Im Format „Tier des Monats“ stellt Dorsten-Online gemeinsam mit dem Tierheim Dorsten Tiere vor, die ein neues Zuhause suchen – persönlich im Video und mit begleitendem Artikel. Diesmal geht es nicht um ein einzelnes Tier, sondern gleich um einen ganzen Wurf Kaninchenbabys.
Im Video spricht Moderatorin Marie Falke mit Tierpfleger Jackson Richter über die jungen Langohren, die inzwischen alt genug sind, um in ein eigenes Zuhause umzuziehen.
Ein ganzer Wurf auf der Suche nach einem Zuhause
Die Kaninchen stammen von einem Tier aus dem Tierheim Dorsten und warten nun darauf, ihre eigenen Familien zu finden. Besonders wichtig ist dem Tierheim, dass die Tiere nicht alleine vermittelt werden.
„Für uns wäre es schön, wenn sie mindestens zu zweit ausziehen könnten“, erklärt Tierpfleger Jackson Richter im Gespräch. Da die Kaninchen noch sehr jung sind, passe die Vergesellschaftung mit deutlich älteren Tieren oft nicht optimal zusammen.
Kaninchen brauchen mehr Platz als viele denken
Wer über die Anschaffung von Kaninchen nachdenkt, sollte sich vorab über die Haltungsbedingungen informieren. Das Tierheim legt großen Wert auf eine artgerechte Unterbringung. Für zwei Kaninchen sollten dauerhaft mindestens sechs bis acht Quadratmeter zur Verfügung stehen. Gibt es keinen zusätzlichen Freilauf, empfiehlt das Tierheim sogar rund zehn Quadratmeter Platz.
Aktuell leben die Tiere in Außenhaltung. Grundsätzlich sei aber auch eine Innenhaltung möglich. Welche Lösung am besten passt, wird im persönlichen Gespräch mit den Interessenten besprochen.
Moderatorin Marie Falke mit Tierpfleger Jackson Richter. Foto: Borgwardt
Zahm, neugierig und unkompliziert
Die jungen Kaninchen zeigen sich im Tierheim als neugierig und zutraulich. Da sie noch sehr jung sind, sind bislang keine gesundheitlichen Probleme bekannt. „Sie sind sehr zahm und aktuell wirklich unproblematisch“, sagt Jackson Richter.
Trotzdem gilt auch für die kleinen Langohren: Eine tiergerechte Haltung ist entscheidend für ein glückliches Kaninchenleben.
Keine Kuscheltiere für Kinder
Das Tierheim vermittelt die Kaninchen auch an Familien mit Kindern. Allerdings weist Jackson Richter auf einen wichtigen Punkt hin.
Kaninchen seien keine Kuscheltiere. Auch wenn die Tiere klein, niedlich und zutraulich wirken, sollten sie nicht mit dieser Erwartung angeschafft werden. Vielmehr brauchen sie Rückzugsmöglichkeiten, ausreichend Platz und Menschen, die ihre Bedürfnisse respektieren.
Interesse an den Kaninchen?
Wer den Kaninchen-Nachwuchs kennenlernen möchte, kann auf der Website des Tierheims Dorsten einen Interessenten-Fragebogen ausfüllen. Dazu einfach den Bereich „Tiervermittlung“ und anschließend die Rubrik „Kaninchen“ auswählen. Nach Eingang der Anfrage meldet sich das Team des Tierheims, um einen Kennenlerntermin zu vereinbaren.
Im Tierheim Dorsten kümmern sich hauptamtliche Tierpflegerinnen und Tierpfleger, ein Auszubildender, ein Bundesfreiwilligendienstleistender sowie zahlreiche Ehrenamtliche um die Tiere.
„Wir freuen uns über jede Unterstützung, die wir erhalten können“, heißt es aus dem Team.
Die Stadtbibliothek Dorsten stand am Samstag ganz im Zeichen von Anime, Manga, Cosplay und japanischer Kultur. Beim AniDay strömten zahlreiche Besucher zwischen 11 und 17 Uhr in die Bibliothek, um an Workshops teilzunehmen, Künstler kennenzulernen und gemeinsam ihre Leidenschaft für die japanische Popkultur zu feiern.
Foto: Emily Flade
Bereits kurz nach Veranstaltungsbeginn füllten sich die Räume auf beiden Etagen der Bibliothek. Familien, Jugendliche, langjährige Anime Fans und neugierige Besucher nutzten die Gelegenheit, das vielseitige Programm zu entdecken. Besonders die vielen Cosplayer sorgten mit ihren aufwendig gestalteten Kostümen für eine besondere Atmosphäre und machten die Bibliothek zu einem bunten Treffpunkt der Szene. „Wir freuen uns riesig, dass der Aniday so gut angenommen wird“, sagt der Veranstalter Sam.
Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google übermittelt.
Kreative Angebote auf zwei Etagen
Ein zentraler Anlaufpunkt war die Manga Kreativwerkstatt. Hier konnten Besucher eigene Zeichnungen anfertigen, sich an Manga-Figuren versuchen oder die japanische Faltkunst Origami ausprobieren. Für viele Gäste bot sich die Gelegenheit, selbst kreativ zu werden und neue Techniken kennenzulernen.
Darüber hinaus konnten Interessierte ihr Wissen bei einem Anime- und Manga Kahoot-Quiz unter Beweis stellen. Auch die Buchhandlung Thalia war vor Ort vertreten und präsentierte eine Auswahl aktueller Manga-Titel. So konnten sich Besucher über Neuerscheinungen informieren, stöbern und mit anderen Fans ins Gespräch kommen.
Kreativwerkstatt. Foto: Emily Flade
Besonderen Anklang fanden außerdem die ausstellenden Künstler. Sie präsentierten eigene Illustrationen, Drucke und weitere kreative Arbeiten rund um Anime und Manga. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, direkt mit den Kunstschaffenden ins Gespräch zu kommen und einzigartige Werke zu erwerben.
Von Kochkurs bis Tattoo-Angebot
Neben den kreativen Programmpunkten bot der AniDay zahlreiche weitere Attraktionen. In Kooperation mit der Volkshochschule wurden Anime Kochkurse angeboten, bei denen sich die Teilnehmer an Gerichten aus der japanischen Küche versuchen konnten. Eine Fotobox lud dazu ein, Erinnerungsfotos mit Freunden oder im Cosplay festzuhalten.
Kochkurs. Foto: Emily Flade
Für Aufmerksamkeit sorgte zudem ein Tattoo Walk-In-Angebot, bei dem sich Interessierte spontan ein Anime-inspiriertes Tattoo stechen lassen konnten. Ergänzt wurde das Programm durch verschiedene Mitmachaktionen und zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch innerhalb der Community.
