Am Sonntag, 6. April, herrschte buntes Treiben auf dem Gelände des Tierheimin Dorsten. Der beliebte Garagenflohmarkt ging in die nächste Runde und lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.
Zwischen Bücherstapeln, Dekoartikeln und Kisten voller Plüschtiere herrschte reges Interesse. Familien, Paare und Tierfreunde schlenderten entspannt über das Gelände. Währenddessen sorgten die tierischen Bewohner für eine lebendige Atmosphäre: Hühner gackerten, Gänse schnatterten, und die Ziegen genossen die Sonne in aller Ruhe.
Die Ziegen im Tierheim genießen und relaxen. Foto: Leonie Schwanewilm
Trödel gegen Spende für das Tierheim
Das Tierheim-Team hatte eine Vielzahl an Gegenständen zusammengesammelt: Von hübscher Wohnungsdekoration über Hundezubehör und Taschen bis hin zu Puzzles, Brettspielen und einer großen Auswahl an Romanen und Sachbüchern war für jeden Geschmack etwas dabei. Die angebotenen Gegenstände wurden gegen eine Spende abgegeben – jede einzelne Einnahme kommt direkt den Tieren im Heim zugute.
Für den großen und kleinen Hunger wurde ebenfalls gesorgt. Ein Foodtruck vor dem Gelände sowie frisch gebackene Waffeln standen für die Besucher bereit.
Viele Schützlinge im Tierheim suchen ein neues Zuhause. Viele Hunde, Katzen und Kleintiere warten auf liebevolle Familien – sowohl vor Ort als auch online auf der Website des Tierheims können Interessierte mehr über sie erfahren.
Hunger? Waffeln! Foto: Leonie Schwanewilm
Wer den Garagenflohmarkt verpasst hat, bekommt schon bald die nächste Chance. Am 4. Mai findet der nächste Termin statt – eine schöne Gelegenheit, das Tierheim zu unterstützen und vielleicht das ein oder andere Lieblingsstück zu entdecken.
Am Sonntagnachmittag, dem 6. April, fand im Treffpunkt Altstadt in Dorsten erneut ein offenes Singen statt. Zahlreiche Seniorinnen und Senioren kamen zusammen, um gemeinsam Lieder aus ihrer Kindheit anzustimmen.
Assemble-Leiter Jörg Remmers führte mit viel Charme und lockerer Moderation durch das Programm und animierte die Teilnehmer zum entspannten Mitsingen. Auf dem musikalischen Programm standen beliebte Klassiker wie Im Märzen der Bauer und Die kleine Kneipe, die viele Erinnerungen weckten.
Foto: Christian Haug
Bis 17 Uhr wurde fröhlich gesungen, gelacht und in vertrauten Melodien geschwelgt – ein Nachmittag, der Herz und Stimme gleichermaßen bewegte.
Offenes Singen im Treffpunkt Altstadt: Termine 2025
Die nächsten Termine für das Offene Singen für 2025 sind am 15. Juni, 7. September und 30. November, jeweils von 15 – 16.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Am Samstag, dem 12. April 2025 findet um 16 Uhr in der Kapelle auf dem Annaberg in Haltern am See eine Segensfeier für werdende Mütter, Eltern und Familien statt. Dazu sind auch Dorstenerinnen und ihre Familien eingeladen.
Nach langjähriger Zusammenarbeit mit der Krankenhausseelsorgerin Susanne Schumann übergibt sie nun die Segensfeiern in neue Hände. Pastor Lars Hofmann wird nun das Team unterstützen, sodass die Familien und die Mitarbeiterinnen der Geburtshilfe von Gottes Segen unter der Geburt begleitet sind.
„Trotz des medizinischen Fortschritts und aller professionellen Hilfe ist und bleibt eine Schwangerschaft etwas Wunderbares, das der Mensch nicht allein in seinen Händen hält. Das Leben ist immer auch ein Geschenk, ein Geschenk Gottes, und kann sich unter seinem Segen entfalten“, erläutert Pastor Lars Hofmann.
Um das durch besinnliche Texte, Musik und Segen zu erfahren, sind Interessierte, unabhängig von Konfession und Religionszugehörigkeit, eingeladen, an der Segensfeier teilzunehmen. Die Feier wird etwa eine halbe Stunde dauern, sodass auch jüngere Geschwister bequem dabei sein können.
Veranstaltet wird die Segensfeier von der Pfarrei St. Sixtus und der geburtshilflichen Abteilung des St. Elisabeth-Krankenhauses Dorsten.
Mehr Informationen finden Interessierte auf der Homepage sowie auf dem Facebook- und Instagram-Kanal des Klinikverbundes KERN_medizin.
Zwei Tage lang haben Schüler der 6. Klasse aus dem Kreis Recklinghausen im Gymnasium Petrinum Dorsten gerechnet. Im Rahmen von SAMMS-extern wurden unter der Aufsicht von vier Mathelehrern verschiedene Thematiken rund ums entschlüsseln, entwickeln, knobeln und forschen behandelt.
