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Kindermusiker Nilsen: Familien-Pop und Konfetti-Kanone

Selten war der Treffpunkt Altstadt an einem Sonntagnachmittag so voll wie beim Auftritt von Kindermusiker Nilsen. Der gebürtige Rhader legte einen energiegeladenen Auftritt in der beliebten Location hin, der Kinder und Erwachsene zum mittanzen brachte. Dabei spielte der DJ, Sänger und Songwriter elektronische Popmusik mit familienfreundlichen Texten.

Der Inhalt der Songs stieß dabei besonders hervor. Diese behandeln unter anderem Themen wie Freundschaft und Respekt. Ebenfalls weiß Nilsen, wie man eine gute Performance hinlegt. So machte er Gebrauch von Nebelmaschinen und sogar einer Konfetti-Kanone.

Nilsen mit einer beeindruckenden Konfetti-Kanone
Nilsen mit einer beeindruckenden Konfetti-Kanone. Foto: Christian Haug

Seit 2018 spielt Nilsen, bürgerlich Nils Mechlinski, elektronische Popmusik für Kinder ab 4 Jahren. Bisher hat der Songwriter schon drei Alben veröffentlich und diverse Charterfolge erziehlt. Außerdem hat er mit bekannten Größen aus der Welt der Kindermusik kollaboriert, zum Beispiel mit „Der singende Bauernhof“ und „Senta“. Nilsen hat alleine auf Spotify über 190.000 monatliche Zuhörer. Da ist es nicht überraschend, dass die große Kinder-Crowd im Treffpunkt Altstadt fast jeden seiner Songs mitsingen konnte.

Die Texte von Nilsen behandeln gesellschaftlich relevante Themen, wurden aber für Kinder in verständliche, einprägsame Pop-Songs verpackt. Eines seiner bekanntesten Lieder „Schlossfest“ handelt von einer großen Märchen-Feier, wo bekannte Disney Figuren wie Rapunzel und die sieben Zwerge zusammenkommen. In dem Text heißt es: „Trompeten spielen laut, damit jeder weiß: Alle sind willkommen in meinem Königreich.“ Nilsen zeigt, dass Kindermusik ordentlich abgehen, aber auch eine tiefe Message beinhalten kann.

Benefizkonzert für Musiker in der Ukraine: Brücken in der Zeit des Krieges

Das Motto des Kiever Orgeltrios in der Gnadenkirche Wulfen lautete: „Brückenschläge“. Ein Titel, der sowohl das musikalische Programm als auch den Zweck des Konzertes beinhaltet. Ab 17 Uhr begann das Benefizkonzert für die Ukraine, schon deutlich vorher füllten sich die Reihen der Gnadenkirche. Doch bevor es mit der Musik losging, hielt Professor Ortwin Benninghoff, deutscher Komponist und Dirigent, eine kleine Eröffnungsrede.

„Der Krieg macht es schwierig für Musiker, an Arbeit zu kommen. Fördergelder werden gestrichen, die Beträge werdem einfach an anderen Stellen mehr gebraucht. Darum bitten wir um Spenden für die Musiker und Musikerinnen vom Camerata Chernigiv des Revutskyi-Colleges“, verkündet Ortwin Benninghoff vor dem offiziellem Beginn des Benefizkonzerts. Yuliia Grytzun, die Orgelspielerin des Abends, kommt ursprünglich aus der Ukraine. Aufgrund des Krieges kann sie ihrer Arbeit als Komponisten für Kinderlieder nicht nachgehen. „Fast sechs Jahre lang dauert der Krieg schon an. Lass uns hoffen, dass dieses Jahr das Kriegsende bringt. Ich wünsche euch allen Gesundheit und Kraft in dieser Zeit.“

Benefizkonzert Gnadenkirche Wulfen
Die Spenden des Abends kommen ukrainischen Musikern zugute. Foto: Christian Haug

Das Kiever Orgeltrio präsentierte diverse Stücke deutscher und ukrainischer Komponisten. Die Musikerinnen schrieben manche Kompositionen sogar selber. Das Motto des Konzertes „Brückenschläge“ fand man in den gespielten Stücken deutlich wider. Die Musikerinnen Mareike Lenz (Flöte), Oksana Popsuy (Violine) und Yuliia Grytzun (Orgel) näherten sich dem Krieg mittels mitreißender Crescendos und emotionaler Harmonien an, welche die Besucher der Wulfener Gnadenkirche mitriss. Insgesamt spielten die Musikerinnen acht Stücke über zwei Stunden hinweg. Eine musikalische Reise, die nicht nur beeindruckende Klangwelten schuf, sondern auch zum Nachdenken anregte.

Festkomitee Dorstener Karneval lädt herzlich zu den Karnevalsevents ein

Hoher Besuch in der Redaktion: Das Festkomitee Dorstener Karneval hat die kommenden Karnevalsevents in Dorsten vorgestellt und alle Bürgerinnen und Bürger herzlich zur neuen Session eingeladen. Im Mittelpunkt steht dabei eine bekannte Tollität, denn Stadtprinzessin Simone I. Stephan wird auch in der Session 2025/26 erneut die närrische Regentschaft übernehmen.

Ursprünglich war eine andere Stadtprinzessin vorgesehen. Kurz vor dem Start der Session kam es jedoch zu einem Krankheitsfall in der Familie, sodass das Festkomitee kurzfristig umplanen musste. Simone I. erklärte sich spontan bereit, ein weiteres Mal als Stadtprinzessin einzuspringen. Genau daran knüpft die kommende Session an, wie der Vorsitzende des Festkomitees Dorstener Karneval, Rudolf Haller, betonte. Gemeinsam mit seiner Frau Angelika Haller bildet er den Hofstaat der Stadtprinzessin.

Bereits am 11. November 2025 wurde Simone I. in den Mercaden Dorsten zum zweiten Mal feierlich inthronisiert. Zuvor hatte sie gemeinsam mit Kinderstadtprinzessin Zoé ein viel beachtetes und herzliches Prinzessinnen-Duo gebildet, das bei vielen Dorstener Karnevalisten in bester Erinnerung geblieben ist.

