Zwischenbilanz im Dorstener Kommunalwahlkampf 2025: SPD-Bürgermeisterkandidat Julian Fragemann zieht ein erstes Fazit. Er lobt den fairen Umgang der demokratischen Parteien miteinander. Zugleich warnt Fragemann aber vor aggressiver Rhetorik und fordert mehr Handlungsfreiheit für die Kommunen.
„Bislang erlebe ich einen Wahlkampf, den die demokratischen Parteien untereinander äußerst fair führen“, erklärt Fragemann. Für ihn persönlich wie auch für die SPD sei der Erhalt der sozialen Demokratie und die Stärkung des Zusammenhalts in der Stadtgesellschaft ein zentrales Ziel.
Kritik an politischem Stil und fehlender Problemlösung
Mit Blick auf den politischen Wettbewerb äußert Fragemann jedoch auch deutliche Kritik. „Die Bürger können aktuell deutlich beobachten, wie eine gewisse Partei versucht, mit Aggressivität in der Rhetorik und gefährlichem Halbwissen um Stimmen zu werben.“ Gleichzeitig betont er, dass viele Menschen pragmatische Lösungen erwarteten. „Viel zu lange sind in Land und Bund Probleme in bestimmten Bereichen – etwa innere Sicherheit oder auch Kommunalfinanzen – nicht konsequent angegangen, ja sogar verdrängt und beschönigt worden. Hier muss endlich gehandelt werden.“
Er fordert, dass die Kommunen künftig größere Handlungsspielräume und ausreichende finanzielle Mittel erhalten. „Nur so können die von Bund und Land auferlegten Aufgaben überhaupt bewältigt werden. Konsequentes Handeln ist der beste Weg, einen Zulauf für Extremisten zu stoppen.“
Gespräche mit Bürgern prägen den Wahlkampf
Positiv hebt Fragemann die Resonanz aus der Bevölkerung hervor. In den vergangenen Wochen habe er zahlreiche Gespräche geführt, die ihm viele Anregungen und Hinweise für die politische Arbeit mitgegeben hätten. Dabei habe sich für ihn eine zentrale Erkenntnis bestätigt. „Ohne eine schnellere Sanierung von Kitas und Schulen, überhaupt der städtischen Infrastruktur, würden wir unseren Kindern eine Stadt als Sanierungsfall hinterlassen.“
Dorstener Blues-Fans erlebten am Freitagabend eine Überraschung der besonderen Art. Eigentlich war ein Auftritt der Band „Blues before Sunrise“ geplant, doch krankheitsbedingt musste die Formation kurzfristig absagen. Stattdessen sprang das Duo „Dr. Rattle und Mr. Jive“ ein – und verwandelte den Ausfall in ein musikalisches Highlight.
Ansgar Niemöller (Mundharmonika, Gesang) und Martin Spoerel (Klavier) brauchten nicht lange, um das Vinylcafé Schwarzes Gold zum Beben zu bringen. Mit ihrem minimalistischen, aber hochenergetischen Konzept – „Zwei Musiker, Mundharmonika und Klavier, mehr braucht es nicht, um Rhythm & Blues zu spielen“ – zogen sie das Publikum sofort in den Bann.
Über zwei Stunden hinweg präsentierten die beiden Musiker komplexe, kraftvolle Blues-Stücke, die zwischen Intensität und Leichtigkeit schwankten. Besonders Niemöllers virtuos gespielte Mundharmonika sorgte immer wieder für Gänsehaut-Momente, während Spoerels Klavier den Stücken eine mitreißende Dynamik verlieh.
Gelegentlich tritt das Duo auch mit Schlagzeuger Nils Bloch auf – diesmal jedoch genügte das reduzierte Line-up völlig, um die Energie des Blues spürbar werden zu lassen. Das Publikum dankte es mit begeistertem Applaus und einer spürbar ausgelassenen Stimmung.
