Die Diskussion um knappe kommunale Haushalte spitzt sich zu. Immer häufiger stehen Sparvorschläge im Raum, die auch soziale Leistungen betreffen. Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz die Kosten der Eingliederungshilfe kritisiert hat, wächst die Sorge bei Menschen mit Behinderung und ihren Familien. Sie befürchten, dass Leistungen gekürzt werden könnten.
Die Lebenshilfe reagiert darauf mit der bundesweiten Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“, die am 23. Februar startet.
Mit der Kampagne will die Lebenshilfe die Öffentlichkeit über die Bedeutung der Eingliederungshilfe informieren. Die Leistung ermöglicht Menschen mit Unterstützungsbedarf eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dazu gehören unter anderem Assistenz im Alltag, Unterstützung im Beruf und Hilfen zur sozialen Integration.
Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a. D., betont die rechtliche Grundlage: „Bereits im Grundgesetz steht: Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Daher sagen wir: Finger weg von der Eingliederungshilfe. Sie ist die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und darf nicht angetastet werden.“
Lebenshilfe widerspricht Vorurteilen
Schmidt weist zudem Vorwürfe zurück, Menschen mit Unterstützungsbedarf lebten auf Kosten des Staates. Eingliederungshilfe sei kein Luxus. Die gestiegenen Kosten seien vor allem auf Inflation und Tariflohnentwicklung zurückzuführen. Zudem steige die Zahl der Leistungsberechtigten. Der medizinische Fortschritt erhöhe die Lebenserwartung von Menschen mit Behinderung, wodurch der Unterstützungsbedarf länger bestehe.
Bürokratieabbau statt Leistungskürzungen
Einsparpotenzial sieht die Lebenshilfe vor allem im Abbau von Bürokratie. Denkbar seien längere Überprüfungsintervalle für den Unterstützungsbedarf sowie eine Vereinfachung der Leistungsdokumentation. Dadurch könnten Verwaltungen entlastet werden, ohne die Teilhabe von Betroffenen zu gefährden.
Dialogprozess zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird morgen erstmals auch Verbände in den seit September 2025 laufenden Dialogprozess zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe einbeziehen. Bund, Länder und Kommunen beraten dabei über Reformen. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe kündigt an, sich dort klar gegen Leistungskürzungen zu positionieren, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderung beeinträchtigen würden.
Mit der Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“ will die Lebenshilfe den gesellschaftlichen Rückhalt für die Eingliederungshilfe stärken und deutlich machen, dass Inklusion eine gemeinsame Aufgabe bleibt.
Bei meinem letzten Besuch im Getränkemarkt stolperte ich an der Leergut-Rückgabe über Kästen voller geleerter Mineralwasser-, Apfelschorle- und anderer Softdrink-Flaschen. Auch alkoholfreie Bierpullen wanderten auf dem Laufband ihrem Recycling entgegen.
„Na, auch einen ,Dry January‘ eingelegt?“, fragte ich einen Mittvierziger, der verdrießlich seine 0,0-Promille-Weißbier-Dosen in den „Zerquetscher“ steckte. „Jau“, antwortete der, „meine Frau meinte, uns würde eine gesunde Pause nach den fetten Feiertagen mal ganz guttun.“ Und er fügt seufzend hinzu: „Ist schon blöd, dass wir nur 17 tolle Karnevalstage hatten, bevor der Aschermittwoch am 18. Februar schon wieder die Fastenzeit eingeläutet hat.“
Alkoholfrei liegt im Trend. Offensichtlich verzichten immer mehr Deutsche auf den alkoholischen Kick. So meldete doch kürzlich die Getränkeindustrie, dass der Absatz von Bier hierzulande im Jahr 2025 so stark gesunken sei, wie nie zuvor: Minus 6,0 Prozent – das entspricht 7,8 Milliarden Liter! Auch Wein rinnt spärlicher durch deutsche Kehlen: Im Schnitt trank statisch gesehen im vergangenen Jahr eine Person eine Flasche Wein weniger als zuvor.
Eigentlich ein guter Trend, den das Gesundheitsministerium laut bejubeln dürfte. Aber es gibt ja auch Freunde anregender Getränke, die es vorziehen, in der Fastenzeit auf andere Dinge als auf Alkohol zu verzichten: Zum Beispiel aufs Fernsehgucken oder Fleisch essen, aufs Rauchen oder Fluchen, aufs Smartphone oder Internet, auf Süßes oder Saures.