Karneval Dorsten | Stadtprinzessin Simone I.
Prinzessin Simone I. und die Kinderprinzessin Zoe hatten im Vorjahr Dorsten gemeinsam repräsentiert. Nun macht Simone alleine weiter. Foto: Petra Bosse

Gelassen in die neue Session

Für Simone I. selbst fühlt sich die neue Session vertraut an. „In dieser Session bin ich viel gelassener. Ich weiß ja, was auf mich zukommt“, sagt die Stadtprinzessin. Neben ihren karnevalistischen Aufgaben ist Simone Stephan inzwischen auch politisch aktiv und sitzt als Ratsfrau für den Wahlkreis Wulfen-Barkenberg im Rat der Stadt Dorsten.

Um die Doppelbelastung gut zu bewältigen, hat das Festkomitee die Terminplanung etwas angepasst. Nicht mehr alle weit entfernten Einladungen werden wahrgenommen. Der Austausch mit befreundeten Karnevalsvereinen aus der Region bleibt jedoch ein wichtiger Bestandteil der Session. Seit Jahrzehnten pflegt das Festkomitee Dorstener Karneval enge Freundschaften mit zahlreichen Vereinen. „Ich freue mich darauf, alle wiederzusehen. Es macht mir so viel Freude“, betont Simone I.

Die Prinzessin und ihr Hofstaat sind ein eingespieltes Team. Foto: Borgwardt

Die wichtigsten Karnevalstermine in Dorsten

Das Festkomitee weist besonders auf die zentralen Termine der Session hin, zu denen alle Dorstener eingeladen sind. Am 12. Februar wird traditionell Weiberfastnacht gefeiert. Höhepunkt ist der Sturm auf das Alte Rathaus in der Dorstener Altstadt. Stadtprinzessin Simone I. muss sich dabei erneut kniffligen Fragen stellen, um den Stadtschlüssel zu erobern. „Die Fragen sind nicht ohne“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Ebenfalls am 12. Februar findet um 17.30 Uhr das bekannte Prinzessinnenwiegen mit Festprogramm in den Mercaden statt. Dort wird das Wurfmaterial für den Rosenmontagszug abgewogen.

Am 15. Februar folgt der Kinderkarneval des Holsterhausener Carnevals Clubs, bei dem die Stadtprinzessin als Ehrengast erwartet wird. Den Höhepunkt der Session bildet schließlich der Rosenmontagsumzug am 16. Februar, der wieder zahlreiche Jecken in die Innenstadt locken soll.

Noch freie Plätze beim Rosenmontagszug

Für den Rosenmontagszug sucht das Festkomitee weiterhin neue Fuß- und Wagengruppen. Vereine, Nachbarschaften, Freundeskreise oder andere Zusammenschlüsse sind herzlich eingeladen, Teil des Karnevalszuges zu werden. Besonders attraktiv ist ein Angebot, bei dem eine Spedition einen Wagen samt Fahrer zur Verfügung stellt. Die ausgewählte Gruppe muss den Wagen lediglich dekorieren, kostümierte Teilnehmer stellen und für Wurfmaterial sorgen.

Interessierte Gruppen können sich per E-Mail beim Festkomitee Dorstener Karneval melden unter [email protected] . Das Festkomitee freut sich auf kreative Bewerbungen und darauf, gemeinsam mit vielen neuen Teilnehmern einen bunten und fröhlichen Rosenmontag in Dorsten zu feiern.

Umbau im Atlantis Dorsten: Neue Attraktion enthüllt

Rund zwei Wochen nach Beginn der umfangreichen Umbaumaßnahmen im Atlantis Dorsten ist das bislang gut gehütete Geheimnis gelüftet. Nachdem zum Start der Arbeiten der Ostseekutter „Ole Wismar“ aus dem Erlebnisbecken verschwinden musste, steht nun fest, was an seine Stelle tritt.

Der Rutschenturm im Spaßbadbereich wird um gleich zwei neue Großrutschen erweitert. Konkret entstehen eine große Kringelrutsche, sowie eine spektakuläre Trichterrutsche. Letztere wird genau dort installiert, wo zuvor der Kutter „Ole Wismar“ stand. Beide neuen Attraktionen ergänzen die bereits vorhandene Rutsche im Spaßbadbereich, sodass den Gästen dort künftig drei Rutschen direkt zur Verfügung stehen.

Atlantis Dorsten Umbau Rutschenturm
Der Unterbau für die entstehende Trichterrutsche steht bereits. Foto: Borgwardt

Neun Rutschen und über 500 Meter Rutschspaß

Mit den beiden Neuzugängen wächst die Gesamtzahl der Rutschen im Atlantis Dorsten auf neun. Neben den drei Rutschen im Spaßbadbereich gibt es weiterhin den großen, separaten Rutschenturm mit eigenem Treppenhaus. Dort stehen drei beliebte Bestandsrutschen zur Verfügung, von denen eine aktuell mit modernen Lichteffekten aufgewertet wird.

Atlantis Dorsten Umbau Rutschenturm
Foto: Borgwardt

Hinzu kommen zwei Kinderrutschen im Kleinkinderbecken sowie eine Edelstahlrutsche im Außenbereich, die während der Saison geöffnet ist. Insgesamt summiert sich die Länge aller Rutschbahnen künftig auf über 500 Meter.

Präzisionsarbeit beim Einbau der Trichterrutsche

„Die Arbeiten gehen sehr gut voran“, erklärt Geschäftsführer Frank Schellhaus. Eine spezialisierte Fachfirma montiert die Rutschen aus vorgefertigten Elementen. Dabei stellte der Einbau des großen Rutschtrichters eine besondere Herausforderung dar. Dieses massive Bauteil musste als ein zusammenhängendes Element angeliefert werden.

Atlantis Dorsten Umbau Rutschenturm
An der Baustelle der Trichterrutsche stand vor kurzem noch der Kutter Ole. Foto: Borgwardt

Mit Hilfe eines Krans wurde der Trichter über das Außenbecken hinweg und durch eine geöffnete Glasdoppeltür direkt ins Spaßbad gehoben. „Das war eine unglaubliche Leistung. Es waren nur wenige Zentimeter Platz zum Manövrieren“, so Schellhaus. Bis die neue Rutsche vollständig versiegelt, geprüft und offiziell abgenommen ist, werden allerdings noch einige Wochen vergehen.