Auch wenn viele sich auf den Auftritt von „Blues before Sunrise“ gefreut hatten, erwies sich „Dr. Rattle und Mr. Jive“ als mehr als würdiger Ersatz. Ihr Konzert wird im Vinylcafé sicher noch lange nachhallen – ein Abend, der eindrucksvoll bewies, wie lebendig und nahbar der Blues sein kann.
31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 21 an die Kandidaten: Welche Rückmeldungen oder Sorgen aus der Bevölkerung haben Sie zuletzt besonders beschäftigt? Wie möchten Sie darauf reagieren?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Welche Rückmeldungen oder Sorgen aus der Bevölkerung haben Sie zuletzt besonders beschäftigt? Wie möchten Sie darauf reagieren?
Tobias Stockhoff
„Was mich persönlich immer beschäftigt: Wenn ich für ein Problem keine Lösung finde. Wir haben einige Menschen in der Stadt, die – oft aufgrund psychischer Probleme – alle Regeln sprengen, die ganze Quartiere terrorisieren. Es gibt gute Gründe, warum wir gegen diese Menschen keinen Zwang ausüben dürfen.
Aber das wir denen nicht helfen können, die unter solchen Menschen leiden, lässt mir keine Ruhe. Ich habe dazu bereits mehrfach die zuständigen Ministerien angeschrieben. Eine Lösung dafür haben wir bisher nicht bekommen. Aber hier bleibe ich am Ball …“.
Julian Henning Fragemann
„Besonders zu den Bereichen Kita- und OGS-Gebühren sowie sogenannte Angsträume haben mich und uns Rückmeldungen erreicht. Wir brauchen dringend eine gerechtere Staffelung der genannten Gebühren, die Mittelschicht muss entlastet werden.
Komplette Gebührenfreiheit bleibt hierbei das Ziel der Sozialdemokratie. Weiterhin muss der kommunale Ordnungsdienst (KOD) ausgebaut werden und es braucht einen echten Kriminalpräventiven Rat“.
Claas Römer
„Sehr beschäftigt hat mich die Rückmeldung, dass viele Bürgerinnen und Bürgern der Verwaltung nicht mehr zutrauen, Lösungen für die bestehenden Probleme zu finden.
Ich möchte das Vertrauen in die Verwaltung stärken. Das geht aber nicht, indem man alles auf das Ehrenamt verlagert. Stattdessen möchte ich die Verwaltung bürgerfreundlicher, unbürokratischer und effizienter gestalten.“
Jürgen Chmielecki
(Keine Antwort.)
Boris Benkhoff
„Giftmülldeponie und Faschismus. Mit inner- und außerparlamentarischem Widerstand“.
Maurice Fröhlich
„Hier möchte ich auf ein Gespräch mit einer Bäckereifachangestellten hinweisen, die aufgrund ihrer Familiengeschichte neben ihrer deutschen Muttersprache auch sehr gutes Türkisch bzw. Arabisch spricht. Sie hatte mir erzählt, dass sie in Zukunft gerne als Dolmetscherin arbeiten möchte.
Dafür hatte sie sich für einen ehrenamtlichen Job als Übersetzerin bei der Stadt Dorsten gemeldet, um Berufserfahrung sammeln zu können. Die Stadt Dorsten hatte sie jedoch sehr schnell mit der Begründung abgelehnt, keine ehrenamtlichen Helfer zu benötigen.
Dies ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, da ich selbst vor nicht allzu langer Zeit im Bürgerbüro Dorsten gesehen habe, wie Menschen mit einem Amtsbrief in der einen Hand und einem Smartphone mit Übersetzungsprogramm in der anderen Hand um Hilfe baten – und von der Beamtin mit der Begründung „Keine Zeit“ abgewiesen wurden.“
Morgen stellen wir die Frage 22: Gibt es Themen, über die in Dorsten zu wenig offen gesprochen wird, obwohl sie Ihrer Meinung nach wichtig wären?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.