SAMMS ist die Kurzform von ‚Schülerakademie Mathematik Münster‚ und richtet sich an mathematisch besonders begabte Schüler der 6. Klasse. Ziel war es, die Kinder weit über den Unterricht hinaus für Mathematik zu begeistern.
Am 3. und 4. April nahmen 51 Teilnehmer aus acht Schulen im Kreis Recklnghausen an einem vielseitigen Programm im Petrinum teil. Im Mittelpunkt standen nicht nur klassische Rechenaufgaben, sondern auch das kreative Entschlüsseln von Codes, das Erforschen geometrischer Körper und die spielerische Analyse von Alltagssituationen.
Die Kinder sollen neue Zugänge zur Mathematik entdecken und vor allem: Spaß daran haben. „Oft kommt die Frage auf: ‚Wofür brauche ich Mathe später eigentlich wirklich?‘ Hier können die Kinder erleben, wie vielfältig Mathematik ist und wo sie uns im Alltag begegnet“, erklärt Fiona Höcker, eine der Lehrerinnen.
Vier Wege zur Mathematik – So kreativ kann Mathematik sein
Nach drei intensiven Arbeitsphasen präsentierten die Projektgruppen am 4. April um 15 Uhr ihre Ergebnisse in der Aula des Gymnasiums Petrinum. Die Schüler führten die Gäste interaktiv durch ihre Themen und zeigten dabei eindrucksvoll, was innerhalb von dem zweitätigen Programm entdeckt wurde.
Geheimnis des Zebra-Codes
Malte Seifert (r.) und seine Projektgruppe entwickelten ihre eigenen EAN-Codes. Foto: Leonie Schwanewilm
Die Gruppe um Lehrer Malte Seifert widmete sich dem Aufbau und der Bedeutung von EAN-Codes. Die Schüler erklärten detailliert, wie diese Strichcodes funktionieren und wie man gefälschte Produkte anhand ihrer Struktur entlarven kann.
Auch die Zuschauer waren gefragt: Mit Hilfe der Erklärung im Vorfeld sollte das Publikum die Prüfnummer herausfinden. Schnell meldeten sich Schüler aus anderen Projektgruppen.
Zum Schluss präsentierten die Schüler ihre selbst entwickelten EAN-Codes.
Eine der Schülerinnen erzählte während der dritten Arbeitsphase: „Ich habe 13 Zahlen hintereinander aufgeschrieben. Um den Code dazu zu zeichnen, musste ich erst den Binärcode herausfinden“, sie zeigte dann auf ihren Code, „Hier sieht man einen breiten Strich, der steht für drei Einsen hintereinander.“ Daraufhin scannte ein weiterer Schüler ihren Code mit einer App. Als besonderes Highlight stellte sich heraus, dass es zu ihrer zufälligen Zahlenfolge ein echtes Drogerieprodukt gibt.
Rätselreise um die Welt
Fiona Höcker (r.) reiste mit ihrer Gruppe mathematisch um die Welt. Foto: Leonie Schwanewilm
In einem weiteren Projekt analysierten die Kinder verschiedene Gesellschaftsspiele aus mathematischer Sicht. Spiele wie Can’t Stop, Kalaha, Heiße Reifen, Hanjie, Kakuro und Sudoku boten Anlass für Wahrscheinlichkeitsrechnungen, strategische Überlegungen und das Erstellen eigener Rätsel.
„Die Schüler erleben hier verschiedene Rätselspiele aus mathematischer Perspektive“, so Fiona Höcker.
Zum Beispiel wurde bei dem Speil Heiße Reifen von einer Gruppe berechnet, ob das Spiel ‚fair‘ ist. Zu Can’t Stop wurde ein Baumdiagramm gezeichnet, um die Ergebniswahrscheinlichkeiten herauszufinden. Und zu Hanjie, Kakuro und Sudoku entworfen sie eigene Beispiele.
Wer Lego mag, wird Erbsen lieben – wir bauen mit Erbsen bis ins Unendliche
Die Gruppe von Nadine Hüfner (z.v.r) untersuchte mathematische Körper in der Geometrie. Foto: Leonie Schwanewilm
In dem Projekt von Nadine Hüfner haben die Schüler sich mit platonischen Körpern beschäftigt. Was ist ein platonischer Körper? Was sind seine Eigenschaften? Und warum gibt es überhaupt nur fünf?
Während der Präsentation erklärten sie ihr neu erlerntes Wissen mit Hilfe von Modellen, die sie erbaut haben. Auch hier wurde das Publikum wieder mit einbezogen. „Ist der Fußball ein platonischer Körper und warum?“, fragte einer der Schüler, während er einen aus Flächen zusammengebauten Fußball hochhält.
