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Pink statt Mobbing: Day of Pink an der Gesamtschule Wulfen setzt starkes Zeichen

Day of Pink Gesamtschule Wulfen: Zum zehnten Mal organisiert die Schülervertretung den Aktionstag gegen Mobbing und Diskriminierung. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte beteiligen sich und setzen gemeinsam ein sichtbares Zeichen für Toleranz und Zusammenhalt. Die Aktion zeigt, wie wichtig ein respektvolles Miteinander im Schulalltag ist.

Engagement für Vielfalt und Respekt

Bereits zum zehnten Mal hat die Schülervertretung der Gesamtschule Wulfen den „Day of Pink“ organisiert. Mit der Aktion setzte die Schulgemeinschaft erneut ein deutliches Zeichen gegen Mobbing, Diskriminierung und Ausgrenzung sowie für Toleranz, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander.

Schüler der Gesamtschule Wulfen tragen pinke Kleidung beim Day of Pink gegen Mobbing und Diskriminierung
Die Schulgemeinschaft der Gesamtschule Wulfen beteiligt sich am Day of Pink und setzt ein sichtbares Zeichen für Toleranz, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander. ©GSW

Auch Schulleiter Hermann Twittenhoff würdigte das Engagement der Schülervertretung. „Der Day of Pink ist an unserer Schule seit vielen Jahren ein sichtbares Zeichen für Respekt, Offenheit und Zusammenhalt. Es ist beeindruckend zu sehen, mit welchem Einsatz unsere Schülervertretung diese wichtige Botschaft in die Schulgemeinschaft trägt.“

Große Beteiligung am Day of Pink Gesamtschule Wulfen

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte beteiligten sich an dem Aktionstag und erschienen in pinker Kleidung, um ihre Solidarität zu zeigen und die Botschaft des Tages sichtbar zu machen.

Schüler der Gesamtschule Wulfen tragen pinke Kleidung beim Day of Pink gegen Mobbing und Diskriminierung
©GSW

Ergänzt wurde der Tag durch verschiedene Aktionen und Gespräche rund um die Themen Zusammenhalt, gegenseitige Wertschätzung und Courage im Schulalltag. Die große Beteiligung und die positive Resonanz aus der Schulgemeinschaft zeigen, welchen Stellenwert der Day of Pink Gesamtschule Wulfen inzwischen erreicht hat.

Nachhaltige Wirkung im Schulalltag

Die Schülervertretung machte deutlich, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit ist, gemeinsam Haltung zu zeigen und sich aktiv für ein respektvolles Miteinander einzusetzen.

Mit dem Day of Pink möchte die Gesamtschule Wulfen langfristig dazu beitragen, das Schulklima weiter zu stärken und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich jeder willkommen und sicher fühlen kann.

50 Jahre Wulfen: Rückblick auf bewegte Jahre im Hotel Humbert

Ein halbes Jahrhundert nach der kommunalen Neuordnung ist die Geschichte Wulfens noch längst nicht vergessen. Beim Zeitzeugennachmittag im Hotel Humbert wurde am Wochenende deutlich, wie präsent die Ereignisse rund um die Eingemeindung bis heute sind.

Zahlreiche Besucher waren gekommen, um sich an die frühen 1970er-Jahre zu erinnern – eine Zeit, in der in Wulfen intensiv über die eigene Zukunft diskutiert wurde.

Durch die Veranstaltung führte Max Schürmann, der die damaligen Entwicklungen anhand von Dokumenten, Protokollen und Präsentationen einordnete und für das Publikum aufbereitete.

Politischer Kampf um die Zukunft Wulfens

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand die zentrale Frage jener Jahre: Sollte Wulfen eigenständig bleiben oder Teil der Stadt Dorsten werden? Schürmann machte deutlich, wie groß der Einsatz der lokalen Politik damals war:

„Das hat sehr viel Energie gekostet für die Lokalpolitiker, nebenbei zu verhindern, dass man Teil der Stadt Dorsten wird.“

Die Gemeinderatssitzung fanden in kurzen Abständen statt, teils im Zwei-Wochen-Rhytmus. Neben alltäglichen Entscheidungen zur Ortsentwicklung – etwa Schulgründungen oder Infrastrukturfragen – beschäftigte die Politiker vor allem die drohende Gebietsreform.

Ein bemerkenswerter Punkt: CDU, SPD und FDP verfolgten in dieser Frage weitgehend ein gemeinsames Ziel. Sie wollten die Eigenständigkeit Wulfens erhalten. Diskutiert wurden sogar mögliche Zusammenschlüsse mit Nachbarorten wie Lembeck oder Erweiterungen durch angrenzende Gebiete.

Doch diese Pläne scheiterten – insbesondere, weil Lembeck sich gegen eine gemeinsame Lösung entschied.

Starke Unterstützung aus der Bevölkerung

Auch in der Bevölkerung war das Thema allgegenwärtig. Bürgerinitiativen organisierten Aktionen, Informationsveranstaltungen und Umfragen. Das Ergebnis war eindeutig: Eine große Mehrheit sprach sich für die Eigenständigkeit aus.

„Über 90 Prozent wollen, dass Wulfen eigenständig bleibt.“

Dabei ging es vielen nicht darum, Fortschritt zu verhindern – im Gegenteil. Die Entwicklung der „Neustadt Wulfen“ galt als zukunftsweisendes Projekt. Entscheidend war vielmehr der Wunsch, die Entwicklung vor Ort selbst gestalten zu können.

Landespolitik setzte sich durch

Trotz des breiten Widerstands vor Ort setzte sich letztlich die Landesregierung Nordrhein-Westfalen durch. Ziel der Gebietsreform war eine effizientere und leistungsfähigere Verwaltungsstruktur.

Aus Sicht des Landes hätte eine eigenständige Gemeinde Wulfen langfristig Schwierigkeiten gehabt, eine funktionierende Verwaltung aufrechtzuerhalten. Zudem wollte man Konkurrenzsituationen zur Stadt Dorsten vermeiden.

1975 wurde Wulfen schließlich eingemeindet – ein einschneidender Schritt, der bis heute nachwirkt.