Zudem soll es kreative Zeitgenossen geben, die verzichten 40 Fastentage auf die Schlummermodus-Snooze-Taste am Wecker und springen schlaftrunken direkt aus dem Bett. Ich habe auch schon von Leuten gehört, die die Fastenzeit für eine „Selbstbeherrschungs-Challenge“ nutzen und sich nicht mehr kratzen, wenn es juckt.
Jetzt wollt Ihr sicherlich wissen, auf was ich in diesem Jahr verzichte. Okay, ich verrate es euch: auf die Fastenzeit!
Um 17 Uhr begann in der Barbara Kirche in Wulfen Barkenberg ein Konzert, das für Dorsten eine rare Erfahrung war: die Lukas Passion von Rolf Martinsson. Statt vertrauter Passionsbahnen entfaltete sich ein zeitgenössischer Abend von großer Intensität, zugleich ergreifend und überraschend neu, mit einer düsteren, fast mystischen Grundfarbe, die wie selbstverständlich zur nordischen Herkunft des Komponisten passte.
Rolf Martinssons Lukas Passion nimmt den Passionsstoff nach dem Evangelisten Lukas auf, erzählt ihn jedoch nicht im Gewand historischer Stilkopien. Die Musik sucht den existenziellen Kern. Sie arbeitet mit Kontrasten, mit kühlen Verdichtungen und plötzlichen Aufhellungen, mit scharf gezeichneten Linien und großen Klangflächen. So entsteht eine Passion, die weniger inszeniert als beschwört und die im Kirchenraum eine eigene Gegenwart gewinnt.
Pfarrer Jan-Philipp Hellmers eröffnet den Chor Abend. Foto: Alexander Fichtner
Solistisches Zentrum: Sopran und Bariton als dramatische Achse
Besondere Stimmung in der Kirche. Foto: Alexander Fichtner
Besonders eindrücklich war Theresa Klose bei der Lukas Passion. Ihr Sopran füllte den Raum mühelos und blieb dabei beweglich und präzise. Die Stimme wirkte ergreifend, weil sie nicht nur laut tragen konnte, sondern auch in den ruhigeren Momenten eine konzentrierte Spannung hielt, als würde sie den Atem des gesamten Raumes bündeln.
Foto: Alexander Fichtner
Harald Martini stellte dem eine geerdete Baritonlinie entgegen. Sein Klang gab der Lukas Passion Gewicht, führte durch dramatische Passagen und verband sich mit dem Sopran zu einem Dialog, der die emotionale Architektur des Werkes sichtbar machte: oben Licht und Dringlichkeit, darunter Wärme, Widerstand und Haltung.
Die Spannung lag im gesamten Raum. Foto: Alexander Fichtner
Chöre, Lektorat und Instrumente: Der Raum wird zur Bühne
Die vokale Kraft kam aus mehreren Richtungen. Mitwirkende waren die evangelische Kantorei Hervest Wulfen, der Kirchenchor St Barbara sowie ein Projektchor. Die Leitung lag bei Stephan Hillnhütter und Lukas Czarnuch, die Chor und Ensemble zu einer geschlossenen, dabei lebendigen Gesamtform führten.
Theresa Klose beim Solo. Foto: Alexander Fichtner
Die Textteile der Lukas Passion wurden von Beate Borgmann, Jutta Pawellek und Franz Hermann Lürken als LektorInnen getragen und schufen die Brücke zwischen Erzählung und Musik. Instrumental wirkten mit Svenja Kips an der Flöte, Petra Straeten an der Oboe, Aiki Mori am Cello, Gunnar Polansky am Kontrabass und Friedhelm Schmahl am Schlagwerk. An der Orgel gestalteten Thomas Harnath und Felicia Meyerratken den tragenden Untergrund und die farbigen Schichtungen, die in dieser Passion so wesentlich sind.
Theresa Klose und Harald Martini Foto: Alexander Fichtner
Die Lukas Passion erfrischend neuer Ton für Dorsten
Am Ende blieb das Gefühl, etwas Ungewohntes und gerade deshalb Notwendiges erlebt zu haben. Martinssons Lukas Passion führte Dorsten nicht in die Komfortzone, sondern in einen Klangraum voller Schatten, Klarheit und leiser Bedrohung, zugleich von großer Schönheit. Ein Konzert, das berührte und nachhallte, weil es sich dem schnellen Trost verweigerte und stattdessen Tiefe zuließ.
