

Hunde können nicht schwitzen wie Menschen

Anders als Menschen können Hunde ihre Körpertemperatur nur eingeschränkt regulieren. Sie besitzen nur wenige Schweißdrüsen und kühlen sich überwiegend durch Hecheln ab. Bei großer Hitze stößt dieser natürliche Mechanismus jedoch schnell an seine Grenzen.

Starkes Hecheln, Unruhe, Taumeln, Erschöpfung oder Teilnahmslosigkeit können erste Anzeichen für einen Hitzestress sein. In solchen Fällen sollten Hunde umgehend in den Schatten gebracht und mit Wasser versorgt werden.

Vorsicht schützt vor Schmerzen

Mit einigen einfachen Maßnahmen lassen sich viele Probleme vermeiden. Ausreichend Trinkwasser, schattige Wege und Spaziergänge außerhalb der größten Hitze helfen dabei, die Gesundheit der Vierbeiner zu schützen. Besonders an heißen Sommertagen gilt: Was für Menschen nur ein warmer Bürgersteig ist, kann für Hunde schnell zu einer schmerzhaften Belastung werden.

Hitze mit Hund, Katze und Co.: Wichtige Tipps für Tierhalter – Dorsten Online

Großes Interesse an Kirchenführung in der Pauluskirche Dorf Hervest

Die Pauluskirche in Dorf Hervest bleibt ein Ort, der viele Menschen bewegt. Eine Kirchenführung mit Bildervortrag war bereits im Jubiläumsjahr „875 Jahre Dorf Hervest“ auf große Resonanz gestoßen. Nun wurde die Veranstaltung nun erneut angeboten. Auch diesmal war das Interesse groß.

Am 21. Juni luden Dirk Steinberg, Marko Weibels und Carsten Bewer zu einer erweiterten Neuauflage in die Pauluskirche ein. Trotz sommerlich hoher Temperaturen kamen rund 45 Besucher. Sie beschäftigten sich mit der Geschichte, der Architektur und der besonderen Bedeutung des Kirchenraums.

Historische Fotos erzählen von Wandel und Identität

Zu Beginn der rund zweistündigen Veranstaltung nahmen die Organisatoren die Gäste mit auf eine Reise durch die Geschichte der Pauluskirche. Anhand historischer Fotografien und fachkundiger Erläuterungen wurde sichtbar, wie sich das Gotteshaus im Laufe der Jahrzehnte entwickelt und verändert hat.

Dabei ging es nicht nur um bauliche Fragen. Immer wieder wurde dabei deutlich, wie eng die Pauluskirche mit der Geschichte von Dorf Hervest verbunden ist. Gerade im Jubiläumsjahr 2025 war dieser Zusammenhang vielen Menschen noch einmal besonders bewusst geworden. Die Kirche steht nicht nur für religiöses Leben, sondern auch für Heimat, Erinnerung und Gemeinschaft im Dorf.

Kunstwerke im Kirchenraum stärker im Fokus

Die Neuauflage der Führung war gegenüber der Veranstaltung im Jubiläumsjahr erweitert worden. Ein besonderer Schwerpunkt lag diesmal auf ausgewählten Kunstwerken im Inneren der Kirche. Die Teilnehmer erfuhren Hintergründe zu ihrer Entstehung, ihrer kunsthistorischen Einordnung und ihrer religiösen Symbolik.

Pauluskirche Dorf Hervest

So wurde der Kirchenraum nicht allein als historisches Bauwerk betrachtet. Vielmehr ist er ein Ort, an dem Glaube, Kunst und Dorfgeschichte miteinander verbunden sind. Eine geistliche Betrachtung rundete diesen Teil ab und lenkte den Blick auf die Pauluskirche als Raum der Besinnung.

Viele persönliche Erinnerungen

Nach dem offiziellen Teil nutzten viele Besucher die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei wurden persönliche Erinnerungen ausgetauscht, Fragen vertieft und eigene Bezüge zur Pauluskirche angesprochen.

Die Organisatoren zeigten sich sehr zufrieden mit der Resonanz und dem positiven Echo. „Die Veranstaltung machte erneut deutlich, welchen hohen Stellenwert die Pauluskirche als historischer, kultureller und zugleich spiritueller Mittelpunkt im Herzen von Dorf Hervest einnimmt“, so Carsten Bewer.