Wenn Alexander Fichtner über seine Arbeit spricht, blitzt immer wieder ein Gedanke auf: Kunst soll nicht nur ästhetisch sein, sondern eine Haltung transportieren. „There is no planet B“, sagt der Dorstener Fotograf und meint damit nicht nur die ökologische Verantwortung, die ihn beschäftigt, sondern auch die Auseinandersetzung mit Geschichte, Erinnerung und dem, was Gesellschaften zurücklassen. Auf der diesjährigen Kunstroute Dorsten zeigt er eine Auswahl von vier Fotografien, die Anfang des Jahres während eines Studienaufenthaltes in Armenien entstanden. Ergänzt wird die Schau durch seine erste Soundinstallation – eine leise, fast verborgene Arbeit mit dem Titel Radio Jerevan.
Die vier Fotografien, die Fichtner im „franz“ präsentiert, tragen schwer an ihrer Thematik. Da sind die Bauruinen, die er als „absolute Ressourcenverschwendung“ empfindet und die für ihn Sinnbild eines achtlosen Umgangs mit Landschaft und Rohstoffen sind. Ein anderes Bild zeigt den sowjetischen Panzer T34 am Ehrenmal in Jerevan – ein Relikt, das zwischen Mahnmal und Drohgebärde changiert. Der Ort ein unwirkliches Denkmal „Mutter Armenien“, das an der Stelle steht, wo einst eine monumentale Stalin-Statue thronte.
Komplexe Geschichte
Fichtner greift dabei komplexe Geschichte auf: Der Architekt Rafael Israelyan hatte den Sockel des ursprünglichen Denkmals in der Form einer armenischen Basilika entworfen – in weiser Voraussicht, dass der Ruhm der Diktatoren vergänglich sei. „Interessant ist für mich die Frage, wie Gesellschaften mit der eigenen Geschichte umgehen“, sagt Fichtner. „Wir sehen gerade in der Ukraine und im Baltikum, wie es zu einem Bildersturz kommt. Das ist verständlich aufgrund der Geschichte, doch wie man damit umgeht, ist immer ein zweischneidiges Schwert. In der aktuellen Sicherheitslage ist es wichtig, auch über den Tellerrand zu schauen – und nicht an der Grenze zur Ukraine anzuhalten.“
Blick in die Galerie der armenischen Helden der Sowjetunion in Jerevan. Foto: Fichtner
Ein weiteres Werk widmet sich dem Völkermord an den Armeniern. Vom Genozid-Mahnmal Zizernakaberd fällt Fichtners Blick auf den majestätischen Berg Ararat. „Angeblich liegt auch hier die Arche Noah“, scherzt der Fotograf, „aber beim Rückflug aus dem Flugzeug habe ich sie leider nicht entdeckt.“ Der Berg, Nationalsymbol und Wappenmotiv Armeniens, erhebt sich wie ein stiller Zeuge der Geschichte.
Blick auf den Berg Ararat in der Abenddämmerung. Foto: Alexander Fichtner
Und schließlich gibt es noch jenes Bild, das fast ins Absurde kippt: ein Tyrannosaurus Rex, der über einen Zaun lugt, während sich die Außenbezirke Jerevans im Hintergrund abzeichnen. Entstanden im Siegespark, wo Familien Eis essen, spazieren gehen und Selfies am Grab des unbekannten Soldaten machen, konfrontiert Fichtner hier das Skurrile mit dem Feierlichen – eine surreale Überblendung von Alltagsleben, Vergnügen und Gedenken.
Kunst auf Paletten
Ungewöhnlich ist auch die Präsentation: Fichtner lehnt seine großformatigen Fotografien auf Einwegpaletten an die Wand. Sie hängen nicht, sondern stehen. Die rohe Schlichtheit des Trägermaterials tritt so in einen Dialog mit der Bildgewalt. „Die Paletten öffnen die Wandfläche, schaffen Raum für den Blick“, erklärt er. Tatsächlich entsteht eine Leerstelle, die Betrachter intensiver in die Arbeiten hineinzieht.