Ein Kunstwerk, das lange an einer Schule an das Rückgrat des Widerstands erinnerte, bekommt nun einen Ort mitten im Herzen der Stadt. Die Dorstener Ehrenbürgerin, Künstlerin, Ordensschwester und Zeitzeugin Tisa von der Schulenburg, die im Ursulinenkonvent als Schwester Paula lebte, schuf in ihrem umfangreichen Werk eine Stele zur Erinnerung an die Widerstandsgruppe Weiße Rose. Früher stand sie an der Geschwister Scholl Schule, zunächst am alten Standort am Nonnenkamp, zuletzt auch an der Marler Straße. Mit der Benennung des Geschwister Scholl Platzes findet die Stele nun am Treffpunkt Altstadt eine neue Heimat.
Am Sonntag, 22. Februar 2026, wurde das Mahnmal dort um 13 Uhr feierlich eingeweiht. Aufgrund des anhaltenden Regens fand die Eröffnung im Treffpunkt Altstadt statt. Der Termin ist bewusst gewählt, denn der 22. Februar ist ein Datum von besonderer Wucht: Am 22. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl in München hingerichtet. Ihr Vergehen aus Sicht der Diktatur war Zivilcourage. Sie gehörten zur Weißen Rose und verteilten Flugblätter gegen das nationalsozialistische Regime. 83 Jahre später setzt Dorsten mit der Einweihung ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen.
Der Vorsitzende der Tisa Stiftung, Lambert Lütkenhorst, eröffnet den Nachmittag. Foto: Alexander Fichtner
Eine Künstlerin, die Haltung in Formen fasste
Tisa von der Schulenburg lebte seit 1950 bis zu ihrem Tod im Jahr 2001 als Schwester Paula im Dorstener Ursulinenkonvent. Ihr künstlerisches Werk gilt als Ausdruck von Kreativität und kritischem Geist. Dass ausgerechnet eine Ordensschwester eine Stele für die Weiße Rose schuf, wirkt dabei weniger wie ein Gegensatz als wie eine folgerichtige Entscheidung: Kunst als Gewissen der Stadt, Spiritualität als Stütze der Verantwortung, Erinnerung als Auftrag an die Gegenwart.
Mit dem Umzug in die Altstadt gewinnt die Stele eine neue Öffentlichkeit. Wo früher vor allem der Schulalltag den Rahmen setzte, wird künftig der städtische Raum selbst zur Bühne der Erinnerung. Ein Platz, der den Namen der Geschwister Scholl trägt, ist damit nicht nur Adresse, sondern Aussage.
Programm der Feierstunde
Musikalische Untermalung vom Duo Corretto. Foto: Alexander Fichtner
Die Einweihung war als Festveranstaltung mit Wort und Musik gestaltet. Der Ablauf:
Musikalische Einleitung: Duo Corretto
Begrüßung und Moderation: Lambert Lütkenhorst
Gastredner: Hermann Vinke Die Weiße Rose, Herausforderungen an die Gegenwart
Autor und Journalist Hermann Vinke bei seiner Rede. Foto: Alexander Fichtner
Im Mittelpunkt steht die Rede von Hermann Vinke, der den Blick von der Geschichte in die Gegenwart lenkt. Der Untertitel des Vortrags, Herausforderungen an die Gegenwart, macht deutlich, worum es an diesem Nachmittag nicht nur geht: um die Frage, was aus Erinnerung folgt, wenn sie mehr sein will als Ritual.
Hermann Vinke im Treffpunkt Altstadt. Foto: Alexander Fichtner
Rundgang auf den Spuren der Schwester Paula
Sr. Benedicta Kimmeyer bei der Einweihung der Stele. Foto: Alexander Fichtner
Im Anschluss an die Einweihung wurde die Erinnerung noch einmal einen anderen Ton anschlagen: persönlicher, stadtnäher, entlang von Wegen und Fassaden. Die Gästeführerin Petra Eißing bietet einen Rundgang durch die Altstadt an, bei dem sich Spuren der Künstlerin Tisa von der Schulenburg entdecken lassen. Damit verbindet sich das Mahnmal mit dem Stadtbild, und die Biografie der Künstlerin mit konkreten Orten, an denen Dorsten sie bis heute sehen kann.
Bürgermeister Tobias Stockhoff bedankt sich persönlich bei Hermann Vinke. Foto: Alexander Fichtner
Ein Platz, der Verantwortung trägt
Die Ehrenratsmitglieder. Foto: Alexander Fichtner
Die Verlegung der Stele ist mehr als eine Standortentscheidung. Es ist eine Verschiebung von Erinnerung aus einem schulischen Kontext in die Mitte des öffentlichen Lebens. Wer künftig am Geschwister Scholl Platz vorbeikommt, begegnet nicht nur einem Kunstwerk, sondern einer Frage, die Hans und Sophie Scholl mit ihrem Leben beantwortet haben: Was ist ein Mensch bereit zu tun, wenn Unrecht zur Normalität wird.