Ein Blick zurück: Der letzte Gemeinderat

Besonders eindrücklich war der Blick auf das Protokoll der letzten Gemeinderatssitzung am 27. Dezember 1974, die ebenfalls im Hotel Humbert stattfand.

Damals wurden die Ratsmitglieder offiziell verabschiedet – ein historischer Moment, der das Ende der kommunalen Eigenständigkeit markiert.

Mit einer kleinen Quizfrage lockerte Schürmann den Rückblick auf: Welche Entscheidung wurde im Jahr 1973 tatsächlich getroffen?

Viele vermuteten große politische Beschlüsse – tatsächlich ging es jedoch um eine vergleichsweise alltägliche Maßnahme: eine beheizte Fußgängerbrücke in Barkenberg, die im Winter Schnee- und eisfrei bleiben sollte. Ein Beispiel dafür, wie konkret und praxisnah Kommunalpolitik damals war.

Engagement des Heimatvereins

Ergänzt wurde die Veranstaltung durch die Geschichtsgruppe des Heimatvereins Wulfen, die mit einem Informationsstand vertreten war.

Mit Büchern, Broschüren und historischen Materialien boten die Mitglieder den Besuchern zusätzliche Einblicke in die Entwicklung des Ortes. Viele nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch – auch eigene Erinnerungen wurden geteilt.

Geschichte, die bis heute nachwirkt

Der Zeitzeugennachmittag zeigte eindrucksvoll, dass die Ereignisse von damals noch immer eine Rolle spielen.

Die Frage nach Identität, Selbstständigkeit und Entwicklung ist für die Wulfener auch 50 Jahre später noch präsent.

Preopening Abend im Atlantis: Einblick in die neuen Rutschen

Zum ersten Mal durften Gäste am Freitagabend die neuen Attraktionen im Atlantis Dorsten selber erleben. Der neue Rutschenturm im Herzen des großen Familienbeckens bietet insgesamt drei Rutschen, die dutzende Dorstener am Freitag ausgiebig testeten. Beim großen Preopening war ebenfalls das Team, Freunde und Förderer des Atlantis mit dabei.

Insgesamt können sich Besucher im Atlantis nun auf neun verschiedenen Rutschen austoben. Zwei neue Großrutschen ergänzen das bestehende Angebot. Einmal eine spektakuläre Helixrutsche und eine Trichterrutsche. Im Sekundentakt stürmten Besucher die Wendeltreppe hoch, um der erste auf der Rutschbahn zu sein. Die neuen Rutschen kommen bei den Dorstenern also richtig gut an.

Auch die Beleuchtung war ein Highlight. Die nächtliche Atmosphäre gepaart mit der neuen Beleuchtung erschufen ein Erlebnis, an das sich vor allem die jungen Gäste noch lange erinnern werden.

Sponsorentreff Atlantis Dorsten
Die neue Lichtkuppel haucht dem Atlantis eine ganz neue Atmosphäre ein. Foto: Christian Haug

Großes Team für großen Umbau

Neben Geschäftsführer Frank Schellhaus waren auch viele weitere Geschäfts- und Teampartner beim Preopening dabei. Unter anderem Jan Rothaupt von Wiegand Waterriders, welcher sich mit der Konstruktion der neuen Wasserrutschen beschäftigte. Außerdem war Andreas Wagner anwesend, CEO von „Wead Light“, die unter anderem die neue Lichtkuppel hergestellt haben. Er ist extra am Donnerstag aus Österreich angereist, um am Freitag vor Ort in Dorsten zu sein. Abschließend war auch noch Thorsten Gedeke im Atlantis, der technische Leiter des Umbaus. Alle Geschäftspartner und Mitglieder des Teams werden von Frank Schellhaus für ihr starkes Engagement gelobt.

Sponsorentreff Atlantis Dorsten
Der Eingang zu einer neuen Rutsche im Atlantis, der Helixrutsche. Foto: Christian Haug

Alle wichtigen Details zum Umbau finden Sie im Hauptartikel: Atlantis Dorsten öffnet wieder: Großumbau nach zehn Wochen abgeschlossen

Power Rock in Dorsten: Kaiser Franz und the Astoria im Vinylcafe

Am Freitagabend spielten Kaiser Franz und The Astoria im Vinylcafe auf der Zeche Fürst Leopold. Beide Acts brachten die Zeche Leopold mit explosivem Rock zum Beben. Kaiser Franz eröffnete für die niederländische Band.

Den Auftakt machte Kaiser Franz mit seiner Hofkapelle. Für den Alternative Rock Kaiser war es die erste Show im neuen Jahr. Insgesamt 14 weitere Shows spielt der gebürtige Recklingshausener im Ruhrgebiet und Umgebung. Sein Debütalbum aus dem Jahr 2023 namens „Alles auf Anfang“ kombiniert handgemachte Rockmusik und charmante, raubeinige Poesie. Songs wie „der „Goldmädchen“ und das titelgebende Lied „Alles auf Anfang“ ließen das Vinylcafe ordentlich zum ausrasten bringen.

Feiner Garage Rock aus den Niederlanden

The Astoria veröffentlichte im letzten Jahr ihr Debutalbum „Loud!“ mit explosiven Singles wie „Let It All Hang Out“ und „I Like It When It’s Loud“. Die Rock Band aus Eindoven klingt wie eine Mischung aus den Stooges, MC5 und den Rolling Stones. Mit eingängigen Refrains und harten Solos begeisterten die Garage Rocker das Vinylcafe Schwarzes Gold.

Viele Mitglieder von Astoria hatten schon in anderen Bands Erfahrung gesammelt. Jeroen und Mirjam spielten in „The Dirty Denims“ und Michel bei „Jabberwocky“, bekannte Namen in der Underground Rock-Szene. Auch sie bescherten dem Vinylcafe einen Abend, an den man sich noch gerne lange zurückerinnern wird.

Vinylflash in Wulfen: Die Alben zur kommunalen Neuordnung

Im Jahr 1975 wurde Wulfen Teil der Stadt Dorsten. Im Zuge des Jubiläums wurde am Freitag im Gemeinschaftshaus Wulfen der beliebte Vinylflash veranstaltet. Das Besondere: Es wurden nur Platten aus dem Jahr 1975 gespielt. Darunter befanden sich auch wegweisende, ikonische LPs. Unter anderem auch von deutschen Bands.