Einblick in die Präsentation. Foto: Alexander Fichtner
„Eine Freundin meinte, die Bilder seien so stark, die solltest du unbedingt zeitnah zeigen“, erzählt Fichtner. Die Kunstroute bietet nun den Rahmen dafür – fast ein Jahr nach seiner großen Einzelausstellung in der Tisa-Stiftung.
Radio Jerevan – Mythen und Geräusche
Neben den Bildern läuft im Hintergrund seine Klanginstallation Radio Jerevan. Der Titel verweist auf die satirische Witzreihe aus Sowjetzeiten, in der angeblich ein fiktives „Radio Jerevan“ absurde Antworten auf Hörerfragen gab. „Kann man in der Sowjetunion ein Auto gewinnen?“ – „Im Prinzip ja, aber es handelt sich nicht um ein Auto, sondern um ein Fahrrad. Und es wird nicht gewonnen, sondern gestohlen.“
Alexander Fichtner während einer Pause am Zizernakaberd. Foto: Privat
Fichtner greift diesen ironischen Umgang mit Realität auf. Aus einem alten, umgebauten DDR-Radio dringt sphärisches Rauschen, aufgenommen in den Straßen Jerevans, verfremdet durch Synthesizer und Filter. Anders als die Fotografien, die sofort ins Auge springen, bleibt die Soundarbeit beinahe scheu – man muss sich ihr nähern, um sie wahrzunehmen. „Ich mache seit Jahren elektronische Klangkunst, aber erst jetzt fühlt es sich richtig an, die Klänge einem breiteren Publikum zu präsentieren“, sagt Fichtner. „Gerne würde ich in Zukunft mal klanglich eine Vernissage begleiten.“
Dorsten im Dialog
Neben Alexander Fichtner zeigen im „franz“ auch Doris Gerhard, Gilda Bräuer, Simone Hölzle, Claudia Schnitzler, Ruth Ocken und Tanja Nowak ihre Arbeiten. Gemeinsam bilden sie ein vielstimmiges Feld, in dem Fichtners Fotografien und seine Soundinstallation hervorstechen – ernst, skurril, tiefgründig und von einer Spur Ironie getragen. Zur Ausstellung gibt es eine Sonder-Edition der 4 Bilder in 30 x 20 Zentimeter zu einem besonderen Preis.
Die Kunstroute Dorsten eröffnet am 5. September 2025 um 19 Uhr. Weitere Besuchszeiten: 6./7. sowie 13./14. September, jeweils von 11 bis 18 Uhr.
Die Stadt Dorsten darf sich über finanzielle Unterstützung freuen: Wie heute die Bezirksregierung Münster mitteilt, erhält die Stadt Dorsten Fördermittel in Höhe von insgesamt 500.000 Euro.
Damit werden der parkähnliche Bereich „Forks Busch“ in Rhade ausgebaut und eine neue Brücke „Kippheide“ im Naturpark Hohe Mark gebaut. Die Projekte sollen die Naherholung und die Verbindung der Rad- und Wanderwege verbessern.
Förderbescheide in Dorsten übergeben
Regierungspräsident Andreas Bothe hat die beiden Förderbescheide am Dienstag, 3. September, persönlich im „Forks Busch“ in Dorsten-Rhade überreicht. „Beide Projekte stärken die Region. Besonders in Rhade wird der Naherholungswert für die Bürgerinnen und Bürger deutlich steigen. Ich freue mich, heute hier sein zu dürfen und die Bescheide persönlich übergeben zu können“, sagte Bothe.
Neuer Parkbereich im „Forks Busch“
Im „Forks Busch“ entsteht ein parkähnlicher Bereich mit Sitzmöglichkeiten, einer kleinen Bühne und hoher Aufenthaltsqualität. Die Gesamtkosten liegen bei rund 545.000 Euro. Das Land übernimmt davon 250.000 Euro. Bereits 2023 wurde in unmittelbarer Nähe ein Waldspielplatz mit Verweilmöglichkeiten gefördert und umgesetzt.