Besucher beim Betrachten der Stele. Foto: Alexander Fichtner
Dorsten gibt darauf am 22. Februar eine eigene Antwort. Mit Musik, mit Worten, mit einem Werk, das bleibt. Und mit einem Platz, der seinen Namen ernst nimmt.
Die neue Geschichtstafel am Geschwister Scholl Platz findet erstes Interesse. Foto: Alexander Fichtner
Zwischen alten Schallplatten, handgefertigtem Schmuck und liebevoll gestalteten Unikaten liegt an diesem Wochenende wieder dieser ganz besondere Flohmarkt-Zauber in der Luft. Der Kreativ-Vintage-Flohmarkt in Dorsten lockt zahlreiche Besucher an – und setzt dabei bewusst auf Nachhaltigkeit, Individualität und echte Überraschungen.
Foto: Emily Flade
„Kein Markt ist wie der andere“
Veranstalterin Anika Zinke bringt es auf den Punkt: „Das Besondere an unserem Vintage-Flohmarkt ist, dass hier eigentlich nur Privatleute stehen. Wir wissen selbst nie, was die Aussteller alles dabeihaben.“
Genau das mache den Reiz aus. Was zuhause ausgemistet, gesammelt oder kreativ neu gestaltet wurde, landet hier auf den Verkaufstischen. Secondhand, Vintage, Upcycling oder Recycling – jedes Stück erzählt seine eigene Geschichte. „Ich laufe selbst mit offenen Augen über den Markt, um noch ein Schätzchen zu entdecken“, sagt Anika Zinke lachend.
Rund 80 Aussteller waren ursprünglich angemeldet. Krankheitsbedingt mussten kurzfristig einige absagen, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. „Die Leute bringen so viele Sachen mit – das fällt kaum auf“, so Anika. Bereits eine Stunde nach Öffnung zeigte sie sich zufrieden: Der Markt war gut besucht, die Resonanz positiv.
Für Anika zählt vor allem eines: „Am Ende des Tages müssen die Aussteller zufrieden sein.“ Viele hätten ihre Anmeldezettel bereits wieder ausgefüllt – ein Zeichen dafür, dass sich der Tag gelohnt hat.
Holzkunst mit Ostfriesland-Flair
Aus Ostfriesland angereist sind Nicole Ridder und Rainer Kitzel, die gemeinsam mit Freunden einen Stand betreiben. Die Holzarbeiten – von dekorativen Schildern bis zu filigranen Laserarbeiten – entstehen in Ostfriesland.
„Wir teilen uns das ein bisschen auf“, erklärt sie. Während ihre Freundin eher auf Indoor-Märkten verkauft, bringen sie die Holzsachen ins Ruhrgebiet. Besonders zur Osterzeit sind sie regelmäßig in Dorsten auf den Flohmärkten vertreten.
Der Austausch untereinander gehöre für sie dazu – genauso wie die Freude daran, ihre handgemachten Produkte einem neuen Publikum zu präsentieren.
Foto: Emily Flade
Mut-Monsterchen mit Herz
Zum ersten Mal auf einem Markt vertreten ist Sarah Dinglinger mit ihren sogenannten „Mut-Monsterchen“. Jedes einzelne ist handgenäht, bestickt und ein echtes Unikat.
„In die Monsterchen kann man Sorgen oder Wünsche hineinstecken“, erklärt sie. Gerade für Kinder sei das eine schöne Möglichkeit, Ängste symbolisch loszulassen. Aber auch Erwachsene würden die kleinen Begleiter verschenken – etwa, um jemandem in einer schwierigen Zeit eine Freude zu machen.
„Es gibt kein einziges Monster, das genauso aussieht wie ein anderes“, sagt sie stolz. Ihre Idee: ein kleines Stück Trost und Mut zum Mitnehmen. Ihre Botschaft: Du zählst.
Ebenfalls zum ersten Mal „richtig“ auf einem Markt stehen Sabrina Wienkötter-Kolano und Katharina Hollingsworth. Ihr Stand: eine bunte Mischung aus handgemachtem Schmuck, Arbeiten mit dem Strickrahmen und selbstbedruckten Stofftaschen.