Der Vinylflash ist keine klassische Plattenbörse, bei welcher man für wenig Geld Vinyls mit nach Hause nehmen kann. „Wir wollen hier keine Schnäppchenjäger anziehen“, erklärt Veranstalter Martin Grewer mit einem Lächeln. Jeder konnte seine eigene Herzensplatte mitnehmen und der geselligen Runde im Gemeinschaftshaus präsentieren. Das einzige Kriterium: Das Album musste im Jahr 1975 veröffentlicht werden, das Jahr der kommunalen Neuordnung.

Gemeinschaftshaus Wulfen Vinylflash Jahr 1975
1975 umfasst auch die Anfangszeit vom legendären Bob Marley. Foto: Christian Haug

Ein wildes, experimentelles Jahr

Die Mitte der siebziger Jahre zeichnete sich vor allem durch viele Experimente und Kreativität aus. Veranstaltet Martin Grewer beschreibt die Zeit wie folgt: „1975 war die sogenannte „New Wave“ am kommen. Eine Musikszene, die viel ausprobierte und unter anderem für Bands wie die Talking Heads wegweisend war. Zum Beispiel kombinierten sie traditionelle Rock-Elemente mit Jazz Einflüssen“. Zu der Zeit.“

Eine dieser wegweisenden New Wave Bands kam sogar aus Deutschland. 1975 hat die Düsseldorfer Band „Neu!“ ihr Self-Titled Studioalbum veröffentlicht, ein Meilenstein in der Musikgeschichte. Musikfan und DJ Grischa hat die Platte mit ins Gemeinschaftshaus genommen. „Der Sound auf der LP war wegweisend für die Manchester Bands der 70er Jahre, unter anderem für Joy Division und New Order. Es wurde zum Beispiel der Schlagzeug-Sound von Neu! fast genau adaptiert. Sie waren extrem richtungsweisend und ein Vorreiter ihrer Zeit“, verrät der Musiksammler.

Gemeinschaftshaus Wulfen Vinylflash Jahr 1975
Die Band Neu! war wegweisend für den Sound der 70er Jahre Manchester Bands. Foto: Christian Haug

Live Musik mit Pink Floyd Klassiker

Bevor das Plattenhören losging, eröffnete Musiker Gert Gratias mit Live Musik den Abend. Die eine Hälfte des Musikduos „WirSing“ performte „Shine On You Crazy Diamond“ vom Album „Wish You Were Here“, veröffentlicht im Jahr 1975. „Pink Floyd hat mich schon immer begeistert. Als ich mich rangesetzt habe, um den Song zu üben, musste ich das Lied aber ein bisschen kürzen. Das Intro ist schon etwas lang“, erzählte Gert Gratias mit einem Grinsen. Insgesamt geht der Song auf dem Album über 25 Minuten, ist aber in 9 Teile unterteilt. Gert begeisterte die Gäste mit seiner Ein Mann Akustik Interpretation des Songs.

Gemeinschaftshaus Wulfen Vinylflash Jahr 1975
Gert Gratias spielte am Abend viele Klassiker, unter anderem „Shine On, You Crazy Diamond“. Foto: Christian Haug

Vinylflash soll öfter stattfinden

Der Vinylflash kommt bei den Leuten super an, also stellt sich die Frage, ob man bald öfter gemeinsam Schallplatten hören kann. Für Martin Grewer ist es wichtig, dass sich die Veranstaltung natürlich weiterentwickelt und nicht in eine bestimmte Richtung gedrückt wird: „Wenn man mal Platten untereinander tauschen will und man auch Platten ab und zu jemanden abkauft, dann ist das kein Problem. Nur das muss von den Leuten aus selber passieren. Aber ich freue mich natürlich, dass der Vinylflash so gut besucht ist. Wir wollen versuchen, dass drei bis vier Mal im Jahr auf die Beine zu stellen.“

Einbruch in die Kita Wischenstück – Täter flüchten ohne Beute

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (19. auf 20. März) sind bislang unbekannte Täter in die Kita Wischenstück in Dorsten-Wulfen eingebrochen. Nach ersten Erkenntnissen verschafften sich die Einbrecher gewaltsam Zutritt, indem sie vermutlich ein Fenster einschlugen.

Trotz des Einbruchs verließen die Täter das Gebäude ohne Diebesgut. Warum nichts entwendet wurde, ist derzeit noch unklar. Hinweise auf mögliche Tatverdächtige liegen der Polizei bislang nicht vor.

Die Kita Wischenstück besteht seit 1996 und liegt in ruhiger Lage am Rand von Wulfen-Barkenberg. Rund 60 Kinder werden dort betreut.

Die Polizei bittet nun um Mithilfe aus der Bevölkerung: Wer in der Nacht verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise zu den Tätern geben kann, wird gebeten, sich unter der kostenlosen Rufnummer 0800 2361 111 zu melden.

#182 Glosse von Anke: Ostersterne

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Ich habe – wie jeder andere normalbegabte Mensch auch – sicherlich ein gutes Händchen für dieses und jenes. Dass zu diesem Händchen ein grüner Daumen gehört, kann ich allerdings nicht behaupten. Zu oft musste ich schon, geplagt vom schlechten Gewissen mangelhafter Fürsorge, verdorrte oder ertränkte Pflanzen im Kompost bestatten, in der Hoffnung, dass sie im Blumenhimmel auf Wiese 7 zu neuer Blüte erwachen mögen. Der Heilige Fiacrius, Schutzpatron des Gartenbaus, möge mir verzeihen!

Umso mehr erstaunt es mich, dass meine beiden Weihnachtssterne, die ich in der Adventszeit 2025 in einem ortsansässigen Flora-Handel erwarb, auch im vierten Monat in meiner Obhut immer noch so üppig strahlen wie am ersten Tag. Okay – anfangs habe ich sie laut Anweisung nicht zu häufig und nur mit lauwarmem Wasser gefüttert, sie vor Kälte und windverdächtigen Standorten geschützt und mich an ihrer dunkelroten Schönheit erfreut.