Tattoo Walk-In. Foto: Emily Flade
Die Veranstalter zeigten sich am Ende des Tages äußerst zufrieden mit der Resonanz. „Die Stimmung war den ganzen Tag über großartig. Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen ihre Begeisterung für Anime, Manga und japanische Kultur hier gemeinsam ausleben.“ Die Veranstaltung war durchgehend gut besucht und wurde von den Gästen sehr positiv aufgenommen. Der große Zuspruch machte deutlich, dass Anime, Manga und japanische Kultur auch in Dorsten auf großes Interesse stoßen.
Mit seinem vielfältigen Programm, den kreativen Angeboten und der offenen Atmosphäre erwies sich der AniDay als voller Erfolg. Viele Besucher verließen die Stadtbibliothek mit neuen Eindrücken, schönen Erinnerungen und der Hoffnung, dass die Veranstaltung schon bald eine Fortsetzung findet.
Public Viewing Raesfeld: Heute Abend spielt Deutschland bei der Fußball-WM gegen die Elfenbeinküste. Freiheit 24 zeigt das zweite Gruppenspiel um 22 Uhr auf großer Leinwand.
Raesfeld. Nach dem 7:1-Auftakt gegen Curaçao steht für Deutschland heute das zweite Gruppenspiel an. Wer nicht allein zu Hause schauen möchte, kann zur Freiheit 24 kommen. Die Übertragung läuft draußen auf dem Parkplatz vor dem Restaurant. Der Eintritt ist frei.
Public Viewing Raesfeld auf großer Leinwand
Freiheit 24 liegt direkt am Schlossbereich. Damit bekommt der Fußballabend eine Kulisse, die viele Raesfelder kennen. Wenn die Leinwand angeht, stehen Schloss, Sommerabend und Deutschlandtrikot nah beieinander.
Für die Gruppenphase nennt Freiheit 24 drei Termine. Der erste Abend am 14. Juni 2026 ist vorbei. Heute, Samstag, 20. Juni 2026, folgt das Spiel gegen die Elfenbeinküste. Am Donnerstag, 25. Juni 2026, steht um 22 Uhr das Gruppenspiel gegen Ecuador an.
Der Dorstener Musiksommer ist voll im Gange. Mit der Big Band der Bundeswehr spielte bei uns bereits ein großer Name in der deutschen Musiklandschaft. Nun ging es mit himmlischen Synthesizern und groovigen Bässen weiter. Das niederländische Duo „M. LUCKY“ begeisterte das Oude Marie am Freitag mit ihren elektronischen Pop-Songs.
Vom Solokünstler zum Elektro-Duo
Marcia Savekuol, kurz Mars, ist der Kopf hinter der Band. 2022 veröffentlichte sie als Solokünstlerin ihr erstes Album „Gentlewoman“, welches in der niederländischen Musikszene ordentlich Wellen schlug. Nach Veröffentlichung traf sie auf den Elektronik-Musiker Frickler Sam, seitdem sind die beiden Amsterdamer als Duo unterwegs.
Mars übernimmt bei den Liveshows vor allem den Gesangsteil. Nebenbei spielt sie auf ihrem Synthesizer eingängige, psychedelische Melodien ein. Ihr Bandkollege Sam unterstützt am Bass, am Synth und an der Drum-Machine.
M. LUCKY spielt neues Album „Good Entertainment“
Im April kam ihr neues Album „Good Entertainment“ raus, das erste als elektronisches Duo. Die Mischung aus 80er Jahre Pop, Lo-Fi Rock und experimentellen Klängen machen M. LUCKY zu einer der interessantesten Bands, die im Oude Marie gespielt haben. Und das, obwohl das Duo bisher kaum Live gespielt hat. Man kann also sagen, M. LUCKY sorgte mit ihrer Performance für „Gute Unterhaltung“.
Das denkmalgeschützte Gebäude am Kleinen Ring war lange ein vernachlässigter Ort. Nun soll daraus ein hochwertiger Büro-, Praxis- und Gewerbestandort mit historischem Charakter werden.
Der alte Bahnhof Wulfen ist eines dieser Gebäude, an denen viele Menschen im Stadtteil seit Jahren vorbeikommen. Man kennt ihn, auch wenn man ihn lange kaum noch genutzt hat. Roter Backstein, Bahntrasse, Erinnerungen an frühere Zeiten und zugleich der Eindruck eines Ortes, der viel zu lange sich selbst überlassen blieb. Nun könnte aus dem lange vernachlässigten Bahnhofsgebäude wieder ein lebendiger Teil von Alt-Wulfen werden.
Derzeit noch in schlechtem Zustand: Der alte Bahnhof in Wulfen. Foto: Immobilien van Oepen
Unter dem Titel „Ein Denkmal erwacht“ wird das historische Empfangsgebäude derzeit als künftiger Büro-, Praxis- und Gewerbestandort vermarktet. Noch in diesem Jahr soll der alte Bahnhof saniert und neu entwickelt werden. Dabei geht es nicht um eine schnelle kosmetische Auffrischung, sondern um ein ambitioniertes Projekt. Denkmalgeschützter Bestand, moderne Infrastruktur und eine Nutzung, die gemeinsam mit künftigen Mietern oder Investoren geplant werden soll.
„Der Architekt mag es nicht, wenn ich von einer Ruine spreche“
Maklerin Lea van Oepen ist von dem Projekt überzeugt. Im Gespräch mit unserer Redaktion beschreibt sie den Zustand, in dem Architekt und Eigentümer Nils Martens das Gebäude übernommen hat, mit einem Satz, der die Herausforderung deutlich macht.
„Der Architekt mag es nicht, wenn ich von einer Ruine spreche, aber das war der Zustand, in dem er den Bahnhof gekauft hat“, sagt van Oepen.
Maklerin Lea van Oepen. Foto: privat
Gerade deshalb soll bei der Sanierung besonderer Wert auf Qualität gelegt werden. Es gehe nicht darum, möglichst günstig Fläche herzustellen, sondern darum, einem besonderen Gebäude gerecht zu werden. Materialien, Restaurierung und Ausbau sollen hochwertig sein. Das erklärt auch den vergleichsweise hohen Quadratmeterpreis, der abhängig von Ausbau und Nutzung voraussichtlich bei rund 20 Euro liegen soll.
Noch ist das Projekt kein abgeschlossenes Erfolgskapitel. Ein endgültiger Investor oder Nutzer ist nach Angaben aus der Vermarktung noch nicht gefunden. Van Oepen und Martens sind jedoch überzeugt, dass der Standort Potenzial hat. Gesucht werden Menschen oder Unternehmen, die nicht einfach nur Bürofläche brauchen, sondern einen Ort mit Geschichte und Charakter. Dazu haben Architekt und Makler bereits eine Projektwebsite gestartet.