Die Antwort darauf war dann aber doch schwerer als geahnt, weswegen er die Lösung schnell erklärte: „Der Fußball ist aus zwei verschiedenen Flächen zusammengebaut. Er besteht aus Fünf- und Sechsecken.“
Zum Schluss haben die Schüler gemeinsam ihre Sierpinski-Pyramide präsentiert. In den Arbeitsphasen haben sie diese in der Aula des Petrinum aus Zahnstochern und Erbsen zusammengebaut. Obwohl die Stabilität bei einer großen Pyramide mit den Materialien eine große Herausforderung gewesen ist, konnte die Gruppe auf der Bühne eine kleinere Alternative präsentieren.
Die Schüler bauten zusammen mit Helfern der Q1 eine Sierpinski-Pyramide. Foto: Leonie Schwanewilm
Knack den Code
Julian Sandhöfer (r.) und seine Schüler haben verschiedene Codes geknackt. Foto: Leonie Schwanewilm
Julian Sandhöfer nahm seine Gruppe mit auf eine Reise durch die Welt der Verschlüsselungstechniken. Von der Cäsar-Verschlüsselung über die Vigenère-Chiffre bis hin zur berühmten Enigma: Die Schüler bastelten ihre eigenen Chiffrierscheiben und probierten verschiedene Methoden aus.
Dabei erklärten sie wie dieses Codes angewendet und vor allem wie sie funktionierten und gelöst werden. Hier war besonders der Morsecode eine Herausforderung. Zwar war der Morsecode keine unbekannte Möglichkeit der Kommunikation, fand dann aber doch in dem nahen Umfeld der Kinder keinen wirklichen Anhang. Als der Lehrer den Ton zum ersten Mal abspielte, zeigten sich so viele überraschte und verwirrte Blicke im Klassenraum.
Begleitend dazu sahen die Schüler Auszüge aus dem Film „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“ (2014) über den Mathematiker Alan Turing. So wurde aus dem Mathematikprojekt auch eine kleine Zeitreise in die Geschichte der Kryptografie.
„Die Kinder haben viel Spaß und zeigen großes Interesse“, erzählt Julian Sandhöfer.
Das SAMMS-Projekt am Petrinum
SAMMS-extern hat den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gezeigt, dass Mathematik weit mehr ist als Zahlen und Formeln. Ob beim Rätseln, Bauen oder Verschlüsseln – überall konnten sie erleben, wie spannend und vielseitig mathematisches Denken sein kann. Mit Kreativität, Neugier und Teamgeist haben sie bewiesen: Mathe kann richtig Spaß machen.
In Dorsten steht das Osterwochenende vor der Tür – und mit ihm auch die traditionellen Osterfeuer. Bisher sind beim Ordnungs- und Rechtsamt der Stadt bereits über ein Dutzend Brauchtumsfeuer angemeldet worden. Wer noch ein Osterfeuer im Stadtgebiet veranstalten möchte, hat dafür nur noch bis Montag, 14. April, Gelegenheit.
Ordnungsamtsleiter Christoph Fortmann erinnert daran, dass Osterfeuer keine Müllverbrennungsaktionen sein dürfen: „Osterfeuer sollen nicht zur Qual für Nachbarn werden. Leider nutzen einige die Gelegenheit, um sich illegaler Abfälle zu entledigen – das ist strikt verboten.“
Nur pflanzliche, trockene Materialien wie Strauchschnitt, Äste oder unbehandeltes Holz sind erlaubt. Müll, behandelte Hölzer oder andere Abfälle dürfen keinesfalls verbrannt werden.
Wichtige Voraussetzungen für Brauchtumsfeuer
Veranstalter müssen Vereine, Kirchengemeinden oder ähnliche Organisationen sein.
Die Veranstaltung muss öffentlich zugänglich und in zeitlicher Nähe zum Osterfest stattfinden.
Das Feuer darf eine Grundfläche von 5×5 Metern und ein Volumen von 50 m³ nicht überschreiten.
Das Brennmaterial sollte erst kurz vor dem Termin gesammelt und am Tag der Veranstaltung noch einmal umgeschichtet werden, um Tiere zu schützen.
Beim Entzünden darf nur geeignetes Material wie Papier oder Reisig verwendet werden – keine Brandbeschleuniger oder belastende Stoffe.
Während des Feuers ist eine ständige Aufsicht durch eine volljährige Person Pflicht, bis Glut und Flammen vollständig erloschen sind.
Bei starkem Wind ist das Feuer sofort zu löschen.
Die Anmeldung ist mit dem entsprechenden Formular möglich, das auf der städtischen Webseite unter www.dorsten.de (Stichwort „Osterfeuer“) abrufbar ist. Das ausgefüllte und unterschriebene Formular kann per Post, Fax oder E-Mail an das Ordnungsamt gesendet werden. Eine Verwaltungsgebühr fällt nicht an.
Für Rückfragen stehen das Ordnungsamt (Tel. 02362 / 66 3765) sowie die Umweltabteilung (Tel. 02362 / 66 3523) zur Verfügung. Wer Musik oder Alkoholausschank bei seiner Veranstaltung plant, benötigt zusätzlich eine Sondergenehmigung.