Alles entsteht hobbymäßig – mit viel Liebe zum Detail. Für die beiden ist der Markt eine spannende Erfahrung: „Es ist schön zu sehen, wie die Leute reagieren und sich für Selbstgemachtes begeistern.“
Foto: Emily Flade
Nachhaltigkeit trifft Begegnung
Der Kreativ-Vintage-Flohmarkt zeigt einmal mehr, dass Trödeln längst mehr ist als nur Kaufen und Verkaufen. Es geht um Geschichten hinter den Produkten – und um Nachhaltigkeit.
Secondhand schont Ressourcen, Upcycling schenkt alten Dingen neues Leben. Und genau das scheint in Dorsten gut anzukommen.
Foto: Emily Flade
Am Ende bleibt das Gefühl: Kein Markt ist wie der andere – und genau das macht seinen Charme aus.
Die Laserwagen der Stadt Dorsten werden in der kommenden Woche vom 23. Februar bis 1. März 2026 die folgenden Straßen im Stadtgebiet besonders in den Blick nehmen:
Hauptstraße
Bückelsberg
An der Vogelstange
Darüber hinaus muss natürlich im gesamten Stadtgebiet mit weiteren Geschwindigkeitsmessungen gerechnet werden.
Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) führt in der kommenden Woche, vom 23. Februar bis 1. März 2026, gezielte Kontrollen in den Stadtteilen Östrich und Deuten durch.
Geprüft werden vor allem Parkverstöße, illegale Müllentsorgung und Verstöße rund um das Thema Hundehaltung.
Kontrolle von Hundekot, Parken und Müll
Nach Angaben der Stadt Dorsten sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KOD regelmäßig im gesamten Stadtgebiet unterwegs. In der kommenden Woche werden sie jedoch an zwei Tagen zusätzlich in den beiden genannten Stadtteilen Präsenz zeigen. Dabei stehen unter anderem das Mitführen von Hundekotbeuteln, das Verbot von Hunden auf Spielplätzen sowie das ordnungsgemäße Entsorgen von Hundekot im Fokus.
Auch Verstöße im ruhenden Verkehr, etwa Falschparken, und illegale Müllentsorgungen werden überprüft. Festgestellte Mängel, die andere Fachbereiche betreffen, leitet der Ordnungsdienst an die zuständigen Stellen weiter.
Bußgelder bei Verstößen
Für das Nichtmitführen eines Kotbeutels ist laut Stadt ein Regelsatz von 25 Euro vorgesehen. Wer Hunde auf Spielplätze mitnimmt, muss mit einem Bußgeld zwischen 40 und 90 Euro rechnen. Das Liegenlassen von Hundekot wird deutlich teurer: 100 Euro in Grünanlagen, 125 Euro auf Gehwegen und 300 Euro auf Spielplätzen. Diese Beträge gelten als Regelsätze, können bei Uneinsichtigkeit oder Wiederholung aber höher ausfallen.
Erreichbarkeit des Ordnungsdienstes
Der Kommunale Ordnungsdienst ist montags bis freitags von 7.30 bis 18 Uhr erreichbar – per E-Mail an [email protected]oder telefonisch unter 02362 66-3760. Auch außerhalb dieser Zeiten und am Wochenende finden Streifengänge statt.
Wichtig: Die Rufnummer des KOD ist keine Notrufnummer. In dringenden Fällen oder bei Straftaten sollten sich Bürgerinnen und Bürger direkt an die Polizei Dorsten (02362 6012531) oder in Notfällen an den Notruf 110 beziehungsweise an die Feuerwehr 112 wenden.
Die Polizei bleibt zuständig, wenn es um die Verfolgung und Aufklärung von Straftaten wie Sachbeschädigungen, Körperverletzungen oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz geht.
Wenn der Bürgermeister an der Kasse sitzt, schauen viele Kunden zweimal hin. Genau das war im Januar in Hervest der Fall. Die Aktion „Bürgermeister macht Kasse“ brachte 2026 Euro für den guten Zweck.
Wie die Stadt Dorsten mitteilt, hat das Dorstener Familienunternehmen Edeka Honsel gemeinsam mit Bürgermeister Tobias Stockhoff im Rahmen des 75-jährigen Jubiläums ein Zeichen für soziales Engagement gesetzt. Bei der Aktion „Bürgermeister macht Kasse“ kamen passend zum Jahr 2026 Euro zusammen.