Architekt Nils Martens, hier bei einem Außentermin am Schölzbach in Dorsten. Foto: Alexander Fichtner
Ein Bahnhof als Stück Wulfener Geschichte
Der Bahnhof Wulfen ist mehr als ein altes Gebäude an einer Bahnlinie. Er steht für eine Zeit, in der die Eisenbahn den Alltag vieler Orte prägte. Die Strecke Dorsten-Coesfeld ging am 1. Juli 1879 in Betrieb. Für das damals noch stark landwirtschaftlich geprägte Wulfen bedeutete die Bahnlinie den Anschluss an das Ruhrgebiet und an größere Waren- und Verkehrsströme.
Das Empfangsgebäude entstand als zweigeschossiger Backsteinbau. Im Erdgeschoss lagen einst Warteraum, Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie weitere Diensträume. Im Obergeschoss befand sich die Wohnung des Stationsvorstehers. Damit war der Bahnhof nicht nur Verkehrsstation, sondern auch Arbeitsplatz, Dienstgebäude und Wohnort.
1929 wurde Wulfen zum Bahnhof ausgebaut. Es gab zwei Bahnsteiggleise, eine Güterverladung und einzelne Gleisanschlüsse. In den 1930er Jahren wurde im Gebäude eine Bahnhofsgaststätte betrieben. Der Bahnhof war damit auch ein sozialer Ort, an dem nicht nur Züge hielten, sondern Menschen zusammenkamen.
Bahnhof Wulfen vor dem 2. Weltkrieg. Foto: Lions Club Dorsten Hanse
Später verlor der Standort Stück für Stück seine frühere Bedeutung. 1976 wurde der Fahrkartenverkauf eingestellt, 1977 wurde die Güterabfertigung nach Dorsten verlagert, 1978 schloss die Wartehalle. Anfang der 1980er Jahre nutzten Jugendliche das Gebäude zeitweise als selbstverwaltete Begegnungsstätte. Mit der Demontage des zweiten Hauptgleises wurde Wulfen 2003 vom Bahnhof zum Haltepunkt zurückgestuft. 2007 stellte die Stadt Dorsten das Empfangsgebäude unter Denkmalschutz.
Kein Schlösschen, aber ein typischer Bahnhof seiner Zeit
Beim Bahnhof Dorsten ist der ursprüngliche Architekt bekannt. Das repräsentative Empfangsgebäude in der Innenstadt wurde von Gustav Paeffgen entworfen, einem Kölner Architekten, der im Stil des Historismus arbeitete und Bahnhofsgebäuden gern eine besondere Anmutung gab.
Für Wulfen lässt sich ein solcher Architektenname nach den vorliegenden Quellen nicht sicher belegen. Das Gebäude gehört vielmehr zu jenen typischen Empfangsgebäuden, wie sie im westlichen Münsterland im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Oft wurden solche Bauten nach Typenentwürfen errichtet und entlang einer Strecke in verschiedenen Varianten umgesetzt.
Der Bahnhof Wulfen auf einer historischen Postkarte von 1916. Foto: Archiv Heimatverein
Gerade das macht den alten Bahnhof Wulfen interessant. Er war kein großstädtisches Repräsentationsgebäude, sondern ein zweckmäßiger, sorgfältig gestalteter Bahnhof für einen kleineren Ort. Seine Bedeutung liegt nicht im Prunk, sondern in seiner Alltagstauglichkeit. Er erzählt von Fahrkarten, Güterverkehr, Pendlern, Dienstwohnungen, wartenden Reisenden und davon, wie sehr die Eisenbahn die Entwicklung eines Dorfes beeinflussen konnte.
Aus Leerstand soll wieder Alltag werden
Über Jahre blieb der alte Bahnhof vor allem ein Ort des Stillstands. Immer wieder gab es Ideen, immer wieder Hoffnung auf eine neue Nutzung. Doch aus Plänen wurde lange kein neuer Alltag. Dass das Gebäude heute noch steht, ist auch deshalb bemerkenswert, weil zeitweise sogar ein Abriss diskutiert wurde.
Der neue Anlauf setzt nun auf eine Mischung aus Denkmalpflege und moderner Nutzung. Geplant sind flexibel nutzbare Flächen auf drei Ebenen. Insgesamt ist von rund 257 Quadratmetern Nutzfläche die Rede, hinzu kommt eine Außenfläche von rund 100 Quadratmetern. Denkbar sind unter anderem Büros, Kanzleien, Praxisräume, Agenturen, Immobilienunternehmen oder Hausverwaltungen.
So könnte die Kombination aus restauriertem Bahnhof und modernen Anbau nach heutigem Planungsstand aussehen. Grafik: Nils Martens
Die bisherigen Planungen zeigen, wie unterschiedlich das Gebäude genutzt werden könnte. Im Erdgeschoss sind großzügige Flächen mit Foyer, Küche, großem Aufenthalts- oder Gastraumbereich und Terrasse vorgesehen. In den oberen Geschossen sind Büro- und Besprechungsräume, Teeküchen und Sanitärbereiche geplant. Damit könnte der Bahnhof sowohl ein repräsentativer Arbeitsort als auch ein Treffpunkt mit besonderer Atmosphäre werden.
Ein Standort zwischen Dorf, Bahn und Zukunft
Auch die Lage ist Teil der Geschichte. Der Bahnhof liegt unmittelbar an der Bahnstrecke und in Nähe des Wulfener Ortskerns. Der RE14 verbindet Wulfen unter anderem mit Dorsten, Bottrop und Essen. Auch B58 und A31 sind gut erreichbar. Für einen modernen Gewerbestandort ist das ein Argument. Für Alt-Wulfen könnte es zugleich ein Signal sein.
Das alte Bahnhofgebäude in Wulfen. Foto: Immobilien van Oepen
Gerade diese Verbindung macht das Projekt spannend. Es geht nicht nur um Quadratmeter, Miete und Grundrisse. Es geht um die Frage, wie ein Denkmal in einem Stadtteil weiterleben kann. Ein alter Bahnhof kann Museum sein, Mahnmal, Ärgernis oder Chance. In Wulfen soll er nun wieder ein Ort werden, an dem Menschen arbeiten, Kunden empfangen, Ideen entwickeln und vielleicht auch ein Stück Stadtteilidentität neu entdecken.
Der Blick zum Bürgerbahnhof Dorsten
Dass solche Projekte gelingen können, zeigt der Blick in die Dorstener Innenstadt. Auch der Bahnhof Dorsten war einst ein Gebäude, das lange stiefmütterlich behandelt wurde. Nach Jahren des Leerstands, bröckelnder Farbe und wachsender Kritik wurde aus dem alten Stationsgebäude schließlich der Bürgerbahnhof. Heute steht er für eine Erfolgsgeschichte der Stadterneuerung. Ein Denkmal wurde nicht nur erhalten, sondern mit neuer Nutzung wieder in den Alltag der Stadt zurückgeholt.