Meister Langohr scharrt mit den Hinterläufen

Doch mittlerweile ist der Lenz ins Land gezogen, Meister Langohr scharrt mit den Hinterläufen, und meine beiden prächtigen „Blumen der Heiligen Nacht“ künden immer noch von Christi Geburt. Was soll ich tun? Ich kann sie ja nicht absichtlich vernachlässigen. Gut, ich gebe zu, dass ich dem Gießwasser schon einmal einen „kalten Schluck“ beigemischt habe. Auch habe ich die beiden kürzlich getrennt: Der eine Weihnachtsstern ziert jetzt die Fensterbank im Flur, da ist es deutlich kühler und zugiger.

Doch sie trotzen diesen Unbilden tapfer, als wollten sie mir ewige Treue schwören und mich trösten für die vielen auf mir lastenden vergangenen „Beerdigungen“ auf dem Kompostfriedhof: „Anke, befreie dich von deiner Schuld“, rauschen mir ihre saftigen Blätter zu, „schau her, wie prächtig wir gedeihen! Nimm es als Ermunterung, dass du doch eine würdige Pflanzenpflegerin werden kannst…“

Okay. Ihr habt es nicht anders gewollt. Ich werde jetzt meinen knallorangen Velours-Hasen an euren Topf stellen und euch mit bunten Eiern schmücken. So wird aus einem Weihnachts- ein Osterstern. Den lateinischen Fachnamen für meine neue Züchtung reiche ich dann beim Patentamt ein: „Stella Paschalis Anke“, auf Deutsch: Ankes Osterstern!

Marktcafé feiert das Miteinander mit Sektfrühstück und Kinderchor

Im Rahmen des Festmonats zum 50. Jubiläum der Kommunalen Neuordnung ist am Freitagvormittag im Gemeinschaftshaus Wulfen ein Zeichen für gelebte Nachbarschaft gesetzt worden. Im Marktcafé, das sonst an jedem Freitag ein fester Treffpunkt für viele Menschen im Stadtteil ist, wurde das soziale Miteinander diesmal auf besondere Weise gewürdigt: mit einem festlichen Sektfrühstück, feinen Häppchen und einem musikalischen Überraschungsauftritt der Kinder der Kita Wulfener Markt.

Schon beim Betreten des Gemeinschaftshauses war spürbar, dass dieser Vormittag kein gewöhnlicher Freitag werden würde. Das Marktcafé war noch besser besucht als sonst. Viele Gäste nutzten die besondere Atmosphäre, um gemeinsam zu frühstücken, miteinander ins Gespräch zu kommen und den Morgen in geselliger Runde zu genießen.

Die Sektbar. Foto: Alexander Fichtner

Ein Freitagmorgen, der mehr ist als Routine

Das Marktcafé im Gemeinschaftshaus Wulfen ist für viele Besucher längst mehr als nur ein Ort für Kaffee und Frühstück. Es ist ein Treffpunkt, ein Stück Alltag und für manche auch ein verlässlicher Anker im Wochenrhythmus. Gerade deshalb passte die Veranstaltung im Festmonat der Dorstener 750 Jahrsfeier so gut an diesen Ort.

Ein vielfältiges Miteinander. Foto: Alexander Fichtner

Denn gefeiert wurde nicht nur ein Stadtjubiläum, sondern auch das, was ein Stadtteil im Innersten zusammenhält: Begegnung, Austausch und das Gefühl, dazuzugehören. Mit dem Sektfrühstück erhielt dieser regelmäßige Treffpunkt einen festlichen Rahmen, ohne seinen offenen und herzlichen Charakter zu verlieren.

Sektfrühstück und feine Häppchen für die Gäste

Statt des gewohnten Freitagmorgens erwartete die Besucher diesmal ein liebevoll vorbereitetes Frühstück mit einem Glas Sekt und kleinen, feinen Häppchen. Das besondere Angebot verlieh dem Marktcafé einen feierlichen Glanz. Es machte deutlich, dass hier etwas gewürdigt werden sollte, das im Alltag oft ganz selbstverständlich erscheint.

Foto: Alexander Fichtner

Gerade in einer Zeit, in der soziale Treffpunkte immer wichtiger werden, zeigte sich im Gemeinschaftshaus Wulfen, wie wertvoll solche regelmäßigen Begegnungen für das Leben im Stadtteil sind. Das zusätzliche Interesse an diesem Vormittag machte deutlich, wie sehr das Marktcafé in Wulfen angenommen wird.

Kinder der Kita Wulfener Markt sorgen für einen besonderen Moment

Für einen besonders herzlichen Höhepunkt sorgten die Kinder der Kita Wulfener Markt. Mit ihrem Auftritt überraschten sie die Gäste des Marktcafés und brachten spürbar Bewegung in den Saal. Die kleinen Sängerinnen und Sänger wurden schnell zum Mittelpunkt des Vormittags.

Die Kinder bei ihrem Konzert. Foto: Alexander Fichtner

Mit ihren Liedern luden sie die Besucher nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Mitmachen und Mitsingen ein. Viele Gäste ließen sich gern darauf ein, stimmten ein und erlebten so einen Moment, der Generationen auf ganz unmittelbare Weise miteinander verband.

Applaus für die kleinen Bühnenstars

Die Freude über den Auftritt war im ganzen Raum zu spüren. Immer wieder wurden die Kinder mit aufmerksamen Blicken, lächelnden Gesichtern und schließlich mit viel Applaus bedacht. Die kleinen Bühnenstars wurden für ihren Beitrag herzlich gefeiert.

Foto: Alexander Fichtner

Gerade diese Mischung aus festlichem Frühstück, vertrauter Begegnung und kindlicher Unbeschwertheit verlieh dem Vormittag seinen besonderen Charakter. Das Marktcafé wurde an diesem Freitag einmal mehr zu einem Ort, an dem Gemeinschaft nicht nur beschworen, sondern ganz praktisch gelebt wurde.