Atlantis Dorsten Umbau Rutschenturm
Foto: Borgwardt

Sauna, Gastronomie und Fitness weiter geöffnet

Wichtig für die Gäste bleibt: Der Saunabereich sowie die Gastronomie stehen während der gesamten Bauphase weiterhin zur Verfügung. Das betont Geschäftsführer Frank Schellhaus ausdrücklich. Auch der Fitnessbereich ist ohne Einschränkungen geöffnet.

Atlantis Dorsten Umbau Rutschenturm
Frank Schellhaus freut sich auf die neue Attraktion. Foto: Borgwardt

Wiedereröffnung im Atlantis Dorsten startet im Februar

Ab dem 9. Februar 2026 beginnt die schrittweise Wiedereröffnung des Atlantis Dorsten. Zunächst gehen das Schwimmerbecken und das Solebecken wieder in Betrieb. Auch das Kursangebot mit Rehasport, Präventionskursen und Schulschwimmen wird nach und nach aufgenommen.

Atlantis Dorsten Umbau Rutschenturm
Foto: Borgwardt

Mit den neuen Rutschen setzt das Atlantis Dorsten einen weiteren sichtbaren Akzent im Rahmen der rund 1,5 Millionen Euro schweren Modernisierung. Für viele Gäste dürfte nun klar sein: Das Warten auf die Wiedereröffnung verspricht jede Menge neue Action und Rutschvergnügen.

#174 Glosse von Anke: Wartezimmer-TV

„Haben Sie auch um 8 Uhr einen Termin?“ Mittlerweile gesellt sich Numero 4 zu unserer kleinen Gruppe, die am frühen Morgen vor der Arztpraxis darauf wartet, dass die Tür aufgeschlossen wird. „Wie kann man vier Leute zur selben Zeit bestellen?“, sinniert eine der Damen über die Praxisorganisation.

„Och, vielleicht wird eine Patientin erst ins Labor zum Blutabnehmen geschickt, die andere kommt ans EKG, die dritte in den Behandlungsraum und die vierte ins Wartezimmer“, tut eine andere ihre Überlegungen kund. Wie dem auch sei – die Tür öffnet sich, und während alle drei in irgendwelchen Räumlichkeiten verschwinden, bin ich offensichtlich diejenige, die ins Wartezimmer geschickt wird.

Immerhin ist ein Wasserspender vorhanden und genügend Zeitschriften vom Lesecirkel liegen auch auf einem Tischchen. Da kann ich mich endlich mal wieder auf den Stand bringen, was aktuell so alles in den Königshäusern abgeht. Bei meinem Zahnarzt habe ich ja keine Chance für diesen Luxus: Kaum habe ich den Artikel über die schmutzigen Skandale, mit denen Andrew und Fergie das englische Königshaus in Alarmbereitschaft versetzen, angefangen, ruft mich die freundliche Arzthelferin auf den Behandlungsstuhl. „Meine Güte“, beschwere ich mich dann in den Bohrpausen bei meinem Zahnarzt – warum halten Sie eigentlich so verdammt pünktlich die Termine ein – da verpasse ich ja den ganzen Klatsch aus der Glamour-Welt!“

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Gottlob gibt es andere Arztpraxen, in deren Wartezimmern man problemlos das siebenbändige Romanwerk von Marcel Proust „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ durchlesen kann, bis man endlich aufgerufen wird. Manchmal hängen auch Bildschirme an der Wand, die einem mit Naturaufnahmen oder medizinischen Werbeanzeigen die Zeit vertreiben.

Wartezimmer-TV heißt der Kanal, der eindrucksvoll veranschaulicht, was man zur Vorbeugung von Gebärmutterhals-Krebs tun muss und dass man sich die Lach- und Sorgenfalten mit einem unschädlichen „Nervengift“ einfach glattspritzen lassen kann – hält zwar nur eine kurze Zeit, aber immerhin. Für Kinder hat das Wartezimmer-TV lustige Rätselaufgaben zu bieten: „Welcher Begriff wird gesucht?“, fragt der Monitor, auf dem zeitgleich die Bilder von einem Vogel + einem Haus eingeblendet werden.

Und während Ihr Glücklichen jetzt noch rätseln dürft, verpasse ich mal wieder die Auflösung – bin nämlich gerade aufgerufen worden!

Bauchredner Tim Becker begeistert mit seinen lebhaften Puppen

Für eine kurze Zeit dachte man, dass die Puppen tatsächlich sprechen können. So überzeugend spielte Bauchredner Tim Becker sein Puppenspiel am Freitagabend in der Aula des Gymnasium Petrinum. Dabei setzte Tim Becker nicht alles auf eine Puppe, sondern bot eine Reihe an verschiedenen Charakteren. Jede mit einer eigenen Persönlichkeit und einer eigenen Stimme.

Die eine ist eine lebendig gewordene Calzone, die am laufenden Bande Flachwitze über Pizzen macht. Wiederrum die andere ist eine Ratte im Punk-Kostüm, welche sich selbst als Musical Star versteht. Zwischendurch schlüpft Tim Becker selber in ein Kostüm und schauspielert einen eher unbeholfenen Zauberkünstler. In den Pausen zwischen seinem Puppenspiel erzählt er kleine, unterhaltsame Anekdoten aus seinem Leben. Zum Beispiel, als er auf dem Traumschiff aufgetreten ist.

Bauchrender Tim Becker Aula Gymnasium Petrinum
Tim Becker mit seiner beliebten Puppe Punkratte. Foto: Christian Haug

Anfänge in der Zauberkunst

Gerade tourte Tim Becker mit seinem Programm „Die Puppen, die ich rief“ quer durch Deutschland. Schon seit 20 Jahren tritt auf, jedoch nicht immer als Bauchredner. „Am Anfang habe ich wirklich Zaubertricks auf der Bühne aufgeführt. Dann habe ich angefangen, Puppen in meine Shows einzubauen, weil ich dachte, dass die ganz gut reinpassen könnten. Dann gingen irgendwann Leute nur noch wegen den Puppen zu meinen Auftritten. Dann wusste ich, dass ich komplett in diese Richtung einschlagen will. Als Bauchredner trete ich jetzt schon seit über 15 Jahren auf“, so Tim Becker.