Es war kein gewöhnlicher Auftrag, den das Musiker- und Künstlerduo Project:Flow von der Stadt Dorsten erhielt: Eine audiovisuelle Gedenkinstallation zum 80. Jahrestag der Bombardierung Dorstens und Wulfens im Zweiten Weltkrieg – am Ort des Geschehens, mit historischem Material, für ein Publikum zwischen stillem Gedenken und abendlichem Wochenendtrubel.
„Wir haben uns viele Gedanken gemacht, in welcher Form wir das am wirkungsvollsten umsetzen könnten“, sagt Guido Harding, der zusammen mit Dr. Stefan C. Maus das Projekt realisierte. „Es war uns wichtig, nicht nur eine dokumentarische Wiedergabe zu liefern, sondern eine künstlerische Form zu finden, die berührt – ohne zu überfordern.“
Ein Ort mit Geschichte – und Tücken
Nach intensiven Überlegungen fiel die Wahl auf das Alte Rathaus in der Dorstener Altstadt. „Es war eines der wenigen Gebäude, das den Angriff überstanden hat – beschädigt, aber nicht zerstört. Das macht diesen Ort besonders symbolisch“, erklärt Harding. Zudem sei der Marktplatz am Samstagabend ein belebter Ort, „wo wir möglichst viele Menschen erreichen konnten – auch jene, die nicht gezielt zu einer Gedenkveranstaltung kommen.“
Doch das Gebäude stellte Project:Flow vor technische Herausforderungen: „Die Fassade hat kaum zusammenhängende Flächen. Viele Fenster, viele Bögen – das erschwert die Lesbarkeit von Projektionen“, so Harding. Nur der mittlere Bereich sei für Detailansichten und Texte wirklich geeignet gewesen. Die Bildauswahl wurde deshalb gezielt darauf abgestimmt, dass die wesentlichen Informationen zentral platziert sind.
Das Alte Rathaus 1945 – von Bomben beschädigt, aber nicht zerstört. Foto: Stadtarchiv
Technik gegen das Licht
Ein weiteres Problem war das helle Licht auf dem Marktplatz – eine Sicherheitsanforderung, die nicht verhandelbar war. „Wir konnten die Beleuchtung nicht dimmen oder abschalten“, erzählt Harding. Die Lösung: Ein Hochleistungsbeamer, der selbst gegen die helle Umgebung durchsetzen konnte, was gezeigt werden sollte. Hinzu kamen zehn funkgesteuerte Scheinwerfer, die gezielt unter den Bögen und in den Fenstern positioniert wurden, um die visuelle Wirkung zu verstärken.
Zwei Versionen – zwei Zielgruppen
Das Konzept sah zwei unterschiedliche musikalische Fassungen vor – beide rund sechs Minuten lang, mehrfach wiederholt. Die erste war bewusst zurückhaltend: „Viele der Zuschauer kamen direkt vom Gedenkgottesdienst. Das waren überwiegend ältere Menschen. Wir wollten ihnen Raum zum Erinnern geben, ohne sie emotional zu überfordern.“
Die zweite Version richtete sich an das Publikum, das eher zufällig auf dem Marktplatz war – vor allem jüngere Menschen aus der Gastronomie ringsum. Diese Fassung begann mit einem Herzschlag, ging in rhythmisch hämmernde Techno-Klänge über und verstärkte so die emotionale Wucht der Bilder. „Wir wollten Aufmerksamkeit schaffen, nicht abschrecken. Das hat funktioniert – viele blieben stehen, sahen zu, hörten hin.“
Aus einem britischen Bomber gefilmt, sieht man Bomben auf die Lippeaue niedergehen. Das Gebäude in der Bildmitte ist die Heil- und Pflegeanstalt Maria Lindenhof, am unteren Bildrand sieht man den Kanal.
Vom Alltag in den Ausnahmezustand
Die Dramaturgie beider Versionen folgte einem klaren Ablauf: Zunächst zeigten die Künstler farbige Aufnahmen der Stadt vor der Zerstörung, begleitet von kurzen Informationstexten. Dann folgten historische Filmaufnahmen von Bombern und Luftangriffen, unter anderem Archivmaterial der britischen Luftwaffe. Den Abschluss bildeten Bilder des brennenden Rathauses und Schwarz-Weiß-Fotografien der verwüsteten Altstadt. „Wir wollten einen Bogen schlagen vom Alltag in den Ausnahmezustand – von Leben zu Vernichtung.“
Kunst als Zugang zur Geschichte
Für Project:Flow war das Projekt weit mehr als ein Auftragswerk. „Dieser Auftrag war für uns eine neue Herausforderung und hat viele Stunden Zeit in Anspruch genommen – aber auch ebenso viele neue Erfahrungen gebracht“, sagt Harding rückblickend. „Wir mussten lernen, wie man mit historischem Material künstlerisch verantwortungsvoll umgeht – wie man Emotionen weckt, ohne zu dramatisieren.“
Dass das Konzept aufgegangen ist, spürten die beiden Künstler am Abend selbst: „Viele blieben lange stehen, schauten in Stille – für uns war das die größte Bestätigung.“
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22 Schülerinnen und Schüler aus Dorstener Schulen haben in der vergangenen Woche am bundesweiten Girls’ & Boys’ Day die Chance genutzt, einen Blick hinter die Kulissen des St. Elisabeth-Krankenhauses Dorsten zu werfen. Der Tag bot ihnen spannende Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der Pflegeberufe.