Gemeinschaft sichtbar machen

Die Veranstaltung im Gemeinschaftshaus Wulfen zeigte eindrucksvoll, dass die 750 Jahrsfeier der Stadt Dorsten nicht nur Raum für große Feste bietet, sondern auch für die leisen, menschlichen Momente im Alltag. Im Marktcafé stand nicht das Spektakel im Mittelpunkt. Sondern die Wertschätzung für ein regelmäßiges Angebot, das Woche für Woche Menschen zusammenbringt.

Damit wurde dieser Freitagmorgen zu einem würdigen Beitrag im Festmonat. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie lebendig Nachbarschaft in Wulfen Barkenberg gelebt wird.

22. März 1945: Tod aus dem Frühlingshimmel

In dieser Woche gedenken Dorsten und Wulfen den Bombenangriffen vom 22. März 1945. An einem klaren Frühlingstag traf es damals erst das Dorf, dann die Stadt. Hunderte Menschen starben oder wurden obdachlos.

Vor 81 Jahren wurden Dorsten und Wulfen bei alliierten Bombenangriffen schwer getroffen. Die Angriffe waren Teil einer starken Serie von Bombardierungen, die den Einmarsch der westlichen Alliierten über den Rhein ins Deutsche Reich und damit den Sieg über das Nazi-Regime vorbereiten sollten.

In der Altstadt starben 319 Menschen

Über 100 Flugzeuge starteten am 22. März über England in den blauen Frühlingshimmel und steuerten über den Ärmelkanal auf Westdeutschland zu. Als Ziel hatte man den Besatzungen „Militärische Einrichtungen und Hauptquartiere“ genannt, die sich in Dorsten befinden sollten. Als der Bomberstrom kurz nach 14 Uhr von Norden aus auf Dorsten zudröhnte, hofften einige Beobachter noch, die Briten, Kanadier und Amerikaner würden ins Ruhrgebiet abfliegen, als sich die Bombenschächte öffneten.

Schon auf dem Foto kann man die schweren Verwüstungen erkennen, die von 377 Tonnen Bomben angerichtet worden waren. 319 Menschen fanden den Tod, 700 wurden obdachlos. Foto: Archiv

Ab 14.14 Uhr regneten fünf Minuten lang Bomben auf die Stadt herab. 377 Tonnen Sprengmaterial rissen eine Schneise in die Innenstadt, Rauch und Staub schraubten sich dabei fast zweieinhalb Kilometer hoch in die Luft. Im Bombenhagel wurden 319 Menschen getötet. Die Wohnbebauung in der Innenstadt wurde so gründlich zerstört, dass man nach dem Löschen der Brände einige Tage nach dem Angriff beinahe ungehindert von einer Seite der Stadt zur anderen schauen konnte. Über 700 Familien waren obdachlos, und die Schuttberge so enorm, dass auf jeden Einwohner der Innenstadt über 43 Kubikmeter Schutt kamen – deutlich mehr als selbst in Dresden oder Köln.

Nur wenige Tage nach dem Bombardement rückten die Amerikaner in der Stadt ein und besetzten das in Trümmern liegende Dorsten. Noch heute werden bei Bauarbeiten Blindgänger aus dem Erdreich geborgen.

Bomben auf Wulfen fordern 23 Leben

Der 22. März 1945 wurde ebenso Wulfens Schicksalstag. Morgens, um 10.10 Uhr wurden bei einem Angriff eines amerikanischen Bomberverbandes vier Bombenteppiche über das Dorf gelegt. Dabei wurden über Wulfen mehr als 100 Sprengbomben von fünf bis zehn Zentnern Gewicht abgeworfen. Der erste Flächenwurf traf zuerst das Dorf und die Kirche.

15 Wohnhäuser und die Matthäuskirche wurden beim Angriff auf Wulfen zerstört. Foto: Archiv

Der zweite Angriff traf dann den Bahnhof, der dritte den neuen Friedhof, und der vierte die Häuser Auf der Koppel. Insgesamt fielen dabei 125 Sprengbomben von fünf bis zehn Zentnern Gewicht auf Wulfen, die die Kirche und 15 weitere Häuser total zerstörten. Sieben weitere Wohnhäuser mussten im Folgenden sofort geräumt werden und zwölf andere erhielten schwere Beschädigungen. Insgesamt forderte der Angriff 23 Todesopfer. 22 Opfer der Bombenkatastrophe wurden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung am 25. März 1945 auf dem ebenfalls von Bomben getroffenen, verwüsteten Friedhof gemeinschaftlich in einem als Grab dienenden Bombentrichter beigesetzt.

22 Menschen wurden in dem Gemeinschaftsgrab bestattet. Foto: Stadt Dorsten

Flucht in den Keller

Augenzeugen berichten später von dem Schreckenstag. Hermann Grewer (damals im Alter von zwölf) beschreibt dabei das Ereignis am 22. März 1945 als einen herrlichen Frühlingstag, der aber für viele Wulfener Familien schrecklich endete. „Meine Eltern, Bernhardine und Hermann Grewer, und wir fünf Kinder (Alfred, Hermann, Werner, Willi und Hildegard) wohnten direkt an der Matthäuskirche im Hause der Familie Stolbrink. Von unserem Vater, der als Soldat in Südfrankreich war, hatten wir schon seit einigen Monaten keine Nachricht mehr erhalten. So musste unsere Mutter uns fünf Kinder alleine versorgen und sich um alles kümmern. Unterstützung erhielten wir durch Familie Stolbrink“, erinnert sich Hermann Grewer.

Beim einsetzendem Voralarm suchten er und seine Familie sowie weitere Dorfbewohner und Angestellte des Lebensmittelgeschäftes Stolbrink und der Post Deckung im Gewölbekeller der Familie Stolbrink. Auch das Wohnhaus der Familie Stolbrink wurde dabei komplett vernichtet. Von 22 Dorfbewohnern die im Keller der Familie Stolbrink Zuflucht suchten, starben anschließend elf an den Folgen dieser Angriffe.