Bei so viel Bühnenerfahrung und so vielen Shows ist es schon das ein oder andere Mal vorgekommen, dass man sich bei einem Gag verhaspelt und man improvisieren muss. Für den Puppen-Routinier stellt das aber keine Herausforderung mehr dar. „Ich habe seit den ganzen Jahr schon ein paar Ideen und Witze vorbereitet, falls mal etwas nicht ganz rund laufen sollte. Das improvisieren auf der Bühne macht aber Spaß und kommt auch beim Publikum oft gut an. Wenn man die Situation mit Leichtigkeit nimmt und einen Witz daraus macht, dann ist das ein Mehrwert für die Show.“

Bauchrender Tim Becker Aula Gymnasium Petrinum
Tim Becker in der Rolle des schmierigen Zauberers Umeno. Foto: Christian Haug

Wolfgang Bosbach in Dorsten: „Als Politiker kann man lustig sein”

„Ich bin ein Junge vom Leben, ich weiß wie es in Ihnen aussieht.“ So beginnt der ehemalige Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach seine Rede im Dorstener Treffpunkt Altstadt. Der frühere CDU Politiker aus Bergisch Gladbach sprach vor allem über zwei Themen: Zusammenhalt und Wandel.

Außerdem anwesend waren Vertreter von der Dorstener Volksbank und dem Verein „Sag JA! zu Dorsten“. Bevor Wolfgang Bosbach mit seiner Rede begann, nutzten die beiden Unterstützer die Gelegenheit für ein paar einleitende Worte.

„Sind überzeugt, dass man den Zusammenhalt spürt“

Ingo Hinzmann, Vorstand der Vereinten Volksbank, eröffnete den Abend mit einer kleinen Anekdote über Zusammenhalt: „Wir als Volksbank fördern die Region und stärken den Zusammenhalt. Wir sind davon überzeugt, dass man das auch spürt. Wir haben im letzten Jahr zum Beispiel 400.000 Euro für soziale Zwecke hier in Dorsten gespendet. Aber auch abseits vom Sponsoring sind wir aktiv. Wir fördern den Mittelstand und schaffen Arbeitsplätze, welche die Region stärken. Wir wollen nicht die Banker in Nadelstreifen sein, sondern die Banker am Gartenzaun.“

Ebenfalls vor Ort war Björn Wesler, Vorsitzender der „Sag JA! zu Dorsten“. Der Verein macht sich ebenfalls für das gemeinschaftliche Wohl in der Region stark. „Wer interessiert daran ist, dem Verein beizutreten, soll einfach mal zu uns kommen. Wir können immer Mitglieder gebrauchen. Und ihr braucht keine Angst vor dem Mitgliederbeitrag zu haben.“

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Vorsitzender von Sag Ja zu Dorsten Björn Wesler und Vorstand der Vereinten Volksbank Ingo Hinzmann (v. l. n. r.). Foto: Christian Haug

Viel Humor als Markenzeichen

Wolfgang Bosbach ist für seine humorvollen Bemerkungen und unterhaltsamen Sprüche in der ganzen deutschen Politikwelt bekannt. Auch Donnerstagabend entlockte er mehrere Male ein Lachen aus dem knapp 250 köpfigen Publikum im Treffpunkt Altstadt. Etwa, als er eine kurze Geschichte aus einer Urlaubsreise erzählte.

„Als ich mit meiner Frau in Südafrika war, genauer gesagt in Kapstadt, begegnete ich einer Frau im Fahrstuhl, die mich erkannte und sich sofort bei mir bedankte. „Dass ich Sie hier am anderen Ende der Welt treffe, unglaublich! Danke für ihre Arbeit.“ Erst freute ich mich, doch dann war ich überrascht als Sie sagte: „Die OP ist gut verlaufen Herr Doktor, vielen Dank nochmal.“ Ich wollte mir erst die OP-Narbe zeigen lassen, doch meine Frau stand leider neben mir.“

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Wolfgang Bosbach erzählt, wie eine Gesellschaft ein Wir Gefühl entwickelt. Foto: Christian Haug

Was bringt eine Gesellschaft zusammen?

Direkt am Anfang seiner Rede stellte Wolfgang Bosbach folgende Frage: Was bringt das Wir-Gefühl in eine Gesellschaft? Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der CDU Bundestagsfraktion nimmt ein bekanntes kulturelles Ereignis als Beispiel: „Ich kann mich noch gut an die Fußball-WM im eigenen Land erinnern. Die Welt hat uns zugetraut, sowas zu organisieren, aber als sie gesehen haben, wie gastfreundlich wir auch sind, waren viele überrascht. Es hingen Deutschlandflaggen in Deutschland, wo gibt es denn sowas? Solche kulturellen Ereignisse schweißen uns zusammen. Hamburg wollte die Olympischen Spiele austragen, aber die Bevölkerung hat sich dagegen gestellt. Dabei ist es doch schön, die Welt als Gast zu haben.“

Als weiteres Beispiel nennt Bosbach die vielen ehrenamtlichen Helfer: „Außerdem, was vermittelt Gemeinschaft wie kaum etwas anderes? Ehrenamtliche Arbeit! Zwei Drittel der Arbeit wird übrigens von Frauen und Personen ausgeübt, die beruflich angespannt sind und viel zutun haben. Viele denken, dass Leute sich engagieren, weil Ihnen langweilig ist. Dabei ist es eher genau andersrum.“

„Es ist doch schön, die welt als gast zu haben“

Deutschland ist noch in der alten Welt

Wolfgang Bosbach thematisierte nicht nur den gesellschaftlichen Wandel, sondern vor allem den technologischen und industriellen Wandel Deutschlands. „Wir sind noch Teil der alten Welt. Unternehmen wie Meggle, BASF und vor allem Firmen die im Industriesektor groß sind, sind weltweit gefragt. Wir sind nicht ohne Grund die drittstärkste Volkswirtschaft. Aber in der neuen Welt, in den aktuellen Technologien, sind wir kaum vertreten. Es gibt keine deutschen Smartphones, keine großen deutschen Unternehmen mit Einfluss am KI. Amazon ist wertvoller als die 40 größten DAX Unternehmen, was aber vor allem an der Kaufkraft meiner Töchter liegt.“