Parkbereich „Forks Busch“ in Rhade
In dem ortsnahen Wäldchen „Forks Busch“ entsteht ein parkähnlicher Bereich mit Aufenthaltsqualität und Bühne. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 545.000 Euro, von denen 250.000 Euro aus Landesmitteln stammen. Das Vorhaben ergänzt ein bereits 2023 umgesetztes Projekt, bei dem ein Waldspielplatz mit Verweilmöglichkeiten geschaffen wurde.
Neue Brücke „Kippheide“ im Naturpark Hohe Mark
Auch für den Bau der Brücke „Kippheide“ fließen 250.000 Euro an Fördermitteln. Die Gesamtkosten betragen rund 385.000 Euro. Die Brücke führt über die Bahnstrecke Dorsten–Coesfeld und schließt eine Lücke im bestehenden Wegenetz. Besonders für Radfahrer und Wanderer wird die Verbindung zwischen Lembeck und Wulfen dadurch verbessert. Zudem wird ein potenzieller Unfallgefahrenpunkt beseitigt.
Hintergrund der Förderung
Die Fördermittel stammen aus dem Programm Struktur- und Dorfentwicklung 2025. Beide Projekte in Dorsten werden mit der höchstmöglichen Fördersumme unterstützt.
Nach der Absage des geplanten Neubaus am Wulfener Markt melden sich nun auch die Grünen in Dorsten zu Wort. Die Partei spricht von einer „alarmierenden Entwicklung“ und fordert die Stadt auf, zügig für eine Übergangslösung zu sorgen.
Claas Römer, Fraktionsvorsitzender der Grünen und Bürgermeisterkandidat, erinnert daran, dass seine Partei schon 2021 vor einem Abriss ohne konkrete Nachnutzungspläne gewarnt habe. „Wir müssen feststellen, dass unsere Bedenken zutreffend waren. Entscheidend ist jetzt aber nicht mehr die Vergangenheit, sondern wie es am Wulfener Markt weitergeht. Die Menschen in Barkenberg haben es nicht verdient, dass nach den Jahren der Tristesse weitere Jahre des Stillstands folgen.“
Forderung nach Übergangslösung am Wulfener Markt
Die Grünen regen an, das Gelände kurzfristig so herzurichten, dass die bereits angekündigte Verbindung zwischen Barkenberg und Alt-Wulfen für Rad- und Fußgänger genutzt werden kann. Darüber hinaus schlagen sie vor, die Fläche zunächst als „Bürgerwiese“ herzurichten – ein Ort für Begegnungen und möglicherweise auch kleinere Veranstaltungen.
Kritik an SPD-Forderungen
Deutlich äußern sich die Grünen auch zu den jüngsten Vorschlägen der SPD Dorsten. Diese hatte gefordert, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft DWG selbst auf dem Areal neue Wohnungen errichtet. „Das ist absolut realitätsfern und mit den bestehenden Kapazitäten nicht umsetzbar“, heißt es in der Stellungnahme. Zudem erinnerten die Grünen daran, dass die Fördermittel des Landes für den Abriss ausdrücklich an die Bedingung geknüpft waren, keine neue Wohnraumförderung an gleicher Stelle zu schaffen.
„Moderate Bebauung“ und neue Ideen
Für die langfristige Nutzung schlagen die Grünen ein gemischtes Konzept vor. Die Fläche solle in kleinere Parzellen aufgeteilt werden, die an private Investoren vergeben werden können. So könnten Wohn- und Geschäftshäuser entstehen, ergänzt durch Gastronomie wie ein Café oder eine Eisdiele. Gleichzeitig solle ein Teil des Areals als Bürgerwiese und Naherholungsfläche erhalten bleiben.