Einer von 37 Bombern der ersten Angriffswelle: Die B-17G Flying Fortress mit der Mannschaft von 1st Lt. Byron L. Magness. Das Foto zeigt den Bomber in 23500 Fuß auf der Position D-2 im Lead Squadron beim Abwurf ihrer Bomben (2 Brandbomben IB M17 sowie 15 Sprengbomben GP M30) auf Dorsten. Die Aufnahme entstand durch den Piloten John Bornstedt, aufgenommen aus einer anderen B-17 im Angriffsverband. Foto: Archiv

Todesangst in 7620 Metern Höhe

Während die Nazi-Propaganda die alliierten Bomberbesatzungen als mordlüsterne „Terrorflieger“ darstellte, sahen die Briten, Amerikaner und ihre Verbündeten Luftangriffe als wichtiges Mittel an, den Krieg in das Herz Nazideutschlands zu tragen. Für die Besatzungen war solche Propaganda aber spätestens dann von nachrangiger Bedeutung, wenn sie beim Anflug von deutschen Jagdflugzeugen angegriffen oder der präzise schießenden Flak ausgesetzt waren. Neben den Briten und Kanadiern waren beim Angriff auf Dorsten auch Amerikaner beteiligt. Einer von ihnen, der Heckschütze James Leonard Waymire, beschreibt die Mission abschließend in seinem Kriegstagebuch.

Am 21. Februar 1945 ließ sich die Crew von Leutnant Byron L. Magness vor einer B-17 ihrer Einheit fotografieren. Von links oben nach rechts unten: Techniker William C. Williams, Pilot Byron Magness, Co-Pilot Robert H. Dee Jr., Navigator Samuel Arbuthnot, Ersatz-Bombenschütze Daniel M. O‘Connell, Funker James C. Oliver, Kugelturmschütze Bertram A. Ongly, und Heckschütze Larry L. Nulf. Foto: Archiv

„Es war ein klarer Tag, also konnten die Deutschen uns mit ihren Flakgeschützen gut verfolgen“, beschreibt Waymire. Schon kurz vor dem Abwurf wurde ihre Maschine von heftigen Detonationen durchgeschüttelt. Die in der Luft explodierenden Geschosse der Flugabwehrkanonen schienen dabei immer näher auf den Bomber zuzukommen. „Ich wäre fast in meinen Helm hineingekrochen, als ich sah, wie die Detonationen näherkamen“, beschreibt Waymire seine Todesangst. „Einige kamen nahe genug, um unser Flugzeug durchzuschütteln“, notiert der Schütze, „ich war wirklich froh, als wir unsere Bomben abgeworfen hatten und im 45-Grad-Winkel vom Ziel abdrehten.“

„Ich bin so müde“

Doch der Beschuss wurde stärker. „Plötzlich traf Flak unser drittes Triebwerk und setzte es ausser Gefecht, und Triebwerk Nummer vier verlor sofort an Leistung.“ Entsetzt musste Waymire mit ansehen, wie ein anderer Bomber in der Luft zerrissen wurde und ein anderer brennend zu Boden stürzte, während die eigene Maschine immer weiter an Höhe verlor.

Nur mit Glück schaffte es das zerschossene Flugzeug schließlich zurück nach England. „Drei Löcher waren direkt hinter mir im Heck der Maschine“, so Waymire. Bei anderen Besatzungen waren einige der Soldaten getötet worden. „Ich bin so müde“, schreibt er.

„Erinnern für die Zukunft“: Dorsten gedenkt Zerstörung am 22. März 1945

Der 22. März 1945 gehört zu den dunkelsten Tagen der Dorstener Stadtgeschichte. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Altstadt von Dorsten und das Dorf Wulfen durch schwere Bombenangriffe nahezu zerstört. Am 81. Jahrestag wird in beiden Stadtteilen erneut an die Opfer und die verheerenden Ereignisse erinnert.

Am Morgen des 22. März 1945 griffen amerikanische Bomberverbände zunächst Wulfen an. Gegen 10.10 Uhr wurden unter anderem die St.-Matthäus-Kirche, der Bahnhof, der Friedhof sowie Wohnhäuser getroffen. 23 Menschen verloren dabei ihr Leben. Wenige Stunden später, gegen 14 Uhr, traf es die Dorstener Altstadt mit voller Wucht: 377 Tonnen Luftminen und Sprengbomben verwandelten die Innenstadt innerhalb von weniger als 20 Minuten in ein Flammenmeer. Die historische Altstadt wurde nahezu vollständig zerstört, fast 300 Menschen starben, rund 700 Familien verloren ihr Zuhause.

Gedenken in Wulfen und Dorsten

Auch 81 Jahre später bleibt die Erinnerung lebendig. In Wulfen beginnt das Gedenken am Samstag mit einem Gottesdienst um 9 Uhr in St. Matthäus, musikalisch begleitet vom Kirchenchor Cantus St. Matthäus. Im Anschluss lädt der Heimatverein Wulfen ab 10 Uhr zu einer Gedenkstunde neben der Kirche ein. Bei schlechtem Wetter findet das Gedenken im Gebäude statt. Schülerinnen und Schüler der Montessori-Schule sowie der Gesamtschule Wulfen gestalten das Programm gemeinsam mit dem Kirchenchor.

Gegen 11.15 Uhr wird im Matthäusheim ein Film gezeigt, in dem Zeitzeugen über ihre Erlebnisse berichten. Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern des St.-Ursula-Gymnasiums schildern sie ihren Alltag im Nationalsozialismus, die Zerstörung am 22. März 1945 und das Leben in der Nachkriegszeit.

Bombardierung Wulfen
Die zerstörte Matthäuskirche in Wulfen nach dem Bombenangriff 1945. Foto: Archiv

In Dorsten selbst wird der Jahrestag ebenfalls mit mehreren Veranstaltungen begangen. In der St.-Agatha-Kirche läutet um 11 Uhr sowie erneut um 14 Uhr die Totenglocke. Während des Gottesdienstes wird es eine Schweigeminute für die Opfer geben. Am Nachmittag um 14 Uhr laden die Franziskaner zu einer Andacht in die Klosterkirche in der Innenstadt ein.