Mit einem kleinen Schlusswort beendete Wolfgang Bosbach seine Rede: „Nur weil jemand eine andere Meinung als ich hat, ist er nicht mein Feind. Geht immer ordentlich miteinander um.“ Nach der Rede hatte das Publikum noch die Chance, selber Fragen an den Politikveteranen zu stellen. Der offizielle Teil des Abends war hiernach vorbei. Danach gab es noch die Möglichkeit, bei einem kleinen Buffett zusammen zu sitzen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Hohe Mark RadRoute erneut mit vier Sternen ausgezeichnet

Die Hohe Mark RadRoute bleibt eine der besten Radfernstrecken Nordrhein-Westfalens. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die rund 280 Kilometer lange Route erneut mit vier Sternen ausgezeichnet und bestätigt damit die hohe Qualität für weitere drei Jahre. Für Radfahrerinnen und Radfahrer aus Dorsten, Raesfeld, Schermbeck und der gesamten Region ist das ein starkes Signal.

Naturerlebnis direkt vor der Haustür

Unter dem Leitmotiv „Aufsatteln und Abschalten“ verbindet die Hohe Mark RadRoute insgesamt 17 Kommunen im Naturpark Hohe Mark. Sie führt durch drei Regionen: den Niederrhein, das Münsterland und das nördliche Ruhrgebiet. Entlang der Strecke warten dabei schattige Wälder, farbenprächtige Heiden, glitzernde Seen und faszinierende Moorlandschaften.

Gerade für Einheimische bietet die Route viele vertraute und zugleich immer wieder überraschende Orte. Dazu zählen das Hervester Bruch bei Dorsten, die Üfter Mark bei Raesfeld und Schermbeck, der Wesel-Datteln-Kanal sowie die historische Femeiche in Erle. Die Radroute eröffnet neue Perspektiven auf bekannte Landschaften und macht sie aus dem Sattel heraus neu erlebbar.

Störche Hervester Bruch
Störche im Hervester Bruch. Foto: Dörthe Huth

ADFC lobt Streckenführung und Infrastruktur

Bereits bei der Erstzertifizierung überzeugte die Hohe Mark RadRoute als Fahrradsafari vor der eigenen Haustür. Auch bei der aktuellen Bewertung hob der ADFC die durchdachte Streckenführung, die sehr gute Infrastruktur und das stimmige Gesamtkonzept hervor. Die Route ist durchgehend rot-weiß ausgeschildert. Radler folgen zudem einfach dem bekannten grünen Fahrradlogo.

Die offizielle Urkunde überreichte der ADFC am vergangenen Wochenende auf der Messe „Fahrrad- und Wanderreisen“ im Rahmen der CMT in Stuttgart. Dagmar Beckmann und Marianne Teltrop vom Naturpark Hohe Mark nahmen die Auszeichnung dabei bei einem feierlichen Bühnenprogramm entgegen.

Der Kanal in Dorsten
Der Kanal in Dorsten, viel befahrene Schifffahrtsstraße. Foto: Stadt Dorsten

Anerkennung und Ansporn für die Region

Für den Naturpark Hohe Mark ist die erneute Auszeichnung weit mehr als ein Qualitätssiegel. „Die vier Sterne sind Anerkennung und Ansporn zugleich, unseren Gästen weiterhin eine echte Extraspur Natur zu bieten“, betont Christina Illenseer, Produktmanagement Hohe Mark RadRoute.

Auch Dagmar Beckmann, Geschäftsführerin des Naturparks, hebt die gute Zusammenarbeit hervor: „Die Zertifizierung zeigt, dass wir gemeinsam mit den beteiligten Kommunen dauerhaft hohe Standards sichern können. Die Hohe Mark RadRoute macht die Vielfalt unserer Landschaften erlebbar.“

Femeiche
Femeiche in Erle. Foto: Petra Bosse

Flexibel planbar für Tages- und Mehrtagestouren

Neben dem Hauptkurs stehen zahlreiche Querspangen, Etappen und Tagestouren zur Verfügung. So lässt sich die Hohe Mark RadRoute individuell planen. Ob kurze Runde durch die Üfter Mark, eine Etappe entlang des Wesel-Datteln-Kanals oder eine mehrtägige Tour durch den gesamten Naturpark: Die Route eignet sich sowohl für spontane Tagesausflüge als auch für längere Radurlaube.

Ergänzt wird das Angebot durch informative Hörerlebnisse entlang der Strecke. Sie liefern dabei spannendes Expertenwissen und erzählen Geschichten aus Natur, Geschichte und Region.

Weitere Informationen zur Hohe Mark RadRoute

Ausführliche Tourenvorschläge, Kartenmaterial, Hinweise zu Gastgebern und Serviceangeboten finden Interessierte unter www.hohemarkradroute.de

Debattier-Slam an der Gesamtschule Wulfen: Schüler zeigen rhetorische Stärke

Mit großem Engagement, fundiertem Fachwissen und ausgeprägtem rhetorischem Können haben Schülerinnen und Schüler der Q2 der Gesamtschule Wulfen ihr Können in einem Debattierwettbewerb unter Beweis gestellt. Die Veranstaltung bildete den Abschluss eines Projektkurses und zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und respektvoll politische Meinungsbildung im schulischen Kontext sein kann.

Unter der Leitung der Deutschlehrerin und Projektkursleiterin Sonja Hermes-Zafati setzten sich die Jugendlichen intensiv mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen auseinander. Ziel des Wettbewerbs war es, Argumentationsfähigkeit, Teamarbeit und kritisches Denken zu fördern.

Aktuelle Themen im Fokus der Debatten

Im Mittelpunkt standen zwei übergeordnete Fragestellungen:
Sollten im Schulsystem mehr Fächer mit lebenspraktischem Bezug etabliert werden?
Sollen Kinder und Jugendliche in Schulen genderneutral erzogen werden?