Auch ein Erweiterungsbau der Gesamtschule Wulfen solle in die Planungen einbezogen werden. Römer ist überzeugt: „Eine am Bedarf des Stadtteils angepasste Neuplanung ist möglich und notwendig. Grünflächen und eine moderate Bebauung würden den Wulfener Markt enorm aufwerten.“
In Hervest entsteht ein Spielplatz, wie es ihn in der Region bisher nicht gibt. Unter dem Titel „Zusammenspiel im Ellerbruch“ wird der bestehende Platz an der Ellerbruchstraße zu einem inklusiven Treffpunkt für Kinder, Familien und Erwachsene umgebaut. Das Ziel ist ein Ort, an dem Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam spielen können und an dem auch Eltern und Großeltern eine gute Zeit verbringen.
Möglich wird das Projekt durch eine starke Gemeinschaftsinitiative: Die vier Dorstener Lions Clubs haben sich mit der Stadt Dorsten zusammengeschlossen, um die Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Bei einem Pressetermin wurden nun erste Pläne vorgestellt.
Noch in diesem Herbst soll der Umbau beginnen. Als erstes wird ein besonderes Drehkarussell installiert, das auch mit Rollstuhl genutzt werden kann. In den kommenden Jahren folgen weitere Elemente. Geplant sind eine Rollstuhlrennbahn, eine Wippe, ein barrierefreies Trampolin, ein Erlebnispfad und eventuell auch musikalische Spielgeräte. „Wichtig ist, dass wir den Platz nach und nach gemeinsam entwickeln. Viele Ideen sind möglich, wenn die Finanzierung gesichert ist“, erklärt Projektleiter Bruno Kemper vom Lions Club Dorsten.
Lions Club sucht nach weiteren Unterstützern
Die Anschaffung solcher Geräte ist teuer. Bereits jetzt haben die Lions-Clubs durch Benefizkonzerte und Spenden rund 30.000 Euro gesammelt. Hinzu kommt ein Zuschuss der Stadt Dorsten in Höhe von 75.000 Euro aus dem Budget für Spielplatzerneuerungen. Insgesamt steht damit eine Summe von über 150.000 Euro zur Verfügung. Die Gesamtkosten werden jedoch auf rund eine halbe Million Euro geschätzt. Deshalb hofft das Projektteam auf weitere Unterstützung. „Wir freuen uns über Spenden, aber auch über gute Ideen aus der Bürgerschaft. Dieser Spielplatz soll ein echtes Gemeinschaftswerk werden“, sagt Kemper.
Bürgermeister Tobias Stockhoff lobt den Einsatz der Beteiligten. „Das ist ein Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie Dorsten funktioniert. Wenn wir etwas gemeinsam anpacken, entsteht etwas Großes. Für uns als Stadt ist klar: Alle Kinder sollen die gleichen Möglichkeiten haben. Niemand darf ausgeschlossen sein.“
Auch der Standort überzeugt. Mit Parkplätzen, Bushaltestelle sowie der Nähe zu Schulen und Vereinen bietet das Ellerbruch gute Bedingungen. Der Platz soll zu einem lebendigen Treffpunkt für alle Generationen werden.
Darüber hinaus wird die Bürgerschaft in die Gestaltung eingebunden. Geplant ist eine Beteiligung, bei der Ideen und Anregungen gesammelt werden. So soll sichergestellt werden, dass der Spielplatz die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen vor Ort widerspiegelt.
Das Jubiläumsjahr rund um den 875. Geburtstag des Kirchturms der St. Paulus Kirche ist in vollem Gange. Nach Höhepunkten wie dem Patronatsfest, dem großen Schützenfest oder der beliebten Hof-zu-Hof-Tour steht nun die nächste Veranstaltung bevor.
Am Samstag, 13. September 2025, lädt der Heimatverein Dorf Hervest um 15 Uhr ins Heimathaus (Glück-Auf-Straße 376) zu einem historischen Bildervortrag ein.