Direkt im Anschluss, gegen 14.30 Uhr, beginnt ein besonderer Rundgang durch die Innenstadt. Stadtführerin Petra Eißing führt unter dem Titel „Auf den Spuren der zerstörten Stadt“ durch Dorsten. Ausgangspunkt ist das Franziskanerkloster an der Lippestraße. Während des Rundgangs können sich die Teilnehmer historische Bilder ansehen, die die Zerstörung dokumentieren und den Vergleich mit dem heutigen Stadtbild ermöglichen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung bei der Stadtagentur wird jedoch erbeten.

Mahnung für Gegenwart und Zukunft

Bürgermeister Tobias Stockhoff unterstreicht die Bedeutung des gemeinsamen Erinnerns deutlich: „Die Bomben fielen nicht aus heiterem Himmel auf Dorsten, sondern waren die Antwort auf Nazi-Verbrechen, die ihren Ursprung in unserem Land haben. Sie gehörten zur letzten Offensive der Alliierten in einem Krieg, den Deutschland begonnen und im März 1945 längst verloren hatte.“

Zugleich sieht er im Gedenken eine klare Verantwortung für die Gegenwart: „Die Erinnerung an diese Schrecken und die Trauer um die Opfer mahnen uns, entschieden für Demokratie und Völkerverständigung einzutreten. Unser Stadtdialog für Menschenwürde, Demokratie und Respekt und unsere Städtefreundschaften in aller Welt gehören zu den Lehren, die wir aus dieser Geschichte für die Zukunft gezogen haben.“

Ein Heimspiel: Klavierkonzert von Volker Zwetschke im Gemeinschaftshaus Wulfen

Im Rahmen des Festmonats März zur 750 Jahr Feier der Stadt Dorsten wurde in Wulfen und Barkenberg ein vielfältiges Kulturprogramm auf die Beine gestellt. Besonders das Gemeinschaftshaus Wulfen entwickelte sich dabei zu einem zentralen Ort der Begegnung, der Musik und der kulturellen Vielfalt. Organisiert wurden mehrere Veranstaltungen von PRO GHW, die mit ihrem Programm bewusst ein breites Publikum ansprechen wollten.

Für die Organisatoren stand von Anfang an fest, dass die Feierlichkeiten mehr sein sollten als ein klassisches Festprogramm. Vielmehr sollte ein Angebot entstehen, das unterschiedliche künstlerische Formen und Interessen zusammenführt.

Hannes Schmidt-Domogalla von PRO GHW beschreibt diesen Anspruch als einen „Blumenstrauß von allem“. Ihm sei wichtig gewesen, „einen bunten Strauß an Kulturangeboten zu liefern“, der die Vielfalt des kulturellen Lebens in den Mittelpunkt stelle. Es gehe gerade nicht darum, Kunst in Kategorien einzuteilen oder zu bewerten, sondern darum, Menschen mit ganz unterschiedlichen Zugängen zur Kultur zusammenzubringen.

Das Gemeinschaftshaus war gut gefüllt. Foto: Alexander Fichtner

Mit diesem Ansatz traf Pro GHW den Nerv des Festmonats. Die 750 Jahr Feier Dorstens wurde in Wulfen und Barkenberg damit nicht nur zum Anlass des Erinnerns, sondern auch zu einer Bühne für lokale und überregionale Kultur.

Gemeinschaftshaus Wulfen als Ort der Begegnung

Das Gemeinschaftshaus Wulfen spielt während des Festmonats eine besondere Rolle. Hier fanden verschiedene Veranstaltungen statt, die den Stadtteil als lebendigen Kulturstandort sichtbar machten. Gerade in einer Zeit, in der kulturelle Orte um Aufmerksamkeit ringen, zeigte sich das Haus als offener Treffpunkt für Künstler und Publikum.

Hannes Schmidt-Domogalla von Pro GHW bei der Begrüssung der Gäste. Foto: Alexander Fichtner

Die Veranstaltungen unterstrichen, dass Jubiläumsfeiern nicht allein aus Festakten und historischen Rückblicken bestehen müssen. In Wulfen und Barkenberg wurde das Stadtjubiläum auch als Einladung verstanden, Gegenwartskultur erlebbar zu machen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Klavierkonzert mit Volker Zwetschke als musikalischer Höhepunkt

Zu den besonderen Programmpunkten zählte das Klavierkonzert von Volker Zwetschke im Gemeinschaftshaus Wulfen. Der Pianist spielte Werke von Beethoven, Chopin, Schubert und weiteren Komponisten und setzte damit einen klassischen Akzent im Festmonat März.

Stimmungsvoll war das Ambiente. Foto: Alexander Fichtner

Für Zwetschke war der Auftritt in Wulfen kein Termin wie jeder andere. Der Pianist, der aus Marl stammt, hat bereits eine Verbindung zum Haus und zu seinem Publikum. „Das hier ist so ein bisschen zu Gast bei Freunden“, sagte er im Vorfeld des Konzerts. Umso mehr freue er sich, „dass ich hier den Beitrag für Dorsten für die 750 Jahr Feier sein darf“.

Diese persönliche Note verlieh dem Abend eine besondere Atmosphäre. Das Konzert war nicht nur ein kultureller Beitrag zum Stadtjubiläum, sondern auch ein Heimspiel für einen Künstler, der international unterwegs ist und zugleich in der Region verwurzelt bleibt.

Zwischen internationaler Bühne und Auftritt in der Heimat

Zwetschke blickt auf eine intensive Konzerttätigkeit zurück, die ihn in den vergangenen Monaten auch nach Asien führte. Nach der Corona Zeit habe er den Weg zurück auf die Bühne wieder deutlich verstärkt, berichtete er. Als Intendant des Europäischen Klassikfestivals sei er zwar seit Jahren eng mit der Organisation von Musikveranstaltungen verbunden, seit der Pandemie habe er jedoch „deutlich wieder ausgebaut, auch international dann“.

Volker Zwetschke spricht über sein Konzert. Foto: Alexander Fichtner

Zuletzt sei er im Oktober und November auf Tour in Japan gewesen, in diesem Jahr bereits in Vietnam, dort auch mit Meisterkursen. Dennoch betont Zwetschke, wie wichtig ihm Auftritte in der Heimat bleiben. „Ich freue mich, dass ich auch in der Heimat gefragt bin und gefragt werde und dass ich dann auch selber in die Tasten hier greifen darf“, sagte er.