Die Debatten wurden moderiert und entlang einer Positionslinie geführt. Die Teilnehmenden konnten ihre Zustimmung oder Ablehnung sichtbar machen und ihre Standpunkte argumentativ begründen. Dieses Format ermöglichte einen strukturierten Austausch unterschiedlicher Perspektiven.

Jury beeindruckt vom hohen Niveau

Bewertet wurden die Debatten von einer Jury aus Schülerinnen und Schülern der Q2 sowie Lehrkräften der Gesamtschule Wulfen. Im Fokus standen Kriterien wie die klare Struktur der Argumente, Überzeugungskraft sowie die Zusammenarbeit innerhalb der Teams. Die Jury zeigte sich durchweg beeindruckt vom hohen Niveau der Beiträge und dem respektvollen Umgang der Teilnehmenden miteinander.

Gesamtschule Wulfen Debatte
Die Jury machte eifrig Notizen. Foto: GSW

Bedeutung demokratischer Bildung hervorgehoben

Schulleiter Hermann Twittenhoff betonte die Relevanz solcher Formate für die schulische Demokratiebildung: „Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte nicht mehr selbstverständlich sind, ist es unsere Aufgabe als Schule, junge Menschen dazu zu befähigen, ihre Meinung sachlich, respektvoll und fundiert zu vertreten. Der heutige Debattierwettbewerb zeigt eindrucksvoll, wie gut unsere Schüler dazu bereits in der Lage sind“, erklärte Twittenhoff.

Präsentationen und Rollenspiele ergänzen den Wettbewerb

Neben den beiden Hauptdebatten bereicherten weitere Programmpunkte die Veranstaltung. Eine Präsentation widmete sich der Frage, warum eine gesunde Debattenkultur gerade in Zeiten fragiler Demokratien von besonderer Bedeutung ist und worin die Unterschiede zwischen einer Diskussion und einer strukturierten Debatte liegen.

Ein Rollenspiel veranschaulichte zudem auf unterhaltsame Weise die Unterschiede zwischen einer hitzigen Diskussion und einer geordneten Debatte. Auch das Publikum wurde aktiv einbezogen, indem Stimmungsbilder eingeholt und Wortmeldungen zugelassen wurden.

Erfolgreicher Abschluss eines Projektkurses

Projektkursleiterin Sonja Hermes-Zafati zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung:
„Ich bin beeindruckt, wie engagiert und gut vorbereitet die Schüler in die Debatten gegangen sind. Solche Veranstaltungen fördern nicht nur die Rhetorik, sondern auch das kritische Denken und den Blick auf gesellschaftliche Fragestellungen. Wir alle konnten heute neue Perspektiven gewinnen“, sagte sie.

Der Debattierwettbewerb machte deutlich, wie wichtig es ist, jungen Menschen Raum für sachlichen Austausch und fundierte Meinungsbildung zu geben. Gleichzeitig greift die Veranstaltung die Schulprogrammarbeit der Gesamtschule Wulfen im Rahmen der Demokratieförderung in besonderer Weise auf.

TSG Dorsten: Easy Rider starten mit knappem Ergebnis in die neue Saison

Die Hauptklassenformation Easy Rider der TSG Dorsten 1984 e.V. ist in die neue Turniersaison gestartet. Beim ersten Saisonturnier des Deutschen Verbandes für Garde- und Schautanzsport trat die Formation in der ersten Bundesliga in der Sparte Schautanz Modern im hessischen Hochheim an.

Als Startnummer drei von insgesamt fünf Formationen gingen die 16 Tänzerinnen mit großer Aufregung und hohen Erwartungen auf die Fläche. Mit 257 Punkten verpasste Easy Rider die Wertung für die erste Bundesliga nur knapp. Für den sicheren Verbleib wären mindestens 260 Punkte erforderlich gewesen.

In der Bewertung zeigte sich, dass vor allem in der technischen Ausführung noch Verbesserungsbedarf besteht. Drehungen und Sprünge wurden nicht durchgängig optimal umgesetzt. Im Bereich Schwierigkeitsgrad erreichte die Formation jedoch starke 14 von 15 möglichen Punkten. Ein Punktabzug erfolgte, da eine Schrittkombination über 16 Zählzeiten nicht anerkannt wurde. Diese muss von allen 16 Tänzerinnen exakt synchron ausgeführt werden. Wäre dies gelungen, hätte die Gruppe genau die benötigten 260 Punkte erreicht.

Der Fokus der kommenden Trainingseinheiten liegt nun gezielt auf diesem Element. Darüber hinaus wird intensiv an der sauberen Ausführung des Layouts sowie an der Fußstreckung gearbeitet.

Die Konkurrenz präsentierte sich insbesondere bei den ersten beiden Startnummern auf sehr hohem Niveau. Dies erschwerte die Ausgangslage zusätzlich, da die vorherigen Formationen ihre Darbietungen nahezu fehlerfrei zeigten.

Nächste Aufgabe wartet in Jülich auf die Easy Rider

Trotz des knapp verpassten Ergebnisses bedeutet die Punktzahl keinen Abstieg in die zweite Bundesliga. Bereits beim nächsten Turnier am 28. Februar in Jülich besteht eine weitere Chance, den Platz in der ersten Bundesliga zu sichern. Das internationale Turnier verspricht besondere Spannung, da auch Gruppen aus den Niederlanden und Belgien teilnehmen.

Für die TSG Dorsten wird es insgesamt ein ereignisreiches Turnierwochenende. Neben dem Start der Easy Rider am 28. Februar treten sie auch am 1. März beim Ranglistenturnier ebenfalls in Jülich an. Zusätzlich geht am 1. März die Jugendformation Fire Stars in der zweiten Bundesliga in der Sparte Schautanz Modern an den Start.

Schießgruppe Rhade sammelt Sterne bei Vest Future 2026

Auch 2026 heißt es wieder: Stimmen sammeln für gute Ideen im Vest. Die Sparkasse Vest Recklinghausen hat ihre erfolgreiche Spendenaktion Vest Future 2026 gestartet. Die Schießgruppe Rhade geht dabei ebenfalls auf Sternenjagd.