Der Dorstener Bürgerbahnhof. Foto: Stadt Dorsten / Bludau
Der alte Bahnhof Wulfen ist deutlich kleiner, die geplante Nutzung eine andere. Doch die Grundidee ähnelt sich. Ein historisches Bahnhofsgebäude soll nicht länger als Problemfall wahrgenommen werden, sondern als Chance. In Dorsten ist daraus ein öffentlicher Ort geworden. In Wulfen könnte nun ein besonderer Arbeits- und Gewerbestandort entstehen, der Geschichte nicht nur bewahrt, sondern wieder nutzbar macht.
Noch ist Geduld gefragt
Bis dahin bleibt Arbeit. Eine denkmalgerechte Sanierung ist aufwendig, teuer und abhängig von passenden Partnern. Der besondere Charme des Gebäudes ist zugleich seine Herausforderung. Wer dort einzieht, bekommt keinen beliebigen Neubau von der Stange, sondern ein Haus mit Spuren, Geschichte und Ansprüchen.
Genau darin liegt aber auch der Reiz. Der alte Bahnhof Wulfen war lange ein Symbol für Stillstand. Wenn die Pläne gelingen, könnte daraus ein Beispiel werden, wie aus einem vernachlässigten Denkmal wieder ein lebendiger Ort wird. Für viele Wulfener wäre das mehr als nur ein Immobilienprojekt. Es wäre die Rückkehr eines Gebäudes, das nie ganz aus dem Blick verschwunden ist.
Das traditionelle Fußballturnier der vierten Klassen der Dorstener Grundschulen hat auf dem neuen Jahnsportpark für viel Begeisterung gesorgt. 15 Mannschaften aus insgesamt zwölf Schulstandorten gingen an den Start und kämpften um den Siegerpokal. Am Ende setzte sich die Bonifatiusschule in einem dramatischen Finale gegen die Agathaschule durch.
Schon auf den Tribünen war zu sehen, wie groß die Unterstützung für die jungen Fußballer war. Viele Eltern, Mitschüler und Freunde der Schulen feuerten die Teams mit Trommeln, Pfeifen, Plakaten und lauten Anfeuerungsrufen an. Auch einige Regenschauer konnten die Stimmung nicht trüben. Auf dem Platz wurde mit vollem Einsatz gespielt, im Mittelpunkt standen aber neben dem sportlichen Ehrgeiz vor allem Spaß und Fairplay.
Agathaschule richtet Grundschul-Fußballturnier aus
Ausrichter des Turniers war in diesem Jahr die Agathaschule. Tatkräftige Unterstützung erhielt sie dabei von Thomas Iwanowsky und seinem Team vom FC Rot-Weiß Dorsten. Sie halfen bei der Organisation und sorgten auch dafür, dass das DFB-Mobil vor Ort war. So konnten die Kinder in den Spielpausen zusätzlich ihr persönliches „Westfalenpferdchen“ ablegen.
Auch der Förderverein der Agathaschule unterstützte das Turnier. Jede Mannschaft erhielt kostenfrei Wasser. Nach dem Turnier gab es für alle Teilnehmer neben den Urkunden auch noch ein Wassereis.
Finale mit Elfmeterschießen
Sportlich steuerte der Turniertag auf ein besonders spannendes Finale zu. Dort standen sich die Agathaschule und die Bonifatiusschule gegenüber. Die Entscheidung fiel erst im nervenaufreibenden Elfmeterschießen. „Die Fußball-Weltmeisterschaft kann nicht spannender sein als dieses Finalspiel“, hieß es im Rückblick aus dem Kreis der Organisatoren.
Am Ende hatte die Bonifatiusschule die besseren Nerven und durfte den Siegerpokal mit nach Hause nehmen. Die Agathaschule belegte den zweiten Platz und stellte zudem eine weitere Mannschaft auf Rang sieben. Dritter wurde die Maria-Montessori-Schule.
Spannung auf dem Spielfeld. Foto: Agathaschule
Montessori-Kicker sorgen für Überraschung
Gerade dieser dritte Platz sorgte für eine besondere Geschichte des Turniers. Die Maria-Montessori-Schule galt in den vergangenen Jahren eher als sympathischer Außenseiter. Immer wieder war sie beim Grundschul-Fußballturnier auf dem letzten Platz gelandet. Diesmal aber wuchs das Team über sich hinaus.
Die Vorbereitung folgte dabei ganz dem pädagogischen Ansatz der Schule. Bei der Maria-Montessori-Schule dürfen alle Viertklässler mitfahren, die Lust auf das Turnier haben. Es spielt keine Rolle, ob sie im Verein Fußball spielen oder zum ersten Mal auf dem Platz stehen. Auch die Startaufstellung wird nicht nach Leistung festgelegt, sondern ausgelost.
Entsprechend vorsichtig hatte Sportlehrer Steffen sein Team im Vorfeld eingestimmt. Schon ein vorletzter Platz wäre nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre ein Erfolg gewesen. Doch dann nahm das Turnier einen ganz anderen Verlauf.
Eine kleine Rolle spielte dabei möglicherweise auch ein Paar Fußballschuhe mit Geschichte. Ein Kind benötigte kurzfristig Schuhe und bekam rund 25 Jahre alte, gut gepflegte Lederschuhe geliehen. Sie stammten von einer ehemaligen Dorstener Verbandsliga-Spielerin, die damit einst auf genau diesem Platz Tore erzielt hatte. Mit einem Augenzwinkern gab sie die Schuhe weiter und sagte, sie seien magisch.
Ob es tatsächlich an den Schuhen lag, bleibt offen. Sicher ist aber: Die Montessori-Kicker steigerten sich von Spiel zu Spiel, überstanden die Vorrunde, gewannen weiter und standen am Ende überraschend auf dem Podest. Die Freude über Platz drei war entsprechend groß.
Ein Turnier mit viel Teamgeist
Das Grundschulturnier zeigte damit einmal mehr, wie viel Begeisterung der Fußball bei Kindern auslösen kann. Die Mädchen und Jungen kämpften um jeden Ball, feuerten sich gegenseitig an und erlebten einen gemeinsamen Sporttag, der vielen sicher lange in Erinnerung bleiben wird.
Der Siegerpokal ging an die Bonifatiusschule. Doch auch die Agathaschule als Zweiter und die Maria-Montessori-Schule als Überraschungsdritter hatten am Ende allen Grund zum Jubeln.