Die Praxisanleiterinnen Jana Krampe und Selvi Celik-Löchteken hatten ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die beiden Praxisanleiterinnen und die Pflegedirektion starteten die Teilnehmenden mit dem interaktiven Spiel „Pflegeactivity“, bei dem sie spielerisch mehr über den Pflegealltag erfuhren. Anschließend erkundeten sie die Zentrale Notaufnahme und erhielten eine Einführung in die Abläufe im Schockraum. Ein besonderes Highlight war das Mitmachen beim Gipsen sowie die Besichtigung eines Rettungswagens. “Wir möchten uns ausdrücklich auch bei den Teams des RTWs vor Ort bedanken, die den Schülern viele Erklärungen zu ihrer Arbeit geben konnten“, erklärt Pflegedirektorin Hiltrud Hachmöller.
Weiter ging es danach auf die Intensivstation, wo die Schülerinnen und Schüler an Reanimationspuppen Wiederbelebungsmaßnahmen üben konnten. Die Veranstaltung bot nicht nur praktische Erfahrungen, sondern auch viele Gelegenheiten, Fragen zu stellen und mit Fachkräften ins Gespräch zu kommen.
„Es war ein rundum gelungener Tag. Wir freuen uns, dass wir den jungen Menschen die spannende und wichtige Arbeit in der Pflege näherbringen konnten“, resümierte Praxisanleiterin Jana Krampe.
Mit diesem erfolgreichen Girls’ & Boys’ Day leistete das St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung und zeigte den Schülerinnen und Schülern die vielfältigen Karrieremöglichkeiten in der Pflege auf.
Ein voller Erfolg war die erstmals bundesweit veranstaltete „Nacht der Bibliotheken“ – auch in Wulfen: Die BiBi am See öffnete ihre Türen und wurde prompt zum Anziehungspunkt für zahlreiche große und kleine Besucher. Trotz frühlingshaftem Wetter füllten sich die Räume der Bibliothek schnell mit Leben.
„Wir freuen uns riesig über die tolle Beteiligung und das Interesse an unseren Angeboten. Die BiBi am See hat sich einmal mehr als lebendiger Treffpunkt für alle Generationen gezeigt“, so Olaf Herzfeld, Leiter der Bibliothek.
Auch Bürgermeister Tobias Stockhoff kam für eine kleine Stärkung vorbei. Foto: privat
Im Erdgeschoss herrschte reges Treiben: Vor allem die Tonie-Tauschbörse und ein Basteltisch für Lesezeichen zogen viele Kinder an. Für liebevolle Betreuung sorgten engagierte Q1-Schülerinnen und -Schülern der Gesamtschule Wulfen. Auf der Empore kamen derweil die älteren Gäste auf ihre Kosten. Bei Kaffee, Kuchen und GSW-Waffeln wurde gestöbert, geklönt und beim Bücherbasar nach neuem Lesestoff geschaut.
Auch die regelmäßigen BiBi-Gruppen wie der Strickkreis und der Senioren-Treff ließen sich den besonderen Abend nicht entgehen. Familien mit Kindern nutzten die Gelegenheit, um gemeinsam Zeit zu verbringen und das vielfältige Programm zu genießen.
Gute Laune hatten auch diese jungen Besucher bei der Nacht der Bibliotheken. Foto: privat
Unter den Gästen war auch Bürgermeister Tobias Stockhoff, der die Bedeutung der BiBi am See unterstrich: „Diese Bibliothek ist weit mehr als ein Ort für Bücher – sie ist ein festes Medien- und Begegnungszentrum für den ganzen Norden Dorstens.“
Ein echtes Highlight wartete am Abend auf die Besucher: Christian Gruber – vielen besser bekannt als „Mr. Wulfen-Wiki“ – präsentierte exklusives, bisher unveröffentlichtes Filmmaterial über die Entstehung der „Neuen Stadt Wulfen“. Wer die Premiere verpasst hat, muss sich nicht grämen: Eine Wiederholung ist für den Herbst geplant.
Ab dem heutigen Montag, dem 7. April 2025, beginnt in Nordrhein-Westfalen die sogenannte „Speed Week“, eine Aktionswoche, in der die Polizei verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchführt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und auf die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit aufmerksam zu machen.
Während der „Speed Week“ werden insbesondere unfallträchtige Streckenabschnitte sowie Bereiche rund um Schulen, Kindergärten und Altenheime verstärkt überwacht. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) Nordrhein rechnet mit vermehrten Kontrollen an Orten, an denen besonders vorsichtiges Fahren gefragt ist.