Bürgermeister macht Kasse im Edeka-Markt Honsel
Im Edeka-Markt Honsel in Hervest nahm Tobias Stockhoff eineinhalb Stunden lang hinter der Kasse Platz. Kundinnen und Kunden ließen ihre Einkäufe kassieren und konnten freiwillig einen Betrag spenden. Die Familie Honsel sowie Bürgermeister Tobias Stockhoff stockten die Spendensumme zusätzlich auf. Die Erlöse gehen zu gleichen Teilen an die Mr. Trucker Kinderhilfe und die Dorstener Tafel. Beide Einrichtungen unterstützen seit vielen Jahren Menschen in schwierigen Lebenslagen in Dorsten.
Stimmen zur Aktion „Bürgermeister macht Kasse“
Für Geschäftsführerin Julia Honsel stand das Jubiläum bewusst im Zeichen des Engagements vor Ort: „Unser 75-jähriges Jubiläum wollten wir bewusst nutzen, um unserer Stadt etwas zurückzugeben. Es ist uns enorm wichtig, Verantwortung für die Menschen in unserer Stadt zu übernehmen und wichtige Einrichtungen vor Ort zu unterstützen.“
Auch Tobias Stockhoff nutzte die Zeit an der Kasse für Gespräche: „Es war mir eine Freude, selbst an der Kasse zu sitzen und mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Dorsten zeigt immer wieder, wie stark der Zusammenhalt ist, wenn es darum geht, Gutes zu tun.“
Norbert Holz von der Mr. Trucker Kinderhilfe betont die konkrete Wirkung der Spende: „Diese Unterstützung hilft uns ganz konkret dabei, Kinder und Familien schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Dafür sind wir sehr dankbar.“
Ursula Riedel, stellvertretende Vorsitzende der Dorstener Tafel, hebt die direkte Hilfe hervor: „Unsere Hilfe kommt direkt bei den Menschen an, die sie benötigen. Solche Aktionen sind ein wichtiges Zeichen der Solidarität in unserer Stadt.“
Bürgermeister macht Kasse: So kann weiter gespendet werden
Update zum Kellerbrand in Dorsten-Hervest am Freitag
Nach dem massiven Kellerbrand an der Halterner Straße in Dorsten-Hervest hat die Feuerwehr weitere Details zum Einsatz veröffentlicht. Der Brand hatte am Freitag einen Großeinsatz ausgelöst.
Dichter Rauch aus Vorder- und Rückseite
Um 14 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Kellerbrand an die Halterner Straße alarmiert. Bereits beim Eintreffen drückte dichter Rauch aus der Haustür. Auf der Gebäuderückseite quoll schwarzer Rauch aus einer Kellertür in den Innenhof.
Sofort begannen die Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung und der Menschenrettung.
Rettung teils über Drehleiter
Viele Bewohnerinnen und Bewohner mussten aus dem Gebäude geführt werden. Teilweise erfolgte die Rettung über eine Drehleiter. Insgesamt untersuchte der Rettungsdienst 45 Personen. Sie wurden in einer angrenzenden Schule betreut. Drei Betroffene brachte der Rettungsdienst zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
Löscharbeiten unter extremen Bedingungen
Die Brandbekämpfung erwies sich als besonders anspruchsvoll. Sehr hohe Temperaturen im Keller sowie lange Kriechwege erschwerten den Einsatz unter Atemschutz erheblich. Zwischenzeitlich fluteten die Einsatzkräfte den Keller mit Löschschaum, um die Flammen einzudämmen. Abschließend entfernte die Feuerwehr den Brandrauch mit leistungsstarken Lüftern aus dem Gebäude.
Polizei ermittelt zur Ursache
Zur Brandursache gibt es weiterhin keine Angaben. Die Ermittlungen übernimmt die Polizei.
Am Samstag eröffnete der Bücherbasar in der Stadtbibliothek. Für 2 Wochen können Dorstener hier stöbern und alle möglichen Büchersorten kaufen. Doch nach weniger als 2 Stunden waren die Regale schon fast leergekauft. Doch nicht nur Bücher gingen über die Theke. Die Nachfrage nach CDs und Hörbüchern war genauso groß.
Sachbücher, Kindergeschichten und CDs. Das und noch vieles mehr kann man beim Bücherbasar in der Stadtbibliothek für kleines Geld kaufen. Schon ab einem Euro kann man kleine Schätze mit nach Hause nehmen. Doch schon kurz nach Eröffnung wurde ein großer Teil des Sortiments verkauft.
Die „Tonies“ werden besonders häufig verkauft. Foto: Christian Haug
Hörspiel-Hype beim Bücherbasar
Besonders beliebt bei Kindern sind die sogenannten „Tonies“. Das sind kleine Figuren, die kindergerechte Hörspiele oder Musik abspielen können. Zum Beispiel erzählt dann die Figur „Bibi Blocksberg“ eine magische Zaubergeschichte. „Wir haben fast keine mehr da. Nur noch welche, die man sich ausleihen kann. Der Andrang auf die Figuren ist riesig“, erklärt die Bibliothekarin Birgitt Bülsken.