Für Joel, Moritz, Janis und Frederik ist die Weltmeisterschaft 2026 mehr als nur das sportliche Highlight des Jahres. Die vier Freunde aus Dorsten sind nach Nordamerika gereist, um die deutsche Nationalmannschaft direkt vor Ort zu begleiten. Ihr erstes Ziel führte sie nach Houston, wo sie den furiosen deutschen Auftakt gegen Curaçao live im Stadion miterlebten.
Auftakt nach Maß
Unterwegs ist die Gruppe unter dem Namen „Pfeffi-Liebe“. In Dorsten dürfte diese Bezeichnung manchen noch aus dem Jahr 2021 bekannt sein. Damals gewann das Team die Dorstener Eisstock-Masters. Aus diesem gemeinsamen Erfolg entwickelte sich offenbar ein fester Zusammenhalt, der in diesem Sommer nun die ganz große Bühne bekommen hat.
Der Start in Houston hätte aus deutscher Sicht kaum besser laufen können. Mit 7:1 gewann die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Gruppenspiel gegen Curaçao und setzte damit direkt ein deutliches Zeichen. Für Curaçao endete der Abend sportlich bitter, historisch blieb er dennoch, dem Team gelang der erste WM-Treffer seiner Geschichte.
Für die vier Fans aus Dorsten war das Spiel auch abseits des Ergebnisses ein besonderes Erlebnis. Auf Instagram schilderte die „Pfeffi-Liebe“ begeistert die Atmosphäre rund um das Stadion. Schon vor dem Anpfiff sei die Stimmung außergewöhnlich gewesen. Auf den Rängen habe man gespürt, dass an diesem Abend etwas Besonderes in der Luft lag. Danach folgten Tore, Jubel und ein Fußballabend, den die vier so schnell nicht vergessen dürften.
Dorsten ist auf der Flagge immer mit dabei. Foto: privat
Auch ein Stück Dorsten war in Houston mit dabei. Die Freunde hatten ein Dorsten-Banner im Gepäck und zeigten dem internationalen WM-Publikum, wo ihr Ursprung liegt. Zwischen Fans aus aller Welt, Trikots und Nationalfarben wurde die Heimatstadt so Teil eines großen Fußballabends. Gerade dieser persönliche Bezug macht die Reise der Gruppe besonders. Sie erzählt nicht nur von Begeisterung für die deutsche Auswahl, sondern auch von echter Freundschaft und gemeinsamen Momenten, die bleiben.
In Toronto geht es gegen die Elfenbeinküste
Lange Zeit zum Durchatmen bleibt der „Pfeffi-Liebe“ allerdings nicht. Am Samstag steht für Deutschland bereits das zweite Gruppenspiel an. Um 22 Uhr deutscher Zeit trifft die Mannschaft in Toronto auf die Elfenbeinküste. Nach dem klaren Auftaktsieg reist das deutsche Team mit Rückenwind an, doch der nächste Gegner bringt ebenfalls Selbstvertrauen mit. Die Elfenbeinküste gewann ihr erstes Spiel gegen Ecuador mit 1:0 und verfügt mit Spielern wie Yan Diomande, Amad Diallo und Nicolas Pépé über viel Tempo in der Offensive.
Für die vier Dorstener geht das WM-Abenteuer damit direkt weiter. Houston war der gelungene Auftakt, Toronto könnte schon der nächste Höhepunkt werden. Während viele Fußballfans in Dorsten das Spiel am Bildschirm verfolgen, stehen Joel, Moritz, Janis und Frederik weiter mitten im Geschehen.
Wer die weiteren Stationen der Dorstener verfolgen möchte, findet die Gruppe auf Instagram unter pfeffi.liebe_wm2026. Dort teilen sie Eindrücke aus den Stadien, von ihrer Reise und von den Momenten rund um die deutsche Nationalmannschaft.
Wer hat Lust, den Elvis von Dorsten zu treffen, einen Bummel durch die nach der verheerenden Kriegsbombardierung langsam wieder auflebende Stadt zu machen oder sich im 1953 eröffneten Feinkostgeschäft Hill am Markt von den adretten Verkäuferinnen Sauerkraut für 49 Pfennige anbieten zu lassen? Der darf mich am kommenden Montag, (22.06., 19 Uhr im Alten Rathaus am Markt) gerne beim kostenlosen Streifzug durch die 50er-Jahre in Dorsten begleiten.
Der Verein für Orts- und Heimatkunde hatte mich eingeladen, über diese spannende Wirtschaftswunderzeit in unserer Stadt zu berichten. Warum ich? Weil ich in meiner Zeit als Lokalredakteurin Bildbände über Kriegs- und Nachkriegszeit veröffentlicht habe, die prall mit privaten Fotoerinnerungen der Dorstener Zeitungsleser gefüllt sind: Da wippt die Jugend im Eiscafe Filippin zu Bill Haley’s „ABC-Boogie“, da knattern die Zweiradfreunde auf der NSU-Lambretta und die Vierrad-Fans im Zweisitzer Marke Messerschmitt durch die Welt. Da kreisen die Hula-Hoop-Reifen um die Hüften und die Biergläser auf den Schützenfesten.
Aufschwung in Dorsten
Doch nicht nur die Bürger, auch der Aufschwung kam in Fahrt: Wohnungen, Kirchen, Schulen und öffentliche Gebäude schossen aus dem Boden. Die Dorstener Maschinenfabrik baute ein Stahlwerk im indischen Rourkela und die Dorstener Drahtwerke heizten das Betriebsklima mit vergnüglichen Ausflügen an Ahr und Mosel auf. Das Sägewerk Lorey legte ein Schüppchen drauf und bescherte seine Angestellten mit großzügigen Geschenken zu Weihnachten. Die Geschäftsleute eröffneten wieder ihre Geschäfte und krempelten die Ärmel hoch.
Die Menschen, denen der Krieg noch in den Knochen steckte und die mit heiler Haut davongekommen waren, stürzten sich nach leidvollen Jahren der Entbehrungen voller Hoffnung und Lebenslust in die 50er Jahre, denn sie wussten: Es kann nur bergauf gehen! Die alten Fotos der Dorstener dokumentieren dieses besondere Lebensgefühl, das eine klare Botschaft trägt: „Wir haben hart geschuftet, aber im Großen und Ganzen war es eine glückliche Zeit.“
Also, Ihr Lieben: Schmalzt Euch die Stirnlocke und zieht Euch den Hula-Hoop-Reifen über die Hüfte – ich freue mich auf Euch!
Die Verbraucherzentrale Dorsten hat 2025 erneut mehr als 3.000 Anliegen bearbeitet. Bei der Vorstellung des Jahresberichtes machte Beratungsstellenleiterin Ruth Pettenpohl deutlich, wie stark sich die Arbeit verändert hat. Energiefragen bleiben der mit Abstand größte Themenbereich, doch digitale Verträge, Fakeshops und kostenpflichtige Formularhilfen beschäftigen immer mehr Menschen.