Im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern wird Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr nicht am europaweiten Blitzermarathon teilnehmen, der am Mittwoch, dem 9. April 2025, stattfindet. Stattdessen konzentriert sich die NRW-Polizei auf die gesamte Woche, um gleichmäßig intensive Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen.
Zu schnelles Fahren immer noch eine Hauptursache für Unfälle
Zu schnelles Fahren gilt nach wie vor als eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle. Daher betont der ADAC Nordrhein die Bedeutung gezielter Kontrollen durch die Polizei. Prof. Roman Suthold vom ADAC Nordrhein erklärt: „Nur wenn angemessene Strafen und eine hohe Wahrscheinlichkeit, auf frischer Tat ertappt zu werden, zusammenwirken, werden auch mehr Autofahrer, die sich bisher nicht an die Geschwindigkeitsregeln halten, ihr Verhalten ändern.“
Autofahrer sollten sich während der „Speed Week“ ihrer Geschwindigkeit besonders bewusst sein, um Bußgelder, Punkte in Flensburg oder sogar Fahrverbote zu vermeiden. Insbesondere in Bereichen mit erhöhtem Fußgängeraufkommen, wie vor Schulen oder Altenheimen, ist besondere Vorsicht geboten.
Die Polizei NRW appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, die Tempolimits einzuhalten und somit einen Beitrag zur allgemeinen Verkehrssicherheit zu leisten.
Bei traumhaftem Frühlingswetter verwandelte sich die Dorstener Innenstadt am Wochenende in eine lebendige Bühne für automobile Trends und kulinarische Genüsse. Vom 4. bis 6. April lockte „Dorsten is(s)t mobil 2025“ zahlreiche Besucher an, die sich von neuen Fahrzeugmodellen, modernen „Facelifts“ bekannter Modelle, einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm und vielfältigen Gaumenfreuden begeistern ließen.
Mehr als 20 Automarken präsentierten auf dem gesamten Innenstadtgelände ihre neuesten Verkaufsschlager, wobei insbesondere Sondereditionen und die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den Fachhändlern großen Zuspruch fanden.
Neue Modelle und zahlreiche Facelifts
Tobias Bellendorf und sein Team, vertreten mit den Marken Seat und Cupra, zeigten in entspannter Atmosphäre nicht nur die aktuellen Grundmodelle, sondern gewährten auch erste Einblicke in die neue „Road Edition“, die bald in den Showrooms zu sehen sein wird.
Foto: Linda Arat
Nur wenige Schritte weiter sorgte Thomas Grosse-Frintrop von der MOHAG Automobile Sprungmann GmbH für Aufmerksamkeit. Mit der Präsentation des vollelektrischen Ford Explorer sowie der neuen Volvo-Modelle EX30 und CX40 hatte er echte Hingucker für Fans moderner Fahrzeugtechnologie dabei.
Foto: Linda Arat
Auch Automobile Baumann aus Dorsten zeigte mit einer breiten Auswahl an aktuellen Fahrzeugen von Kia und Mitsubishi Präsenz. Besonders der vollelektrische KIA EV3 mit einer beeindruckenden Reichweite von 600 Kilometern und die überarbeiteten Modelle EV6 und Sorento stießen auf großes Interesse. Ein echtes Erlebnis für alle Freunde von Elektroautos und SUVs.
Foto: Linda Arat
Am Stand des Autohauses Borgmann an der Agathakirche wartete dann ein weiteres Highlight. Hier zog der LEAPMOTOR die Blicke auf sich. „Aktuell handelt es sich dabei um das wohl günstigste Elektromodell auf dem europäischen Markt“, verriet Jörg Borgmann stolz. Ergänzend dazu gab es Modelle von Skoda, Opel, Toyota und Hyundai zu entdecken.
Foto: Linda Arat
Wer auf Vielfalt setzte, wurde auch bei Michael Heistermann von der Heddier-Gruppe fündig. Vom kompakten Silence über Fahrzeuge von Renault und Dacia bis hin zum sportlichen Nissan Z war für jeden Geschmack etwas dabei. Besonders der vollelektrische Renault 5 E-Tech, von Autojournalisten zum „Car of the Year“ gewählt, zog die Blicke auf sich.
Foto: Linda Arat
Auch am anderen Ende der Innenstadt kam keine Langeweile auf. Am Lippetor präsentierte die AHAG Group ihre aktuellen BMW-Modelle. Nicht nur eingefleischte Autofans, sondern auch zahlreiche Familien und Technikbegeisterte ließen sich von den innovativen Ideen und modernen Designs begeistern.
Foto: Linda Arat
Buntes Rahmenprogramm und Leckereien für zwischendurch
Der verkaufsoffene Sonntag rundete die Veranstaltung perfekt ab. Viele Gäste nutzten das herrliche Frühlingswetter, um entspannt durch die Innenstadt zu schlendern, sich von den neuesten Trends inspirieren und an den zahlreichen Food-Ständen kulinarisch verwöhnen zu lassen. Ein besonderes Highlight gab es am Sonntag für die Fans von TV-Star und Autoexpertin Panagiota Petridou. Mit ihrer charmanten Art begeisterte sie bei einer Autogrammstunde und einer kleinen Talkrunde die Besucher.