Vereine und Organisationen aus dem gesamten Kreis Recklinghausen präsentieren ihre Projekte auf der Plattform www.vestfuture.de und werben um Unterstützung. Insgesamt stehen 100.000 Euro zur Förderung bereit. Die Verteilung der Spendensumme richtet sich nach der Anzahl der gesammelten Stimmen, die in Form von Sternen vergeben werden.

Schießgruppe Rhade geht an den Start

Mit dabei ist auch die Schießgruppe Rhade 1955 e.V. Der Verein beteiligt sich erneut an der Aktion und hofft auf zahlreiche Sterne, um sein Projekt sichtbar zu machen und eine möglichst gute Platzierung im Ranking zu erreichen. Jede einzelne Stimme trägt dazu bei, die Vereinsarbeit zu stärken und zukünftige Vorhaben zu sichern. Unterstützerinnen und Unterstützer sind eingeladen, online abzustimmen und den Projektlink im eigenen Umfeld weiterzugeben.

Die Schießgruppe Rhade steht dabei nicht allein. Auch weitere Initiativen aus dem Dorf Rhade nehmen an Vest Future 2026 teil und zeigen die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements vor Ort. Der Rhader Förderverein Jugend bewirbt das Projekt „Angelcamp für Kinder“. Der Förderverein für Nachwuchsmusiker der Schützenkapelle Rhade sammelt Sterne für „Instrumente für alle!“. Zudem ist die Pfarrei St. Laurentius und St. Urbanus Dorsten-Rhade mit dem Projekt „Rhade rocks Ameland“ vertreten.

Die Abstimmungsphase läuft noch bis zum 30. Juni 2026. Damit bleibt ausreichend Zeit, um möglichst viele Sterne zu sammeln und gemeinsam Projekte aus Rhade nach vorne zu bringen.

[PODCAST] 875 Jahre Dorf Hervest: „Das war eine Herzensangelegenheit“

Zehn Veranstaltungen, viele helfende Hände und ein Thema, das das ganze Jahr über präsent blieb: 875 Jahre Dorf Hervest. Was 2025 als Festprogramm begann, wirkt bis heute nach. Für Carsten Bewer, einen der prägenden Köpfe des Jubiläumsjahres, war es vor allem ein Gemeinschaftsprojekt. Im Dorsten-Online-Podcast erzählt er davon.

„Ohne die Leute, die alle mitgewirkt haben von den einzelnen Gruppen und Vereinen, wäre das gar nicht möglich gewesen. Da sind wir alle in einem Boot“, sagt er.

Der Ausgangspunkt: Alte Bilder und die Idee, das Dorf „hochleben zu lassen“

Am Anfang standen Fotos. In der Archivgruppe des Heimatvereins stießen Bewer und Mitstreiter auf eindrucksvolle Aufnahmen früherer Feiern. Gerade die Bilder einer großen Jubiläumsfeier wirkten nach. „Das war einfach so beeindruckend“, erinnert sich Bewer. Für ihn war schnell klar, dass 2025 ein Anlass sein könnte, „das Dorf einfach hochleben zu lassen“, mit dem Kirchturm der Pauluskirche als greifbarem Mittelpunkt.

Als die Idee konkreter wurde, blieb wenig Zeit. Trotzdem war die Resonanz sofort da. „Es waren 26 Vereine eingeladen und Gruppierungen, und davon haben drei abgesagt. Alle anderen waren da“, sagt Bewer. Aus dieser Runde entstand das Programm, bewusst breit aufgestellt. „Über Spiel und Sport, zu Tradition und Kultur haben wir viele verschiedene Programmpunkte angeboten.“

Die Kirche neu sehen: Der Auftakt als Augenöffner

Den Auftakt machte die Kirchenführung, und selbst viele Einheimische erlebten dabei Vertrautes neu. Bewer beschreibt, was Besucher besonders interessierte: „Viele haben Hintergrund Einblick bekommen. Kirchturm, Sakristei, wo sonst ja nicht so reingehen.“ Für ihn war das ein gutes Zeichen: Das Jubiläumsjahr sollte nicht nur feiern, sondern auch Wissen und Geschichte zugänglich machen.

875 Dorf Hervest
Geschichts- und Religionslehrer Dirk Steinberg hielt einen spannenden Vortrag. Foto: Julian Konetzka

Große Beteiligung bei Familienaktionen

Dass das Festjahr nicht nur für „Geschichtsfreunde“ gedacht war, zeigte sich im Frühjahr. Besonders lebhaft blieb Bewer die Ostereiersuche in Erinnerung. „Da waren knapp 350 Kinder, die dann im Prinzip die Eier gesucht haben“, sagt er. Auch weitere Aktionen verbanden Generationen und Vereine. Ein gemeinsamer Tag mit Kindergarten, Kirchenchor, Seniorengemeinschaft und KFD sei fast wie ein vorgezogenes Pfarrfest gewesen. „Zwischen Jung und alt, das hatten wir dann.“

Am Samstagnachmittag feierten der Tennisverein SuS Hervest 875 Jahre Dorf Hervest
Foto: Christian Haug

Ein persönlicher Höhepunkt: Schützenkönig im Jubiläumsjahr

Für Bewer hatte 2025 nicht nur organisatorisch Gewicht. Es wurde auch persönlich ein außergewöhnliches Jahr. Beim Schützenfest wurde er Schützenkönig, nachdem ihn sein Umfeld ermutigt hatte, anzutreten. „Die haben gesagt, das wäre super, wenn du den Schützenkönig machen würdest. Und wenn du das machst, sind wir dabei.“

Dass er den Moment bis heute schwer in Worte fassen kann, sagt er offen. „Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Das ist schon unbeschreiblich, wenn man da Schützenkönig wird.“ Er beschreibt, wie schnell dieser Tag verging und wie groß die Aufmerksamkeit war. „Man wird mit SMS, WhatsApp, E-Mails, Telefonaten einfach überhäuft. Man steht auf der ersten Seite der Zeitung. Das war wie im Film.“

Schützenfest Dorf Hervest 2025
Direkt nach dem Siegestreffer: Der neue König Carsten Bewer ist sichtlich gerührt, seine Königin Katrin Rentmeister strahlt vor Freude. Foto: Elena Arat

