Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau – diese Tatsache wurde mir mal wieder bei dem informativen und vergnüglichen Frauenabend bewusst, der anlässlich der Dorstener Frauen-kulturtage im Cornelia Funke Baumhaus über die Bühne ging.
Selbst alte machtgierige Strategen wie Frankreichs Kaiser Napoleon Bonaparte haben zwar offiziell und dem damaligen Zeitgeist entsprechend ein sehr traditionelles patriarchales Bild gepflegt, am heimischen Kamin sah die Sache dann aber ganz anders aus: Da holte Napoleon von seiner Frau Josephine durchaus ihren Rat ein. Sie soll großen emotionalen Einfluss auf ihn gehabt haben. Auch später hörte Napoleon oft auf Frauen aus seinem Umfeld – etwa auf seine Mutter Letizia Bonaparte, die als starke Familienfigur großen Respekt genoss.
Auch Winston Churchill, der bedeutende britische Staatsmann, der Großbritannien durch den Zweiten Weltkrieg führte, vertrat ein traditionelles Rollenbild. Der zigarrenrauchende Politiker war für seine scharfe Zunge bekannt. So ist beispielsweise folgender Schlagabtausch mit der Politikerin Lady Astor überliefert: Lady Astor: „Wenn ich Ihre Frau wäre, würde ich Ihnen Gift in den Kaffee tun.“ Darauf Churchill: „Madam, wenn ich Ihr Mann wäre, würde ich ihn trinken.“
Mag sein, dass Churchill hinsichtlich seines Frauenbildes ein wenig traumatisiert gewesen ist, hat-ten doch die ersten beiden Damen, denen er einen Heiratsantrag gemacht hatte, diesen abgelehnt. Beim dritten Anlauf hatte er dann Erfolg: Clementine, war zehn Jahre jünger und sagte schließlich „Yes“. 1908 heirateten sie.
Seine Ehe mit Clementine war ungewöhnlich partnerschaftlich. Sie kritisierte ihn offen, korrigierte seine Reden, warnte ihn vor politischen Fehlern und spielte während des Zweiten Weltkrieges eine wichtige beratende Rolle.
Offensichtlich wusste der coole und nach außen oft bärbeißig wirkende große Kriegsredner und Literaturnobelpreisträger seine kluge Partnerin zu schätzen, sagte er doch in der Rückschau über sein Lebenswerk: „Meine brillanteste Leistung war es, meine Frau davon zu überzeugen, mich zu heiraten.“




































