Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Freier Fall im Freizeitpark
Keine Achterbahn konnte mir zu wild, keine Wasserrutsche zu nass, keine Geisterbahn zu gruselig sein – als ich jünger war. Mittlerweile hat das Vergnügen an diesen abenteuerlichen „Verlustigungen“ merklich nachgelassen. Das machte sich am letzten Wochenende einmal wieder bemerkbar, als unsere Familie mit drei Generationen frohgemut zu unserem Lieblingsfreizeitpark „Efteling“ in den Niederlanden aufbrach.
„Wer kommt mit auf die Achterbahn?“, steuerte unsere 13-jährige Teenagerin schnurstracks der Attraktion „Vogelrok“ entgegen, die einen wilden Ritt durch die Dunkelheit verspricht. Während sich die leiblichen Großeltern hastig bereiterklärten, lieber auf alle Rucksäcke aufzupassen, spannte ich wagemutig in der Bahn meine Bauch- und Rückenmuskulatur an, brachte die Halswirbel in eine sichere Position, drückte den Sicherheitsbügel bis ins Gedärm hinunter und sauste mit dem jungen Teil der Sippe kreischend durch die kurvenreiche „Nacht“.
Eine stählerne Doppel-Looping-Achterbahn
Geschafft. „Und jetzt zur Python“, gaben die zerzausten Youngster den Weg zum nächsten Fahrgeschäft vor: Eine stählerne Doppel-Looping-Achterbahn mit Korkenzieher-Kurven, bei der man buchstäblich auf dem Kopf steht. Dankend lehnten die Ü-60-Familienmitglieder den Würgegriff der Python ab und verabschiedeten sich Richtung „Traumflug“, zu einer risikoarmen Reise durch das liebliche Land der Feen und Elfen mit entspannender Musik und betörendem Duft.
Fliegender Holländer
Den „Fliegenden Holländer“ ließen wir aus, weil keiner von uns am Ende der stürmischen Wassercoaster-Fahrt im aufspritzenden See landen wollte. „Da werden wir ja alle klatschnass“, gaben die älteren Weisen zu bedenken. Auch die ruckelige Holzachterbahn fand nur geteiltes Interesse: „Das kann ich bei meinen Rückenproblemen zurzeit nicht riskieren.“
Dass Opa sich nicht in der bodenlose Stahlachterbahn im freien Fall aus 37,5 Metern in die Tiefe stürzt, konnte Oma den Enkeln schnell erklären: „Ihr wisst doch, dass er immer schnell schwindelig wird!“ Dafür ging sie mit der Jüngsten an Bord des Wikingerschiffs, eine gewaltige Schiffschaukel, die immer wieder gerne frisch verspeisten Frietjes und Frikandeln eine zweite Chance schenkt, das Tageslicht zu erblicken.
Verrutschte Wirbel und Gleichgewichtsprobleme
Am Ende des Tages war jeder zufrieden und auf seine Kosten gekommen. Ohne verrutschte Wirbel und Gleichgewichtsprobleme stiefelten wir zum Parkplatz zurück. „Was hat Dir denn am besten gefallen“, fragte ich unsere begeisterte Achterbahn-Fahrerin. „Der freie Fall im Baron war echt cool“, strahlt die Dreizehnjährige und fragt zurück: „Und was fandest Du am besten?“ Da musste ich nicht lange zögern: „Den Elfenkönig Oberon, der mir so schön im Traumflug zugewunken hat – und natürlich die puderbezuckerten Poffertjes zum Schluss.“








































