Ehemaliger Rektor des Gymnasium Petrinum Dorsten: Trauer um Bernhard Sporkmann (†90)

Der frühere Direktor des Gymnasiums Petrinum ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Als Schulleiter, Ratsherr und Zeitzeuge der Kommunalen Neuordnung hat Bernhard Sporkmann Dorsten über Jahrzehnte geprägt.

Dorsten trauert um Bernhard Sporkmann. Der langjährige Direktor des Gymnasiums Petrinum ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Mit den Angehörigen trauern Bürgerschaft, Rat und Verwaltung der Stadt Dorsten um einen Mann, der in der Bildungslandschaft, in der Lokalpolitik und im gesellschaftlichen Leben der Stadt bleibende Spuren hinterlassen hat.

Besonders eng verbunden war Bernhard Sporkmann mit dem Gymnasium Petrinum. Dort wirkte er zunächst als stellvertretender Direktor, später als Leiter der Schule. In seine Dienstzeit fiel ein prägender Abschnitt der Schulgeschichte: der Umzug von der Bochumer Straße in das neue Gebäude auf Maria Lindenhof. Unter seiner Leitung öffnete sich das städtische Gymnasium zudem stärker international. Verschiedene Austauschprojekte wurden etabliert und prägten das Profil der Schule nachhaltig.

Engagement weit über die Schule hinaus

Neben seiner Arbeit als Pädagoge engagierte sich Sporkmann früh in der Kommunalpolitik. Der Christdemokrat gehörte bereits ab 1967 der damaligen Stadtvertretung an. Nach der Kommunalen Neuordnung war er von 1975 bis 1984 Mitglied des Rates der „neuen“ Stadt Dorsten.

Sein politisches Themenspektrum war breit. Als Lehrer brachte er sich im Schulausschuss ein, gehörte aber auch Ausschüssen für Bauen, Wahlen, Stadtentwicklung und Planung an. Als sachkundiger Bürger blieb er dem Schulausschuss noch bis 1999 verbunden. Für sein Wirken im Rat wurde Bernhard Sporkmann mit der Ehrenplakette in Gold ausgezeichnet.

Auch parteipolitisch spielte er in Dorsten eine wichtige Rolle. Nach der Kommunalen Neuordnung war Sporkmann erster Vorsitzender des neu gegründeten Stadtverbandes der CDU. Noch im vergangenen Jahr nahm er als Zeitzeuge an einem Forum teil, das an den Zusammenschluss der elf Stadtteile zur heutigen Stadt Dorsten erinnerte.

„Ein Lehrer im besten Sinne“

Bürgermeister Tobias Stockhoff würdigt Bernhard Sporkmann als Persönlichkeit, die weit über ihre berufliche Funktion hinaus gewirkt habe. „Bernhard Sporkmann war ein Lehrer im besten Sinne. Fakten prüfen und klug analysieren – das vermittelte er Schülern und lebte dieses kritische Denken auch vor. Sein scharfer Verstand machte ihn zu einem geschätzten Ratgeber und sein feiner Humor zu einem Mann, dem man gerne zuhörte“, so Stockhoff.

Sporkmanns christliches Weltbild sei von tiefer Menschlichkeit geprägt gewesen, der er auch als Mitglied der Lions Raum gegeben habe. Dem Gymnasium Petrinum sei er nach seinem Ruhestand bis zuletzt verbunden geblieben. Wann immer es ihm möglich gewesen sei, habe er Treffen früherer Abiturienten und die großen Ehemaligentreffen der Schule besucht.

„Als Lehrer und Schulleiter hat er die Bildungslandschaft in Dorsten und Generationen von Schülern auf ihrem Weg ins Leben mitgeprägt“, betont Stockhoff.

Dankbares Andenken

Bürgerschaft, Rat und Verwaltung der Stadt Dorsten werden Bernhard Sporkmann nach Angaben der Stadt in Dankbarkeit ein ehrendes Andenken bewahren. Das Mitgefühl gilt seinen Angehörigen, insbesondere seiner Frau Martha, mit der er über 60 Jahre verheiratet war.

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