Veranstalter Hans Schuster und Luca Schlotmann mit Stargast Panagiota Petridou. Foto: Linda Arat
So kann auch in diesem Jahr zum Abschluss wieder ein positives Fazit gezogen werden. Das Wetter war perfekt, die Stimmung hervorragend, und die Vielfalt an Ausstellern und Angeboten hat auch gestimmt. Gerne im nächsten Jahr wieder.
Blauer Himmel, Sonnenschein und gut gelaunte Menschen: Die Dorstener Innenstadt präsentierte sich am Sonntag von ihrer besten Seite. Im Rahmen des Stadtfestes „Dorsten is(s)t mobil 2025“, das vom 4. bis 6. April stattfand, nutzten zahlreiche Besucher das traumhafte Frühlingswetter für einen ausgedehnten Einkaufsbummel durch die Altstadt – inklusive geöffneter Geschäfte und kulinarischer Verlockungen.
Der verkaufsoffene Sonntag rundete das Wochenende neben der Automeile nicht nur ab, sondern erwies sich als echtes Highlight für Shoppingfreunde. Ob modische Frühlingsoutfits, neue Sonnenbrillen oder passende Schuhe für die wärmeren Tage – in den geöffneten Fachgeschäften, wie zum Beispiel dem Schuhhaus Ostermann oder beim Haushaltswaren-Experten Körmann, wurde nach der passenden Ausrüstung für den Frühling gestöbert, probiert und eingekauft.
Die Geschäfte in der Dorstener Innenstadt luden zum Bummeln ein, wie hier das Team von Ostermann. Foto: Linda Arat
Auch wer auf der Suche nach Inspiration für den nächsten Kurzurlaub oder Tipps zu regionalen Sport- und Gesundheitsangeboten war, wurde fündig – etwa am Stand von Physio Mentor oder im Bereich Fahrradtouristik und Wohnmobilverleih.
Auch das Haushaltswaren-Fachgeschäft Körmann lud zum Bummel ein. Hier hatte man sich schon auf das nahende Osterfest eingestellt. Foto: Linda Arat
Unterhaltung für Kinder in den Mercaden
Rund um das Einkaufszentrum Mercaden herrschte ebenfalls ausgelassene Stimmung. Während Erwachsene durch die Läden schlenderten oder in den Cafés eine Pause einlegten, sorgte DJ „DJo“ mit seiner Kinderdisco im Erdgeschoss für beste Unterhaltung bei den kleinen Gästen.
DJo sorgte in den Mercaden Dorsten für Unterhaltung bei den kleinen Gästen. Foto: Borgwardt
Dorstener Stadtfeste haben auch bei Gastronomen einen guten Ruf
Die Gastronomie zeigte sich ebenso vielfältig wie einladend. Dorsten hat in dieser Hinsicht einen guten Ruf. Das bewies unter anderem der große Smoker in Form einer Dampflok der Firma Wissing Feinkost aus Ahaus, die regelmäßig den Weg zu den Stadtfesten in der Lippestadt findet. Überhaupt wurde an vielen Ständen geschlemmt, genossen und geplaudert. Crêpes, Eis, kühle Getränke und herzhafte Spezialitäten sorgten für das leibliche Wohl.
Viele Gastronomen aus anderen Städten haben Dorstener Stadtfeste als angenehme Adresse kennen gelernt, etwa das Team von Wissing Feinkost aus Ahaus. Foto: Borgwardt
Viele Besucher nutzten die Gelegenheit für einen gemütlichen Spaziergang durch die Altstadt. Andere ließen sich mit Freunden in den Straßencafés nieder und genossen bei einem kühlen Getränk einfach den Moment.
Autos schauen, Kaffee trinken, Sonne genießen – das war das Credo am Marktplatz. Foto: Borgwardt
Test für das neue Sicherheitskonzept bei Dorsten is(s)t mobil
Es war auch ein Test für das neue Sicherheitskonzept der Stadt Dorsten, bei dem erstmals verschiedene Sicherheitszonen ausgewiesen wurden. Diese hatten im Vorfeld für hitzige Situationen gesorgt, spielten aber für das Empfinden der meisten Besucher keine große Rolle. In vielen Gesprächen hörte man heraus: Man hatte sich entschieden, einfach das Wetter zu genießen und sich zu entspannen.
Anders als in den hitzigen Diskussionen in den sozialen Medien vermuten ließen, fühlten sich nur die wenigsten Besucher von den neuen Sicherheitszonen irritiert oder gestört. Foto: Borgwardt
So wurde der Sonntag zu einem echten Frühlingsfest für die ganze Familie – mit Einkaufsvergnügen, kulinarischen Entdeckungen und einem Hauch von Urlaubsstimmung mitten in Dorsten.