Gezeigt wird eine Auswahl besonderer Aufnahmen aus dem Archiv. Diese zeigen das Leben, die Arbeit und das Miteinander im Dorf in früheren Zeiten. „Wir möchten Erinnerungen lebendig werden lassen und allen die Möglichkeit geben, sich gemeinsam auf eine spannende Zeitreise durch die Geschichte unseres Dorfes zu begeben“, erklärt die Archivgruppe des Heimatvereins.
Die Bilder bieten nicht nur den älteren Generationen die Chance, Bekanntes wiederzuentdecken. Auch die Jüngeren sind eingeladen, das Dorf mit anderen Augen zu sehen. „Gerade für Kinder, Jugendliche und Neubürger ist es interessant, wie Dorf Hervest früher aussah und wie sehr sich vieles verändert hat“, so die Organisatoren.
Der Eintritt ist dabei frei. Im Anschluss an den Vortrag sind alle Gäste eingeladen, bei Getränken und Gesprächen Erinnerungen auszutauschen. Vielleicht kann hier der eine oder andere sogar eigene Geschichten und Fotos beitragen.
Mit dem Bildervortrag setzt der Heimatverein die Reihe der Jubiläumsveranstaltungen fort, die bis zum Jahresende noch weitere Höhepunkte bereithält. So wird die reiche Geschichte des Dorfes nicht nur erinnert, sondern gemeinsam erlebt und weitergetragen.
Wer in den vergangenen Wochen zwischen Schermbeck und Raesfeld unterwegs war, hat sie vielleicht bemerkt: Mit Stift, Papier und viel Geduld saß Emily Flade (19) am Straßenrand. Im Auftrag vom Kreis Wesel führte die Schermbeckerin insgesamt sechs Zähltermine durch. Doch was ist der Sinn des Ganzen in Zeiten von KI und Verkehrssatelliten?
„Solche Verkehrszählungen sind ein wichtiges Instrument, um aktuelle Daten zum Verkehrsaufkommen zu gewinnen“, erklärt Emily. Nur mit diesen Zahlen lasse sich einschätzen, wie stark bestimmte Strecken genutzt werden. „So kann man erkennen, ob die vorhandene Infrastruktur ausreicht oder ob langfristig Maßnahmen wie Straßensanierungen, Radwegausbau oder Verkehrsberuhigungen erforderlich sind.“
Wie kommt man an diesen Job?
Auf die Idee, diesen Job zu machen, kam Emily durch ihre Schwester, die in der Kreisverwaltung arbeitet. Als kleiner Nebenverdienst passte die Aufgabe gut. Allerdings hatte sich die 19-Jährige den Ablauf etwas moderner vorgestellt. „Es ist doch oldschooler, als ich dachte“, gibt Emily zu. „Trotzdem macht es Spaß.“
Ihre Aufgabe: Verkehrszählung zwischen Raesfeld und Schermbeck. Akribisch erfasst Emily die Anzahl an Autos, Fahrrädern und Motorrädern. Sie schaut von ihrem Block hoch, als sich wieder ein Pkw auf der Landstraße nähert. Der Wagen rauscht vorbei – wieder ein Häkchen auf dem Block. Dabei gibt es verschiedene Kategorien. Je nachdem ob ein Trecker vorbeituckert, der Bus fährt oder eine Gruppe Fahrräder an Emily vorbeikommt, landet das Häkchen in einer anderen Box.
