Beim dritten Campus Basar der Montessori Schule Dorsten verwandelt sich der Standort Wulfen in einen Marktplatz voller Ideen, Handwerk und Begegnungen. Eltern, Kinder, Lehrkräfte und Ehemalige füllen den Campus mit Leben, an diesem Nachmittag ist Schule deutlich mehr als Unterricht.
Gemeinsam mit Sandra Grimm-Jandewerth, der Leiterin der Grundschule am Montessori Campus in Wulfen, führt der Rundgang durch die verschiedenen Stationen. Gleich im Grundschultrakt wird deutlich, dass der Campus Basar bewusst auch die jüngsten Besucher in den Mittelpunkt stellt.
Angebote für die Jüngsten
„In der Grundschule haben wir immer für die Kleinen etwas“, erklärt Grimm-Jandewerth. Zwei Bastelangebote stehen bereit, daneben lädt der Vorlesezauber zum Zuhören ein. Stunde um Stunde wird dort aus Kinderbüchern vorgelesen, damit auch diejenigen, die noch nicht selbst lesen können, auf ihre Kosten kommen.
Im selben Bereich ist der Bücherbasar untergebracht, der Regale und Tische füllt. Bezahlt wird mit Wertkarten, die die Kinder erwerben und dann für Bastelangebote oder andere Aktionen einsetzen.

Vor der Tür riecht es nach Rauch und Teig: Draußen können Kinder Stockbrot über dem Feuer backen. Es ist diese Mischung aus Trubel und vertrauter Lagerfeuerstimmung, die viele Familien spürbar anzieht.
Kreative Elternarbeit in der Arbeitsgruppe
Der Weg führt weiter über den Campus hinüber in den Bereich der Reformschule. Hier beginnt der kreative Teil des Basars, getragen von einer Arbeitsgruppe aus Eltern beider Schulformen. „Es gibt eine Kreativ Arbeitsgruppe“, erläutert Grimm-Jandewerth. „Im Vorfeld stellen die Eltern, die in dieser Gruppe sind, kreative Sachen her.“

In mehreren Räumen sind die Ergebnisse zu sehen: Werkstücke aus Holz, Schmuck, Arbeiten mit Harz, Handarbeiten, dazu Produkte aus dem 3D Drucker. Vieles ist bereits weihnachtlich gestaltet und füllt die Tische in dichter Folge.
Lernen im Schulgarten
Eine besondere Rolle spielt der Schulgarten. Dort haben Kinder im Kunstunterricht Dinge gestaltet, die sich aus Naturmaterialien oder einfachen Materialien herstellen lassen. Was hier verkauft wird, stammt sichtbar aus eigener Produktion des Campus.

Auf der schuleigenen Obstwiese wachsen Äpfel und Birnen, im Schulgarten Erdbeeren, dazu kommen Hühner und Enten. „Das ist für die Kinder toll“, sagt Grimm-Jandewerth. „Sie sehen, wo etwas herkommt, und haben es wortwörtlich in der Hand.“ Beim Schulfrühstück gibt es gelegentlich Rührei, zubereitet aus den Eiern der schuleigenen Tiere.
Seit dem Frühjahr sind außerdem Bienen auf dem Gelände, im kommenden Jahr soll der erste Honig in das Sortiment des Basars aufgenommen werden.
Nachhaltigkeit in der Schülerfirma
In einem weiteren Raum präsentieren Schülerinnen und Schüler ihre Schülerfirma. Sie verkauft Produkte aus recycelten Materialien, unter anderem aus alten Schallplatten und Fliesen vom Wulfener Markt. „Da war ich sogar dabei“, erinnert sich Grimm-Jandewerth. Was einst Baustoff war, wird nun zu Untersetzern, Dekoration oder Gebrauchsgegenständen.

Nachhaltigkeit wird hier nicht als abstrakter Begriff verhandelt, sondern liegt als fertiges Produkt auf dem Tisch.
Treffpunkt Cafeteria und Kulinarik
Auch kulinarisch ist der Campus Basar breit aufgestellt. Eine Jahrgangsgruppe, die A 10, betreibt eine eigene Candybar mit Popcornmaschine, um die Klassenkasse zu füllen. Im Bereich Kulinarik duftet es nach Süßem und Herzhaftem, in der Cafeteria haben Eltern Kuchenplatten aufgebaut, der Grill auf dem Außengelände versorgt Besucherinnen und Besucher mit warmen Speisen.
Zwischen den Tischen steht Jan Gödde, stellvertretender Schulleiter der Reformschule, im Gespräch mit Eltern. Die Leiterin der Reformschule, Frau Schulte, ist ebenfalls auf dem Gelände unterwegs, häufig im Austausch mit der Grundschulleitung.
Der Rundgang zeigt, wie eng hier beide Schulformen verbunden sind. „Es ist ein gemeinsames Projekt, deshalb heißt es Campus Basar“, betont Grimm-Jandewerth. Im Alltag gebe es zwar immer wieder Berührungspunkte zwischen Grundschule und Reformschule, doch dieses Fest sei das größte Ereignis, das beide Einrichtungen gemeinsam auf die Beine stellen.
Ein Fest des Zusammenhalts
Entscheidend sei dabei, dass die Aussteller keine fremden Anbieter seien, die einander kaum kennen, sondern Eltern und Angehörige der Schulgemeinschaft. „Dadurch, dass sie alles in Gruppen machen und sich absprechen, wer was herstellt, entsteht eine besondere Atmosphäre“, beschreibt Grimm-Jandewerth. „Das war schon beim Aufbau zu spüren.“

Diese Stimmung ist auch am Veranstaltungstag deutlich: Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler nutzen den Basar, um ihre alte Schule zu besuchen. Neben den Familien der derzeitigen Kinder kommen auch externe Gäste auf das Gelände. Die Mischung aus vertrauten Gesichtern und neuen Besuchern, aus Markt, Begegnung und Schulleben lässt den Campus an diesem Tag wie ein kleines Dorf wirken, in dem sich fast alle kennen.
Was den Basar aus Sicht der Schulleitung besonders macht, fasst Grimm-Jandewerth am Ende des Rundgangs zusammen. Es sei dieses spürbare Gefühl von Zusammenhalt, sagt sie. Eltern der Grundschule und Eltern der Reformschule arbeiten in den Gruppen der Kreativ Arbeitsgemeinschaft selbstverständlich zusammen. Kinder erkennen ihre eigenen Produkte wieder oder stehen mit hinter den Ständen.
Viele Familien erleben Schule an diesem Nachmittag als Ort, an dem sie selbst aktiv werden und nicht nur Angebote konsumieren. So wird der dritte Campus Basar am Montessori Standort in Wulfen zu einem Schaufenster dessen, was im Schulalltag oft zu kurz kommt: Zeit für gemeinsames Tun, für Gespräche zwischen den Generationen und für das Erlebnis, dass Lernen und Leben zusammen gehören.































