Insgesamt wandten sich im vergangenen Jahr 3.253 Verbraucher mit ihren Anliegen an die Beratungsstelle Dorsten. In 1.161 Fällen ging es um Rechtsberatungen oder Rechtsvertretungen. Hinzu kamen 27 Veranstaltungen mit 1.237 Kontakten. „Gut die Hälfte“ der Anfragen, so Pettenpohl, betraf Energiethemen. Im Jahresbericht werden sie mit 48 Prozent als stärkster Beratungsbereich ausgewiesen. Dahinter folgen Alltagsverträge und Reklamationen mit 30 Prozent, die digitale Welt mit neun Prozent, Mietrecht mit sieben Prozent sowie Geld und Versicherungen mit vier Prozent.
Westnetz bleibt ein großes Thema
Ein Schwerpunkt der Beratung liegt weiterhin bei Problemen rund um Energie, Messstellen und Netzbetreiber. Besonders häufig geht es dabei um Westnetz. Wer etwa für eine Wärmepumpe einen speziellen Tarif nutzen, ein E-Auto an einer Wallbox laden oder ein intelligentes Messsystem für dynamische Stromtarife verwenden möchte, ist auf funktionierende Abläufe beim Messstellenbetreiber angewiesen.
In der Praxis erleben Betroffene nach Angaben der Verbraucherzentrale aber immer wieder lange Wartezeiten, schleppende Bearbeitung und schwer erreichbare Ansprechpartner. Die Beratungsstelle Dorsten hat in diesem Bereich inzwischen viel Erfahrung gesammelt. Dadurch sei sie für viele Betroffene zu einem wichtigen Ansprechpartner geworden, sagte Pettenpohl.
Auch beim Blick nach vorn dürfte der Energiebereich weiter wichtig bleiben. Als absehbare Themen nannte Pettenpohl unter anderem die Solarpflicht bei Dachsanierungen und weiterhin Fragen rund um Glasfaseranschlüsse.
Ein wachsendes Problem sind kostenpflichtige Ausfüllhilfen im Internet. Viele Menschen suchen über Google nach Formularen für Behörden oder öffentliche Dienstleistungen. Statt direkt auf den Seiten der zuständigen Stellen landen sie dabei auf gewerblichen Angeboten. Dort werden Leistungen verkauft, die häufig auch kostenlos oder deutlich günstiger direkt beim Anbieter möglich wären.
Typische Beispiele sind Nachsendeaufträge, Schufa-Auskünfte, Anträge auf Kinderzuschlag, Wohngeld oder Änderungen beim Rundfunkbeitrag. Die Seiten wirken oft professionell und stehen als bezahlte Anzeigen weit oben in den Suchergebnissen. Die Kosten sind für Nutzer nicht immer sofort erkennbar, sondern verstecken sich mitunter in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
So kann ein Nachsendeauftrag, der bei der Post rund 30 Euro kostet, über einen solchen Dienstleister schnell etwa 130 Euro kosten. Kommen Mahngebühren hinzu, können daraus noch höhere Summen werden. Pettenpohl betonte, dass nicht nur besonders leichtgläubige Menschen betroffen seien. „Es sind ganz normale Menschen, die darauf reinfallen. Sie sind einfach ins falsche Geschäft gegangen“, sagte sie. Für viele sei anschließend schon der Gedanke an einen Rechtsstreit eine große Hürde.
Die Verbraucherzentrale hilft in solchen Fällen mit Einschätzungen, Musterbriefen und rechtlicher Unterstützung. Vor Gericht vertreten kann sie einzelne Betroffene allerdings nicht. In bestimmten Fällen verweist sie aber auf Sammelklagen, denen sich Verbraucher anschließen können.
Digitale Verträge und Reklamationen werden wichtiger
Auch digitale Verträge und Reklamationen nehmen in der Beratung weiter an Bedeutung zu. Das Konsumverhalten verlagert sich immer stärker ins Internet. Damit steigen auch die Probleme: ausbleibende Lieferungen, schlechte Produktqualität, versteckte Kosten, undurchsichtige Vertragsmodelle oder Schwierigkeiten mit Zahlungsdienstleistern.
Ein Beispiel sind Fakeshops. Sie bieten Waren an, die gar nicht geliefert werden, täuschen teilweise Versandvorgänge vor und setzen häufig auf Vorkasse. Weil Produktbilder und Texte seriöser Anbieter kopiert werden, wirken solche Seiten auf den ersten Blick oft glaubwürdig. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Internetadresse, Impressum, Geschäftsbedingungen, Gütesiegel und Bewertungen genau zu prüfen. Zusätzlich bietet sie einen kostenlosen Fakeshop-Finder an.
Auch der Käuferschutz großer Zahlungsdienstleister war 2025 ein Thema. Viele Verbraucher verlassen sich beim Einkauf mit PayPal, Klarna oder Amazon Pay darauf, im Streitfall abgesichert zu sein. In der Beratung zeigt sich jedoch immer wieder, dass dieser Schutz nicht in jedem Fall greift. Dann müssen Betroffene ihre Rechte auf anderem Weg geltend machen, etwa über die gesetzliche Gewährleistung.
Ein weiteres Thema, das auch in Dorsten immer wieder auftaucht, ist die private Parkraumbewirtschaftung vor Geschäften. Viele Kunden fühlen sich ungerecht behandelt, wenn sie nach dem Einkauf eine Zahlungsaufforderung erhalten, weil sie gegen Parkregeln auf privaten Flächen verstoßen haben sollen.
Die Verbraucherzentrale kann solche Fälle rechtlich einordnen und Betroffenen erklären, welche Möglichkeiten sie haben. Zugleich zeigt das Thema, wie schnell Alltagsverträge und scheinbar kleine Regelverstöße zu spürbarem Ärger führen können.
Patientenakte, Glasfaser und neue Verbraucherfragen
Neben Energie, Verträgen und Internetfallen beschäftigte sich die Beratungsstelle auch mit der elektronischen Patientenakte. Viele Versicherte wollten wissen, welche Daten dort gespeichert werden, wer Zugriff darauf hat, welche Funktionen es gibt und wie ein Widerspruch möglich ist.
Der Jahresbericht zeigt insgesamt, dass die Arbeit der Verbraucherzentrale komplexer wird. Neue Gesetze, digitale Geschäftsmodelle und verschachtelte Verträge machen viele Fälle schwieriger. Zugleich wächst der Bedarf an verständlicher Orientierung. Die Beratungsstelle versteht sich dabei nicht nur als Hilfe im Einzelfall, sondern auch als Sensor für Entwicklungen im Markt.