Verkehrszählung bleibt nicht unbemerkt
Ihre Verkehrszählung bleibt dabei nicht immer unbemerkt. Emily Flade erinnert sich an eine Begegnung während ihrer Zählung: „Ein Mann auf dem Fahrrad hielt kurz an und meinte, er finde es richtig gut, dass hier gezählt wird. Vehement forderte er ein Tempolimit. Mit den erlaubten Tempo 100 auf der Strecke würden die Radfahrer nämlich viel zu wenig beachtet. Er wünschte sich deshalb auch einen sicheren Radweg.“
Auch auf ruhigen Strecken braucht es Verkehrszählungen. Foto: Emily Flade
Solche und andere Begegnungen haben Emily Flade nachdenklich gemacht. „Gerade auf den Verbindungen zwischen Raesfeld, Schermbeck und Dorsten ist es wichtig, die Entwicklung genau im Blick zu behalten, da hier unterschiedliche Verkehrsteilnehmer unterwegs sind“, sagt sie. Nach einigen Monaten mit dem Nebenjob ist Emily überzeugt: „Für die Sicherheit und eine vorausschauende Planung finde ich eine Verkehrszählung deshalb unverzichtbar.“
Nach dem Stopp des geplanten Neubaus am Wulfener Markt hat die SPD Dorsten eine schnelle Lösung gefordert. Wie berichtet, haben die Entwicklungsgesellschaft Wulfen (EW) und die Investorengemeinschaft, die 2022 den Wettbewerb zur Neubebauung der Fläche gewonnen hatte, ihre Zusammenarbeit beendet. Damit bleibt die Brache zwischen Alt-Wulfen und Barkenberg vorerst unbebaut.
Die SPD Dorsten spricht sich nun dafür aus, dass die Stadt selbst aktiv wird. „Was es braucht, ist Mut. Wir müssen als Stadt selbst tätig werden und nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag warten“, betont der SPD-Vorsitzende Swen Coralic. Konkret schlägt die Partei vor, dass die Dorstener Wohnungsbaugesellschaft (DWG) auf der Fläche neue, bezahlbare und moderne Wohnungen errichtet.
Spielplatz, Wohnungen und die viel geforderte Eisdiele
Darüber hinaus fordert die SPD, die Ideen der Bürgerinnen und Bürger stärker einzubeziehen. So sei neben Wohnraum auch Platz für einen Mehrgenerationenspielplatz sowie Gewerbeflächen für Gastronomie – etwa ein Café oder eine Eisdiele – denkbar. Um diese Vorschläge zu diskutieren, regt die Partei weitere Bürgerkonferenzen an.
„Wir sehen die Stadt Dorsten in der Verantwortung. Vor allem unsere Wohnungsbaugesellschaft sowie unsere eigene Infrastruktur-Gesellschaft InfraDOR sind die Schlüssel für eine zukunftsorientierte Lösung“, so Coralic.
Die SPD kündigte an, kurzfristig einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat einzubringen.
Am Montag, 1. September 2025, kam es im Stadtteil Lembeck zu einem Einbruch in ein Einfamilienhaus am Lebensteinring. Nach Angaben der Polizei verschafften sich bislang unbekannte Täter zwischen 10.45 Uhr und 11.30 Uhr gewaltsam Zutritt, indem sie die Terrassentür aufhebelten.
Im Inneren des Hauses durchsuchten die Einbrecher sämtliche Räume. Ob und welche Gegenstände entwendet wurden, steht derzeit noch nicht fest. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden.
Hinweise nimmt die Kripo unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/2361 111 entgegen.
Zivile Polizisten der Autobahnpolizei Münster haben am Mittwochnachmittag (27.08., 17 Uhr) bei einer Verkehrskontrolle auf der A43 bei Dülmen zahlreiche vermutlich gestohlene Nahrungsmittel und Hygieneartikel sichergestellt. Der Warenwert soll über 2.000 Euro betragen.
Kontrolle auf Parkplatz bei Dülmen
Die Beamten stoppten einen Peugeot mit rumänischem Kennzeichen auf einem Parkplatz in Fahrtrichtung Wuppertal. Bei der Überprüfung entdeckten die Einsatzkräfte im Kofferraum eine große Menge originalverpackter Lebensmittel und Hygieneartikel. Die Ware wurde sichergestellt.
Strafverfahren gegen drei Männer
Der 29-jährige Fahrer sowie seine 34- und 23-jährigen Mitfahrer, alle mit rumänischer Staatsangehörigkeit, müssen sich auf ein umfassendes Strafverfahren einstellen.