Gerade dieser Kontrast zwischen internationalem Konzertbetrieb und lokalem Kulturabend macht den Reiz solcher Veranstaltungen aus. Es zeigt sich, dass große künstlerische Qualität nicht allein an Metropolen oder Konzerthäuser gebunden ist, sondern auch im Stadtteil ihre Wirkung entfalten kann.

Die Nähe zum Publikum hat ihren eigenen Reiz

Dass ein Klavierkonzert im Gemeinschaftshaus Wulfen nicht mit einer Konzerthalle in Kyoto vergleichbar ist, räumt Zwetschke offen ein. Wenn dort fast 2000 Menschen im Saal säßen, sei das „komplett schon Wahnsinn“, sagt er mit spürbarer Begeisterung. Doch Größe allein entscheide nicht über die Bedeutung eines Auftritts.

„Ich freue mich genauso, wenn hier jetzt 50 Leute kommen, finde ich genauso spannend und ich bin auch genauso aufgeregt“, sagte der Pianist. Gerade kleinere Konzerte hätten ihre eigene Intensität. Die Nähe zum Publikum, die direkte Resonanz und die besondere Aufmerksamkeit eines solchen Abends schafften eine Atmosphäre, die große Säle nicht ersetzen könnten.

Hinzu komme ein Faktor, den viele Kulturschaffende kennen: In der eigenen Region aufzutreten, sei oft besonders aufregend. Zwetschke bringt es auf einen einfachen, aber treffenden Satz: „Es kann immer der eine dabei sein, der alles hört, und das war schlecht.“

Klavierkonzert als Teil der Stadtgeschichte

Die Veranstaltungen in Wulfen zeigen im Festmonat März gezeigt, wie lebendig die 750 Jahr Feier von Dorsten in den Stadtteilen gestaltet werden kann. Wulfen und Barkenberg präsentierten sich dabei nicht nur als Orte mit Geschichte, sondern auch als Räume aktueller Kulturarbeit.

MediaMarkt äußert sich zur Übernahme: So sicher ist der Standort Dorsten wirklich

Bleibt der MediaMarkt in Dorsten bestehen oder drohen Veränderungen durch die geplante Übernahme? Nach vielen offenen Fragen hat sich das Unternehmen jetzt erstmals konkret zum Standort geäußert.

Der Elektronikhändler MediaMarktSaturn, dessen Muttergesellschaft Ceconomy vom chinesischen Konzern JD.com übernommen werden soll, gibt dabei eine klare Richtung vor. Für Dorsten gibt es zunächst Entwarnung.

„Fester Bestandteil des lokalen Einzelhandels“

Der MediaMarkt an der Bovenhorst bleibt aus Sicht des Unternehmens ein wichtiger Standort.

„Wir sind am Standort Dorsten bereits seit fast 14 Jahren vertreten und sind mit der Entwicklung des Marktes sehr zufrieden. Er ist fester Bestandteil des lokalen Einzelhandels und wichtiger Teil unseres regionalen Netzwerks“, erklärte eine Sprecherin von MediaMarktSaturn gegenüber Dorsten-Online.

Die Aussage unterstreicht die Bedeutung der Filiale für die Region und zeigt, dass der Standort intern als stabil gilt.

Übernahme noch nicht abgeschlossen

Gleichzeitig stellt das Unternehmen klar, dass die Übernahme derzeit noch nicht final vollzogen ist. Der Abschluss der Transaktion wird in der ersten Jahreshälfte 2026 erwartet. Bis dahin bleibt Ceconomy vollständig unabhängig und verantwortet weiterhin Strategie und Tagesgeschäft. Auch die bisherige Ausrichtung des Unternehmens bleibt damit zunächst bestehen.

Filialnetz wird unabhängig überprüft

Zur Frage möglicher Veränderungen im Filialnetz äußert sich das Unternehmen differenziert.

Grundsätzlich werde das Marktportfolio kontinuierlich überprüft und gezielt weiterentwickelt. Dabei seien sowohl Vergrößerungen als auch Verkleinerungen oder in Einzelfällen auch Schließungen möglich.

Wichtig ist jedoch die Einordnung. Diese Maßnahmen stehen laut Unternehmen nicht im Zusammenhang mit der geplanten Partnerschaft mit JD.com.

Stationärer Handel bleibt zentrale Säule

Ein klarer Schwerpunkt bleibt weiterhin der stationäre Handel. MediaMarktSaturn betont ausdrücklich, dass die Märkte vor Ort auch künftig eine zentrale Rolle im Geschäftsmodell spielen.

Die persönliche Beratung bleibe ein wesentlicher Bestandteil des Angebots, sowohl im Markt als auch über digitale Kanäle hinweg.

Verbesserungen für Kunden geplant

Für Kunden in Dorsten kündigt das Unternehmen vor allem Weiterentwicklungen im Service an. „Für unsere Kunden wird die Partnerschaft mit JD.com besseren Service, innovativere Produkte und ein nahtloses Einkaufserlebnis über alle Kanäle bedeuten“, so eine Sprecherin.

Geplant sind Investitionen in digitale Systeme, Logistik und Lieferketten. Ziel ist es, Abläufe zu verbessern und das Zusammenspiel von Onlinehandel und Markt vor Ort weiter zu optimieren.

Einordnung: Entwicklung mit Perspektive

Bereits zuvor hatte Dorsten-Online über die möglichen Auswirkungen der Übernahme berichtet. Die aktuelle Stellungnahme konkretisiert nun die Perspektive für den Standort an der Bovenhorst.

Kurzfristig sind keine direkten Veränderungen zu erwarten. Der Markt bleibt bestehen und behält seine Rolle im Dorstener Einzelhandel. Langfristig dürfte sich das Einkaufserlebnis jedoch weiterentwickeln, insbesondere durch eine stärkere Verzahnung von Onlinehandel, Service und Logistik. Der MediaMarkt in Dorsten bleibt damit nicht nur vor Ort präsent, sondern wird Teil einer größeren strategischen Entwicklung im europäischen Handel.

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