Für Ruth Pettenpohl bleibt deshalb entscheidend, Verbraucher frühzeitig zu informieren und ihnen realistische Handlungswege aufzuzeigen. Denn viele Probleme beginnen nicht erst mit der Rechnung oder Mahnung, sondern schon dort, wo Menschen im Internet auf ein professionell wirkendes Angebot klicken und glauben, an der richtigen Stelle zu sein.
Details in Kürze
Die Verbraucherzentrale Dorsten bearbeitete 2025 insgesamt 3.253 Verbraucheranliegen. Davon entfielen 1.161 auf Rechtsberatungen und Rechtsvertretungen. Die Beratungsstelle organisierte 27 Veranstaltungen und erreichte dabei 1.237 Kontakte. Größter Beratungsbereich war Energie mit 48 Prozent der Anfragen. Danach folgten Alltagsverträge und Reklamationen mit 30 Prozent, digitale Themen mit neun Prozent, Mietrecht mit sieben Prozent sowie Geld und Versicherungen mit vier Prozent.
Die fünfte Umwelt- und Mobilitätsmesse in Dorsten lädt am Sonntag, 28. Juni, in den Bürgerpark Maria Lindenhof ein. Im Mittelpunkt stehen diesmal Biodiversität, nachhaltige Mobilität und Mitmachangebote für Kinder und Jugendliche.
Die Umwelt- und Mobilitätsmesse im Bürgerpark Maria Lindenhof geht in die fünfte Runde. Der Bürgerparkverein Maria Lindenhof e. V. und die Stadt Dorsten laden am Sonntag, 28. Juni 2026, von 11 bis 17 Uhr gemeinsam zu der Veranstaltung ein. Unter dem Motto „Move for nature – Vielfalt erhalten, Zukunft gestalten“ steht in diesem Jahr besonders das Thema Biodiversität im Mittelpunkt.
Zahlreiche Initiativen, Vereine, Verbände und Fachunternehmen informieren an diesem Tag über Natur, Klima, Umweltschutz und Mobilität. Dabei soll die Messe nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern auch zeigen, wie vielfältig und alltagsnah Umwelt- und Klimaschutz sein können.
Angebote für Kinder und Jugendliche
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Angeboten für Kinder und Jugendliche. An verschiedenen Ständen können sie die Vielfalt der Natur spielerisch entdecken. Am „Grashüpfermobil“ und bei weiteren Aktionen geht es dabei unter anderem um Wasserlebewesen, Pfotenabdrücke von Tieren, Lebensräume verschiedener Tierarten und den Bau von Insektenhotels.
Erstmals spielen auch Schüler eine wichtige Rolle bei der Umwelt- und Mobilitätsmesse. Parallel zur Veranstaltung findet in einem großen Zelt ein Umweltforum statt. Dort präsentieren Schüler aus vier Dorstener Schulen Ergebnisse aus dem Unterricht zum Thema Biodiversität. Beteiligt sind das Gymnasium Petrinum, die Neue Schule Dorsten, das Paul-Spiegel-Berufskolleg und die Gesamtschule Wulfen.
Umweltforum und Ausstellung „Wild und Bedroht“
Die jungen Teilnehmer stellen ihre Arbeiten vor und beantworten Fragen der Besucher. Ergänzt wird das Umweltforum durch Bildmotive der Dorstener Künstlerin Brigitte Stüwe aus ihrer neuen Ausstellung „Wild und Bedroht“. Diese wird am 3. Juli 2026 im Bürgerbahnhof eröffnet und schlägt damit auch eine Verbindung zwischen Bürgerpark und Bürgerbahnhof.
Neben dem Schwerpunkt Biodiversität geht es bei der Messe wieder um zahlreiche weitere Themen des Umwelt- und Naturschutzes. Verbände und Initiativen informieren unter anderem über Wasseraufbereitung, Müllvermeidung, Tierschutz, Gewässerschutz und die nachhaltige Nutzung von Alltagsgegenständen.
Fahrräder, E-Bikes und Codierung
Auch der Mobilitätsbereich ist wieder breit vertreten. Anbieter zeigen verschiedene Fahrräder, E-Bikes, Lastenräder und Scooter. Reparaturservices von Unternehmen und gemeinnützigen Dienstleistern bieten vor Ort die Möglichkeit, das eigene Fahrrad überprüfen zu lassen. Dabei geht es unter anderem um Bremsen, Klingel und die allgemeine Verkehrssicherheit.
Der ADFC bietet zudem erneut seine beliebte Fahrradcodierung an. Besucher können außerdem Einsatzfahrzeuge des Kommunalen Servicebetriebs Dorsten besichtigen. Auch ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr ist vor Ort.
Auf dem Pumptrack können sich junge Radler austoben. Foto: Foto: PHOCHDREI/www.modularpumptrack.com
Pumptrack bleibt zehn Tage im Bürgerpark
Ein weiteres Highlight ist der Aufbau eines modularen Pumptracks. Der Bewegungsparcours kann mit Fahrrädern und Scootern genutzt werden. Passende Fahrzeuge können am Veranstaltungstag direkt vor Ort ausgeliehen werden. Nach der Umwelt- und Mobilitätsmesse bleibt der Pumptrack noch zehn weitere Tage im Bürgerpark nutzbar.
Für das leibliche Wohl sorgen unter anderem Rock im Biss sowie ein Kuchenstand des Verkehrsvereins Dorsten und Herrlichkeit e. V.
Für Freitag (19. Juni) gilt eine amtliche Warnung des Deutschen Wetterdienstes. Auch das Wochenende bleibt hochsommerlich heiß. Besonders ältere Menschen, Kinder und Kranke brauchen nun besonderen Schutz.
Der Deutsche Wetterdienst warnt für Freitag vor extremer Hitze im Kreis Recklinghausen. Die amtliche Warnung gilt von 11 bis 19 Uhr. In dieser Zeit erwartet der DWD eine „extreme Wärmebelastung“. Für Dorsten werden nach aktueller Vorhersage Temperaturen bis etwa 35 Grad erwartet.
Die Hitze kann für den menschlichen Körper gefährlich werden. Der DWD weist darauf hin, dass hohe Temperaturen zu gesundheitlichen Problemen führen können. Besonders betroffen sind dabei ältere Menschen, Pflegebedürftige, kleine Kinder, chronisch Kranke und Menschen, die im Freien arbeiten oder sich körperlich stark belasten.
Auch das Wochenende bleibt heiß
Nach der extremen Hitze am Freitag ist keine deutliche Abkühlung in Sicht. Am Samstag bleibt es in Dorsten mit rund 33 Grad weiter heiß. Am Sonntag werden voraussichtlich noch etwa 31 Grad erreicht. Im Tagesverlauf können sich Wolken bilden, auch einzelne Gewitter sind möglich.
