Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Schaumige Kindheitserinnerungen
Die Hälse an den Nachbartischen im Speisesaal der orthopädischen Reha-Klinik wurden lang und länger: „Was habt Ihr denn da?“, starrten die auf Schonkost gesetzten Mitrehabilitand_innen ungläubig auf die verlockende Schachtel, die mitten auf unserem Vierer-Tisch thronte, „sind das etwa Super Dickmann‘s?“
„Richtig“, bestätigte die für den Einkauf der „sündigen Kost“ verantwortliche Patientin mit trotzigem Blick, „wir wollten uns heute zum Frühstück mal ein Negerkuss-Brötchen gönnen – oh pardon, das darf man ja heute nicht mehr sagen“, korrigierte sie sich sofort, „ich meinte natürlich: ein Schoko- oder Schaumkuss-Brötchen.“
„Bei uns hieß das immer ,Quetschbrötchen‘“, mischte sich eine norddeutsche Dame in die aufwallende Diskussion ein. Andere hatten diese eigenwillige Kreation unter Matsch- oder Klatschbrötchen abgespeichert. Wirklich erstaunlich, dass eine Frischebox mit 9 knackig-fluffigen Schokoküssen so viele süße Erinnerungen aus der Kindheit auslösen kann.
Schulzeit im Dorstener St. Ursula-Gymnasium
Auch bei mir: Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit im Dorstener St. Ursula-Gymnasium. Da die Unterstufenschüler_innen in der Pause nicht das Schulgebäude verlassen durften, mussten sie andere Wege finden, um an die Naschereien der gegenüberliegenden Bäckerei zu gelangen. So konnte ich eines Morgens an der Pforte beobachten, wie eine kleine Sextanerin die zufällig auftauchende Konvent-Oberin Sr. Maria bat, ihr doch bitte etwas aus der Bäckerei zu holen. Die hilfsbereite Nonne ließ sich auch bereitwillig auf den Botengang ein, hatte aber offensichtlich Verständnis-Probleme mit dem Auftrag: „Was soll ich Dir vom Bäcker mitbringen – ein Negerkussbrötchen? Was ist das denn?“, hakte sie sicherheitshalber noch einmal nach. Nun, die kleine Schleckermaus bekam schließlich ihr Brötchen, das sie mit großem Genuss verzehrte.
Das taten 50 Jahre später auch die Patient_innen der Reha-Klinik: Die 9 schaumigen Schokoköpfe waren schnell vergriffen. Und so sah man manchen Gast mit verzückt-vorfreudigem Blick und einem runden Servietten-Päckchen in der Hand unauffällig aus dem Speisesaal eilen.









