Obwohl schon viel verkauft wurde, plant die Stadtbibliothek eine besondere Aktion für die letzten Tage des Bücherbasars. Birgitt Bülsken gibt einen Einblick in die kommenden Aktionstage: „Wir werden gegen Ende des Bücherbasars noch einmal alles um die Hälfte reduzieren. Was jetzt einen Euro kostet, kann dann schon für 50 Cent mitgenommen werden. Es lohnt sich also, nochmal vorbeizuschauen und Geld zu sparen.“
Neben Christina Honsel stand auch bei den Männern ein international erfolgreicher Athlet im Mittelpunkt: Jason Osborne und Tobias Strangemann vom Ruderverein Dorsten wurden als Sportler des Jahres 2025 geehrt.
Die „Gala des Sports 2025“ in Dorsten präsentierte sich am 20. Februar als ein Wechselbad der Gefühle, mit herausragenden sportlichen Leistungen, großen Emotionen und zahlreichen bewegenden Momenten. Im festlichen Rahmen des Gemeinschaftshauses Wulfen ehrten der Stadtsportverband und die Stadt Dorsten zahlreiche Persönlichkeiten, die das Sportjahr geprägt haben.
Es war ein Abend, an dem es nicht nur um Titel, Pokale und Urkunden ging, sondern nicht zuletzt um Leidenschaft, Vereinskultur und echten Teamgeist. In dieser ganz besonderen Atmosphäre feierten die Zuschauer die Ausgezeichneten begeistert und jubelten sogar den Gewinnern der Tombola zu. Mehr Stimmung geht nicht.
Durch das Programm führte erneut das eingespielte Moderationsteam Mirjam Kerd-Jung und Michael Maiß. Die beiden begleiteten das Publikum und die Geehrten souverän und mit spürbarer Freude durch den Abend. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei auf der Bühne von Bürgermeister Tobias Stockhoff sowie dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes Michael Lachs.
Zu Beginn standen die Ehrungen der Sportlerinnen und Sportler des Monats an, mit denen die aktuellen Leistungen über das Jahr hinweg gewürdigt wurden. Bestimmt von einer Jury aus Vertretern des Stadtsportverbandes, der Stadt Dorsten und der Dorstener Zeitung. Über den Abend verteilt folgten dazu die Ehrungskategorien in Gold, Silber und Bronze sowie der „Talent Award“, mit dem in diesem Jahr als vielversprechende Nachwuchssportlerin Mia Zimmermann vom Judo-Club 66 Bottrop ausgezeichnet wurden.
Den zentralen Höhepunkt bildeten die mit Spannung erwarteten Ehrungen der Mannschaft sowie der Sportler und Sportlerin des Jahres. Bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres setzte sich erneut Christina Honsel vom TV Wattenscheid 01 an die Spitze. Mit internationalen Erfolgen im Hochsprung und konstant starken Leistungen überzeugte sie Jury und Publikum gleichermaßen. Da sie selbst nicht vor Ort sein konnte, nahm ihr Vater Ralf Honsel die Auszeichnung stellvertretend entgegen.
Platz zwei ging an Matilda Seibert vom Turnverein Gladbeck 1912. Jessica Kuntke, DJK Adler 07 Bottrop, belegte den dritten Rang.
Silber für Tobias Strangemann und Jason Osborne
Bei den Männern ging der Titel verdientermaßen nach herausragenden internationalen Erfolgen an Jason Osborne und Tobias Strangemann vom Ruderverein Dorsten. Auf den weiteren Podestplätzen folgten ihr Vereinskollege Johannes Benien und der deutsche Meister im Muay Thai der Klasse bis 82,5 kg, Mahmod Jadoo von den Crazy Tigers CT Combat.
Zur Mannschaft des Jahres wurde die 1. Herrenmannschaft des Sportverein Schwarz-Weiß Lembeck 1921 gewählt. Das Padel-Team vom Dorstener Tennisclub 1912 folgte auf dem zweiten Platz. Platz drei ging an das Damen I-Team vom Tennisclub Deuten 1980 sowie die 1. Herrenmannschaft des SV Rot-Weiß Deuten.