Damit steht Dorsten vor mehreren Tagen mit hoher Wärmebelastung. Wer kann, sollte Termine, Einkäufe und sportliche Aktivitäten in die frühen Morgenstunden oder auf den Abend verlegen. Die heißesten Stunden des Tages sollten Menschen möglichst im Schatten oder in kühlen Innenräumen verbringen.
Viel trinken und Anstrengung vermeiden
Wichtig ist, regelmäßig zu trinken, auch wenn noch kein Durstgefühl besteht. Geeignet sind vor allem Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorlen. Alkohol sollte bei großer Hitze vermieden werden. Leichte Mahlzeiten sind dabei besser verträglich als schwere Speisen.
Auch der Körper sollte aktiv gekühlt werden. Kühle Duschen, feuchte Tücher, Arm- oder Fußbäder können helfen. Im Freien schützen helle, luftige Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnencreme. Kinder sollten nicht längere Zeit in der direkten Sonne spielen.
Wohnungen möglichst kühl halten
Wohnungen und Häuser sollte man allem morgens, abends und nachts lüften, wenn die Luft draußen kühler ist als drinnen. Dann ist kräftiges Querlüften mit Durchzug sinnvoll. Tagsüber sollten Fenster und Sonnenschutz geschlossen bleiben, solange es draußen deutlich wärmer ist als in der Wohnung.
Wird die Luft in Innenräumen jedoch stickig, feucht oder unangenehm warm, sollte man auch am Tag kurz stoßweise lüften. Besonders wichtig ist frische Luft, wenn mehrere Menschen in einem Raum sind oder sich ältere und gesundheitlich vorbelastete Personen dort aufhalten. Elektrische Geräte, die Wärme abgeben, sollten möglichst wenig genutzt werden.
Wer keine kühlen Räume hat, sollte nach Möglichkeit schattige Orte aufsuchen. Auch öffentliche Gebäude, Kirchen, Einkaufsbereiche oder andere kühlere Aufenthaltsorte können vorübergehend Entlastung bringen.
Auf Nachbarn und Angehörige achten
Die Hitzewarnung ist auch ein Hinweis, auf andere Menschen zu achten. Angehörige, Nachbarn und Freunde sollten besonders ältere oder alleinlebende Menschen im Blick behalten. Warnzeichen für eine Überlastung können Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erschöpfung, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme sein.
Treten solche Beschwerden auf, sollten Betroffene sofort aus der Hitze gebracht und gekühlt werden. Bei schweren Symptomen oder anhaltenden Beschwerden sollte medizinische Hilfe gerufen werden.
Auch Tiere brauchen bei dieser Wetterlage besonderen Schutz. Hunde, Katzen, Kaninchen und andere Haustiere benötigen jederzeit frisches Wasser und einen kühlen Schattenplatz. Tiere dürfen keinesfalls im Auto zurückgelassen werden, auch nicht für kurze Zeit.
Früh aufstehen hieß es am Sonntag für die Oldtimerfreunde Lembeck. Bereits um 6.45 Uhr startete die Gruppe am Busbahnhof in Lembeck zur Trecker- und Radwallfahrt nach Eggerode. Am Ende lagen rund 100 Kilometer hinter den Teilnehmern. Um 17 Uhr waren alle wieder wohlbehalten zurück.
Die Oldtimerfreunde machten sich mit acht Treckern auf den Weg. Dazu kamen 14 Radfahrer, 15 Jagdhornbläser und weitere Teilnehmer, die mit dem Auto anreisten. Ziel war die Wallfahrtskirche in Schöppingen-Eggerode, wo am Mittag eine plattdeutsche Messe gefeiert wurde.
Frühstückspause mit kurzer Andacht
Nach dem frühen Start führte die Route zunächst durch die münsterländische Landschaft. Um 9.30 Uhr legte die Gruppe eine Frühstückspause ein. Dort gab es zunächst eine kurze Andacht. Anschließend stärkten sich die Teilnehmer mit Kaffee, Kakao, Brötchen, Fleischwurst und Käse.
Auch der Verpflegungstrupp war gut vorbereitet. Während die Trecker und Fahrräder weiter Richtung Eggerode rollten, kochte in der Gulaschkanone bereits unter Volldampf die Erbsensuppe für das Mittagessen.
Foto: Oldtimerfreunde Lembeck
Plattdeutsche Messe in Eggerode
Gegen 11 Uhr erreichte die Gruppe Eggerode. Um 11.30 Uhr feierten die Teilnehmer gemeinsam mit Pfarrer Steneken eine plattdeutsche Messe. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von den Lembecker Jagdhornbläsern.
Für die Oldtimerfreunde war die Wallfahrt mehr als eine Ausfahrt mit historischen Treckern. Sie verband alte Technik, Heimatpflege, Gemeinschaft und Glauben. Gerade die plattdeutsche Messe gab dem Tag einen besonderen regionalen Charakter.
Kaffee und Kuchen auf dem Rückweg
Nach dem Gottesdienst und der gemeinsamen Erbsensuppe machte sich die Gruppe wieder auf den Rückweg nach Lembeck. Auf halber Strecke legten die Teilnehmer noch einmal eine Pause in einem Bauerncafé ein. Dort gab es Kaffee und Kuchen, bevor die letzte Etappe zurück in die Schlossgemeinde anstand.
Radfahrer und Traktorfahrer trafen sich gemeinsam in Eggerode. Foto: Oldtimerfreunde Lembeck
Um 17 Uhr kamen die Oldtimerfreunde, Radfahrer, Jagdhornbläser und weiteren Teilnehmer wieder wohlbehalten in Lembeck an. Sprecher Georg Bögel zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Fahrt. Die Trecker- und Radwallfahrt reihte sich damit in die Aktivitäten ein, mit denen die Oldtimerfreunde Lembeck historische Landwirtschaftstechnik, Gemeinschaft und Dorftradition lebendig halten.
Oldtimerfreunde bleiben aktiv
Die Fahrt nach Eggerode war nicht der einzige Termin der Oldtimerfreunde in diesem Jahr. Zuletzt hatte der Verein am Busbahnhof in Lembeck mit alten Treckern und historischen Geräten einen Acker vorbereitet. Dort soll zunächst eine Blühfläche entstehen. Langfristig planen die Oldtimerfreunde auf dem Patenschaftsgelände einen Schirmschoppen als lebendiges Museum für historische Landwirtschaft.
Auch bei der Wallfahrt wurde deutlich, was den Verein ausmacht: historische Trecker werden nicht nur gesammelt und ausgestellt, sondern regelmäßig eingesetzt. So bleiben Technik, Handwerk und Geschichten aus früheren Zeiten für viele Menschen erlebbar.