Auch der sportliche Wettkampf gehörte dazu. Beim Königsschießen gab es ein freundschaftliches Duell unter großer Hitze. Bewer ordnet es nüchtern ein: „Da gehört auch Glück dazu, den Vogel runterzuholen, zur richtigen Zeit an der Reihe zu sein.“ Für ihn passte dieser persönliche Höhepunkt zum Jubiläumsjahr, weil er ebenfalls von vielen mitgetragen wurde. „Wir sind auch eine super tolle Truppe. Wir haben eine gute Mischung, jeder kann was.“

Hof zu Hof Tour: Moderne Landwirtschaft zum Anfassen

Im Sommer zeigte sich das Jubiläumsjahr wieder von einer anderen Seite. Die Hof zu Hof Tour brachte viele Menschen aufs Rad. „Wir waren knapp 100 Leute“, sagt Bewer. Besonders in Erinnerung blieb ihm die gute Organisation mit Technik und Moderation. „Jeder hatte ein Headset“, erzählt er. So konnten die Teilnehmer unterwegs Erklärungen hören, während es zu den Betrieben ging, inklusive neuer Melksysteme und Einblicken in Kulturen wie Haselnüsse und Spargel. Der Abschluss mit Kaffee und Kuchen rundete den Tag ab.

875 Jahre Hervest Hof-zu-Hof-Tour
Gruppenbild der Teilnehmer an der Hof-zu-Hof-Tour vor dem Start. Foto: privat

Bildervortrag: Damals und heute im direkten Vergleich

Als Heimatverein setzte die Archivgruppe mit einem eigenen Bildervortrag einen Schwerpunkt. Die Idee war bewusst einfach und anschaulich. „Unser Thema war alt neu. So war es früher, und dann sind wir zu der Stelle hingefahren, wie es heute aussieht“, erklärt Bewer. Wichtig war ihm dabei, dass Bilder erklärt werden und nicht nur „zur Kenntnis genommen“ werden. „Wenn man da einen Bezug zu hat, dann ist eigentlich unsere Aufgabe, darunter zu schreiben, damit man später noch weiß.“

Bergbaugeschichte gehört dazu

Auch die Zeche Fürst Leopold wurde ins Festjahr eingebunden, weil sie ein wichtiger Teil der Ortsgeschichte ist. Bewer erinnert an den Hintergrund: „Die Zeche war einer der größten Arbeitgeber hier in der Nähe, wo viele gearbeitet haben.“ Die Führung wurde so organisiert, dass es überschaubar blieb. „Wir haben es in zwei Gruppen aufgeteilt“, sagt er. Eine Gruppe begann in der Maschinenhalle, die andere in der Zechensiedlung, danach wurde gewechselt.

Nikolauszug als Abschluss: Route geändert und Stutenkerle ergänzt

Den Abschluss bildete der Nikolauszug, eine Tradition, die in Hervest seit Jahrzehnten von vielen getragen wird. Bewer nennt den Kern: „Das ist eine ganz tolle Aktion, weil es einfach den Kindern zugute kommt.“ Die Tüten werden für fünf Euro verkauft, der Inhalt liege deutlich höher. Möglich sei das nur durch Spenden und Unterstützung.

Nikolaus Dorf Hervest 2025
Nikolauszug durch Dorf Hervest. Fotos: privat

Im Jubiläumsjahr wurde zudem bewusst etwas verändert. „Deswegen haben wir erstmalig den Ort des Nikolauszuges verlegt“, sagt Bewer. Statt an der Gärtnerei Wessels begann der Zug an der Kapelle Schulte Tenderich. Für ihn war das ein besonderer Moment. „Ich habe schon eine Gänsehaut Erfahrung“, sagt er, als der Nikolaus in der Dämmerung ankam und die Stimmung mit Fackeln besonders dicht war.

Als zusätzliche Idee kam eine Erinnerung an frühere Zeiten dazu. „Weil es früher auch so war, gab es keine Schokolade Nikolaus. Dann gab es Stutenkerle“, erklärt Bewer. Die Stutenkerle wurden organisiert und mit einem Jubiläumslogo versehen.

Was geblieben ist: Kürzere Wege und neue Verbindungen

Nach dem Jubiläumsjahr sei spürbar, dass Kontakte leichter geworden sind. „Die Schnittstellen sind kürzer geworden“, sagt Bewer. Er nennt als Beispiel Vereine, die zuvor weniger Berührungspunkte hatten. „Der Tennisverein war vielleicht immer so ein bisschen außen vor. Aber die Schnittstellen sind einfach, weil man sich kennengelernt hat über diese 875 Jahre.“

875 Jahre Dorf Hervest
Nach dem gelungenen Fest von SuS Hervest Tennis mit dem Kindergarten An der Windmühle wurde das Banner an die KFD mit dem Kindergarten St. Paulus, dem Kirchenchor und der Seniorengemeinschaft übergeben. Foto: privat

Für ihn war das Jahr auch deshalb besonders, weil es sich nicht wie eine Pflicht angefühlt habe. „Ich fand das überhaupt nicht als Arbeit. Das war eine Herzensangelegenheit“, sagt Bewer. Entscheidend sei, dass so viele ehrenamtlich mitgemacht haben. „Hunderte Menschen haben sich ehrenamtlich eingesetzt.“

Blick nach vorn

Ob und wann wieder ein großes Jubiläum ansteht, ist offen. Aber eine Idee liegt schon in der Luft. Viele hätten gesagt, es solle nicht wieder so lange dauern. „Das Dorf sagt, Mensch, das war so toll“, berichtet Bewer, und ergänzt: Man wolle nicht erneut Jahrzehnte warten, bis es wieder ein gemeinsames Großprojekt gibt.

875 Jahre Dorf Hervest
Mitorganisator Carsten Bewer vor der Kirche im Dorf Hervest. Foto: Borgwardt

Fest steht: 875 Jahre Dorf Hervest war nicht nur Rückschau, sondern auch ein Jahr, in dem im Alltag neue Verbindungen entstanden sind. Oder, wie Carsten Bewer es auf den Punkt bringt: „Das hat schon sehr viel für das Dorf gebracht.“

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