Auch die hinter den sportlichen Erfolgen stehenden Persönlichkeiten wurden gewürdigt. Den Titel als Trainer des Jahres sicherten sich der ehemalige Europameister Christian Alex von den Crazy Tigers und Igor Khoroshilov von den Tennisfreunden Wulfen.
Der Youngster Leo Kroll mit seinem Flitzer. Foto: Christian Haug
Ehrenpreis für ein Lebenswerk im Dienst des Sports
Den emotionalen Schlusspunkt des Abends bildete schließlich der Ehrenpreis des Sports für ein Lebenswerk. Diese Auszeichnung war bewusst ans Ende des Programms gerückt worden und entwickelte sich zu einem weiteren Höhepunkt der Gala. Geehrt wurde Jürgen Michalski vom SV Delphin Dorsten (mittlerweile fusioniert mit dem TVH Dorsten-Wulfen 2005 e.V.), der seit über fünfzig Jahren dem Verein angehört und mehr als vier Jahrzehnte in verantwortlichen Funktionen tätig war, u.a. als Jugendleiter, zweiter und erster Vorsitzender sowie als Fachwart Schwimmen. Sichtlich gerührt nahm er den Preis gemeinsam mit seiner Frau Ute entgegen, während sich der Saal zu stehenden Ovationen erhob.
Jürgen Michalski Sonderpreis bei Sportler des Jahres Dorsten 2025
Ein Moment, der wie der ganze Abend in Erinnerung bleibt, denn die Gala des Sports fängt nicht nur die flüchtigen Augenblicke des sportlichen Triumphs ein, sie zeigt, dass hinter jeder Medaille und jedem Erfolg Menschen stehen, die mit Leidenschaft, Einsatz und oft jahrzehntelanger Hingabe den Sport in Dorsten tragen.
Fotos: Christian Haug
Hier alle Kategorien und Geehrten im Überblick:
Preisträger 2025 – Übersicht
Januar: Eva Bennemann, Tennisclub Deuten 1980
Februar: Damen I – Team, Tennisclub Deuten 1980
März: Christina Honsel, TV Wattenscheid 01 Leichtathletik
Ein massiver Kellerbrand hat am Freitag um 14.40 Uhr einen Großeinsatz in Dorsten-Hervest ausgelöst. In einem Wohn- und Geschäftshaus an der Halterner Straße entwickelte sich das Feuer so stark, dass die Feuerwehr einen Massenanfall von Verletzten der Stufe 10 ausrief. Alle Bewohner konnten aus dem Gebäude gebracht werden.
Foto: Marc Gruber
Dichter Rauch im Gebäude
Nach ersten Meldungen war die Feuerwehr zu einem gemeldeten Kellerbrand alarmiert worden. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte jedoch eine deutlich verschärfte Lage fest. Dichter Rauch zog zeitweise durch das gesamte Gebäude. Mehrere Personen befanden sich im Haus und mussten gerettet sowie medizinisch versorgt werden. Die Feuerwehr leitete umgehend eine Menschenrettung ein und brachte die Bewohner ins Freie.
Foto: Petra Bosse
MANV der Stufe 10 ausgelöst
Aufgrund der Zahl der Betroffenen rief die Einsatzleitung einen Massenanfall von Verletzten der Stufe 10 aus. Damit wurde zusätzliche Unterstützung aus umliegenden Städten angefordert, um die Versorgung der Verletzten sicherzustellen.
Foto: Petra Bosse
„Wir sind zunächst von einem Kellerbrand ausgegangen. Vor Ort hat sich die Lage jedoch deutlich ausgeweitet“, erklärte Pressesprecher Jan Heppner. „Mehrere Personen mussten aus dem Gebäude gerettet und rettungsdienstlich versorgt werden.“
80 bis 100 Einsatzkräfte vor Ort
Nach Angaben der Feuerwehr waren im Verlauf des Einsatzes rund 80 bis 100 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz. Die starke Hitzeentwicklung im Keller erschwerte die Löscharbeiten erheblich. Mehrere Trupps gingen unter Atemschutz in das Gebäude vor.
Foto: Petra Bosse
„Wir rechnen damit, dass sich der Einsatz noch über mehrere Stunden hinzieht“, sagte Jan Heppner. Auch nach Abschluss der Löscharbeiten seien Nacharbeiten notwendig.
Straße gesperrt – Ursache noch unklar
Die Halterner Straße bleibt während des Einsatzes und der anschließenden Maßnahmen gesperrt. Zur Brandursache gibt es derzeit keine Angaben. Die Ermittlungen übernimmt die Polizei nach Abschluss der Löscharbeiten.
Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google übermittelt.