In der denkmalgeschützten Maschinenhalle der ehemaligen Zeche Fürst Leopold in Dorsten wurde gestern eine außergewöhnliche Ausstellung eröffnet, die zwei Künstler erstmals zusammenbringt, deren Blicke auf das Ruhrgebiet unterschiedlicher nicht sein könnten – und doch erstaunlich harmonieren.
Die Ausstellung in der Maschinenhalle „Perspektiven auf das Ruhrgebiet“ präsentiert die Werke von Hans Blossey (geb. 1952) und Many Szejstecki (1931-2016), die beide auf ihre Weise einen radikalen Perspektivwechsel vollziehen. Während der eine das Ruhrgebiet aus luftiger Höhe dokumentiert, erschließt der andere dessen unterirdische Dimensionen. Beide ermöglichen den Besuchern, die vertraute Industrielandschaft mit völlig neuen Augen zu sehen.
Von Oben und Unten. Foto: Alexander Fichtner
Das „fliegende Auge des Ruhrgebiets“
Seit 1983 dokumentiert Hans Blossey als Luftbildfotograf die sich stetig verändernde Region von oben. Mit mittlerweile rund 55.000 Flugstunden hat er sich den Ehrentitel „Das fliegende Auge des Ruhrgebiets“ redlich verdient. Seine Fotografien zeigen die Region aus einer Distanz, die alltägliche Strukturen in einen neuen Zusammenhang stellt. Kunsthistoriker Lukas Schepers beschreibt in seiner Eröffnungsrede in der Maschinenhalle den besonderen Reiz dieser Perspektive: „Dieser Effekt ist sowas wie eine Vorstufe von dem, was Astronauten als Overview-Effekt beschreiben. Sobald man weit genug herauszoomt und das ganze große Ganze in den Blick nimmt, empfindet man auf einmal harmonische Zusammenhänge.“
Hans Blossey. Foto: Alexander Fichtner
Der Bergmann mit dem Röntgenblick
Einen völlig anderen, aber ebenso faszinierenden Zugang zum Ruhrgebiet bietet das Werk von Bergarbeiter und Künstler Manfred „Many“ Szejstecki. Seit den 1960er Jahren widmete er sich intensiv der bildenden Kunst und entwickelte eine besondere Vorliebe für die Zentralperspektive. In seinen späteren Arbeiten schuf er eine Art „Maulwurfsperspektive“, die den Blick von unten auf das Ruhrgebiet richtet. Seine berühmten Bergbaupanoramen fangen die bizarren Formwelten und riesigen Dimensionen der unterirdischen Industrielandschaft ein.
Wenn Vogel- und Maulwurfsperspektive in der Maschinenhalle aufeinandertreffen
Die passende Kulisse. Foto: Alexander Fichtner
Das Herzstück der Ausstellung in der Maschinenhalle bildet die Gegenüberstellung von Werken, die denselben geografischen Raum aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln zeigen. Besonders eindrucksvoll ist das Zusammenspiel einer Luftaufnahme der Zeche Zollverein mit Szejsteckis „Unter Essen“. Während Blosseys Fotografie das ikonische Fördergerüst des Schachts 12 von oben zeigt, positioniert Szejstecki den Betrachter 750 Meter unter der Erde und blickt mit einer Art Röntgenblick in Richtung Baldeneysee.
Viele Besucher. Foto: Alexander Fichtner
Die Ausstellung bietet die seltene Gelegenheit, zwei großformatige Bergbaupanoramen Szejsteckis in der Maschinenhalle nebeneinander zu betrachten. „Das ist selbst für eingefleischte Kenner eine einmalige Gelegenheit“, betont Schepers in seiner Einführung. Die präsentierten Reproduktionen stammen von Originalen, die normalerweise auf der Zeche Zollverein und im Bergbaumuseum Bochum hängen.
Ehrenamtliches Engagement in der Maschinenhalle macht Kunstprojekt möglich
Die Ausstellung in der Maschinenhalle, die bis zum 30. September 2025 zu sehen ist, wurde durch intensive Zusammenarbeit ermöglicht. Kunsthistoriker Lukas Schepers, der zusammen mit Roland Szejstecki den Nachlass des Künstlers betreut, dankte in seiner Eröffnungsrede dem Verein für Bergbau, Industrie und Sozialgeschichte Dorsten für die produktive Kooperation und Hans Blossey für sein Vertrauen. Manfred Wissing, 1. Vorsitzender des Vereins, begrüßte die zahlreichen Besucher zur Vernissage.
Die Dampfmaschiene in Aktion. Foto: Alexander Fichtner
Ein besonderer Ort für besondere Perspektiven
Die denkmalgeschützte Maschinenhalle der ehemaligen Zeche Fürst Leopold bildet nicht nur den perfekten Rahmen für die Ausstellung – sie ist selbst Motiv auf mehreren der ausgestellten Werke. So verbinden sich Ausstellungsort und Kunstwerke zu einem einzigartigen Dialog über die Vielschichtigkeit des Ruhrgebiets, das sowohl über als auch unter der Erde seine faszinierenden Geschichten erzählt.